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	<title>Methode Archive - Lösungsbilder</title>
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	<description>Institut für Systemaufstellung &#38; Coaching in Köln-Bonn</description>
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	<title>Methode Archive - Lösungsbilder</title>
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		<title>Methode und Haltung der systemischen Aufstellungsabeit bei Lösungsbilder</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jan Prisor]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 29 Oct 2025 09:22:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Methode]]></category>
		<category><![CDATA[Systemische Aufstellungsarbeit]]></category>
		<category><![CDATA[haltung]]></category>
		<category><![CDATA[lexikon]]></category>
		<category><![CDATA[Wahrnehmung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Systemische Aufstellungsarbeit macht sichtbar, was uns im Leben oft unbewusst lenkt – Beziehungen, Muster, Bindungen und innere Anteile. Bei Lösungsbilder verbinden wir die Tiefe des phänomenologischen Erlebens mit der Klarheit des systemisch-konstruktivistischen Denkens. So entsteht ein Raum, in dem persönliche Einsichten ebenso wachsen wie professionelles Verständnis: für Zusammenhänge, die heilen, bewegen und neue Perspektiven eröffnen. Was ist&#8230;</p>
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<p>Systemische Aufstellungsarbeit macht sichtbar, was uns im Leben oft unbewusst lenkt – Beziehungen, Muster, Bindungen und innere Anteile. Bei <em>Lösungsbilder</em> verbinden wir die Tiefe des phänomenologischen Erlebens mit der Klarheit des systemisch-konstruktivistischen Denkens. So entsteht ein Raum, in dem persönliche Einsichten ebenso wachsen wie professionelles Verständnis: für Zusammenhänge, die heilen, bewegen und neue Perspektiven eröffnen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was ist Familienstellen und Systemaufstellungen</h2>



<p>Vorweg&nbsp;ein Wort zum Begriffswirrwar:&nbsp;Familienstellen, Familienaufstellung, Aufstellungsarbeit, Systemaufstellen, systemische Familienaufstellung, systemische Strukturaufstellungen &#8211; all diese Begriffe bezeichnen Varianten der Aufstellungsarbeit.</p>



<p>Ihnen gemeinsam&nbsp;ist, dass sie Elemente von <a href="https://loesungsbilder.de/system/">Systemen</a> – seien es Familienmitglieder, Teammitglieder oder abstrakte Vorstellungen wie Macht, Liebe, das Leben oder ein Ziel, ein Hindernis, eine Ressource – mit Hilfe von <a href="https://loesungsbilder.de/stellvertreter-bzw-repraesentanten/">&#8222;Stellvertretern&#8220; oder &#8222;Repräsentanten&#8220;</a> im Raum aufstellen, um das komplexe Beziehungsgefüge und die gegenseitigen Abhängigkeiten sichtbar und körperlich und emotional erlebbar zu machen.</p>



<p>In den unseren Workshops und Kursen zur systemischen Aufstellungsarbeit entscheiden wir mit dem/der aufstellenden Kunden:in jeweils vor Ort gemeinsam, ob wir eine Familienaufstellung oder eine Systemaufstellung oder eine Mischung machen. Häufig fließen auch in Familienaufstellungen andere Systemelemente ein, z.B. innere Anteile oder Orte, wie das Herkunftsland oder Aspekte wie Geld, Glaube oder existentielle Abstrakta wie der Tod und das Leben, aber auch konkrete coachingrelevanten Aspekte wie Ziele und Hindernisse oder der nächste Schritt.</p>



<p>Es ist übrigens auch dann möglich, eine Aufstellung durchzuführen, wenn einzelne Aspekte im Gespräch vor der Gruppe nicht offen und konkret benannt werden sollen. Dies funktioniert, weil es in den Aufstellungen letztlich um die Verhältnisse und Beziehungen geht. Es reicht also für eine sogenannte <b>&#8222;verdeckte Aufstellung&#8220;</b> aus, z.B. zu erfahren, in welchem Verhältnis zwei Elemente&nbsp;&#8222;A&#8220; und &#8222;B&#8220; stehen. Es ist nicht zwingend notwendig, preiszugeben, um wen oder was es sich bei den aufgestellten Elementen bzw. Personen handelt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Unsere Haltung und Arbeitsweise</h2>



<h3 class="wp-block-heading">&#8222;systemischen-konstruktivistisch&#8220; UND &#8222;phänomenologisch&#8220;</h3>



<figure class="wp-block-image size-full"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="480" height="640" src="https://loesungsbilder.de/wp-content/uploads/2025/10/Blick-von-aussen-aufs-System-phaenomenologische-Weite.png" alt="Darstellung des Blicks von Außen auf das System. Dieser phänomenolgische, weite Blick, ermöglicht, das ganze System zu sehen und so die Muster und den Kontext zu erkennen und zu würdigen." class="wp-image-22268" srcset="https://loesungsbilder.de/wp-content/uploads/2025/10/Blick-von-aussen-aufs-System-phaenomenologische-Weite.png 480w, https://loesungsbilder.de/wp-content/uploads/2025/10/Blick-von-aussen-aufs-System-phaenomenologische-Weite-225x300.png 225w, https://loesungsbilder.de/wp-content/uploads/2025/10/Blick-von-aussen-aufs-System-phaenomenologische-Weite-370x493.png 370w, https://loesungsbilder.de/wp-content/uploads/2025/10/Blick-von-aussen-aufs-System-phaenomenologische-Weite-410x547.png 410w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 480px" /><figcaption class="wp-element-caption">Außenperspektive auf ein System in einer systemischen Aufstellung.</figcaption></figure>



<p>Bei unserer Arbeit fühlen wir uns einer Haltung und Denkweise verpflichtet, die es im besonderen Maße ermöglicht, Lösungen zu finden und persönliches Wachstum anzuregen. Dabei verstehen wir den systemische-konstruktivistischen und den phänomenologischen Ansatz nicht als Gegensätze, sondern als sich ergänzende Ansätze. Hier findest du eine kurze Darstellung, was das bei uns bedeutet:&nbsp;</p>



<h3 class="wp-block-heading">Systemisch</h3>



<p>ist unsere Haltung, weil wir nach Wechselwirkungen von Beziehungszusammenhängen in Familien- und anderen Systemen (Arbeit, Organisationen, etc.) schaue, um hier Versöhnung, heilsame neue Sichtweisen und Ausgleich herzustellen.<br><p>Solche Wirkungen können z.B. ein Schuldgefühl, Wut, oder auch eine starke Liebe sein, die getrennte Partner noch bindet und davon abhält, dem Leben wieder offen zu begegnen. Auch den Kontext, in dem ein Problem auftritt oder in dem ein Verhalten als problematisch empfinden wird, nehmen wir in den Blick und schauen auf auf ausgeblendete Zusammenhänge oder Aspekte, um eine neue Balance und Sichtweise zu ermöglichen.</p></p>



<h3 class="wp-block-heading">Konstruktivistisch</h3>



<p>arbeiten wir, weil wir davon ausgehen, dass Menschen ihre der Wirklichkeit selbst erzeugen oder &#8222;konstruieren&#8220;, z.B. indem sie sich und anderen Geschichten darüber erzählen, was sie erlebt haben &#8211; und Geschichten nutzen eigene Bewertungen, Strukturierungen und Begriffe, um Wirklichkeit abzubilden.<br><p>Damit geben Menschen den Zusammenhängen eine Deutung, einen Sinn. Erzählst du z.B. von einer Situation und betonst, wie du aktiv und selbstbestimmt gehandelt hast, bestärkt dich diese Erzählung in deiner Selbstwirksamkeitserwartung. Betonst du aber eher die Momente, in denen du dich passiv und erleidend erlebt hast, so kann die gleich Situation eine ganz andere Wirkung auf dich haben.</p><br><p>Oder hast du z.B. im Kopf, dass du immer schon ein kommunikativer Mensch gewesen bist &#8211; vielleicht, weil es deine Eltern so erzählt haben &#8211; so hat diese Aussage selbst schon eine bestärkende Wirkung auf dein Kommunikationsverhalten. Wenn du dagegen immer gehört hast, du seist eher verschlossen, so wird diese &#8222;Geschichte&#8220; dein Kommunikationsverhalten und die Art, wie du auf Menschen zugehst, ganz anders prägen.)</p></p>



<h3 class="wp-block-heading">Phönomenologisch</h3>



<p>ist unser Ansatz, weil wir darauf achten, was sich im Moment der Begegnung in einer Beratung oder Aufstellung zeigt: Welche Körperhaltung, welch Mimik, welche Worte und Sätze, welche Resonanz zwischen Personen, welche Atmosphäre und was wiederum löst das in mir als Berater:in für Resonanzen aus?<br><p>Oftmals zeigt sich hier &#8211; im mehr körperliche oder unwillkürliche Verhalten und in der non-verbalen Kommunikation bis hin eben zu den räumlichen Konstellationen, die sich in Aufstellungen zeigen, eine Dynamik, unseren Kund:innen vorher nicht bewusst war. <br>Und häufig stehen diese Beobachtungen im Kontrast zu den Erzählungen über sich selbst, welche die Menschen mitbringen und an die sie glauben. </p><br><p>So ergänzt die phänomenologische achtsame Beobachtung dessen, was sich in der Beratungs- und Aufstellungssituation zeigt, ideal das systemisch-konstruktivistische Denken und bringt neue, transformierende und heilende Impulse in die Beratung. </p><br><p>Unsere Erzählungen über uns selbst, unsere Herkunft und unsere Beziehungen werden so durch die Rückmeldungen oder die Resonanz des Körpers und der Aufstellung, irritiert, in Frage gestallt, mal auch bestätigt oder erweitert. </p><br><p>Gerade weil Menschen in Stress oder Problemerleben häufig nicht alle relevanten Personen und Aspekte, geschweige denn ihre Ressourcen und Kompetenzen im Blick haben, sondern im Stress eine verengte Sicht, einen &#8222;Tunnelblick&#8220; entwickeln, hilft der weite, das ganze System in den Blick nehmende phänomenologische Betrachtung, den &#8222;Wald vor lauter Bäumen&#8220; nicht zu übersehen. </p><br><p>Aufstellungen ermöglichen diesen weitenden Blick insbesondere dadurch, dass man als Kund:inn von außen auf sein System schauen kann, also mit ausreichend Abstand und Überblick, um die (Beziehungs-) Muster zu erkennen. </p><br></p>



<h2 class="wp-block-heading">Meine Wurzeln</h2>



<h3 class="wp-block-heading">&gt; Klassische und konstruktivistische Familienaufstellung<br>&gt; systemische Strukturaufstellungen&nbsp;<br>&gt; hypnosystemische Beratung und Therapie</h3>



<p>Das Familienstellen, wie ich es seit über 15 Jahren bei &#8222;Lösungsbilder&#8220; in Köln und Bonn praktiziere und wie es auch meine seit einigen Jahren begleitender Partner Alexander Willsch von mir gelernt hat, hat verschiedene Wurzeln:</p>



<p>Zu Dank verpflichtet bin ich zunächst meinen LehrerInnen, die je auf Ihre eigene Weise meine Arbeit geprägt haben: Dem erfahrenen hypnosystemischen Therapeuten Heinrich Breuer und seinem Aufstellungskollegen Wilfried Nelles, die noch bei Bert Hellinger gelernt haben, dem systemisch-konstruktivstischen, humorvollen André Böhlig mit seinem Fortbildungsinstitut für systemische Therapie und Beratung in Radevormwalde und Mathias Varga von Kibéd und seiner Frau Insa Sparrer mit ihrem Syst-Institut in München und ihrer Entwicklung der systemischen Strukturaufstellungen.</p>



<p>An dieser Stelle möchten ich mich&nbsp;auch zu <b>Bert Hellinger</b> positionieren, der das Familienstellen maßgeblich entwickelt und bekannt gemacht hat und viel Lob aber auch Kritik und Skepsis auf sich gezogen hat. Wir würdigen ausdrücklich, dass er mit seinem Lebenswerk wichtige Erkenntnisse im Familienstellen gewonnen hat, grenzen uns aber von einer dogmatischen und mitunter als diskrimierend erlebten Art des Familienstellens ab.</p>



<p>Wir weisen auch ausdrücklich darauf hin, dass das Familienstellen eine Vielzahl verschiedener Wurzeln hat, auf die auch Hellinger zurückgegriffen hat, ohne sie allerdings explizit zu machen. Erwähnt seien hier stellvertretend Virginia Satirs Familienskulpuren, Jacob Levy Morenos Psychodrama und Boszormenyi-Nagys Mehrgenerationenperspektive.&nbsp;</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ethikrichtlinien der DGSF</h2>



<p>Als Mitglied der DGSF (Deutsche Gesellschaft für Systematische Therapie, Beratung und Familientherapie) schließlich bin ich, Jan Prisor mit dem Institut Lösungsbilder den <a title="Ethikrichtilinien der DGSF" href="http://www.dgsf.org/ueber-uns/ethik-richtlinien.htm" target="_blank" rel="alternate noopener">Ethikrichtilinien der DGSF</a>, in deren Zentrum das Wohl und die Selbstbestimmung meiner KundInnen steht, verpflichtet. So ist es uns ein besonderes Anliegen, die Autonomie und Würde unserer Kund:innen jederzeit zu achten und zu schützen.</p>



<p></p>
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		<title>Polyvagaltheorie und Aufstellungsarbeit</title>
		<link>https://loesungsbilder.de/polyvagaltheorie-und-aufstellungsarbeit/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jan Prisor]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 10 Mar 2025 21:19:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Methode]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Was kann die Aufstellungsarbeit von der Polyvagaltheorie lernen? Sicherheit und Verbundenheit sind zentrale gemeinsame Themen. Erfahre hier mehr über die Zusammenhänge!</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h2 class="wp-block-heading"><a id="post-3006-_xy8wiipoo26w"></a>Was können AufstellerInnen von der Polyvagal-Theorie lernen?</h2>



<p>Beide, die Polyvagal-Theorie und die Aufstellungsarbeit, behandeln als zentrale Konzepte Sicherheit und Verbundenheit. Da liegt es nahe, dass die Aufstellungsarbeit, als ein Ansatz, bei dem es um Beziehungsgestaltung, Versöhnung und Verbindung geht, viel von der Polyvagal-Theorie profitieren kann.</p>



<p>Uns hilft es sehr in Aufstellungen neben der “Systemischen Brille” immer wieder auch eine „Polyvagale Brille“ aufzuziehen und so differenzierter den Rahmen gestalten, unsere Klienten in ihrem Prozess begleiten und ein gutes Lösungsbild durch passenden Interventionen erarbeiten zu können. <br><br>Hier erhältst du einen Einblick in zentrale Zusammenhänge zwischen Aufstellungsarbeit und der Polyvagaltheorie und lernst selbst mit der „Polyvagalen Brille“, wie wir es nennen, auf systemische Aufstellungen, aber auch Beratungs- und Entwicklungsprozesse allgemein zu schauen. </p>



<p>Dazu haben wir übrigens auch eine Podcastfolge in unserem <strong>Podcast “Lösungsbilder”</strong> veröffentlicht. Hör gerne rein!</p>



<p></p>




<figure class="wp-block-image size-full is-resized"><img decoding="async" width="675" height="675" src="https://loesungsbilder.de/wp-content/uploads/2025/03/polyvagaltheorie.png" alt="" class="wp-image-20243" style="width:548px;height:auto" srcset="https://loesungsbilder.de/wp-content/uploads/2025/03/polyvagaltheorie.png 675w, https://loesungsbilder.de/wp-content/uploads/2025/03/polyvagaltheorie-300x300.png 300w, https://loesungsbilder.de/wp-content/uploads/2025/03/polyvagaltheorie-150x150.png 150w, https://loesungsbilder.de/wp-content/uploads/2025/03/polyvagaltheorie-370x370.png 370w, https://loesungsbilder.de/wp-content/uploads/2025/03/polyvagaltheorie-120x120.png 120w, https://loesungsbilder.de/wp-content/uploads/2025/03/polyvagaltheorie-410x410.png 410w, https://loesungsbilder.de/wp-content/uploads/2025/03/polyvagaltheorie-500x500.png 500w, https://loesungsbilder.de/wp-content/uploads/2025/03/polyvagaltheorie-600x600.png 600w" sizes="(max-width: 675px) 100vw, 675px" /></figure>




<div style="height:35px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h1 class="wp-block-heading"><a id="post-3006-_4vmqkhjelwir"></a>Die Polyvagal-Theorie: Ein kurzer Überblick</h1>



<p>Die Polyvagal-Theorie von Steven Porges beschreibt die Funktionsweise unseres Autonomen Nervensystems (ANS), das unsere unwillkürlichen Reaktionen auf Umweltreize steuert. Dabei spielt unser subjektives Erleben von Sicherheit oder Gefahr eine zentrale Rolle, weil es zu unwillkürlichen Antworten unseres ANS führt.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><a id="post-3006-_r2tifgty27e9"></a>1. Die drei Zustände des Autonomen Nervensystems: Verbundenheit, Mobilisierung, Starre</h2>



<p>Je nachdem, ob wir uns sicher fühlen oder nicht, wird ein anderer Zweig des Autonomen Nervensystems angeschaltet. Dies aktiviert dann einen jeweils völlig anderen Erlebens- und Funktionszustand des Autonomen Nervensystemen, der evolutionär für die Bewältigung unterschiedlicher Situationen entstanden ist: </p>



<ol class="wp-block-list">
<li><strong>Zustand der sozialen Verbundenheit:<br></strong> Fühlen wir uns <strong>sicher</strong>, wird der <strong>ventrale</strong> <strong>Vagus</strong> und unser <strong>Social Engagement System (SES)</strong> aktiviert: Unser Organismus ist dann optimal darauf eingestellt, in Beziehung und Verbindung zu gehen. <br></li>



<li><strong>Aktivierung für Kampf oder Flucht:<br></strong> Fühlen wir uns <strong>bedroht</strong>, wird der <strong>Sympathikus</strong> aktiviert. Dieser sorgt für die notwendige <strong>Mobilisierung</strong> für Kampf oder Flucht, z.B. durch Erhöhung des Herzschlags und Ausschüttung von Hormonen wie Adrenalin zur schnellen Bereitstellung von Energie.<br></li>



<li><strong>Freeze und Dissoziation:<br></strong> Fühlen wir uns <strong>bedroht</strong> <strong>und</strong> <strong>hilflos</strong>, wird der <strong>dorsale</strong> <strong>Vagus</strong> aktiviert. Dieser schickt unseren Körper in einen Zustand der <strong>Immobilisierung und Dissoziation</strong>. Indem alle Aktivitäten unseres Organismus auf ein Minimum zurückgefahren werden und wir uns von von unseren Gefühlen und unserer Körperwahrnehmung abschneiden, stellen wir uns tot. Evolutionär ermöglichte dieser Zustand Beutetieren, einen lebensbedrohlichen Angriff eventuell doch noch zu überleben.</li>
</ol>



<p></p>



<h2 class="wp-block-heading"><a id="post-3006-_4vmqkhjelwir"></a>2. Das „Social Engagement System“: <br>Ein System für soziale Verbundenheit</h2>



<p>Das Social Engagement System (SES), welches durch den ventralen Vagus aktiviert wird, stellt den Organismus darauf ein, in Beziehung zu sich und andere zu gehen. Beispielsweise ist es mit den Gesichtsnerven für die Mimik verknüpft oder mit dem Gehör: Hohe, freundliche Töne, wie z.B. fröhliche Stimmen, aktiveren es und werden gleichzeitig in diesem Zustand besser wahrgenommen. Tatsächlich stellen sich die Gehörknöchelchen im Zustand des Social Engagements für die Wahrnehmung von hohen Tönen ein, während wir im Zustand der sympathischen Mobilisierung tiefes Brummen, wie von Raubtieren, besser wahrnehmen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><a id="post-3006-_4vmqkhjelwir"></a>3. Die Neurozeption: <br>Autonomes Scannen von Anzeichen für Sicherheit oder Gefahr</h2>



<p>Die Polyvagal-Theorie ist deshalb so relevant für unser Erleben, für Beziehungen, unsere Entwicklung und unser Wohlbefinden, weil unser Autonomenes Nervensystem permanent unsere Umgebung auf Anzeichen von Sicherheit oder Gefahr scannt. <br><br>Und zwar ist scannt die Neurozeption unsere Umgebung: </p>



<ul class="wp-block-list">
<li>in 200 Millisekunden,</li>



<li>ganz ohne unser willentliches Zutun, also „autonom“,</li>



<li>und ganz ohne dass wir die Situation bewusst wahrnehmen.</li>
</ul>



<p>Entscheidend für die Einschätzung von Sicherheit und Gefahr durch unser Autonomes Nervensystem ist dabei unsere subjektive Erfahrung: Signale, die wir aufgrund unserer biografischen Erfahrungen mit Gefahr verbinden, aktivieren unseren Sympathikus oder lassen uns sogar erstarren. Signale, die wir aufgrund unserer persönlichen Lebenserfahrung mit Sicherheit und Geborgenheit verbinden, aktivieren unser System für soziale Interaktion (SES).<br><br>Unser Nervensystem scannt dabei beständig sowohl die äußere Umwelt einschließlich unserer sozialen Beziehungen, als auch unsere inneren körperlichen Signale (z.B. Anspannung, Herzschlag, Verdauung, etc.) auf Hinweise von Sicherheit oder Gefahr.</p>



<p></p>



<h2 class="wp-block-heading"><a id="post-3006-_xoj0wkmflh9z"></a>4. Wechselwirkungen und Co-Regulation: <br>Wir sind immer mit unserer Umwelt verbunden</h2>



<p>Über die Neurozeption sind wir also beständig mit unserer (sozialen) Umwelt in Kontakt. Kein Wunder, dass wir so empfindlich auf soziale Signale reagieren und es genießen, wenn wir in Beziehungen akzeptiert und in Resonanz sind. Dann fühlen wir uns so sicher, dass wir uns öffnen und uns trauen und zugestehen, unsere eigenen Bedürfnisse und Impulse zu artikulieren. In einer guten Beziehung gehen wir so auch mehr mit uns selbst in Kontakt, was in der Folge wiederum zu einem offeneren und authentischen Kontakt mit Anderen führt. </p>



<p>Über die Neurozeption stehen wir mit unserer sozialen Umwelt in enger Wechselwirkung &#8211; im Guten wie im Schlechten &#8211; und reagieren sensibel auf Veränderungen in unserem Beziehungssystemen. Dies ermöglicht aber auch in Aufstellungen und generell Coaching, Beratung und Therapie ein direktes Einwirken über die Beziehungsgestaltung und über die Co-Regulation durch unseren eigenen autonomen Zustand als BeraterIn.</p>



<p>Denn sind wir als BeraterIn in einem Zustand der Anspannung, dann entgeht dies nicht der Neurozeption unseres Gegenübers: Haben wir z.B. Angst oder Erstarren wir innerlich, weil unser Gegenüber von traumatischen Erfahrungen erzählt, signalisiert unser ganzer Organismus über seinen autonomen Zustand auch unserem Gegenüber, dass Gefahr besteht.</p>



<p>Wir sind wie eine Schar Erdmännchen (unsere bevorzugte Metapher bei Lösungsbilder für uns Menschen als soziale Lebewesen) miteinander über unseren autonomen Zustand verbunden oder systemisch gesprochen: Unsere autonomen Nervensysteme sind verkoppelt und in ständiger Wechselwirkung &#8211; ganz ohne unser bewusstes, psychisches Erleben. Wittert einer aus der Gruppe Gefahr, überträgt sich dies auf die anderen im System &#8211; gleich ob die Gefahr nun objektiv real ist oder nicht. Es reicht, wenn sie eine erlebte soziale Wirklichkeit hat. </p>



<p>Beständig regulieren sich unsere autonomen Zustände also gegenseitig und ganz ohne unser willkürliches und bewusstes Zutun. Allerdings können wir uns dieser Zustände und ihrer Veränderungen durch (Selbst-)Wahrnehmungsschulung bewusster werden und über Selbstregulation beeinflussen. Denn auch wenn unser ANS weitestgehend unwillkürlich funktioniert, ist es möglich indirekt Einfluss auf seinen Zustand zu nehmen: <br><br>Beispielsweise beruhigen wir uns über unsere Atmung oder kommen in der Kommunikation in einen gemeinsamen Flow und eine gute Stimmung. Oder wenn wir aktiv an positive Erinnerungen denken oder uns mit Ressourcen verbinden, geht unser Autonomes Nervensystem in den entsprechenden Zustand.</p>



<p>Hier deutet sich schon an, dass die Polyvagal-Theorie für die Aufstellungsarbeit, wie aber auch überhaupt für die Arbeit mit Menschen und Gruppen, eine hohe Relevanz hat, weil es Co-Regulation und ihre Wirkungsweise auf unseren Organismus erklären kann.</p>



<h1 class="wp-block-heading"><a id="post-3006-_2ufi3ixyqjix"></a>Folgen aus der Polyvagal-Theorie für unser Selbstverständnis: Mehr Mitgefühl für uns und andere</h1>



<p>Eine direkte Konsequenz des Wissens um die Funktionsweise unseres Autonomes Nervensystem und seinen Einfluss auf unser Erleben ist, dass wir uns und andere besser verstehen lernen: Denn in den wenigsten Situationen entscheiden wir bewusst, in welchen Zustand unser Autonomes Nervensystem geht, sondern dies entscheidet quasi autonom durch die Neurozeption, ob eine Situation uns erstarren, feindlich oder freundlich reagieren lässt.</p>



<p>Dieses Verständnis unseres eigenen evolutionär gewachsenen autonomen Nervensystems lässt uns Mitgefühl für uns selbst aufbringen, wenn wir in die Vermeidung (Flucht) oder Erstarrung gegangen sind, wo wir uns eigentlich mutiges Handeln von uns gewünscht hätten.</p>



<p>Und auch die feindlichen oder abweisenden Reaktionen anderer können wir so in anderem Licht sehen: Als autonome und auf der Basis ihrer subjektiven Erfahrungen weise Reaktionen ihres Organismus: Der Versuch ihres ANS, Schutz, Wachstum und Entwicklung zu sichern.</p>



<p>In dieser Weise ist die Polyvagal-Theorie so etwas wie die vierte Kränkung der Menschheit nach Freud: Wir sind nicht nur nicht Herr in der eigenen Psyche, sondern auch nicht Herr im eigenen Körper. In der Psyche regiert im Verborgenen das Unbewusste, im Körper regiert, verdeckt unser autonomes Nervensystem mit seinen drei autonomen Zuständen.</p>



<h1 class="wp-block-heading"><a id="post-3006-_4vmqkhjelwir"></a>Anwendung für Therapie und Beratung:<br>Die Polyvagale Ampel und die Polyvagale Leiter</h1>



<p><strong>Deb Dana</strong> hat auf der Basis der Polyvagal-Theorie praktische Tools für die Beratung und Therapie entwickelt, die sich auch in der Aufstellungsarbeit nutzen lassen. <br><br>Das Beitragsbild deutet gleich zwei dieser Tools an: Die autonome Leiter und die Ampel. Beide unterstützen KundInnen darin, sich selbst bzw. ihr Autonomes Nervensystem besser kennenzulernen und in der Folge bewusster mit sich umzugehen und eventuell auch selbst ihren autonomen Zustand regulieren zu lernen. <br><br>Natürlich eignen sich beide Modelle auch als Orientierung für die Leitung von Aufstellungen oder sogar als Schema für Aufstellungen bzw. Arbeit mit Bodenankern in der Einzelarbeit: Wo stehe ich und wo stehen die anderen gerade auf der Ampel oder der Leiter? Was braucht es, um auf Grün zu kommen, in den Zustand der sozialen Verbundenheit?</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Die <strong>Polyvagale</strong> <strong>Ampel</strong> visualisiert die drei Zustände des Autonomen Nervensystems mit den bekannten Ampelfarben. Bei Grün sind wir in einem für Beziehungsgestaltung optimalen Zustand, bei Organge erleben wir die Welt als tendenziell feindlich und bei Rot schalten wir aus und spalten uns von unserem Erleben ab. <br></li>



<li>Die <strong>Polyvagale</strong> <strong>Leiter </strong>veranschaulicht, dass wir aus dem roten Zustand der Immobilisierung nicht sofort in den grünen Zustand springen können, sondern dass der Weg zwischen diesen beiden immer über den orangenen Zustand der Mobilisierung verläuft. Das ist wichtig, wenn man mit Traumatisierungen arbeitet, da hier die Energie (Aktivierung) eingefroren ist. <br><br>Bei einem Auftauen wird diese Energie aber wieder frei in Form von Erregung und mitunter Wut. Dies überfordert das Nervensystem tendenziell und deshalb ist ein dosiertes Auftauen hilfreich. Dazu hat z.B. der traumatherapeutische Ansatz des Somatic Experience eigene Vorgehensweisen, wie das Titrieren, ein dosiertes Auftauen aus der traumatischen Erstarrung, entwickelt.</li>
</ul>



<p></p>



<h1 class="wp-block-heading"><a id="post-3006-_4vmqkhjelwir"></a>Konsequenzen für systemische Aufstellungsarbeit</h1>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p><em>Die „Polyvagale Brille&#8220; aufziehen: <br>Aufstellungsprozesse als Modulationen der autonomen Zustände der Personen und des Systems begreifen lernen<br></em></p>
</blockquote>



<p>Die von der Polyvagal-Theorie beschriebenen Zusammenhänge haben vielfache Konsequenzen für unsere Arbeit als systemische AufstellerInnen. Sie geben uns Orientierung, eröffnen uns Handlungsoptionen und erlauben die Beziehungen und den Rahmen stimmiger zu gestalten. </p>



<p>In der Aufstellungsarbeit geht es oft um das Lösen von Blockaden und das Wiederherstellen von Verbindungen – sowohl zu sich selbst als auch zu anderen. Dafür ist es wesentlich, dass sich alle Beteiligten &#8211; allen voran natürlich KlientIn und Leitung &#8211; in einem Zustand von Sicherheit und damit Verbundenheit befinden bzw. kontinuierlich in ihn eingeladen werden. In diesem Zustand nämlich haben wir, wie im Absatz zum Social Engagement System beschrieben, Zugang zu unseren zentralen Ressourcen für Veränderung, Wachstum und psychophysisches Wohlbefinden. </p>



<p>Damit gibt die Polyvagal-Theorie zunächst eine grundlegende Orientierung vor: Was brauchen unsere Klienten, wir und das System, um das es geht, um in den Zustand der sozialen Verbundenheit (SES) zu gelangen? </p>



<p>Die Antwort liefert die Theorie gleich mit, denn unser ANS aktiviert diesen transformativen Zustand genau dann, wenn es die Situation als sicher eingestuft. Nun ist die Bedeutung von Sicherheit in Traumatherapie wie auch in Beratung, Coaching sowie der Aufstellungsarbeit als zentrale Basis für Heilung und Entwicklung hinlänglich bekannt. </p>



<p>Sicherheit betrifft dabei verschiedene Ebenen:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>Physische Sicherheit</strong> – ein sicherer Ort, keine körperliche Bedrohung,</li>



<li><strong>Emotionale Sicherheit</strong> – eine vertrauensvolle therapeutische Beziehung,</li>



<li><strong>Psychologische Sicherheit</strong> – die Möglichkeit, über Belastungen und insbesondere Trauma zu sprechen, ohne überwältigt zu werden.</li>
</ul>



<p>Noch grundlegender nähert man sich dem Thema Sicherheit über die Bedürfnisse, welche für das Autonome Nervensystem erfüllt sein müssen, damit es eine Situation als sicher einschätzt und in den Zustand der sozialen Verbundenheit (SES) schaltet. <br><br>Diese <strong>„dreifache Sicherheit“</strong> besteht in:</p>



<ol class="wp-block-list">
<li><strong>Wahlfreiheit (Autonomie)<br></strong>&#8211; Wir können mitgestalten, sind nicht gezwungen oder gar gefangen; wir können notfalls fliehen.<br></li>



<li><strong>Orientierung (Wissen)<br></strong> &#8211; Wir verstehen und wissen wo wir in Raum und Zeit sind, was uns erwartet und wie die Situation ist. Wir haben eine hilfreiche „Karte“ von unserer Welt. Wir wissen, wo wir unsere Bedürfnisse stillen können und wo Gefahren lauern.<br></li>



<li><strong>Beziehung (Vertrauen)<br></strong>&#8211; Wir vertrauen den Menschen in unserem System, dass sie uns gut gesinnt sind, zu uns halten und uns unterstützen.</li>
</ol>



<p>Diese drei Sicherheitsbedürfnisse bilden visualisiert als gleichschenkliges Dreieck sozusagen den sicheren Rahmen, innerhalb dem sich Beratungsprozesse wie auch Aufstellungen optimal entfalten können.</p>



<p>Dieses Dreieck der Sicherheitsbedürfnisse eignet sich aber auch als Ordnungsschema für eine Sammlung von Learnings aus der Polyvagal-Theorie für die Aufstellungsarbeit. Die unten stehende Visualisierung gibt einen Überblick über diese &#8211; ohne Anspruch auf Vollständigkeit. In den folgenden Abschnitten werden diese Punkte dann erläutert.</p>



<figure class="wp-block-image"><img decoding="async" src="https://loesungsbilder.de/wp-content/uploads/2024/01/word-image-3006-1-3.png" alt="" class="wp-image-3323"/></figure>



<p>&nbsp;</p>



<h2 class="wp-block-heading"><a id="post-3006-_ld9236xr79u"></a>1. Die “Polyvagale Brille”</h2>



<p>Betrachten wir eine Beratung und insbesondere einen Aufstellungsprozess durch die Brille der Konzepte und Zusammenhäng der Polyvagal-Theorie, durch die “Polyvagale Brille”, dann erkennen wir</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>die autonomen Zustände an ihren Merkmalen</li>



<li>Zustandsänderungen im Prozess, z.B. als Reaktion auf Interventionen.</li>
</ul>



<p>Die polyvagale Brille hilft, feine Anzeichen von Stress, Dissoziation oder sozialer Verbundenheit schneller zu erkennen und gezielt darauf zu reagieren. Die Polyvagale Brille nutzen bedeutet für die Leitung also, dass sie fortlaufend darauf achtet, in welchen Zuständen sich die Klienten, sie selbst als Leitung, die Stellvertreter und die gesamte Gruppe befinden und dass sie Veränderungen in den Zuständen beobachtet oder sogar anregt.</p>



<p>Beispielsweise kann beobachtet werden, ob ein Stellvertreter erstarrt, Blickkontakt meidet oder die Atmung flacher wird – alles Anzeichen dafür, dass das Nervensystem in einen dysregulierten Zustand rutscht. Die Leitung kann dann bewusst regulierende Maßnahmen ergreifen, um das Social Engagement System zu reaktivieren.</p>



<p>Diese Perspektive verändert auch die Art und Weise, wie Interventionen in der Aufstellungsarbeit eingesetzt werden: Die Polyvagale Brille erlaubt Leitungen gezielt das ANS adressierende Interventionen zu wählen. </p>



<p>Das bedeutet beispielsweise:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>mehr Aufmerksamkeit für Mimik, Haltung und Atmung der Teilnehmenden,</li>



<li>bewusstes Einsetzen von Blickkontakt, langsamer Sprache und sanften Bewegungen zur Regulation,</li>



<li>gezieltes Einladen in den Zustand der sozialen Verbundenheit (SES) durch Herstellen von Sicherheit,</li>



<li>Nutzen von Bewegungsimpulsen, um Erstarrung zu lösen.</li>
</ul>



<p>Die folgende tabellarische Übersicht stellt psychische, körperliche und kommunikative Merkmale dar, die helfen, zu erkennen, in welchen autonomen Zustand sich eine Person befindet: </p>



<figure class="wp-block-table is-style-regular"><table class="has-contrast-color has-contrast-3-background-color has-text-color has-background has-link-color has-fixed-layout"><thead><tr><th class="has-text-align-left" data-align="left">
<p><strong>Autonomer Zustand</strong></p>
</th><th class="has-text-align-left" data-align="left">
<p><strong>Psychische Merkmale</strong></p>
</th><th class="has-text-align-left" data-align="left">
<p><strong>Beobachtbare körperliche Zeichen</strong></p>
</th><th class="has-text-align-left" data-align="left">
<p><strong>Merkmale in Kommunikation und Sprache</strong></p>
</th></tr><tr><th class="has-text-align-left" data-align="left">
<p><strong>Social Engagement System (ventraler Vagus)</strong></p>
</th><th class="has-text-align-left" data-align="left"><strong><br><p>Entspannung, soziale Verbundenheit, Offenheit</p></strong><br></th><th class="has-text-align-left" data-align="left">
<p>Lächeln, ruhige Mimik, direkter Blickkontakt, entspannte Körperhaltung, ruhige Atmung, melodische Stimme</p>
</th><th class="has-text-align-left" data-align="left">
<p>Freundlicher Tonfall, melodische Sprache, variierende Stimmlage, angemessenes Sprechtempo, aktive Gesprächsbeteiligung, offene Fragen stellen</p>
</th></tr><tr><th class="has-text-align-left" data-align="left">
<p><strong>Sympathikus-Aktivierung (Kampf-/Fluchtmodus)</strong></p>
</th><th class="has-text-align-left" data-align="left">
<p>Aktivierung, Stress, Kampf- oder Fluchtreaktion</p>
</th><th class="has-text-align-left" data-align="left">
<p>Angespannte Mimik, geweitete oder starre Augen, schnelle Atmung, erhöhte Muskelspannung, schnelle Bewegungen, laute oder harte Stimme</p>
</th><th class="has-text-align-left" data-align="left">
<p>Schnelle oder abgehackte Sprache, lauter oder angespannter Tonfall, direkter oder aggressiver Ausdruck, viele Unterbrechungen, kurze oder unvollständige Sätze</p>
</th></tr><tr><th class="has-text-align-left" data-align="left">
<p><strong>Dorsaler Vagus (Erstarrung/Shutdown)</strong></p>
</th><th class="has-text-align-left" data-align="left">
<p>Dissoziation, Rückzug, Taubheit, Kollaps</p>
</th><th class="has-text-align-left" data-align="left">
<p>Leere Mimik, starrer Blick, verlangsamte oder flache Atmung, schwache Muskelspannung, monotone oder leise Stimme, verlangsamte Bewegungen</p>
</th><th class="has-text-align-left" data-align="left">
<p>Monotone oder sehr leise Sprache, langsames oder verzögertes Sprechen, lange Pausen zwischen den Worten, wenig Ausdruck in der Stimme, Vermeidung von direkter Kommunikation</p>
</th></tr></thead></table></figure>



<h2 class="wp-block-heading"><a id="post-3006-_gv6iyd3fl33z"></a>2. Der Polyvagale Kompass: “Ermögliche Verbundenheit”</h2>



<p>In Weiterbildungen in systemischer Aufstellungsarbeit werden wir immer wieder gefragt, woran man sich als LeiterIn auf der Suche nach einem Lösungsbild orientieren soll &#8211; gerade wenn die Aufstellung stockt oder viel gleichzeitig geschieht.</p>



<p>Eine erste Orientierung ist natürlich immer der Auftrag, den man im Vorgespräch geklärt haben sollte. Eine zweite grundlegende bietet die Polyvagal-Theorie an: Den Klient und sein System soweit möglich wieder in den Zustand der sozialen Verbundenheit (SES) bringen. In diesem Zustand ist der Klient wieder in der Lage, seine Beziehungen und Herausforderungen selbst zu regulieren, d.h. Lösungen zu finden.</p>



<p>In diesem Sinne sind wir als Aufstellungsleiter eher Ermöglicher, Hebamme oder neudeutsch “Facilitator”: Bieten und halten wir den entsprechenden Rahmen, dann bringen wir die Klienten und ihr System wieder in Kontakt zu sich und ihren Ressourcen. Der Rest läuft dann häufig von selbst.</p>



<p>Der Polyvagale Kompass stellt damit dem Metaprinzip der Aufstellungsarbeit: “Annehmen, was ist.” als zweites Prinzip: “Ermögliche Verbundenheit” zur Seite. Dies gilt sowohl in Bezug auf sich selbst (Körper, Emotionen, Erinnerungen und Gedanken, Handlungsimpulse) als auch in Bezug auf die äußeren Beziehungen.</p>



<p>Handelt es sich um (teilweise) traumatisierte Systeme, d.h. um den Zustand der Immobilisierung und Dissoziation, so muss man beachten, dass der Weg zur Sozialen Verbundenheit (SES) der Leiter (siehe Kapitel “Anwendung für Therapie und Beratung) entsprechend nur Sprosse für Sprosse erklommen werden kann, d.h. über die Mobilisierung führt, die behutsam und dosiert begleitet werden muss, um eine Überaktivierung und erneute Kollabierung des ANS zu vermeiden. <br><br>Hier hilft Erfahrung in der Traumatherapie, z.B. Somatic Experience, ein behutsames und Zeit gebendes Vorgehen, das Herstellen von Sicherheit und ausreichendes unterstützendes Ressourcieren.</p>



<p>Interventionen hierzu finden sich auch im unten stehenden Kapitel Interventionen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><a id="post-3006-_5c3olbfrcsqg"></a>3. Rahmen der 3-fachen Sicherheit</h2>



<p>Damit direkt verbunden ist die folgende Konsequenz für BeraterInnen und Aufstellungsleitungen: Eine der ersten und grundlegenden Aufgaben in Aufstellungen ist das Herstellen eines sicheren Rahmens. Dieser lädt die Klienten und alle Beteiligten ein, mit sich in Verbindung zu gehen und sich zu öffnen und zu zeigen. <br><br>Die Polyvagal-Theorie verweist auf die Auswirkungen von Sicherheit bzw. fehlender Sicherheit: Über die Neurozeption (s.o.) scannen wir beständig unsere Körperreaktionen und unsere Umgebung. Signalisieren diese Sicherheit, aktiviert unser ANS den ressourcenvollen und transformativen Zustand des Social Engagement Systems (SES); signalisieren sie gefahr, aktiviert es den Sympathikus oder lässt uns erstarren.</p>



<p><br>Deshalb sollte eine Aufstellung bzw. die ganze Aufstellungsveranstaltung durchgängig innerhalb des Dreiecks der drei Sicherheitsbedürfnisse (s.o.) stattfinden, d.h.</p>



<ol class="wp-block-list">
<li><strong>gute Beziehungen</strong> <strong>gestalten</strong>– Die Klienten und Stellvertreter sollten sich in einer wertschätzenden, vertrauensvollen und unterstützenden Umgebung aufgehoben fühlen. Dies geschieht durch eine präsente, achtsame Leitung, die durch Mimik, Stimme und Körpersprache Sicherheit implizit signalisiert und Vertraulichkeit explizit zusichert und verabredet.<br></li>



<li><strong>klare Orientierung</strong> <strong>bieten</strong>– Menschen benötigen klare Strukturen und vorhersehbare Abläufe, um sich sicher zu fühlen. In der Aufstellungsarbeit bedeutet das, dass die Teilnehmenden genau wissen, wie eine Aufstellung abläuft, wann Pausen sind und welche Optionen sie haben.<br></li>



<li><strong>angemessene</strong> <strong>Wahlfreiheit</strong> <strong>ermöglichen</strong>– Die Möglichkeit, eigene Entscheidungen zu treffen, stärkt das Gefühl von Sicherheit. In Aufstellungen kann dies bedeuten, dass Teilnehmende jederzeit Nein sagen oder eine Pause einlegen dürfen, wenn es ihnen zu viel wird.</li>
</ol>



<p>Wenn Klienten wissen, dass sie jederzeit Einfluss auf den Prozess nehmen können, in vertraulicher und geschützter Beziehung sind und Orientierung über Raum und Zeit haben, sind sie eher bereit, sich zu öffnen und neue Erfahrungen zuzulassen. <br><br>Die Orientierung über Raum und Zeit (wie auch die Wahlfreiheit) umfasst dabei auch das Aufstellungserleben selbst, d.h. die oben erwähnte psychologische Sicherheit: Indem wir unsere Klienten unterstützen, Nähe und Distanz zu belastenden Erlebnissen zu regulieren, ermächtigen wir unsere Klienten, sich aus sicherer, ressourcierter Position und Abstand, schwere Episoden aus ihrer Geschichte anzuschauen und sie neu zu verarbeiten.</p>



<p>Und indem wir immer wieder deutlich machen, was Gegenwart und Vergangenheit ist, lösen wir zeitliche Vermischungen im Erleben auf, so dass die Schmerzen der Vergangenheit aktuelle Beziehungen weniger trüben. </p>



<h2 class="wp-block-heading"><a id="post-3006-_wyao2wii9z3r"></a>4. Polyvagale Empathie</h2>



<p>Den Begriff Polyvagale Empathie nutze ich als Erinnerungsanker an das schon oben beschriebene Mitgefühl mit sich und anderen, welches aus dem Verständnis der Polyvagal-Theorie erwächst:</p>



<p>Nicht wir entscheiden uns bewusst, in welchen autonomen Zustand wir gehen, sondern unser ANS aktiviert die aufgrund seiner Lernerfahrung passenden autonomen Zustände zu unserem Besten (Schutz, Regeneration, Entwicklung, Kooperation).</p>



<p>Damit ist keinesfalls gemeint, dass wir Opfer unseres ANS sind und hilflos erleben müssen, wie unser ANS uns regiert. Vielmehr ist es eine Einladung, sein Autonomes Nervensystem und die entsprechenden Zustände bewusst kennenzulernen und mit seinem ANS in eine optimale zielführende Kooperation, also eine unserer autonomen Plattform entsprechenden Selbststeuerung zu gehen.</p>



<p>Leider lag halt die Gebrauchsanweisung für unser ANS bei unserer Geburt nicht bei und auch in der Schule wird uns dieses Wissen bislang nicht gelehrt.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><a id="post-3006-_dt8lc3lrc2uh"></a>5. Autonome Zustände als Ressourcen sehen: Impathie</h2>



<p>Eng verbunden mit der Polyvagalen Empathie/ Impathie ist, unsere autonomen Zustände als Ressourcen zu sehen und unser ANS als Verbündeten: Jeder autonome Zustand hat evolutionär unsere Bandbreite an Handlungsmöglichkeiten erweitert und ist ursprünglich funktional. Erst wenn aufgrund von biografischen Erfahrungen Umweltreize zu Triggern werden, die uns ohne tatsächliche Gefahr mobilisieren oder erstarren lassen, werden die Reaktionen des ANS für uns situativ dysfunktional. <br><br>Daraus folgt einerseits Wertschätzung und Dankbarkeit für unser ANS und seine Aktivierungen, auch wenn wir manches Mal Schweißausbrüche, Angst oder Erstarren als hinderlich und problematisch erleben und unser Nervensystem verfluchen möchten.</p>



<p>Andererseits ermöglicht es der Leitung das Potential der verschiedenen Zustände aktiv zu nutzen. Zwar ist häufig der Zustand des Social Engagement Systems für unsere Zwecke zieldienliche, aber nicht selten braucht es eben auch Mobilisierung, um klare Grenzen zu setzen, Eigenes zu verteidigen und Fremdes auszugrenzen, also “Impathie” im Sinne von Wertschätzung, Schutz und Abgrenzung des Eigenen gegenüber Fremden.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><a id="post-3006-_9pta63alfyi8"></a>6. Co-Regulation und Haltung</h2>



<pre class="wp-block-verse has-text-align-center"><em><br>“Man kann nicht nicht Co-Regulieren”</em><strong><br></strong></pre>



<p>Im systemischen Ansatz wie auch in der Aufstellungsarbeit räumen wir mit recht systemischen Haltungen besonderen Raum ein. Haltungen sind nach Aristoteles eingeübte Gewohnheiten des Verhaltens, z.B. Haltungen der Wertschätzung, Offenheit, Verbundenheit, Nicht-Wissen. Durch solcherlei Haltungen laden wir unsere Klienten und Gruppen, die wir begleiten, ein, entsprechende Sichtweisen und Verhaltensweisen selbst anzunehmen. <br><br>Co-Regulation funktioniert ähnlich, bezieht sich aber auf die autonomen Zustände, mit denen, wie im Absatz über das Social Engagement System dargestellt, auch bestimmte Erlebnis- und Verhaltensweisen verbunden sind. <br><br>Es bedeutet, dass wir über die Selbst-Regulation unseres eigenen Nervensystems das ANS unseres Gegenüber bzw. unserer Beziehungspartner implizit dazu anregen, selbst in den entsprechenden autonomen Zustand zu gehen.</p>



<p>Somit ist Co-Regulation eine Kommunikation auf der Ebene des ANS. Und sie findet ständig statt, nur meist nicht bewusst. Dementsprechend gilt auch für das ANS Watzlwicks zentrale Erkenntnis über Kommunikation: “Man kann nicht nicht kommunizieren”. Unsere Neurozeption erfasst beständig und blitzschnell die autonomen Zustände der Personen um uns herum und stellt sich durch Aktivierung des passenden autonomen Zustandes darauf ein.</p>



<p>Ein echtes Lächeln, ein entspannter Tonfall, offene Blicke laden unser Nervensystem in den Zustand sozialer Verbundenheit ein, während angespannte Schultern, hektische Bewegungen, scharfer Tonfall, verengte Augen tendenziell unsere Mobilisierung hochfahren und unser ANS alarmieren.</p>



<p>Und je nachdem, von was für Erlebnissen unsere Klienten erzählen, rutschen sie in das entsprechende Erleben hinein und ihr ANS reagiert mit dem entsprechenden Zustand. Dies wiederum wirkt als starke Einladung auf unser eigenes ANS. <br><br>Sich dieser Zusammenhänge bewusst zu werden und darüber hinaus über die Selbstregulation des ANS Optionen in der Hand zu haben, sich selbst im gewünschten Zustand, meist dem der Verbundenheit, zu halten, ist eine zentrale Aufgabe in der Beratung, wie in Aufstellungen.</p>



<p>Wie schließlich können wir andere dabei unterstützen, Lösungen zu finden und wieder in den Zustand der Verbundenheit zu kommen, wenn wir selbst dies nicht sind?</p>



<h2 class="wp-block-heading"><a id="post-3006-_g9nupxgr3l8v"></a>7. Selbstregulation und Resilienz</h2>



<p>Zum Glück vermögen wir mit etwas Übung und zunehmenden Gewahrsein unserer eigenen autonomen Zustände, diese in einigem Umfang selbst zu regulieren. Wir können also lernen situationsangemessen und letztlich stressresistent oder resilient mit herausfordernden Situationen auch auf der Ebene des Autonomen Nervensystems, d.h. unseren unwillkürlichen autonomen Reaktionen umzugehen.</p>



<p>Dann erleben wir Sicherheit auch darin, dass wir unseren eigenen autonomen Zustand (wieder) regulieren können, statt ihm ausgeliefert zu sein. Dann können wir Herausforderungen wieder souverän bewältigen. Dies gilt nicht nur für Konflikte, sondern auch für unseren Alltag, Stress und eben die Beratung oder Leitung von Einzelnen und Gruppen: <br><br>Sind wir übererregt (sympathische Aktivierung), so können wir uns nicht mit einer Aufgabe beschäftigen, sondern switchen nervös zwischen verschiedenen Tätigkeiten und Zielen oder gehen in die Vermeidung (Flucht). Sind wir erstarrt und von unseren Emotionen und unserer Körperwahrnehmung abgeschnitten (Freeze), können wir Herausforderungen gar nicht mehr anpacken. </p>



<p>Wir brauchen also auch für die Herausforderungen der Arbeit, des Alltags und Entwicklungsvorhaben einen ruhigen, fokussierten Zustand, um sie strukturiert und gezielt anzupacken und zum Erfolg zu führen.</p>



<p>Wie aber können wir regulierend auf unser doch angeblich “autonomes” Nervensystem einwirken? Es gibt eine Vielzahl von indirekten Möglichkeiten auf unser autonomes Nervensystem aktivierend oder beruhigend einzuwirken. <br>Viele davon nutzen wir intuitiv oder kulturell-ritualisiert, z.B. gemeinsames Singen, Herstellen von Blickkontakt, tiefe Ausatmung. Sie alle können aber bewusst in Beratungs- und Gruppensituatinen zur Selbst- und dann mittelbar zur Co-Regulation eingesetzt werden &#8211; so auch in Aufstellungen. <br><br>Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über einige gängige Selbstregulationsmechanismen. Sie alle können natürlich durch vorgestellte innere Bilder oder auch äußere Raumgestaltung aktiviert angeregt werden.</p>



<p>Ein besonders anschauliches Beispiel sind Feststellungen der Aufmerksamkeits-Erholungs-Theorie, bei denen herausgefunden wurde, dass sogar das Betrachten von Bildern eines Waldes in einem Fotoband eine ähnlich erholsam-beruhigend Wirkung hat, wie ein echter Waldspaziergang (vgl. <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Aufmerksamkeits-Erholungs-Theorie">https://de.wikipedia.org/wiki/Aufmerksamkeits-Erholungs-Theorie</a>).</p>



<figure class="wp-block-table is-style-regular"><table class="has-contrast-3-background-color has-background has-fixed-layout"><thead><tr><th>
<p><strong>Selbstregulation</strong></p>
</th><th>
<p><strong>Erläuterung</strong></p>
</th><th>
<p><strong>Ziel</strong></p>
</th><th>
<p><strong>Autonomer Zustand</strong></p>
</th></tr><tr><th>
<p>Bewegung und Rhythmus</p>
</th><th>
<p>Rhythmische Bewegungen wie Gehen, Tanzen oder Schaukeln helfen, das Nervensystem zu regulieren.</p>
</th><th>
<p>Herstellung von Regulation durch Bewegung</p>
</th><th>
<p>Sympathikus (Aktivierung mit Regulation)</p>
</th></tr><tr><th>
<p>Laute (Tönen, Schreien)</p>
</th><th>
<p>Durch lautes Tönen oder Schreien kann angestaute Energie abgebaut werden, was das Nervensystem reguliert.</p>
</th><th>
<p>Regulation durch Ausdruck und Energieabbau</p>
</th><th>
<p>Sympathikus (Energieabbau &amp; Regulation)</p>
</th></tr><tr><th>
<p>Beruhigende Selbstberührung</p>
</th><th>
<p>Sanftes Streicheln der Arme oder Halten des eigenen Körpers vermittelt Sicherheit.</p>
</th><th>
<p>Selbstberuhigung durch taktile Reize</p>
</th><th>
<p>Ventraler Vagus (Beruhigung &amp; Sicherheit)</p>
</th></tr><tr><th>
<p>Naturerfahrung</p>
</th><th>
<p>Zeit in der Natur zu verbringen, beruhigt das Nervensystem und reduziert Stress.</p>
</th><th>
<p>Reduktion von Stress durch Umweltreize</p>
</th><th>
<p>Ventraler Vagus (Beruhigung durch Umwelt)</p>
</th></tr><tr><th>
<p>Musik hören oder machen</p>
</th><th>
<p>Musik kann je nach Art beruhigend oder aktivierend wirken und das autonome Nervensystem beeinflussen.</p>
</th><th>
<p>Modulation des autonomen Nervensystems je nach Musikstil</p>
</th><th>
<p>Ventraler Vagus (Beruhigung oder Aktivierung)</p>
</th></tr><tr><th>
<p>Sicherer sozialer Kontakt</p>
</th><th>
<p>Gespräche oder sanfte Berührungen mit vertrauten Personen fördern Co-Regulation.</p>
</th><th>
<p>Soziale Unterstützung nutzen</p>
</th><th>
<p>Ventraler Vagus (Co-Regulation)</p>
</th></tr><tr><th>
<p>Ressourcenorientierung</p>
</th><th>
<p>Sich auf positive Erinnerungen oder unterstützende Personen fokussieren.</p>
</th><th>
<p>Stärkung von positiven emotionalen Zuständen</p>
</th><th>
<p>Ventraler Vagus (Positive Emotionen)</p>
</th></tr><tr><th>
<p>Vokalisierung (Singen, Summen)</p>
</th><th>
<p>Summen oder Singen stimuliert den Vagusnerv und fördert Beruhigung.</p>
</th><th>
<p>Direkte Aktivierung des parasympathischen Systems</p>
</th><th>
<p>Ventraler Vagus (Selbstregulation)</p>
</th></tr><tr><th>
<p>Achtsamkeitsübungen</p>
</th><th>
<p>Achtsames Wahrnehmen des eigenen Körpers und der Umgebung fördert Selbstregulation.</p>
</th><th>
<p>Förderung der Selbstwahrnehmung und Erdung</p>
</th><th>
<p>Ventraler Vagus (Selbstwahrnehmung)</p>
</th></tr><tr><th>
<p>Warme Getränke oder Essen</p>
</th><th>
<p>Warme Getränke oder Speisen können ein Gefühl der Sicherheit und Erdung vermitteln.</p>
</th><th>
<p>Stimulation von Wohlgefühl und Sicherheit</p>
</th><th>
<p>Ventraler Vagus (Sicherheit &amp; Wohlgefühl)</p>
</th></tr><tr><th>
<p>Bewusstes Atmen</p>
</th><th>
<p>Langsame, tiefe Atmung aktiviert den ventralen Vagus und beruhigt das Nervensystem.</p>
</th><th>
<p>Aktivierung des ventralen Vagus zur Beruhigung</p>
</th><th>
<p>Ventraler Vagus (Soziales Engagement)</p>
</th></tr><tr><th>
<p>Blickkontakt mit einer vertrauten Person</p>
</th><th>
<p>Augenkontakt mit einer sicheren Person kann das Social Engagement System aktivieren.</p>
</th><th>
<p>Förderung des sozialen Engagements</p>
</th><th>
<p>Ventraler Vagus (Soziales Engagement)</p>
</th></tr></thead></table></figure>



<h2 class="wp-block-heading"><a id="post-3006-_jdty2jx4jy2x"></a>8. Aufstellungen als Trainingsraum für Selbstregulation und Verbundenheit</h2>



<pre class="wp-block-verse has-text-align-center"><em>Beziehungen und Beziehungbilder regulieren unser Autonomes Nervensystem.</em></pre>



<p>Es braucht viel Übung, um seinen autonomen Zustand selbst zu erkennen und willentlich durch indirekte Maßnahmen zu beeinflussen, sich z.B. selbst vor Auftritten zu beruhigen, Vermeidungstendenzen zu begegnen oder sich aus einer Starre zu lösen.</p>



<p>Aufstellungen &#8211; gerade in der Gruppe &#8211; sind ein wunderbarer Lernort und ein Trainingsfeld für Verbundenheit zu anderen und zu sich selbst bzw. die Regulation unseres ANS in den entsprechenden Zustand (SES).</p>



<p>Denn der einfachere und natürlichere Zugang zur Regulation unseres autonomen Zustandes verläuft über Beziehungen bzw. Beziehungserfahrungen. Dies sind ja gerade die Erfahrungen, für die sich unser Autonomes Nervensystem so entwickelt hat. Wenn wir lernen, unsere Beziehungen und unsere inneren Bilder von unseren Beziehungen sowie unsere Selbstbeziehung (Beziehung zu inneren Anteilen inklusive unserem Selbst) zu gestalten, lernen wir gleichzeitig uns selbst zu regulieren. </p>



<p>Diesen Weg beschreiten Aufstellungen, indem sie mit Beziehungskonstellationen arbeiten und diese bzw. die inneren Bildern von ihnen verändern: Über diese bzw. deren Struktur und unseren Platz und unsere Bezogenheit in einer Konstellation regulieren sie auch immer unser Nervensystem. <br><br>Ein sehr simples <strong>Beispiel ist eine Konfrontation</strong>: Erleben wir jemanden uns frontal gegenüber wie im Duell, ist dies entweder eine sehr intime oder eine konfrontative Situation: In jedem Fall sind wir in direktem Kontakt. <br><br>Erleben wir jemanden <strong>hinter un</strong>s, wirkt dies &#8211; je nachdem, ob wir diese Person als Freund oder Feind ansehen &#8211; als Bedrohung oder Unterstützung. <br><br>Dabei haben solche verinnerlichten Beziehungsbilder auch nach der eigentlichen Begegnung eine Nachwirkung in unserer Psyche &#8211; allein aufgrund ihrer Anordnung.</p>



<p>Eine Form der Regulation ist also eine Umstellung und Neuanordnung dieser Beziehungskonstellationen: Eine typische Intervention in Aufstellungen. <br><br>Schauen wir also mit beispielsweise mit unserem Chef statt Auge in Auge Seite an Seite &#8211; gleichsam als Team &#8211; auf das gemeinsame Ziel, so verändert sich sofort das innere Erleben der Situation: Der tendenzielle Charakter der Konfrontation schwindet und verwandelt sich in ein Gefühl von Unterstützung und Teamgeist.</p>



<p>Hier sind Aufstellungen vom Setting her ideal geeignet &#8211; wenn sie mit einer entsprechenden respektvollen und wertschätzenden Haltung geleitet werden, denn sie bieten einen Schutzraum, in dem vergangenen bedrohliche oder sogar traumatische Erfahrungen, aus einem sicheren Abstand, dem Außenkreis, in einer haltenden Gruppe und durch die strukturierte und achtsame Begleitung einer – hoffentlich erfahrenen – Leitung angeschaut werden können. </p>



<p>Gerade Aufstellungen in der Gruppe ermöglichen die stärkende Erfahrung der Verbundenheit in der Gruppe und bieten damit eine Differenzerfahrung zu einem als leidvoll erfahrenen, vergangenen Erleben von Ausgrenzung oder Konflikt mit bzw. in einem sozialen System.</p>



<p>Deb Dana und Stephen Proges verweisen entsprechend darauf, dass unser Autonomes Nervensystem beständig mit jeder neuen (sozialen) Erfahrung umlernt und resilienter oder „ängstlicher“ wird bzw. stressresistenter oder empfindlicher wird. Dabei ist die Bedingung dafür, sich etwas ehemals oder künftig Bedrohliches oder sogar Bedrohlich-Überwältigendes anzuschauen, das aktuelle Erleben von (Beziehungs-)Sicherheit.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><a id="post-3006-_7w1i7us2h104"></a>9. Polyvagale Interventionen</h2>



<p>Die Polyvagal-Theorie lässt uns nicht nur die typischen Interventionen in der Aufstellungsarbeit durch die Polyvagale Brille betrachten und nach ihrer Wirkung auf das Autonome Nervensystem fragen. <br><br>Sie verweist auch auf weitere Interventionen aus verschiedensten Ansätzen aus Schulen der Therapie und Persönlichkeitsentwicklung, die gezielt genutzt werden können, um bestimmte autonome Zustände zu aktivieren (SES, Mobilisierung) oder aus ihren herauszukommen (Erstarrung). <br><br>Teilweise emergieren die entsprechenden Verhaltensweisen auch in Aufstellungen auf ganz natürliche Weise. Sie können in der richtigen Situation aber auch bewusst als eigene Intervention oder als Verstärkung von Interventionen eingesetzt werden. <br><br>Ein Beispiel ist die schaukelnde, sich wiegende Bewegung im eigenen Rhythmus, die Stellvertreter als Selbstberuhigung und zur Herstellung von Geborgenheit. Hier können aufmerksame AufstellungsleiterInnen tatsächlich von der Selbstorganisation in Aufstellungen viel lernen.</p>



<p>Die folgende Tabelle zeigt eine Reihe von solchen Interventionen mit dem Zielzustand des Autonomen Nervensystems, welcher durch sie angeregt werden soll. Es ist dabei nicht verwunderlich, dass diese “Interventionen” ähnliche oder analoge Mittel wie die der Selbstregulation nutzen.</p>



<p>Dabei verläuft der Weg meist entsprechend der Polyvagalen Leiter (siehe oben) in Schritten aufwärts hin zum System für soziale Verbundenheit (SES).</p>



<p>In bestimmten Fällen von Symbiose oder Parentifizierung, wenn die Klienten sich für Verbundenheit in Teilen “aufgeben” und zu sehr gelernt haben, auf eigene Bedürfnisse und Impulse zu verzichten und insbesondere mit Wut (Mobilisierung) nicht gut in Kontakt sind, hilft aber gerade auch die Mobilisierung zur Abgrenzung und Ausgrenzung von Introjekten, Glaubenssätzen und übernommenen Fremden.</p>



<p><br>Hierzu hat Ero Langlotz, dessen Ansatz der SelbstIntegration wir in einem Modul unserer Weiterbildung in systemischer Aufstellungsleitung, eigene hilfreich Vorgehensweisen entwickelt.</p>



<figure class="wp-block-table"><table class="has-contrast-3-background-color has-background has-fixed-layout"><thead><tr><th>
<p><strong>Zielzustand</strong></p>
</th><th>
<p><strong>Intervention</strong></p>
</th><th>
<p><strong>Erläuterung</strong></p>
</th><th>
<p><strong>Herkunft der Intervention</strong></p>
</th></tr><tr><th colspan="4">
<p><strong>Social Engagement System (Ventraler Vagus)</strong></p>
</th></tr><tr><th>&nbsp;</th><th>
<p>Atemübungen</p>
</th><th>
<p>Tiefes, ruhiges Atmen aktiviert den ventralen Vagus und fördert Entspannung.</p>
</th><th>
<p>Achtsamkeit, Atemtherapie, Yoga</p>
</th></tr><tr><th>&nbsp;</th><th>
<p>Sanfte Berührung</p>
</th><th>
<p>Berührungen wie eine Hand auf die Schulter oder eine Umarmung fördern Verbundenheit.</p>
</th><th>
<p>Bindungstheorie, Körpertherapie</p>
</th></tr><tr><th>&nbsp;</th><th>
<p>Augenkontakt</p>
</th><th>
<p>Sanfter, freundlicher Blickkontakt stärkt die soziale Verbindung.</p>
</th><th>
<p>Polyvagal-Theorie, Bindungsforschung</p>
</th></tr><tr><th>&nbsp;</th><th>
<p>Melodische Stimme</p>
</th><th>
<p>Ein warmer, variabler Tonfall kann das Nervensystem beruhigen.</p>
</th><th>
<p>Polyvagal-Theorie, Stimmtherapie</p>
</th></tr><tr><th>&nbsp;</th><th>
<p>Positive soziale Interaktion</p>
</th><th>
<p>Lachen, gemeinsames Singen oder angenehme Gespräche fördern das soziale Engagement.</p>
</th><th>
<p>Sozialpsychologie, Musiktherapie</p>
</th></tr><tr><th>&nbsp;</th><th>
<p>Sichere Umgebung schaffen</p>
</th><th>
<p>Ein geschützter, ruhiger Raum kann Sicherheit vermitteln.</p>
</th><th>
<p>Traumatherapie, Psychotherapie</p>
</th></tr><tr><th>&nbsp;</th><th>
<p>Bewegung im eigenen Rhythmus</p>
</th><th>
<p>Sanfte Bewegungen wie Tanzen oder Schaukeln regulieren das Nervensystem.</p>
</th><th>
<p>Tanztherapie, Körperpsychotherapie</p>
</th></tr><tr><th>&nbsp;</th><th>
<p>Ressourcierung</p>
</th><th>
<p>Erinnerung an sichere, angenehme Erfahrungen stärkt das Gefühl von Sicherheit.</p>
</th><th>
<p>Traumatherapie, systemische Therapie</p>
</th></tr><tr><th colspan="4">
<p><strong>Mobilisierung (Sympathikus)</strong></p>
</th></tr><tr><th>&nbsp;</th><th>
<p>Schnelle, rhythmische Bewegung</p>
</th><th>
<p>Laufen, Hüpfen oder aktives Tanzen erhöhen die Energie.</p>
</th><th>
<p>Bewegungstherapie, Sportwissenschaft</p>
</th></tr><tr><th>&nbsp;</th><th>
<p>Dynamische Atmung</p>
</th><th>
<p>Schnelles, kraftvolles Atmen (z. B. Feueratem) regt den Körper an.</p>
</th><th>
<p>Pranayama, Atemtechniken</p>
</th></tr><tr><th>&nbsp;</th><th>
<p>Laute Stimme</p>
</th><th>
<p>Laute Rufe oder Töne (z. B. Singen, Schreien in ein Kissen) aktivieren den Sympathikus.</p>
</th><th>
<p>Stimmarbeit, Körpertherapie</p>
</th></tr><tr><th>&nbsp;</th><th>
<p>Kaltwasserreiz</p>
</th><th>
<p>Kaltes Wasser im Gesicht oder eine kalte Dusche aktiviert den Körper.</p>
</th><th>
<p>Wim-Hof-Methode, Physiologie</p>
</th></tr><tr><th>&nbsp;</th><th>
<p>Mentale Fokussierung</p>
</th><th>
<p>Klares Zielsetzen oder Visualisieren von Energie kann aktivieren.</p>
</th><th>
<p>Sportpsychologie, Mentaltraining</p>
</th></tr><tr><th>&nbsp;</th><th>
<p>Starkes Körperfeedback</p>
</th><th>
<p>Springen, Klatschen oder Stampfen helfen, Energie aufzubauen.</p>
</th><th>
<p>Körpertherapie, Tanztherapie</p>
</th></tr><tr><th>&nbsp;</th><th>
<p>Kraftvolle Musik</p>
</th><th>
<p>Schnelle, rhythmische Musik kann den Körper in einen aktivierten Zustand versetzen.</p>
</th><th>
<p>Musiktherapie, Neurowissenschaften</p>
</th></tr><tr><th colspan="4">
<p><strong>Lösung aus Erstarrung/ Shutdown (Dorsaler Vagus)</strong></p>
</th></tr><tr><th>&nbsp;</th><th>
<p>Langsame Aktivierung durch Bewegung</p>
</th><th>
<p>Sanfte, rhythmische Bewegungen wie Schaukeln oder Dehnen helfen, aus der Erstarrung herauszukommen.</p>
</th><th>
<p>Körperpsychotherapie, Feldenkrais</p>
</th></tr><tr><th>&nbsp;</th><th>
<p>Bewusste Atmung</p>
</th><th>
<p>Langsame, tiefere Atemzüge unterstützen die Rückkehr in den Körper und erhöhen die Energie.</p>
</th><th>
<p>Atemtherapie, Meditation</p>
</th></tr><tr><th>&nbsp;</th><th>
<p>Sichere Körperberührung</p>
</th><th>
<p>Leichte Berührung durch sich selbst oder eine vertraute Person kann den Körper sanft reaktivieren.</p>
</th><th>
<p>Traumatherapie, Bindungstheorie</p>
</th></tr><tr><th>&nbsp;</th><th>
<p>Wärmereize</p>
</th><th>
<p>Wärmende Decken, ein warmes Bad oder warme Getränke fördern die Durchblutung und helfen, aus der Erstarrung zu kommen.</p>
</th><th>
<p>Somatische Traumatherapie, Polyvagal-Theorie</p>
</th></tr><tr><th>&nbsp;</th><th>
<p>Fokus auf die Umgebung</p>
</th><th>
<p>Langsames Wahrnehmen der Umgebung (Farben, Geräusche, Texturen) hilft, aus Dissoziation zurückzukehren.</p>
</th><th>
<p>Achtsamkeit, Gestalttherapie</p>
</th></tr><tr><th>&nbsp;</th><th>
<p>Sanfte soziale Interaktion</p>
</th><th>
<p>Ein ruhiges, einfühlsames Gespräch ohne Druck fördert das Wiederauftauchen aus der Erstarrung.</p>
</th><th>
<p>Gesprächspsychotherapie, Traumatherapie</p>
</th></tr><tr><th>&nbsp;</th><th>
<p>Leichte Körperaktivierung</p>
</th><th>
<p>Sachte Berührungen, Klopfen oder das Bewegen der Hände und Füße helfen, den Körper zu aktivieren.</p>
</th><th>
<p>Klopftechniken (EFT), Sensorische Integration</p>
</th></tr><tr><th>&nbsp;</th><th>
<p>Stimmliche Aktivierung</p>
</th><th>
<p>Summen oder leises Singen kann helfen, die vagale Aktivität zu verändern und sanfte Energie aufzubauen.</p>
</th><th>
<p>Polyvagal-Theorie, Musiktherapie</p>
</th></tr></thead></table></figure>



<h2 class="wp-block-heading"><a id="post-3006-_g0o36sisy6r7"></a>10. Das wissenschaftliche Erklärungspotential der Polyvagal-Theorie für die Aufstellungsarbeit</h2>



<p>Nicht zuletzt bietet die Polyvagal-Theorie ein hohes Erklärungspotential für viele noch rätselhafte Phänomene der Aufstellungsarbeit. <br><br>Bislang entzogen sich die Phänomene der Aufstellungsarbeit auch deshalb häufig einer naturwissenschaftlichen Erklärung, weil für sie eine angemessene naturwissenschaftliche Beschreibung fehlte. <br><br>Hier könnte die Polyvagal-Theorie zunächst wichtige sogenannte Brückenprinzipen, d.h. Übersetzungen anbieten, z.B. für den Begriff Feld (Regulation zwischen ANSen) in Aufstellungen oder die Idee der Energie (autonome Aktivierung).</p>



<p>Auch die transgenerationale Weitergabe von Mustern der Aktivierung könnte mit Hilfe der Neurozeption und der Idee der Co-Regulation eventuell in Teilen erklärt werden.</p>



<p>Aufstellungsarbeit zeigt immer wieder beeindruckend, wie wir mit anderen Menschen, aber auch mit Themen, Symptomen, Orten bis hin zu Werten in Wechselwirkungen gehen. Besonders deutlich wird dies daran, dass oft schon kleine Veränderungen in der Ausrichtung sowie Nähe/ Distanz zueinander starke Auswirkungen im System zeigen. Ebenso wirkungsvoll sind Änderungen in der Haltung, z.B. von kritisch-distanziert zu freundlich zugewandt.</p>



<p>Das Konzept der Neurozeption kann hier viel zum Verständnis dieser Wechselwirkungen in sozialen Systemen beitragen: Es bietet eine Erklärung an, wieso wir so schnell und grundlegend auf solcherlei Veränderungen in Beziehungskonstellationen reagieren: </p>



<p>Veränderungen in unseren sozialen Beziehungen können unser Autonomes Nervensystem in einen anderen Zustand gehen lassen und wirken so auf unseren ganzen psychophysischen Organismus: Herz-Kreislauf, Hormonausschüttung, sinnliche Selbst- und Fremdwahrnehmung werden je nach Zustand, wie oben beschrieben, komplett anders eingestellt und ausgerichtet:</p>



<pre class="wp-block-verse has-text-align-center"><br><em> „Die Welt des Glücklichen ist eine andere als die des Unglücklichen.“<br>(Ludwig Wittgenstein)</em></pre>



<p>stellt schon der Philosoph Ludwig Wittgenstein fest, wie Matthias Varga, der Vater der systemischen Strukturaufstellungen gerne in Bezug auf die unterschiedliche Wahrnehmung der Welt im Lösungsfokus und Problemfokus erinnert. </p>



<p>Durch die Polyvagal-Theorie wird allerdings deutlich, dass es sich hier um weit mehr als nur verschiedene psychische Sichtweisen handelt, nämlich um sehr konkrete, neurobiologisch unterschiedliche Zustände, die über die Neurozeption bzw. unser Autonomes Nervensystem reguliert werden. Oder anders gesagt, dass die Frage, ob wir in einen Problemfokus oder einen Lösungsfokus gehen, oft schon auf Ebene des Autonomen Nervensystems unwillkürlich entschieden wird.</p>



<p>Und da eine der relevantesten Umwelten für uns soziale Lebewesen unsere sozialen Beziehungen sind, ist es kein Wunder, wenn soziale Signale von Sicherheit, Geborgenheit, Anerkennung oder aber Ablehnung, Ausgrenzung, Abwertung so massiv auf unseren Organismus bzw. unser Autonomes Nervensystem wirken.</p>



<p>Sicher lohnt es sich, dieses Erklärungspotential der Polyvagal-Theorie für die Aufstellungsarbeit weiter zu sondieren. Damit verbunden ist schließlich die Hoffnung, einer noch differenzierteren Praxis und einer wissenschaftlichen Akzeptanz der Aufstellungsarbeit.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><a id="post-3006-_egbubhmwsxpj"></a>11. Polyvagale Aufstellungsformate</h2>



<p>Abschließend möchte ich Formate vorstellen, welche direkt die Zuständen des autonomen Nervensystems nutzen:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>Walk the Ladder (WL)</strong><br>Das Begehen der Polyvagalen Leiter zum somatischen Erfahren der Unterschiedlichen polyvagalen Zustände und ihrer psychophysischen Auswirkungen.<br></li>



<li><strong>Die Triade der dreifachen Sicherheit</strong><br>a) Ein Format, dass die drei Sicherheitsbedürfnisse als starke Ressourcen nutzt und entweder als sicherer Rahmen für herausfordernde Aufstellungsthemen, u.a. Trauma genutzt werden kann (vgl. der Glaubenspolaritäten von SySt) oder<br><br>b) wie die systemische Triade (von G. von Witzleben) zur Bearbeitung von Anliegen, die als Zettel in die Mitte gelegt werden. Die Ähnlichkeit zu dieser Triade (Bauch, Herz, Kopf) ist sehr groß, so dass diese als ergänzende Polyvagale Sicht auf die systemische Triade gesehen werden kann.<br></li>



<li><strong>Polyvagale 3-Felderaufstellung (P3F)</strong><br>Die Unterteilung des Aufstellungsraums in drei Felder für die drei autonomen Zustände mit der Mobilisierung in der Mitte (vgl. Leiter), ermöglicht den Stellvertretern sich räumlich zu verorten, in welchem autonomen Zustand sie sich befinden. Ergänzt man neben der Stellvertretung nach und nach, Elemente, z.B., auslösende aktuelle Situation oder Person („Trigger“) und dann passende Ressourcen, lässt sich eine Regulation häufig gezielt begleiten.<br></li>



<li><strong>Aufstellen der SES-Ressource</strong><br>Durch das Hinzustellen des Social Engagement Systems des Klienten als starke Ressource, wird nicht nur diese potentiell aktiviert bzw. an diese Möglichkeit erinnert, sondern auch ihr akuteller Zustand im System verkörpert.<br></li>



<li><strong>Aufstellung der drei autonomen Zustände</strong><br>Die offenste Herangehensweise ist das Hizustellen der drei autonomen Zustände. Dies lässt die Interaktion zwischen Ihnen besonders deutlich werden. Alle drei Zustände sind dabei Zustände des Klienten bzw. seiner Stellvertretung. Sie lassen sich gut in Kombination mit reduzierten Aufstellungen (Klient &#8211; Thema, Klient &#8211; Symptom, Klient &#8211; Partner oder relevante Person) aufstellen. Bei Paaren bietet es sich an für jeden der Partner deren drei autonome Zustände aufzustellen.</li>
</ul>



<p>Diese Formate sind bis auf „Walk the Ladder“, die Triade der 3-fachen Sicherheit und das Aufstellen der SES-Ressource vorerst noch experimentelle Formate, der Anwendungsbereich und Passung in Übungsgruppen und Weiterbildungen noch weiter probt werden muss.</p>



<h1 class="wp-block-heading"><a id="post-3006-_czxfngsksy9c"></a>Fazit und Ankündigung Aufbaumodul zur Aufstellungsarbeit und Polyvagal-Theorie</h1>



<p>Ich hoffe, dass die dargestellten Zusammenhänge von Polyvagal-Theorie und Aufstellungsarbeit deine Sicht als Coach, BeraterIn, Therapeutin, insbesondere aber als AufstellerIn angereichert und differenziert hat und dir neue Handlungsoptionen erschließt.</p>



<p>&gt; Auch 2025 planen wir wieder ein ExtraModul zur Aufstellungsarbeit und Polyvagal-Theorie. <br>Anfragen und Vormerkungen dazu gerne per Mail.</p>



<p>&gt; Übrigens haben wir auch eine Podcast-Folge zu diesem Thema veröffentlicht, die du unter „Lösungsbilder“ bei den gängen Podcastanbietern findest.</p>



<p>Für Rückmeldung und eigene Erfahrungen sind wir dankbar und freuen uns auf Austausch!</p>



<p>Jan Prisor</p>



<p>&nbsp;</p>
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]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Warum eine Weiterbildung in systemischer Aufstellungsarbeit dein Leben verändern kann</title>
		<link>https://loesungsbilder.de/warum-eine-weiterbildung-in-systemischer-aufstellungsarbeit-dein-leben-veraendern-kann/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jan Prisor]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 04 May 2024 13:29:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Methode]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://loesungsbilder.de/?p=3099</guid>

					<description><![CDATA[<p>Die systemische Aufstellungsarbeit ist weit mehr als nur eine Methode. Sie ist eine Reise zu den tiefsten Schichten unseres Seins, die uns ermöglicht, loszulassen, uns mit uns selbst zu verbinden und unser Leben positiv zu gestalten. Lass uns einen genaueren Blick auf diese essenziellen Aspekte werfen.</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p><strong><em>Loslassen lernen,<br>sich mit sich selbst verbinden,<br>das Leben positiv gestalten!<br></em></strong></p>



<h2 class="wp-block-heading"><a id="post-3099-_c3dmofi8a3rk"></a>Der Mehrwert einer Weiterbildung in Aufstellungsarbeit: 3 Kernelemente</h2>



<p>In der Weiterbildung in systemischer Aufstellungsarbeit lernst du weit mehr als nur eine Methode. Sie ist eine Reise zu den tiefsten Schichten deines Seins, die dir ermöglicht, loszulassen, dich mit dir selbst zu verbinden und dein Leben positiv zu gestalten. Seit ca. 8 Jahren gebe ich Weiterbildungen in systemischer Aufstellungsarbeit in Köln und Bonn. Anlässlich des aktuellen Abschlusses des letzten Kurses möchte ich mir dir einen Einblick in zentrale Aspekte der Aufstellungsarbeit geben.<br><br>Dabei lasse ich das methodische Herzstück, die repräsentierende Wahrnehmung oder das Phänomen, dass wir in Aufstellungen körperlich Beziehungsdynamiken wahrnehmen, die dem Verstand noch verborgen sind, an dieser Stelle zur Seite (&gt; <a href="https://loesungsbilder.de/nur-stellvertreter-sein-vom-wert-und-der-bedeutung-der-stellvertreterrolle-in-aufstellungen-2/">Artikel zur repräsentierenden Wahrnehmung</a>) und konzentriere mich auf Aspekte der Persönlichkeitsentwicklung beim Lernen der Aufstellungsarbeit.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><a id="post-3099-_b7lsz1czphgi"></a>1. Loslassen lernen &#8211; Die Kunst des Neubeginns</h2>



<p>In der systemischen Aufstellungsarbeit geht es oft um den Prozess des Loslassens. Dabei geht es nicht nur darum, vergangene Ereignisse zu akzeptieren, sondern sie bewusst zu verarbeiten und Raum für Neues zu schaffen. Dieser Prozess befreit uns von destruktiven Verstrickungen und ermöglicht es uns, unsere Energien und Ressourcen auf die Gegenwart und die Zukunft zu fokussieren.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><a id="post-3099-_k7iy0ri4s23o"></a>Abschluss der Weiterbildung in Aufstellungsarbeit in Köln-Bonn mit dem Thema Loslassen</h3>



<p>So behandelte auch das abschließende Modul unserer Weiterbildung in systemischer Aufstellungsarbeit im April 2024 dies ganz besonderes Thema: Loslassen, Abschied und Neubeginn oder symbolisch Tod und Leben.</p>



<p>Solche Ablösungen und „Versöhnungen“ mit dem, was gewesen ist, sind aber kein Selbstzweck. Gleich worum es sich handelt, z.B.:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Beziehungskonflikte mit den Eltern</li>



<li>Trennung von der PartnerIn</li>



<li>nicht gelebte Träume und verpasste Chancen</li>



<li>Verluste oder Schicksalsschläge</li>



<li>Tod und Krankheit.</li>
</ul>



<h3 class="wp-block-heading">Loslassen bzw. „Versöhnung“ ist kein Selbstzweck</h3>



<p>Vielmehr ist dies ein „konstruktives Ritual der Ablösung aus destruktiven Verstrickungen“ , wie der Begründer der Hypnosystemik Gunther Schmidt es bezeichnet. Zurückblicken und Versöhnen wird so im Kern lösungs- und zukunftsorientiert!</p>



<p>Denn Loslassen setzt Energien, Ressourcen und Kompetenzen frei, die dann für die Gegenwart und anstehende Entwicklungen genutzt werden können.</p>



<p>Oftmals bestehen Lösungen eben genau darin:<br>Loslassen, um für Neues frei zu werden, statt Festhalten an Vergangenem!</p>



<h3 class="wp-block-heading"><a id="post-3099-_scquc4vswhgo"></a>Vergangenes können wir nicht ändern, wohl aber wie wir dazu stehen</h3>



<p>Dahinter steckt die simple Wahrheit, dass wir die Vergangenheit nicht ändern können, wohl aber die Art und Weise, wie wir mit ihr in Beziehung gehen. Und die Erkenntnis, dass wir meist selbst festhalten, nicht die anderen an uns noch ziehen.</p>



<p>Diesen Prozess des Los- und Hinter-sich-lassen kann man mit dem folgendem „Lösungsbild“ visualisieren. Diese Bewegungsfigur oder Choreografie ist auch häufig in Aufstellungen zu sehen:</p>





<figure class="wp-block-image is-style-default"><img decoding="async" src="https://loesungsbilder.de/wp-content/uploads/2024/05/word-image-3099-2.png" alt="" class="wp-image-3101"/></figure>





<h2 class="wp-block-heading"><a id="post-3099-_ch7yiiljsefr"></a><br>2. Sich mit sich selbst verbinden &#8211; Die Weiterbildung in systemischer Aufstellungsarbeit ist eine Reise zur Selbstverantwortung</h2>



<p>Ein weiterer zentraler Aspekt der Aufstellungsarbeit ist die Verbindung zu uns selbst. Wenn wir lernen, Verantwortung für unsere Bedürfnisse und Wünsche zu übernehmen, treten wir in eine neue Phase der Selbstakzeptanz und Selbstfürsorge ein. Diese Verbindung bereichert unsere Persönlichkeit, macht uns authentischer und lebendiger.</p>



<p>Lass uns einmal schauen, wie dieser Prozess im Einzelnen verlaufen kann:</p>



<h3 class="wp-block-heading"><a id="post-3099-_hd0xruk3203t"></a>Loslassen von Vorwürfen und Annehmen der Selbstverantwortung</h3>



<p>Jetzt stehst du dir selbst gegenüber!</p>



<p>Wenn du loslässt und die Schuld nicht mehr bei anderen suchst, sondern in die Selbst-Verantwortung gehst, bist du mit dir konfrontiert.</p>



<div class="wp-block-media-text has-media-on-the-right is-stacked-on-mobile"><div class="wp-block-media-text__content">
<p>Jetzt sind nicht mehr deine Eltern oder Andere für dich &#8211; deine Bedürfnisse, Impulse, Wünsche, Sehnsüchte &#8211; verantwortlich, sondern du allein! Du musst &#8211; und darfst &#8211; dann für dich selbst Mutter und Vater sein. Lernst, dich in den Arm zu nehmen, liebevoll für dich da zu sein. Lernst, dir auch Grenzen zu setzen und „in den Arsch zu treten“, wenn es die Situation erfordert.</p>



<p>Der Erwachsene in dir muss für das Kind in dir da sein und sorgen. Und das Kind leiht dir dafür die Lebendigkeit und Lebenslust, seine Intuition und Emotionalität, seine Kreativität, Spontaneität, Leichtigkeit. So bereichert Aufstellungsarbeit deine Persönlichkeit, weil sie Kontakt und Beziehung zu dir selbst herstellt.</p>
</div><figure class="wp-block-media-text__media"><img decoding="async" src="https://loesungsbilder.de/wp-content/uploads/2024/05/word-image-3099-3.png" alt="" class="wp-image-3102 size-full"/></figure></div>



<h3 class="wp-block-heading"><a id="post-3099-_ujtzbryzjenl"></a>Verbindung zu uns selbst ist Verbindung zu unserer Intuition und Lebendigkeit</h3>



<p>Die Verbindung zu uns selbst herzustellen, zu unserer Intuition, Kreativität, spielerischen Freiheit oder kurz zu unserem Selbst und unserer inneren Fülle ist ein wesentlicher Bestandteil unserer Weiterbildung in systemischer Aufstellungsarbeit bei Lösungsbilder.</p>



<p>Denn diese Verbundenheit und die damit einhergehenden Qualitäten und Präsenz ist wichtiger als alle methodische Kompetenz, als Strukturen, Ordnungen und Wissen um Dynamiken. Sie erlaubt, den passenden Impuls zur rechten Zeit zu finden. Sie ermöglicht einen souveränen und gleichzeitig humorvoll-spielerischen Umgang mit dieser so wunderbar wirkungsvollen Methode &#8211; gerade wenn die aufgestellten Themen schwer sind.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><a id="post-3099-_8jjnfbh71w64"></a>Verbunden mit uns selbst vermitteln wir Sicherheit und Mut</h3>



<p>Wenn wir mit uns verbunden sind, sind wir geborgen, in Ruhe und Sicherheit UND können dies vermitteln. Gleich welcher Sturm, Krieg, welches Drama um uns herum in der Aufstellung tobt.</p>



<p>Aus dieser Verbundenheit mit uns selbst schöpfen wir, wenn wir Aufstellungen oder generell Veränderungs- und Wachstumsprozesse begleiten.</p>



<p>Diese Verbundenheit und dies Selbst-Vertrauen gibt anderen dann die Sicherheit und das Vertrauen, selbst loszulassen: Wenn <strong>wir</strong> gelernt haben, loszulassen; <strong>weil</strong> wir erfahren haben, dass etwas Anderes kommt und uns hält, sobald wir das Vertraute, Überkommene los-lassen.</p>



<p>Und genauso schöpfen wir für uns aus dieser Verbundenheit: Als Quell der Inspiration, des Vertrauens und der Kraft für das Gestalten unseres eigenen Lebensweges. So gestalten wir unser Leben und unsere Beziehungen für uns „stimmig“. In solcher Art Verbundenheit mit uns und unserer Geschichte gelingt Leben leicht. Dann “glückt es“.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><a id="post-3099-_go0b5qnkzo7w"></a>Systemische Aufstellungsarbeit als Lebenskunst</h3>



<p>In diesem Sinne ist Aufstellungsarbeit Lebenskunst: Wir lernen, uns den Herausforderungen zu stellen und uns dafür (innerlich) und sozial gut aufzustellen. Wir lernen positive Beziehungen zu uns und andern zu gestalten und so das Leben zu meistern.</p>



<p>Das ist der Weg und Wert der Aufstellungsarbeit: Wir kommen mit uns selbst in eine tiefere Verbundenheit. Wir lernen, zu uns zu stehen und für uns einzustehen. Wir lernen wahrzunehmen, was für uns stimmig ist und was nicht. Wo wir hinpassen und wo nicht. Wo für uns „Heimat“ ist.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><a id="post-3099-_mjqlhg52girp"></a>Vor Zeugen zu sich stehen</h3>



<p>Und wir lernen dies nicht „im Geheimen“, im Stillen, sondern bekräftigen es in der Gruppe, d.h. vor Zeugen. Wir lernen öffentlich zu uns zu stehen und dies zu bekunden:</p>



<p><em>„Das bin ich! Das passt für mich! Das passt nicht! Das möchte ich! Dafür stehe ich ein! Das ist mir wichtig und wertvoll! Dies will ich und jenes nicht!“ </em></p>



<h3 class="wp-block-heading"><a id="post-3099-_klnre19oi6m3"></a>Innere Fülle erleben</h3>



<p>Gern erinnere ich mich an meine eigene Weiterbildung bei meinen Lehrer Heinrich Breuer. Erinnere mich an mein Gefühl und meine Worte nach meiner letzten Aufstellung in seiner Weiterbildung:</p>



<p>Er stand als Stellvertreter für meinen Vater und schaute mich an:<br>Lange und tief blickte er mir in die Augen, ernst aber wohlwollend. Und zutiefst zustimmend.<br><span style="font-size: inherit;">Danach war ich bei mir angekommen:</span></p>



<p><em>„Jetzt bin ich in der Fülle angelangt!“</em>, dankte ich ihm.<br></p>



<h2 class="wp-block-heading"><a id="post-3099-_fsrkbhypgvwa"></a>3. Das Leben positiv gestalten &#8211; Die Weiterbildung in systemischer Aufstellungsarbeit ist Erkundung der Zukunft</h2>



<p>Schließlich ermöglicht uns die systemische Aufstellungsarbeit, eine visionäre Perspektive auf unser Leben zu entwickeln. Indem wir uns mit unseren zukünftigen Möglichkeiten auseinandersetzen und diese körperlich erleben, können wir bewusstere Entscheidungen treffen und unseren Lebensweg aktiver gestalten!</p>



<p>Wie das zusammenhängt und wie Aufstellungsarbeit dazu beiträgt, skizziere ich in den folgenden Absätzen:</p>



<p>Die Selbstgestaltung baut auf der Ablösung und der Selbstverbindung auf. Denn die Orientierung und Kraft für die Selbstgestaltung erwächst aus der Verbundenheit mit dir und deiner Herkunft &#8211; aus einer „gelösten Verbundenheit“.</p>



<figure class="gb-block-image gb-block-image-a2dab3a9"><img decoding="async" class="gb-image gb-image-a2dab3a9" src="https://loesungsbilder.de/wp-content/uploads/2025/07/systemischer-coach-werden.png" alt="" title="systemischer-coach-werden"/></figure>



<p></p>



<p>Wenn du gelernt hast, nicht nur deinem Verstand, sondern auch deiner Intitution oder deinem Bauchgefühl zur rechten Zeit zu trauen, dann hast du einen verlässlichen Kompass für deine Reise entwickelt.</p>



<p>Und mit der Aufstellungsarbeit findest du einen für dich passenden Weg und stimmige Ziele.</p>



<p>Denn sie erlaubt uns, den Möglichkeitsraum unserer Zukunft in seinen Erlebnisqualitäten körperlich zu begehen, um passende Orte zu finden oder zu gestalten.</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Du kannst mit der Aufstellungsarbeit neue (Beziehungs-) Räume erforschen.</li>



<li>Du kannst aus der Innenperspektive erleben, wie sich mögliche Zukunftsszenarien anfühlen.</li>



<li>Du kannst Entscheidungsoptionen in ihrer Erlebnisqualität ausprobieren.</li>
</ul>



<h3 class="wp-block-heading">Räumliche Modelle deiner Zukunft begehen</h3>



<p>So kannst du dann fundierter wählen und deine Zukunft bewusster gestalten. Mit den Explorationsaufstellungen von Prof. Müller-Christ hält die Aufstellungsarbeit hierzu einen eigenen Ansatz bereit.</p>



<p>Dabei kannst du dir Aufstellungen so wie ein architektonisches Modell eines neuen Gebäudes vorstellen, dass du Begehen und Erleben kannst, bevor es gebaut ist. Nur dass das Gebäude eben kein Haus, sondern eine Gestalt deiner möglichen Zukunft ist. In solch eine Aufstellung kannst du ganzkörperlich wie in ein Modell hineingehen und es begehen, es „explorieren“.</p>



<p>So kannst du verschiedenste Aspekte deiner Zukunftsvision erforschen, z.B. mit wem zusammen du deine Firma weiterentwickeln willst, wo du mit deinem Partner leben möchtest oder welche berufliche Option du ergreifst. Auch kannst du mögliche Hindernisse antizipieren und ausprobieren, was du bräuchtest, um sie gut zu bewältigen:</p>



<p>Stelle einfach jemanden für den Drachen in deinem Weg auf und such dir eine passende Kraft, ihn zu überwinden. Was auch immer dein Drache gerade ist!</p>



<p>Auch dies ist Teil der Weiterbildung und unserer gemeinsamen Reise.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><a id="post-3099-_w0icotuthb1"></a>Die Vielfalt der Aufstellungsarbeit ermöglicht passgenaue Lösungen</h3>



<p>Aufstellungsarbeit bietet dir und deinen KundInnen passgenau Methoden und Lösungsbilder zu den zentralen Lebensthemen:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Loslassen</li>



<li>Selbst-Integration</li>



<li>Exploration der Zukunft.</li>
</ul>



<p>Zu jedem Aspekt lehren wir besondere Ansätze der Aufstellungsmethode, die in unserer Weiterbildung enthalten sind.<br></p>



<h2 class="wp-block-heading"><a id="post-3099-_gze0ld1amour"></a>Dank als verbindende Essenz</h2>



<p>Diese Vielfalt ermöglicht dir einen flexiblen, individuell und situativ passenden Umgang mit den Anliegen deiner KundInnen. Dann beherrschst du, weil du die drei Essenzen kennst, die Kunst, jederzeit den passenden Duft zu kreieren, um Beziehungen zu gestalten. Du kannst souverän aufstellen und mit deinen KundInnen stimmige Lösungsbilder finden.</p>



<p>Doch ohne Dank wäre dieser Einblick in die Weiterbildung zur systemischen Aufstellungsarbeit nicht rund. Denn als geheime vierte Essenz verbindet sie alle und uns mit anderen in Annahme, Zustimmung und Lebensbejahung. Und deshalb möchte ich hier allen danken, die mich inspiriert und bereichert haben.</p>



<p>Sie begleiten mich innerlich bei dieser Arbeit. Und sie haben mir schon häufig zur rechten Zeit bei herausfordernden Aufstellungen heimlich zur Seite gestanden.</p>



<p>Danke an alle, die dazu beigetragen haben, dass ich und mein geschätzter Kollege Alex Willsch mit Lösungsbilder diese Arbeit und Erfahrung weitergeben dürfen!</p>



<p><strong>Heinrich Breuer, Matthias Varga von Kibéd und Insa Sparrer, Gunther Schmidt, Wilfried Nelles, Ero Langlotz, Thomas Siefer, Monika Barth, Walter Maukner, Imre Kerner und viele KollegInnen und KundInnen,</strong><br>die uns durch Lehre, Intervision und Feedback bereichert haben.</p>



<p><strong>Wir freuen uns auf dich!<br></strong>Auf deine Fragen und Interesse,<br><span style="font-size: inherit;">Auf einen weiteren Schritt mit einer Aufstellung<br>oder gar auf eine gemeinsame Reise zum/r sytemischen AufstellerIn:</span></p>




<figure class="wp-block-image is-style-default"><img decoding="async" src="https://loesungsbilder.de/wp-content/uploads/2024/05/word-image-3099-7-e1714829174992-768x1024.jpeg" alt="" class="wp-image-3106"/></figure>




<p></p>



<p>Um systemische Aufstellungsarbeit zu erlernen und weiterzugeben und in die Welt zu bringen.<br>Um das Leben und Beziehungen positiv zu gestalten!<br>Um mehr Verbundenheit zu fördern.</p>



<p>&gt; <a href="/systemaufstellung-ausbildung-koeln-bonn/">OnlineInfo-Abend buchen</a></p>



<p>&gt; <a href="/systemaufstellung-ausbildung-koeln-bonn/">Mehr Infos zur Weiterbildung</a></p>



<p>&gt; <a href="/wp-content/uploads/2024/01/Ausschreibung_Curriculum_Weiterbildung_SystemaufstellerIn_DGfS-anerkannt_JanPrisor.pdf">Infobroschüre downloaden</a></p>
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]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Lösungssätze in systemischen Aufstellungen</title>
		<link>https://loesungsbilder.de/die-macht-der-loesungssaetze-in-systemischen-aufstellungen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jan Prisor]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 09 Oct 2023 21:25:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Methode]]></category>
		<category><![CDATA[Methode-Aufstellungsarbeit]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://loesungsbilder.de/?p=2789</guid>

					<description><![CDATA[<p>Systemische Aufstellungen sind eine faszinierende Methode in Beratung, Coaching und Therapie, die dazu dient, verborgene Dynamiken in sozialen Systemen aufzudecken und zu lösen. Eine der zentralen Techniken in der systemischen Aufstellungsarbeit sind die sogenannten "Lösungssätze". </p>
<p>Dies sind Sätze, die die Aufstellungsleitung in Kooperation mit der FallgeberIn bzw. deren StellvertreterIn findet, um bestehende Konflikte zu lösen, Beziehungen zu verbessern und Harmonie in Systemen wiederherzustellen.</p>
<p>In diesem Blogbeitrag werde ich das Konzept der Lösungssätze genauer erläutern und zwei Beispiele für deren Anwendung betrachten. Abschließend findest Du eine Übung zu einem inneren Konflikt, in der du die Wirkung eines Lösungssatzes ausprobieren und erleben kannst. </p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h2 class="wp-block-heading">Lösungssätze als zentrale Technik in Aufstellungen</h2>



<p>Systemische Aufstellungen sind eine faszinierende Methode in Beratung, Coaching und Therapie, die dazu dient, verborgene Dynamiken in sozialen Systemen aufzudecken und zu lösen. Eine der zentralen Techniken in der systemischen Aufstellungsarbeit sind die sogenannten &#8222;Lösungssätze&#8220;. <br><br>Dies sind Sätze, die die Aufstellungsleitung in Kooperation mit der FallgeberIn bzw. deren StellvertreterIn findet, um bestehende Konflikte zu lösen, Beziehungen zu verbessern und Harmonie in Systemen wiederherzustellen.<br><br>In diesem Blogbeitrag werde ich das Konzept der Lösungssätze genauer erläutern und zwei Beispiele für deren Anwendung betrachten. Abschließend findest Du eine Übung zu einem inneren Konflikt, in der du die Wirkung eines Lösungssatzes ausprobieren und erleben kannst.&nbsp;</p>



<h2 class="wp-block-heading"><br>Was sind Lösungssätze?</h2>



<p>Lösungssätze sind klare, prägnante Aussagen, die auf Vorschlag der Leitung in Aufstellungen von den StellvertreterInnen zueinander gesprochen werden. Sie drücken meist eine Beziehungsbotschaft oder auch ein inneres Erleben, z.B. eine Wahrnehmung, eine Emotion oder ein Bedürfnis aus, etwa: <br><br><em>„Ich sehe dich!“ oder „Ich fühle mich bedrängt!“</em>  <br><br>Sie sind oft einfach formuliert und fassen das Wesentliche einer Beziehung oder eines Erlebens. Gerade deshalb kann ihre Wirkung tiefgreifend für das ganze Aufstellungssystem inklusive der KlintIn sein. Lösungssätze zielen darauf ab, das System in einen balancierten Zustand zu bringen und verstrickte Situationen aufzulösen, so dass die Aufmerksamkeit und Energie wieder anstehenden Entwicklungsprozessen und dem Leben im Allgemeinen gewidmet werden kann, statt in Emotionen und Vergangenen &#8211; alten Mustern &#8211;  festzuhängen.</p>



<p>In der Klassischen Aufstellungsarbeit hat Bert Hellinger eine Vielzahl von Lösungssätzen gefunden, die eine tiefe innere Wahrnehmung über das System, die Personen und Beziehungen darin ausdrücken. In ihrer Einfachheit und Kraft waren sie auf das Wesentliche verdichtet und zeigen eine Entwicklungsrichtung an bzw. öffnen einen (inneren) Erlebnisraum. <br><br>Ähnlich wirken <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Affirmation">Affirmationen</a>, wie man sie z.B. in der Prozess-und embodimentfokussierten Psychotherapie von Dr. Bohne (<a href="https://www.dr-michael-bohne.de/fileadmin/user_upload/pdf/Selbstwertgefuehl_-_Das_Orchester.pdf">PEP</a>) findet, wo sie zur Selbstregulation und Stärkung des Selbstwertes eingesetzt werden. </p>



<h2 class="wp-block-heading"><br>Beispiel eines Lösungssatzes in einer Familienaufstellung: &#8222;Danke!&#8220;</h2>



<p>Angenommen, eine KlientIn hat Probleme mit den Eltern und fühlt sich in der Beziehung zu ihnen gefangen. Vielleicht hat er oder sie die Eltern oftmals als einschränkend erlebt und verachtet diese teilweise. In einer <a href="/familienaufstellungen-familienstellen-in-bonn-und-koeln/">Familienaufstellung</a> könnten sie gegenüber positioniert werden und sich anblicken. Die Spannung zwischen KlientIn und Eltern ist spürbar. </p>



<p>Vielleicht schauen sie sich nicht einmal an. In solch einen Prozess kann ein Lösungssatz helfen, anders zu den Eltern in Kontakt zu gehen. Wichtig ist dabei allerdings, dass die KlientIn mitgehen kann und der Satz für sie und ihren Prozess stimmig ist. Vielleicht ist auch eine Verbindung von widerstreitenden Emotionen hilfreich, etwa:</p>



<p><br><em>„Ein Teil von mir ist noch immer sehr verletzt und ein anderer ist Dankbar für das, was ihr mir gegeben habt: </em><br><em>Von euch habe ich das Leben bekommen. </em><br><em>Den Rest mache ich jetzt selbst!“</em><br><br>Dieser Satz drückt die Bereitschaft der KlientIn aus, eine Veränderung in seiner Wahrnehmung und Beziehung zu seinen Eltern zuzulassen und &#8211; in diesem Fall &#8211; mehr in die Selbstverantwortung für das eigene Leben zu gehen. Oftmals führt allein die Aussprache dieses Satzes zu einer spürbaren Veränderung in den Emotionen und der Dynamik des Systems: <br><br>Die StellvertreterInnen entspannen sich, wenden sich mehr zueinander, werden emotional weicher und offener. Die KlientIn kann so eine neue Perspektive auf seine Eltern gewinnen und alte Verstrickungen auflösen und geht gestärkt aus der Aufstellung hervor.&nbsp;</p>



<h2 class="wp-block-heading"><br>Beispiel eines Lösungssatzes in einer Organisationsaufstellung: Kooperation leben!</h2>



<p>In einer Organisationsaufstellung kann ein Unternehmen Probleme mit einer ineffizienten Hierarchie haben, die die Zusammenarbeit behindert. Während der Aufstellung könnten die Mitarbeiter und Führungskräfte repräsentiert werden. Vielleicht geht es um einen Konflikt bezüglich der Ziele und Verbindlichkeit im Team. Ein Lösungssatz könnte lauten:<br><br><em>&#8222;Wir arbeiten zusammen und unterstützen uns gegenseitig &#8211; jeder in seiner&nbsp; jeweiligen Rolle.&#8220;</em><br><br>Dieser Satz betont die Bedeutung der Kooperation, die Rollenklarheit und stärkt die Zusammenarbeit im Team. Durch die Integration dieses Satzes können Konflikte und Blockaden in der Organisation überwunden werden, was zu einer effizienteren Arbeitsweise führt. </p>



<p>Auch muss allerdings behutsam darauf geachtet werden, ob der Satz Resonanz bei den Stellvertretern des Teams entfaltet oder nur so gesagt wird. Daran wiederum kann die Leitung erkennen, welche Bedürfnisse zunächst noch zu würdigen und zu benennen sind. So verwendet ist ein Lösungssatz ein Lösungsversuch und zeigt im Prozess in welche Richtung weitergearbeitet werden sollte. </p>



<p>Wie bei allen Interventionen in Aufstellungen und Beratung führt letztlich das System bzw. die KlientIn und wenn eine Intervention nicht die gewünschte Wirkung zeigt, muss man als Leitung etwas anderes anbieten bzw. das Feedback als Hinweis nutzen, was eigentlich dran wäre.&nbsp;</p>



<h2 class="wp-block-heading"><br>Lösungssätze wirken als Katalysatoren</h2>



<p>In beiden Beispielen zeigt sich die Kraft der Lösungssätze. Sie ermöglichen es den Teilnehmern, neue Perspektiven einzunehmen, alte Muster zu durchbrechen und Konflikte aufzulösen. Die Verwendung von Lösungssätzen in systemischen Aufstellungen erfordert jedoch viel Einfühlungsvermögen und Erfahrung, da sie oft intuitiv gewählt werden und auf den spezifischen Kontext des Systems abgestimmt sein sollten. </p>



<p>Die Kunst besteht darin, möglichst auf das Wesentliche komprimiert ausdrücken zu lassen, was gerade in der Beziehung bzw. im System ist und anliegt.&nbsp; Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Lösungssätze in der systemischen Aufstellungsarbeit ein wirksames Werkzeug sind, um positive Veränderungen in sozialen Systemen herbeizuführen. Sie helfen dabei, festgefahrene Situationen zu lösen, Harmonie wiederherzustellen und die persönliche Entwicklung zu fördern. </p>



<p>Die Anwendung von Lösungssätzen erfordert Übung und Erfahrung, kann aber erstaunliche Ergebnisse in der Arbeit mit Familien, Organisationen und anderen sozialen Systemen erzielen. Findet man einen passenden Lösungssatz katalysierten diese oft den Prozess hin zu einem guten Lösungsbild.<br></p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Kunst, stimmige Lösungssätze zu finden</h2>



<p>Allerdings ist die Wahl eines passenden oder stimmigen Lösungssatzes von entscheidender Bedeutung für den Erfolg einer systemischen Aufstellung. <br><br>So müssen Lösungssätze immer zum besonderen Kontext und zur stellvertretenen Person passen, auch wenn es für bestimmte Situationen typische gibt, z.B. eben „Ich sehe dich!“ als erster Schritt in Richtung Anerkennung und Würdigung oder „Danke!“ als Ausdruck der Wertschätzung und des Annehmens einer Hilfe (oder des Lebens von den Eltern).&nbsp;</p>



<p>Die Stimmigkeit eines Lösungssatzes ist von der individuellen Geschichte, der aktuellen emotionalen Verfassung und der spezifischen Herausforderungen, mit denen die Person konfrontiert ist bzw. war abhängig. <br><br>Eine erfahrene Aufstellungsleitung wird daher einfühlsam und respektvoll mit der KlientIn zusammenarbeiten, um einen Lösungssatz zu finden, der sich für diese authentisch und bedeutungsvoll anfühlt. Er sollte nicht erzwungen wirken, sondern vielmehr eine natürliche Resonanz im Inneren des Klienten hervorrufen, um maximale positive Veränderungen im System zu bewirken. Daher ist die Auswahl und Feinabstimmung von Lösungssätzen ein wichtiger Aspekt der systemischen Aufstellungsarbeit.&nbsp;<br><br>Man erlernt diese Kunst sowohl durch Erfahrung, als auch durch Techniken: Z.B. hilft es verschiedene innere Seiten gleichzeitig zu berücksichtigen und so zu würdigen, etwa in einer Formulierung wie: „Auch wenn die Trennung schwer für mich gewesen ist, danke ich dir für das Gute, was ich mit der erleben durfte!“.&nbsp;<br></p>



<h2 class="wp-block-heading">Beispiel eines Lösungssatz in einer Aufstellungen mit inneren Anteilen</h2>



<p>Ganz ähnlich lassen sich Lösungssätze auch für systmische Aufstellungen von <a href="/ich-kann-mich-nicht-entscheiden-systemaufstellungen-bei-entscheidungsschwierigkeiten/">inneren Konflikten</a> oder die<a href="/jede-aufstellungsarbeit-ist-integrationsarbeit/"> Arbeit mit inneren Persönlichkeitsanteilen</a> oder Seiten nutzen. Hierbei geht es darum, die verschiedenen inneren Anteile miteinander in Einklang zu bringen und so innere Blockaden oder Konflikte zu lösen. Ein Beispiel für einen Lösungssatz in einer solchen Aufstellung könnte lauten:<br><br><em>&#8222;Ich erkenne und respektiere alle meine inneren Anteile und gebe ihnen Raum, sich auszudrücken.&#8220;</em><br><br>Dieser Satz unterstützt dabei, verschiedene inneren Teile anzunehmen, selbst wenn, sie nicht immer in Harmonie miteinander sind. Dadurch kann die KlientIn ein tieferes Verständnis für sich selbst entwickeln und innere Konflikte schließlich auflösen, die Ihr Wohlbefinden und Ihre Handlungsfähigkeit beeinträchtigen. <br></p>



<h2 class="wp-block-heading">Eine <strong>Übung</strong> zur Harmonisierung innerer Anteile mit einem Lösungssatz</h2>



<p>Bei Lösungsbilder ist Erfahrung ein Schlüssel zum Lernen und zur Veränderung. Deshalb möchte ich dir abschließend eine Übung mit einem Lösungssatz zu einem inneren Konflikt anbieten.&nbsp; Und innere Konflikte &#8211; mal kleiner, mal größer &#8211; haben wir eigentlich täglich zu lösen…<br><br>Diese Übung ist darauf ausgerichtet, innere Konflikte zunächst zu erkennen und dann mithilfe eines Lösungssatzes zu bearbeiten. Du kannst diese alleine oder mit einem Partner/In machen:&nbsp;</p>



<h3 class="wp-block-heading">Schritt 2: Visualisierung</h3>



<p>Schließe deine Augen und stelle dir vor, wie diese beiden inneren Anteile vor dir stehen. Gib ihnen ein Gesicht, eine Form oder eine Farbe, die ihre Charaktereigenschaften repräsentieren. Achte auch darauf, wie sie zu dir stehen und in Kontakt zu dir sind: Nähe, Distanz, Ausrichtung zu dir oder Abwendung?</p>



<h3 class="wp-block-heading">Schritt 3: Dialog</h3>



<p>Beginne einen Dialog zwischen diesen beiden inneren Anteilen. Lasse sie miteinander sprechen und ihre Standpunkte ausdrücken. Notiere, was sie sagen, um eine klare Vorstellung von ihren Persönlichkeiten und Argumenten zu bekommen. Was ist ihre Kernbotschaft? Was wären Ihre Lösungssätze?</p>



<h3 class="wp-block-heading">Schritt 4: Lösungssätze formulieren</h3>



<p>Denke über einen Lösungssatz nach, der diese beiden inneren Anteile beide würdigt und vielleicht sogar in einen guten Kontakt zueinander bringt. Zum Beispiel könnte dein Lösungssatz lauten:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>&#8222;Beide seid ihr wertvolle Teile von mir. Und jeder hat eine wichtige Information. Ich danke euch für euren Rat. Doch ich entscheide, was ich letztlich tue!&#8220;</p>
</blockquote>



<h3 class="wp-block-heading">Schritt 5: Visualisierung des Lösungssatzes</h3>



<p>Beobachte innerlich, wie die beiden Teile auf deinen Lösungssatz reagieren. Was zeigt sich an ihren Reaktionen (die sich in deiner inneren Vorstellung zeigen)? Brauchen sie noch etwas? Gibt es noch etwas, was du ihnen sagen willst? Oder etwas, was sie dir oder sich gegenseitig sagen wollen?</p>



<h3 class="wp-block-heading">Schritt 6: Reflektion</h3>



<p>Öffne deine Augen und nimm dir einen Moment Zeit, um nachzuspüren, wie sich der innere Prozess körperlich und emotional für dich angefühlt hat. Und wie hat sich deine Sichtweise auf das Problem oder den anfänglichen Konflikt verändert? </p>



<p>Notiere deine Beobachtungen und Gedanken. Diese Übung kann dir dabei helfen, innere Konflikte zu bewältigen und innere Anteile in Einklang zu bringen. Du kannst solch einen inneren Dialog mit Lösungssätzen regelmäßig wiederholen und ihn als Werkzeug nutzen, um innere Harmonie und Selbstvertrauen zu stärken und im Leben mehr in einen optimalen Flow zu kommen, gerade wenn du innere Konflikte erlebt. Möchtest du Unterstützung beim Finden von Lösungssätzen oder die Kunst grundlegend erlernen?<br></p>



<h2 class="wp-block-heading">Möchtest du Unterstützung beim Finden von Lösungssätzen oder die Kunst grundlegend erlernen?</h2>



<p>Wenn du die Übung gemacht hast, hast du vielleicht gemerkt, dass es hier um viel mehr, als einen bestimmten Konflikt geht: Es geht ganz grundlegend um eine andere Art und Weise, wie wir mit uns und anderen in einem dialogischen, bedürfnisorientierten und wertschätzend-würdigenden Kontakt treten. </p>



<p>So dass wir in Beziehungen zu uns und anderen mehr Flow, Leichtigkeit, Kooperation und Freude erleben. Natürlich kann man das Üben: Ausführlich erlernst du es in unserer <a href="/systemaufstellung-ausbildung-koeln-bonn/">Weiterbildung in systemischer Aufstellungsarbeit</a>. </p>



<p>Diese befähigt dich mit dir selbst in solch einen Kontakt zu gehen, aber auch Andere im Einzelcoaching oder in Gruppen diesbezüglich zu unterstützen und Lösungen und Entwicklung zu erleben. </p>



<p>Vielleicht magst du aber auch erst einmal nur für dich mehr davon in einer <a href="/einzelaufstellungen-coaching-und-beratung-mit-aufstellungen/">Einzelaufstellung</a> oder einem <a href="/systemisches-coaching-in-koeln-bonn/">Coaching</a> erleben &#8211; das geht in Präsenz und auch Online, weil es sich ja letztlich um innere Bilder handelt, mit denen wir arbeiten. </p>



<p>Bei Interesse freue ich mich, von dir zu hören! <br>Gern natürlich auch für ein Feedback zur Übung und deinem Erleben von Lösungssätzen!</p>
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		<title>Die Logik der Gefühle &#8211; Luc Ciompis Affektlogik </title>
		<link>https://loesungsbilder.de/die-logik-der-gefuehle-luc-ciompis-affektlogik/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jan Prisor]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 16 May 2023 09:08:11 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Methode]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://loesungsbilder.de/?p=2653</guid>

					<description><![CDATA[<p>Sprichst du die "Sprache der Affekte?". Diese ist zentral in Beziehungen. Welche Rolle Affekte bzw. Emotionen in Aufstellungen, Coaching, Therapie spielen und wie sie mit unserem Verstand gemeinsam unsere Weltsicht prägen, erfährst du hier. </p>
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<h2 class="wp-block-heading">Welche Rolle spielen Affekte und Emotionen in Aufstellungen, Coaching und Therapie?</h2>



<p>In den letzten 20 Jahre ist durch Neurobiologie und Psychologie das Zusammenspiel von Verstand und Emotionen neu bewertet worden.</p>



<p>Längst gilt auch in der Wirtschaft und dem Marketing der Mensch nicht mehr als „homo ökonomicus“, der rein rational entscheidet. Und spätestens seit der Hirnforscher Antonio Damasio die zentrale Rolle von Bauchgefühlen („somatischen Marker“) für Entscheidungen erforscht und bekannt gemacht hat, ist klar, dass unser traditionelles durch die Aufklärung geprägtes Bild vom Vernunftmenschen einseitig ist:&nbsp;</p>



<p>Emotionen und Körperfeedback sind für unsere Handlungssteuerung mindestens so zentral wie unser Verstand.</p>



<p>Nichtsdestotrotz sickert diese Erkenntnis und deren Konsequenzen nur ganz langsam in unsere Kultur und deren Institutionen. In der Schule gilt nach wie vor „kogntive Aktivierung“ statt ein emotionales Mitnehmen, als Königsweg zum Lernen.&nbsp;</p>



<p>Die Affektlogik lässt auch unsere westliche, noch immer einseitig rational geprägte Kultur in einem ganz anderen Licht erscheinen. Sie reiht sich damit ein in eine Reihe von Forschungen, die den Körper und seine (affektiven) Reaktionen endlich angemessen berücksichtigen.&nbsp;<br><br>Dazu eine kleine Geschichte aus meiner Biografie: </p>



<h2 class="wp-block-heading">Woher weiß ich, was ich will &#8211; wer ich bin?</h2>



<p>Im Studium habe ich einmal die psychologische Beratungsstelle meiner Uni aufgesucht, weil ich Zweifel an meiner Studiumswahl hatte. Ich landete bei einem Psychoanalytiker, der mich reden und reden ließ. Nach drei Sitzungen hatte ich die Schnautze voll. Nur Reden reichte mir nicht. So konnte ich ihm alles &#8211; aber eben auch „alles“ &#8211; erzählen.</p>



<p>Was aber davon hatte Bestand? Hier fehlte mir Substanz, eine Rückmeldung, was für mich wirklich stimmte und bedeutsam war. Der Psychoanalytiker wollte sie mir nicht geben und in meinem Kopf drehten sich die Gedanken auch ohne einen Halt zu finden.</p>



<p>Später dann fand ich diese Rückmeldung, diesen „Kompass“, im eigenen Körper und Gefühl. Mehr und mehr lernte ich wieder, diesen und seine Reaktionen wahr- und ernst zu nehmen. Und mit je mehr ich diesen körperlichen Rückmeldungen vertraute, desto mehr fand ich zu mir Selbst und … zur Aufstellungsarbeit, um auch anderen diesen Zugang zu erschließen.&nbsp;</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Affektlogik als Schlüssel für den Umgang mit Menschen</h2>



<p>Das, was mich damals umtrieb, habe ich diese Tage auf sehr bestechend einfache und klare Weise in Luc Ciompis Affektlogik formuliert gefunden: Die Vermutung, dass Affekte und Körperreaktionen einerseits und Kognitionen andererseits engstens zusammenhängen. Gern möchte ich die Grundgedanken mit dir teilen:&nbsp;</p>



<p>Schon lange glaubte ich, dass Affekte und unser Körper in Lern- und Entwicklungskontexten &#8211; so auch Coaching, Beratung und Therapie &#8211; eine viel zentralere Rolle spielen sollten &#8211; gleichbereichtigt mit Verstand.&nbsp;</p>



<p>Compis Affektlogigk hat mich nun noch einmal darin bestätigt: Seine Sicht auf Affekte und Emotionen hilft insbesondere, Aufstellungsarbeit und überhaupt die zentrale Rolle von Affekten und Emotionen in Beratungs- sowie Lern- und Entwicklungsprozessen nicht nur zu begreifen, sondern auch gezielt zu nutzen.&nbsp;</p>



<h2 class="wp-block-heading">Affekte als körperliche Zustände motivieren uns zum Handeln</h2>



<p>Affekt definiert Ciompi dabei als Überbegriff für alle Art von Gestimmtheit und Emotionalität. Auch Gelassenheit z.B. zählt so als Affekt.&nbsp;</p>



<p>Und nach Ciompi haben Affekte die biologische Funktion, uns &#8211; konkret unseren Körper &#8211; zum Handeln zu energetisieren (oder zu hemmen). Dies geschieht durch die Aktivierung von physiologischen Prozessen &#8211; Herzschlag, Atmung, Regulation des Blutdrucks und überhaupt des Nervensystems. Affekte und damit auch Emotionen sind also letztlich zunächst körperliche Zustände, die mit Erfahrungen und Bewertungen verbunden sind.</p>



<p>Dies führt dann körprliche auch zu einem Bewegungsimuls in Bezug auf das auslösende Objekt: Grundlegend entweder ein Hin-zu bei positiver Affektivität oder Weg-von bei negativer affektiver Gestimmtheit. Und wenn sich Affekte mischen, kommt es auch mal zu wiedersprüchlichen Impulsen &#8211; das kennen wir alle!</p>



<p>So löst eine Schlange, die vor uns auf dem Weg liegt, bei den meisten von uns Schreck und ein Zurückweichen aus; ein Stück Kuchen auf dem Tisch vor uns eher Freude und Essenslust. Wenn allerdings eine Schlange und ein leckeres Stück Kuchen gleichzeitig vor uns auf dem Tisch liegen, haben die meisten von uns einen Problem und sind Hin- und Hergerissen.&nbsp;</p>



<p>Ebenso geht es uns &#8211; in abgeschwächtem Maße &#8211; mit Vorstellungsbildern. Auch die können uns körperlich positiv anziehen oder abschrecken.&nbsp;</p>



<h2 class="wp-block-heading">Welche Rolle spielen Affekte in der Aufstellungsarbeit</h2>



<p>Affekte vermitteln sich dabei hauptsächlich nonverbal über Körpersprache, Intonation, Blick, Haltung, Nähe und Abstand, etc. Gerade diese nonverbale Kommunikation speilt ja auch in der Aufstellungsarbeit zwischen den StellvertreterInnen eine wichtige Rolle. In Aufstellungen erleben und nutzen wir eben diese „Sprache der Affekte“ &#8211; die ja wesentlich für die Beziehungsgestaltung ist.&nbsp;</p>



<p>Die Verbindungen zur Aufstellungsarbeit sind&nbsp; also augenfällig:</p>



<p>Die Körperreaktionen und Bewegungsimpulse lassen sich nach Ciompis Affektlogik als Affekte und somit psychophysische größtenteils unbewusste, automatische Reaktionen verstehen. Das Körperfeedback der StellvertreterInnen wie auch des/ der FallgeberIn selbst beruhen demnach auf Affekten, die anzeigen, wie sie Situation, eine Beziehung oder ein aufgestelltes Vorstellungsbild automatisch affektiv wirkt.</p>



<p>Dieses Feedback gibt uns dann wichtige Hinweise, ob unsere bewussten Absichten, z.B. Ziele oder die Aufgabe mit einer Person zusammenzuarbeiten oder zusammenzuleben mit unseren Affekten in Balance oder in Konflikt steht. Welche Affekte ein bestimmtes Bild in uns auslösen, hängt natürlich einerseits mit unserer menschlichen Biologie als auch mit unseren individuellen Lernerfahrungen zusammen.</p>



<p>Um ein Lösungsbild zu erarbeiten, leiten uns dann Fragen, wie:&nbsp;<br>Was braucht es an innerer und äußerer Klärung, dass wir uns ganz auf etwas, eine Person oder ein System einlassen können. Wo ist ein guter, stimmiger Platz für mich im System? Die Antworten gibt dabei stehts die körperliche Rückmeldung der / des KlientIn bzw. die Körper der StellvertreterInnen in Aufstellungen &#8211; kurz die sogenannte repräsentierende Wahrnehmung.&nbsp;</p>



<h2 class="wp-block-heading">Affekte verändern unsere Kognitionen</h2>



<p>Ein weiterer zentraler Aspekt der Affektlogig ist, dass Affekte ein Schalt- und Filterfunktion auf unsere Kognitionen, sprich Wahrnehmung, Erinnerung, Urteilen, Folgern, Planen, Entscheiden, etc. haben. So ist die Welt(sicht) des Glücklichen, wie Wittgenstein sagte, eine völlig andere als die des Unglücklichen.</p>



<p>Auch deshalb ist die Arbeit mit Affekten in Beratung und Entwicklungsprozessen so zentral: Wenn wir unsere Klienten in einen anderen affektiven Zustand bringen, verändert sich automatisch auch ihre Sichtweise des Problems. Umgekehrt erzeugt das Problem natürlich auch einen bestimmten Affekt. Das gleiche Problem in einem anderen affektiven Zustand betrachtet ist somit nicht mehr das gleiche Problem.&nbsp;</p>



<h2 class="wp-block-heading">Willst du mehr über die Affektlogik erfahren?</h2>



<p>Wer mehr zur Affektlogig wissen möchte, dem empfehle ich als leichten Einstieg <a href="http://www.ciompi.com/de/aktuell.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Interviews von 2022 mit Luc Ciompi zu seiner Affektlogik</a>. </p>



<p>Wer die „Sprache der Affekte“ und ihre beziehungsregulierende Wirkung bewusst erleben will, dem empfehle ich als TeilnehmerIn oder FallgeberIn an einer <a href="http://www.lösungsbilder.de">Aufstellung bei mir teilzunehmen</a>. </p>



<p>Dies ist aus meiner Sicht auch der beste Weg, mit seinem Körper und seinen Affekten bewusst in Kontakt zu kommen&nbsp; und sich selbst besser zu begreifen und regulieren zu lernen.</p>



<p></p>
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		<title>Entwicklung braucht einen Schutzraum!</title>
		<link>https://loesungsbilder.de/entwicklung-braucht-einen-schutzraum/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jan Prisor]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 25 Apr 2023 15:19:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Methode]]></category>
		<category><![CDATA[Integration]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://loesungsbilder.de/?p=2529</guid>

					<description><![CDATA[<p>Um diesen zu schaffen, müssen wir unsere eigenen Grenzen schützen können und für uns selbst sorgen &#8230; Hier erfährst du, was das bedeutet und wie du das im Coaching und mit Aufstellungsarbeit trainieren kannst: Entwicklung beginnt mit zarten Pflänzchen Jede Entwicklung beginnt mit einem Keim, der unter guten Bedingungen zu einem zarten, schutzbedürftigen Pflänzchen heranwächst:&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://loesungsbilder.de/entwicklung-braucht-einen-schutzraum/">Entwicklung braucht einen Schutzraum!</a> erschien zuerst auf <a href="https://loesungsbilder.de">Lösungsbilder</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Um diesen zu schaffen, müssen wir unsere <strong>eigenen Grenzen</strong> <strong>schützen</strong> können <br>und <strong>für uns selbst sorgen</strong> &#8230; <br><br>Hier erfährst du, was das bedeutet <br>und wie du das im Coaching und mit Aufstellungsarbeit trainieren kannst:</p>



<h2 class="wp-block-heading">Entwicklung beginnt mit zarten Pflänzchen</h2>



<p>Jede Entwicklung beginnt mit einem <strong>Keim</strong>, der unter guten Bedingungen zu einem zarten, schutzbedürftigen <strong>Pflänzchen</strong> heranwächst: Eine <strong>Idee, ein Vorhaben, ein Wunsch</strong>, etwas zu ändern oder <strong>eine Vision</strong>, etwas in die Welt zu bringen, ist so ein keimendes Pflänzchen.&nbsp;</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wir müssen für uns und unsere Ziele eintreten</h2>



<p>Damit dieser Keim sich entfalten und wachsen kann, braucht er <strong>Schutz und ein wachstumsförderliches Klima</strong>: Schutz <strong>vor Bewertungen und Irritationen, vor verfrühter Einmischung</strong> von Außen. Diesen Schutz- oder auch Entwicklungsraum müssen wir als Erwachsene für uns uns unsere Vorhaben selbst etablieren und halten können. Dann reifen diese und tragen mit der Zeit Früchte. Dann gedeihen wir als Person und können unser Potenzial entfalten, in die Welt bringen und einen eigenen Beitrag leisten.<br><br>Dazu aber müssen wir </p>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>unsere Grenzen kennen</strong>, </li>



<li>„<strong>Nein“-Sagen können,</strong> </li>



<li><strong>unpassende</strong> <strong>Aufgaben ablehnen</strong>, </li>



<li><strong>für uns eintreten</strong> und </li>



<li><strong>Abwertungen zurückweisen. </strong></li>
</ul>



<h2 class="wp-block-heading">Schutz und Selbstfürsorge basiert auf Bindungserfahrungen</h2>



<p>Diese <strong>Fähigkeit zu schützen</strong>, zu <strong>umsorgen</strong> und <strong>Geborgenheit</strong> zu geben, haben wir im besten Fall von unseren Eltern, meist primär unserer <strong>Mutter</strong> gelernt. Als Erwachsene ist es dies dann unsere eigene Aufgabe. Doch die <strong>Kompetenz für dies Selbstfürsorge und Schutz haben wir in der Kindheit gelernt </strong>&#8211; mehr oder weniger.&nbsp;</p>



<p>Diese noch metaphorische beschriebenen Zusammenhänge erlebe ich in der systemischen Arbeit, in Aufstellungen, Coaching und der Organisationsentwicklung täglich. Aber auch in der Weiterbildung und in der Schule sind es <strong>zentrale Grundlagen für Persönlichkeitsentwicklung und Lernen</strong>.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Im Entwicklungsraum dürfen Impulse und Ideen geboren werden!</h2>



<p>Als <strong>EntwicklungshelferInnen</strong> haben wir dabei eine besondere Rolle ähnlich einer<strong> Hebamme.</strong><br>Wir sind es, die unseren Anvertrauten in der Beziehung und im Coachingraum immer wieder auch diesen <strong>Schutzraum</strong> <strong>bieten</strong>. Hier dürfen sich unsere KlientInnen </p>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>ausprobieren</strong>, </li>



<li><strong>spüren und wahrnehmen</strong>,</li>



<li><strong>Fehler</strong> <strong>machen</strong>, </li>



<li><strong>Stärken und Schwächen zeigen</strong>, </li>



<li><strong>reflektieren</strong> und </li>



<li><strong>Wünsche, Träume und Visionen</strong> vorstellen. </li>
</ul>



<p>Um dies zu ermöglichen, sorgen wir z.B. für eine gute <strong>Atmosphäre</strong> in einer Lerngruppe, für <strong>Vertraulichkeit</strong> in einer Beratung.&nbsp; Wir <strong>ermuntern</strong> zu Experimenten und zum Ausdrücken und Aussprechen von Neuen, Verdrängtem oder scheinbar Abwegigem und Tabuisiertem.&nbsp;<br><br><strong>Wir bieten Halt und Raum und schenken Vertrauen.</strong></p>



<h2 class="wp-block-heading">Der Entwicklungsraum ist ein Beziehungsraum, den wir durch unsere Haltung etablieren</h2>



<p>Dazu aber müssen wir als EntwicklungshelferInnen <strong>diesen Raum von uns selbst kennen</strong>, respektvoll und achtsam mit Impulsen der Anderen umgehen und uns selbst entsprechend verhalten. <br><br>Unsere s<strong>ystemische Haltung</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>Wertschätzung</strong>, </li>



<li><strong>Offenheit</strong>, </li>



<li><strong>Neugierde</strong>, </li>



<li><strong>Respekt</strong>, </li>



<li><strong>Achtung</strong> vor der <strong>Autonomie</strong> des Anderen,</li>



<li><strong>Zuhören</strong> können </li>
</ul>



<p>trägt dabei maßgeblich dazu bei, dass sich dieser <strong>Entwicklungsraum als Beziehungsraum zwischen Menschen</strong> öffnet und gehalten wird. Denn dieser Entwicklungsraum ist ja ein Beziehungsraum. In ihm erleben wir uns bzw. unsere KlientInnen als wertvolle, soziale, autonome Wesen in <strong>Resonanz</strong> mit unserem Gegenüber. <br><br>Ganz so, wie wir uns durch die <strong>Resonanz mit unserer Mutter oder Bindungsperson als Baby und Kind i</strong>m besten Falle als Person mit eigenen und wertvollen Impulsen, Bedürfnissen und Emotionen erlebt haben. <br><br>Jede Entwicklung von Neuem, jede Veränderung, jeder Schritt in etwas unbekanntes Neues braucht diese Sicherheit.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Sicherheit ist evolutionär die Basis von Entwicklung und Erkundung</h2>



<p>Dies ist auch das zentrale Moment der in den letzten Jahren bekannt gewordenen <strong>Polyvagaltherapie</strong> von <strong>Stephen Porges</strong>: Unser <strong>autonomes Nervensystem</strong> scannt automatisch jeden Moment unsere Umgebung auf Gefahren. Und nur wenn wir uns sicher fühlen, entspannen wir und beginnen uns einzulassen, kreativ zu werden, uns zu entspannen und Neues zu erforschen. <br><br>Aber auch die <strong>Bindungstheorie von Bolby</strong> belegt die Bedeutung von Bindungssicherheit bzw. einem sicheren Schutzraum für das Erforschungsverhalten von Kleinkindern. Irritiert sie etwas, krabbeln sie sofort zur Mutter zurück in ihren Arm und suchen dort Geborgenheit. Dass Entwicklung, Veränderung und Change psychosoziale Sicherheit braucht ist ein evolutionär höchst sinnvolles Verhalten.&nbsp;</p>



<p>Die <strong>frohe Botschaft dabei</strong> ist, dass wir auch als Erwachsene lernen können, uns diese Sicherheit und Geborgenheit zu geben und &#8222;nachreifen&#8220; können: In einer guten Beziehung, einer Therapie, einem guten Coaching oder in der Aufstellungsarbeit. Dazu abschließend ein Beispiel aus meiner Praxis:&nbsp;</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wie symbolisiere ich den Raum einer Person in der Aufstellungsarbeit und im Coaching?</h2>



<p>Häufig gebe ich meinen Klientinnen ein <strong>Seil</strong> mit der Bitte, ihren <strong>eigenen Raum </strong>um sie herum zu symbolisieren. In der Art, wie selbstverständlich, groß und geschlossen sie damit ihren Raum abgrenzen, zeigt sich, wie gut und klar sie sich abgrenzen können. <br><br>Manche brauchen einen ganz kleinen Raum, weil sie sich sonst unsicher fühlen. Andere einen sehr großen. Andere möchten das Seil gar nicht schließen und haben Schuldgefühle, sich abzugrenzen.</p>



<p>Im zweiten Schritt lasse ich sie dann ihr <strong>Selbst</strong> hinzunehmen oder ein Vorhaben, symbolisiert z.B. durch ein Kissen. Hier zeigt sich schnell, wie gut sie in Kontakt mit diesem sind: Ob das Selbst in ihrem Raum nah bei sich ist oder fern, vielleicht sogar außerhalb des eigenen Raumes. Diese Art der Aufstellungsarbeit geht auf die <strong>Selbstintegration</strong> von <strong>Langlotz</strong> zurück und lässt sich vielfältig nutzen.&nbsp;</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Lösungsbilder als Kartenset &#8211; ein eigenes Pflänzchen kündigt sich an</strong></h2>



<p>Das oben stehende Bild symbolisiert diese Arbeit. Es ist übrigens einer der ersten <strong>Prototypen</strong> eines <strong>Kartensets für typische Interventionen in der Aufstellungsarbeit</strong>. Gedacht für angehende Ausstellerinnen, aber auch TherapeutInnen und BeraterInnen, die gern mit den <strong>Beziehungsbildern</strong>, den „<strong>Lösungsbildern</strong>“ der Aufstellungspraxis arbeiten wollen. <br><br>Es ist eines meiner Pflänzchen, das ich pflege und entwickle, <br>um es bald schon in die Welt der Beratung zu entlassen.&nbsp;</p>
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		<title>Vielfalt der Aufstellungsarbeit und ihr Herzstück &#8211; ein Erfahrungsbericht</title>
		<link>https://loesungsbilder.de/vielfalt-der-aufstellungsarbeit-und-ihr-herzstueck-ein-erfahrungsbericht/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jan Prisor]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 21 Feb 2023 14:00:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Methode]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>„Jeder Jeck leitet anders!“&#160; Als ich vor gut 15 Jahren mit der Aufstellungsarbeit anfing, leitete ich mit einer systemischen Therapeutin zusammen die ersten Aufstellungsgruppen. Wie oft dachte ich damals als meine Kollegin eine Intervention machte: „So kann das nicht gehen! Das ist doch falsch!“&#160; Doch zu meiner Überraschung fand sie oft gute Lösungen. Und dann&#8230;</p>
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<h2 class="wp-block-heading"><strong>„Jeder Jeck leitet anders!“&nbsp;</strong></h2>



<p>Als ich vor gut 15 Jahren mit der Aufstellungsarbeit anfing, leitete ich mit einer systemischen Therapeutin zusammen die ersten Aufstellungsgruppen. Wie oft dachte ich damals als meine Kollegin eine Intervention machte: „So kann das nicht gehen! Das ist doch falsch!“&nbsp;</p>



<p>Doch zu meiner Überraschung fand sie oft gute Lösungen. Und dann merkte ich in der Reflexion mit Ihr, dass sie oft das gleiche angesichts meiner Interventionen dachte.&nbsp;</p>



<p>„Ja, jeder Jeck ist anders!“, denke ich diese Tage und es gibt viele gute Ansätze in der Aufstellungsarbeit, die zu Lösungen führen. Aber beliebig ist es auch wieder nicht …</p>



<p>In der Zeit, die ich diese Arbeit jetzt mache, habe ich verschiedene Phasen erlebt: Kennenlernen und Staunen zu Beginn, später Vertiefen und Differenzieren, und schließlich Lehren und Reflektieren in den letzten sieben Jahren als Weiterbildner für zukünftige AufstellungsleiterInnen.&nbsp;</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>In der Vogelperspektive hebt sich Hintergrund vom Vordergrund ab…</strong></h2>



<p>Jetzt schaue ich immer mehr <strong>aus einer Vogelperspektive</strong> auf diese Arbeit und bin nach wie vor fasziniert, aber nicht mehr naiv gläubig. Mit mehr Erfahrung und Abstand hebt sich der Hintergrund vom Vordergrund ab. Ich erkenne, was trägt und welche verschiedenen Wege man gehen kann&#8230;</p>



<span id="more-2108"></span>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Hintergrund und Herzstück: Die Arbeit mit Körpern im Raum</strong></h2>



<p>Das Herzstück, der Hintergrund des Bildes, ist für mich die Arbeit mit StellvertreterInnen und ihren Körpern im Raum: <strong>Die Verkörperung von Beziehungssystemen. </strong>Dadurch unterscheidet sich Aufstellungsarbeit von vielen anderen Ansätzen in Beratung und Therapie. In Aufstellungen &#8211; gleich ob mit Gruppen oder in der Einzelarbeit &#8211; macht man tatsächlich <strong>neue Beziehungserfahrungen</strong>, welche problematische frühere Beziehungsmuster korrigieren. Das ist etwas ganz anderes als alte Beziehungserfahrungen zu analysieren und zu neuen Einsichten zu kommen. In Aufstellungen geht es um <strong>neues Erleben oder ganzheitliches Lernen neuer Muster.</strong>&nbsp;</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Ein Beispiel: „Ich trage zu viel Verantwortung für andere!“</strong></h2>



<p>Ein häufiges problematisches Beziehungsmuster, mit denen KundInnen kommen, ist das Tragen von zu viel Verantwortung für andere. Viele Menschen &#8211; gerade in helfenden Berufen &#8211; bringen dieses Muster, zugespitzt als „Helfersyndrom“ bezeichnet, mit. Erlernt ist es meist in der Kindheit, wenn jemand schon sehr früh, z.B. im Zuge der Trennung der Eltern, Verantwortung für Geschwister oder für ein trauriges und überfordertes Elternteil übernehmen musste. Kinder sind hier sehr feinfühlig und aus existentieller Sorge um das Familiensystem bereit, weit über ihre Kräfte hinaus zu tragen und sich für andere aufzuopfern.</p>



<p>Körperlich zeigt sich dies häufig in einem Gefühl von Schwere im Bereich der Schultern und der Brust. Eine hilfreiche Lösungsintervention in der Aufstellungsarbeit ist dann die symbolische Rückgabe der für andere stellvertretend getragenen Last. Diese kann dann in einer Aufstellung, symbolisiert z.B. durch einem Stein an einen Stellvertreter der Person, welche die Verantwortung damals eigentlich hätte tragen müssen &#8211; häufig Mutter oder Vater &#8211; zurückgegeben werden.&nbsp;</p>



<p>Die Wirkung dieses Rituals ist unmittelbar als körperliche und emotionale Entlastung spürbar. KundInnen atmen durch, fühlen sich freier und kommen wieder in Kontakt mit ihrem „inneren Kind“, d.h. ihrer Autonomie und ihrer kindlichen Lebensfreude und Leichtigkeit. Dies ist eine neue Beziehungserfahrung, nämlich das Erleben einer Beziehung, in der man die Belastung beim erwachsenen Gegenüber lässt, statt diese für den anderen zu übernehmen.&nbsp;</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Vordergrund und Vielfalt:<br>Verschiedene Ansätze, wie Probleme und Lösungen entstehen</strong></h2>



<p>Aufstellungsarbeit ist nicht gleich Aufstellungsarbeit. Es gibt inzwischen viele unterschiedliche Ansätze oder Theorien dazu. Das <strong>klassische Familienstellen nach Hellinger</strong> geht davon aus, dass „<strong>Verstrickungen</strong>“ in Familiensystemen mitunter sogar über mehrere Generationen wirken, da Nachkommende stellvertretend für Vorherkommende aus vorhergehenden Generationen, Aufträge, Schuld, Geheimnisse, Emotionen übernommen haben, ohne es zu wissen. Indem diese Dynamik in Aufstellungen sichtbar gemacht wird, kann sie bewusst gemacht und gelöst werden.</p>



<p>Die <strong>systemische Selbstintegration</strong> nach Langlotz dagegen ist gegenwartsorientierter, arbeitet mit dem inneren psychischen System des Kunden und verändert direkt seine Verhaltens- und Beziehungsmuster, die aufgrund wie auch immer gearteter vergangener Beziehungserfahrungen entstanden sind: Wie ist die eigene Grenze? Kann ich sie angemessen schützen? Wie bin ich in Kontakt mit mir Selbst, meinen eigenen Bedürfnissen und Impulsen? Kann ich ihnen ausreichend Raum zum entfalten geben und für sie einstehen?</p>



<p>Wieder andere Ansätze nutzen die in der Psychologie gut erforschte <strong>Bindungstheorie</strong> als Grundlage und rücken in Aufstellungen und Aufstellungsgruppen disfunktionale Bindungsmuster bzw. gute Bindungserfahrungen durch schützende Beziehungen in den Vordergrund.</p>



<p>Der Ansatz der <strong>Strukturaufstellungen</strong> (SySt) von Mattias Varga von Kibéd und Insa Sparrer basiert auf systemischen und hypnotherapeutischen Grundlagen. Nach diesem Ansatz entstehen Probleme aufgrund von nicht zieldienlichen Beziehungs<strong>strukturen</strong>, z.B. der Überlagerung von privaten und beruflichen Kontexten oder einer Dilemmaposition, wenn man „zwischen zwei Stühlen steht“ und sich hin und hergerissen fühlt. Interventionen dienen der Unterschiedsbildung durch Erproben alternativer hilfreicherer Beziehungsstrukturen.&nbsp;</p>



<p>Wieder andere Ansätze rücken die <strong>Selbstregulation</strong> <strong>des</strong> <strong>Kunden</strong> ins Zentrum. Die Art, wie <strong>Gunther Schmidt </strong>seinem hypnosystemischen Ansatz folgend bewegte Aufstellungen, die er „Choreografien“ nennt, nutzt, ähnelt in der aktiv gestaltenden Rolle der Kunden dem <strong>Psychodrama</strong>. Leitfage ist hier, was für den Kunden die optimal zieldienliche Anordnung seiner im Raum mit Stellvertretern dargestellten inneren Bilder ist. Dies gilt es spielerisch auszuprobieren und über das körperliche Feedback zu optimieren.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Die Vielfalt der Aufstellungsansätze spiegelt die Vielfalt der Beratungsansätze bzw. Therapieansätze</strong></h2>



<p>Diese <strong>Vielfalt der Ansätze in der Aufstellungsarbeit</strong> ähnelt der Vielfalt der Ansätze in Beratung und Therpie. Die einen setzen auf Durcharbeiten der (Familien-)Geschichte, auf Verstehen und Bewusstmachen der Dynaniken. Die anderen auf direkte Veränderung der Beziehungsmuster durch Übungen anderer symbolischer Interaktionen. Und die systemischer geprägten suchen neue zieldienlichere Beziehungskonstellationen zu konstruieren. Wahlweise liegt der Fokus mehr auf der Vergangenheit, der Gegenwart oder der Gestaltung der Zukunft.&nbsp;</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>„Hinten wird die Ente fett“ &#8211; eine pragmatische Sicht auf die Vielfalt in der Aufstellungarbeit</strong></h2>



<p>Aus meiner Sicht (einer systemisch-pragmatischen) ist kein Ansatz richtig oder falsch, sondern mehr oder weniger zielführend, je nach Anliegen und Persönlichkeit des Kunden, mit dem man gerade arbeitet.&nbsp;</p>



<p>„Hinten wird die Ente fett“, gleich wie das Federkleid ist, könnte man sagen. Und so brauchen die einen das Verstehen ihrer Beziehungsmuster aus dem familienhistorischen Prägungen, oft auch um Verletzungen und Vorwürfe loszulassen und durch Verständnis zu Versöhnung und Annahme der eigenen Eltern und Geschichte zu gelangen. Anderen reicht es, zu verstehen, wie ihre Beziehungsmuster wirken und neue, zieldienlichere zu erlernen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Lernen durch Feedback</strong></h2>



<p>Was aber dem nachhaltigen Wohl der Kunden dient, lässt sich letztlich nur durch Feedback erlernen und reift durch Erfahrung und Reflexion von Aufstellungsprozessen, in Weiterbildungen und Supervision.&nbsp;</p>



<p>So frage ich meine KundInnen oft, was Ihnen geholfen hat und biete immer mehr Nachbearbeitungen von Aufstellungen an. Hilfreiche Lösungsbilder oder Muster lassen sich so festigen und der Prozess durch Reflexion vertiefen.</p>



<p>Und in meiner Weiterbildung zur Aufstellungsleitung lehre ich beides: Zum Einen die Basis, die Arbeit mit den Stellvertetern im Raum und deren repräsentierender Wahrnehmung, welche auch passend als das „Herzstück“ der Aufstellungsarbeit“ bezeichnet wird. Und zum Anderen verschiedene Ansätze im Vergleich. Dies ermöglicht meinen TeilnehmerInnen in kritischer Reflexion ihren eigenen Stil zu entwickeln bzw. in der Praxis die notwendige Flexibilität zu haben, passgenaue und hilfreich Aufstellungsarbeit zu leisten.&nbsp;</p>



<p>Und jetzt interessiert mich, was für dich an der Aufstellungsarbeit hilfreich ist, als Kunde in der Beratung oder als Lernende(r) in Weiterbildungen. </p>



<p>Ich freue mich über jede Anregung und geteilte Erfahrung im Kommentarbereich! </p>
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		<title>Die Weisheit unseres Körper achten lernen &#8230; durch Aufstellungsarbeit</title>
		<link>https://loesungsbilder.de/die-weisheit-unseres-koerper-achten-lernen-durch-aufstellungsarbeit/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jan Prisor]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 24 Jan 2023 21:42:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Methode]]></category>
		<category><![CDATA[Stimmigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Wahrnehmung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Gunther Schmidt spricht in hypnotherapeutischer Tradition immer wieder von dem untrüglichem Wissen unseres Unbewussten, von der Weisheit unseres Organismus oder Körpers. Auch hier geht es um das Gefühl der Stimmigkeit und um Aufstellungsarbeit:&#160; Aufstellungen als Beziehungsbilder Denn in Aufstellungen haben wir einen untrüglichen Sinn dafür, wo wir eine Person oder ein Anteil von uns im&#8230;</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p>Gunther Schmidt spricht in hypnotherapeutischer Tradition immer wieder von dem untrüglichem Wissen unseres Unbewussten, von der <strong>Weisheit unseres Organismus oder Körpers</strong>. Auch hier geht es um das Gefühl der <strong>Stimmigkeit</strong> und um <strong>Aufstellungsarbeit</strong>:&nbsp;</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Aufstellungen als Beziehungsbilder</strong></h2>



<p>Denn in Aufstellungen haben wir einen untrüglichen Sinn dafür, wo wir eine Person oder ein Anteil von uns im Raum um uns herum erleben. Teste es einmal selbst: Wo steht z.B. gerade deine Mutter im gedachten, „mentalen Raum“ um deinen Kopf herum:&nbsp; Vorne rechts, links oder seitlich oder hinten? Wie nah, wie weit? Wahrscheinlich hast du ein recht präzises Gespür dafür!&nbsp;</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Aufstellungen als Sprache</strong></h2>



<p><br>Diese räumlichen Verhältnisse in unserem inneren Erleben bilden ab, wie wir zu anderen in Beziehung stehen: Jemand steht uns nah; stärkt uns den Rücken; steht uns zur Seite; konfrontiert uns usw. Aufstellungen machen unsere inneren Beziehungsbilder deutlich. Und sie machen diese für andere sichtbar und erlebbar. Sie gewähren anderen quasi einen Blick in unsere innerste Beziehungswelt. Durch sie können wir mit Anderen über unser Innerstes kommunizieren und deshalb eigenen sie sich so gut für Beratung, Coaching, Therapie. Varga von Kibéd nennt Aufstellungsarbeit folgerichtig auch eine über das verbale hinausgehende „transverbale Sprache“.&nbsp;</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Sprache als Bild der Welt</strong></h2>



<p>Mit Sprache bilden wir die Welt ab und mit Aufstellungen unsere innere (Beziehungs-)Welt. Es ist eine Grunderkenntnis in Psychologie und Beratung (insbesondere nach dem konstruktivistischem Ansatz), dass wir immer nur auf unser Bild von der Welt reagieren, nie direkt auf die Welt. Deshalb ist dieser Ansatz so hilfreich:&nbsp;</p>



<p>Verändern wir unser Bild von der Welt, so hat dies massive Auswirkungen auf unser Erleben und Verhalten! Und das geschieht eben in Aufstellungen: Wir verändern, wie wir innerlich zur Welt in Beziehung stehen. Wir stellen uns neu auf: So dass unsere inneren Beziehungsbilder hilfreicher, stärkender, stimmiger für uns und unsere Ziele sind.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Was heißt hier stimmig?</strong></h2>



<p>Stimmig heißt hier nun: Das neue veränderte Bild ist mehr in Übereinstimmung mit unserem inneren Bild oder innerem Wissen davon, was für uns und unsere Ziele hilfreich ist. So, dass wir mehr in unserer Kraft und Präsenz sein können. Kommt mir beispielsweise mein(e) Chef(in) z.B. zu nahe, empfinde ich das körperlich als unangenehm, weil es nicht meiner Vorstellung von einer angemessenen beruflichen Beziehung zwischen uns entspricht.&nbsp;</p>



<p>Das innere Idealbild der Beziehungen, an dem wir die Stimmigkeit eines Lösungsbildes in einer Aufstellung oder einem Coaching dabei messen, ist unsere weise Vorstellung, wie die Verhältnisse unter den gegebenen Umständen und auf Basis unserer Lebenserfahrung für uns gerade besser wären. Dieses Idealbild ergibt sich aus einem automatischen (unbewussten, parallelen) ausgewogenen Abgleich unterschiedlicher Aspekte, wie z.B. der Rollen, dem Kontext, der persönlichen Anziehung, der erwarteten Auswirkungen. Dieses innere Idealbild ist sozusagen die Lösung unseres weisen Unterbewusstseins oder Selbstsystems (vgl. Prof. Julius Kuhl). Hören wir also auf unsere Stimmigkeit &#8211; unseren Organismus oder Körper &#8211; hören wir auf unsere innere Weisheit.&nbsp;</p>



<p>Aufstellungen bieten uns so die Möglichkeit, innerlich aufzuräumen und uns neu auszurichten &#8211; d.h. auf unsere innere Stimme zu hören.&nbsp;</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Probier es selbst! </strong></h2>



<p>Abschließend möchte ich dich zu einem kleinen <strong>Gedankenexperiment</strong> dazu einladen:&nbsp; Einmal angenommen, du würdest in einem Bereich deines Lebens mehr auf deine innere Stimme hören, was hätte das für Auswirkungen? Wenn du magst, nimm dir eine Stift, fünf Minuten Zeit schreibe es auf… Möglicherweise wirst du überrascht sein!&nbsp;<br></p>
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		<item>
		<title>Wie kann ich innere Anteile mehr integrieren?</title>
		<link>https://loesungsbilder.de/innere-anteile-integrieren/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jan Prisor]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 24 Jan 2023 21:42:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Formate]]></category>
		<category><![CDATA[Methode]]></category>
		<category><![CDATA[innere Anteile]]></category>
		<category><![CDATA[Integration]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://familienaufstellung-koeln-bonn.de/aa-wp-test/?p=1956</guid>

					<description><![CDATA[<p>Wir haben viele Seiten oder Anteile - manche von Ihnen lehnen wir ab, andere haben wir vernachlässigt. Aufstellungen mit inneren Anteilen ermöglichen diese in einen optimalen Kontakt mit Ihrem Selbst zu bringen. So können Sie Ihre Persönlichkeit ganz entfalten und Ihre Kompetenzen voll aktivieren.</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h2 class="wp-block-heading">Möchtest du Teile von dir mehr leben?</h2>



<p>Hast du machmal das Gefühl, nicht genug Zugang zu Seiten oder Anteilen von dir zu haben? <br>Das kann Wut oder eine andere Emotion, aber auch eine Seite wie der Planer oder der Kreative sein.<br><br>Oft liegt das daran, dass wir in unserer Sozialisation, Familie, Schule, Freundeskreis, diese Seiten nicht so frei leben durften, wie es uns gut getan hätte. Viele Menschen haben sich zu sehr angepasst, vielleicht ihre Wut, Trauer oder auch Abenteuerlust unterdrückt. </p>



<p>Möglicherweise war dafür kein Platz in der Familie oder ein Elternteil hatte selbst zu große Angst vor deinen freien Impulsen. <br>Wie auch immer. Jetzt gilt es das zu entwickeln, was zwar in dir steckt, aber noch nicht angemessen entfaltet ist. </p>



<p>Dabei ist die Methode der Integrationsaufstellung ein sehr wirksames Mittel.<br>Erfahre hier mehr darüber, wie sie auch dir helfen kann, mehr mit dir und deinem ganzen Potential in Kontakt zu kommen.</p>



<p>Der Lohn ist mehr Lebendigkeit, Authentizität, Power und Klarheit, wer du bist und was du im Leben willst:<br>Mehr du! Und mehr Verbundenheit mit dir! <br><br>Und das alles kommt dann auch deinen Beziehungen zu Anderen zugute.<br>Trau dich und schau mit dieser besonderen Aufstellungsmethode in den Spiegel!</p>



<p>Ich verrate dir schon jetzt: Was du sehen und erleben wirst ist schön und berührend!</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was sind innere Anteile?</h2>



<p>Innere Anteile sind die Persönlichkeitsaspekte, die wir alle haben und mehr oder weniger leben. Diese Anteile sind uns aber oft nicht bewusst. Solche unbewussten inneren Anteile beeinflussen uns aber gerade in herausfordernden Situationen, z.B. in Stress oder bei Konflikten. </p>



<p>Sie sind dann problematisch, wenn wir keinen Zugang und guten Kontakt zu ihnen haben.  Diese Anteile sind dann nicht von uns bewusst steuerbar und verfügbar. Ungefragt und unbemerkt treten sie machmal in Aktion, führen quasi ein Eigenleben. </p>



<p>Sie können unser Erleben und Verhalten sogar in Stresssituationen kontrollieren und die Steuerung übernehmen: z.B. in Wutanfällen oder Panik: <br><br><em>„<strong>ES</strong> kam so über mich…</em>&#8222;, sagen wir dann. Uns sind unserer inneren Dynamik gerade nicht mehr Herr oder Frau.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Beispiele für innere Anteile</h2>



<p>Innere Anteile sind erst einmal bloß Seiten oder Eigenschaften von uns, die wir haben. Sie können je nach zielführenden Einsatz und Situation positiv oder negativ wirken. </p>



<p>Wenn wir mit ihnen gut verbunden sind, können sie uns helfen und machen uns zu einer klaren und authentischen Persönlichkeit. Wir können unsere inneren Anteile dann nutzen, wie gute Helfer oder Kräfte.</p>



<p>Beispiele für solche inneren Anteile sind: </p>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>Der Kritiker</strong>: Dieser Anteil kann uns helfen, uns selbst zu verbessern. Er kann aber auch dazu führen, dass wir uns selbst herabsetzen.</li>



<li><strong>Der Beschützer</strong>: Dieser Anteil kann uns helfen, uns sicher und geschützt zu fühlen. Er kann aber auch dazu führen, dass wir uns von anderen isolieren.</li>



<li><strong>Der Optimist</strong>: Dieser Anteil ist hoffnungsvoll und sieht auch in schwierigen Situationen Licht am Ende des Tunnels. Er kann aber auch die Realität aus dem Blick verlieren.</li>



<li><strong>Der Ängstliche</strong>: Dieser Anteil geht leicht vor Angst in die Vermeidung, verschließt die Augen und sieht das schlimme Ende voraus.<br>Er kann uns aber auch schützen und warnen und Vorsicht walten lassen.</li>



<li><strong>Das Kind</strong>: Dieser Anteil kann uns helfen, Freude und Kreativität zu erleben. Er kann aber auch dazu führen, dass wir uns impulsiv oder trotzig verhalten.</li>
</ul>



<h2 class="wp-block-heading">Eine gute Beziehung zu seinen inneren Anteilen gestalten!</h2>



<p>Durch Aufstellungen innerer Anteile können wir mit diesen in Kontakt gehen und eine <strong>hilfreiche Verbindung</strong> oder Beziehung zu ihnen aufbauen. So lernen wir sie kennen und sie und ihre positive Absicht für uns als Gesamtsystem verstehen. </p>



<p>Diese Art der Arbeit nenne ich <strong>Integrationsaufstellungen</strong>.<br>Hier erfährst du, wie sie dir hilft dich als Person zu entwickeln und authentischer zu werden.<br><br>Denn je mehr wir all unsere Seiten oder Anteile leben können, ohne von ihnen beherrscht zu werden, desto mehr entfalten wir unser Potenzial.<br>Unser Leben wird so kraftvoller und leichter. Wir kommen in einen Flow und fühlen mit uns wohl und sicher. </p>



<p>Das führt dann auch dazu, dass wir uns in der Begegnung mit Anderen wohl und sicher fühlen. Wir sind dann mit uns und unserem Team im Reinen!</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wie integrierst du deine inneren Anteile? Die Integrationsaufstellung!</h2>



<p>In Anlehnung an verschiedene Aufstellungsformen mit inneren Anteilen, z.B. </p>



<ul class="wp-block-list">
<li>die <strong>“Systemische Selbstintegration“ von Ero Langlotz</strong>, </li>



<li>die Arbeit mit dem <strong>Inneren Team nach Schulz von Thun</strong>,</li>



<li>den <strong>Lebensintegrationsprozess</strong> nach W. Nelles oder</li>



<li><strong>Gunther Schmidts Seitenmodell</strong> </li>
</ul>



<p>habe ich eine sehr einfache Form der Aufstellung mit inneren Anteilen mit dem Ziel der Integration dieser entwickelt. <br>Damit kann ich dich gezielt bei der Integration von bislang vernachlässigten, nicht gesehenen oder nicht ausreichend gelebten inneren Anteilen unterstützen. Du gehst mit dir bzw. Teilen in eine tiefere Verbindung oder Beziehung. </p>



<p>Dadurch wirst du „Ganzer“ und hast deine komplette Power und Vielfalt zur Verfügung. Deine Bandbreite an Verhaltens- und Erlebensmöglichkeiten erhöht sich drastisch. Und im Kontakt zu anderen wirst du souveräner und flexibler, weil du nichts verstecken musst bzw. freier und lockerer bist.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wie verläuft eine Integrationsaufstellung?</h2>



<p>Bei einer Integrationsaufstellung wird der innere Anteil, zu dem du eine bessere Verbindung aufbauen möchtest, durch einen Stellvertreter  physisch-räumlich in Beziehung zu dir im Beratungsraum platziert. In der Einzelarbeit nutze ich statt eines Stellvertreters ein (Zettel, Stuhl, Kissen, etc.). </p>



<p>Der Stellvertreter für deinen inneren Anteil wird so nah und zu dir, wie du die Beziehung zu dem Teil intuitiv erlebst, platziert. Er kann dich anschauen oder wegblicken. Vielleicht schaust du zu ihm herab oder hoch oder hast ihn gar nicht im Blick. </p>



<p>So wird zunächst deine innere Beziehung von dir zu deinem inneren Anteil visualisiert und bewusst gemacht. Das ist auch die Voraussetzung, diese Beziehung im nächsten Schritt durch Interventionen zu verbessern.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Interaktion mit inneren Anteilen: Integration und Verständnis</h2>



<p>Durch die räumliche-symbolische Visualisierung deiner Beziehung zu diesem Anteil verstehst du deine Beziehung zu diesem besser und die Auswirkungen, die diese Art der Beziehungsgestaltung in deinem Leben und Verhalten bisher hat. </p>



<p>Wir können sie aber jetzt im nächsten Schritt probeweise verändern. Dazu reicht es meist, den Anteil in einer Entfernung von 1-2 Metern dir zugewandt gegenüberzustellen und Blickkontakt herzustellen.</p>



<p>Dann beginnt oft schon ohne weiteres Zutun &#8211; wenn man es zulässt und achtungsvoll und geduldig als Leitung begleitet &#8211; ein Integrationsprozess. </p>



<p>Körperlich zeigt sich das an einer Resonanz zwischen dir und &#8211; idealerweise einem Stellvertreter (in der Einzelarbeit kann das auch zeitweise eine geübte Leitung übernehmen). Soche Resonanz kann sich durch ein gleichzeitiges Lächeln, Zittern, ähnliche Emotionen, etc. zeigen. </p>



<h2 class="wp-block-heading">Emotionaler Prozess: Wichtigkeit von erfahrener Begleitung</h2>



<p>ft, abEine   ei Anteile kann sehr emotional sein, da die Teilnehmer ihre innersten Gedanken und Gefühle teilen. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass eine Aufstellung von einer erfahrenen Leitung durchgeführt wird. Diese ist in der Lage, den Prozess zu leiten und sicherzustellen, dass du dich sicher und unterstützt fühlst.</p>



<p>Dabei geht es immer um die <strong>eigene Auseinandersetzung mit einem Aspekt, einer Seite von dir oder auch einer Rolle</strong>. Diese Integration kann wie eine Versöhnung nach langer Trennung schmerzhaft, aber letztlich sehr heilsam sein.</p>



<p>Integriert werden können so: </p>



<ul class="wp-block-list">
<li>eigene <strong>Seiten</strong> oder <strong>Aspekte</strong>, </li>



<li><strong>Themen</strong> bzw. <strong>Phasen</strong> des eigenen Lebens, </li>



<li><strong>Rollen</strong></li>



<li><strong>Emotionen</strong>, z.B. Wut, Freude, Trauer</li>



<li><strong>Haltungen</strong> und <strong>Werte</strong>, z.B. Offenheit, gesunde Agression, Zielstrebigkeit, Mut, Durchhaltevermögen.</li>
</ul>



<p></p>



<p>Wie das <a href="https://loesungsbilder.de/entscheidungen-faellen-innere-stimmen-aufstellen/">Aufstellen innerer Anteile bei Entscheidungsproblemen, inneren Konflikten und innerer Zerissenheit </a>hilft, habe ich übriges in einen eigenen Artikel beschreiben.&nbsp;</p>



<p>Möchtest du also einen anderen, <strong>besseren Zugang zu einem bestimmten Aspekt von </strong>dir (Verhalten, Erleben, Reaktionsweise) oder einer Rolle (beruflich, privat) finden, kontaktiere mich gerne. </p>



<p>Oder melde dich direkt für eine Aufstellung dazu an einen der <a href="https://loesungsbilder.de/anmeldung/">Aufstellungsworkshops</a> an.</p>


<p>Der Beitrag <a href="https://loesungsbilder.de/innere-anteile-integrieren/">Wie kann ich innere Anteile mehr integrieren?</a> erschien zuerst auf <a href="https://loesungsbilder.de">Lösungsbilder</a>.</p>
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		<item>
		<title>Ablauf einer Aufstellung</title>
		<link>https://loesungsbilder.de/ablauf-einer-aufstellung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jan Prisor]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 19 Jan 2023 12:59:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Methode]]></category>
		<category><![CDATA[Methode-Aufstellungsarbeit]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://familienaufstellung-koeln-bonn.de/aa-wp-test/?p=1988</guid>

					<description><![CDATA[<p>Aufstellungen haben einen klaren Ablauf: Anliegenklärung, Aufstellung des Ist-Zustandes, Erarbeitung eines Lösungsbildes. Abschluss und Entrollen der StellvertreterInnen. Erfahren Sie hier mehr dazu, was diese einzelnen Phasen bedeuten.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://loesungsbilder.de/ablauf-einer-aufstellung/">Ablauf einer Aufstellung</a> erschien zuerst auf <a href="https://loesungsbilder.de">Lösungsbilder</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h2 class="wp-block-heading">Wie verläuft eine systemische Aufstellung?</h2>



<h3 class="wp-block-heading">1. Ihr Anliegen und Ziel klären</h3>



<p>Eine Aufstellung &#8211;&nbsp; gleich ob Familienaufstellung oder Systemaufstellung &#8211; beginnt damit, dass ich Ihr&nbsp;<strong>Anliegen kläre</strong>. Dazu führen wir ein kurzes Gespräch vor der Gruppe, z.B.:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Welche Personen und Bestandteile&nbsp;gehören zu Ihrem System?</li>



<li>Wie sind die aktuellen Umstände und Bedingungen?&nbsp;</li>



<li>Was wollen Sie verstehen bzw.&nbsp;verändern?</li>
</ul>



<h3 class="wp-block-heading">2. Innere Bilder räumlich darstellen</h3>



<p>Dann stellen Sie Ihr Bild von Ihrem System im Raum auf. Dazu positionieren Sie unter meiner Anleitung andere SeminarteilnehmerInnen (bzw. in der Einzelarbeit Figuren) als sogenannte „StellvertreterIn“ für die verschiedenen Mitglieder Ihres Systems&nbsp;im Seminarraum. Dabei lassen Sie sich von Ihrem Gefühl und Ihrer Intuition leiten und stellen Sie so auf, wie Sie deren Beziehungen zueinander empfinden. Durch Abstand, Blickrichtung und Haltung der aufgestellten TeilnehmerInnen zueinander wird die Dynamik des Systems deutlich und in seiner Wirkung erfahrbar. &nbsp;</p>



<p>Allein das&nbsp;<strong>Erleben und Annehmen dieses ersten Bildes</strong>, des Beziehungsgeflechts, wie es Ihrer inneren Vorstellung nach ist (oder war, wenn es sich z.B. um Fragen zur Herkunftsfamilie handelt) bewirkt oft schon mehr Verständnis für die unterschiedlichen Verhaltens- und Sichtweisen, Wachstum und Versöhnung.</p>



<h3 class="wp-block-heading">3. Ein Lösungsbild finden</h3>



<p>Jetzt gehe ich zusammen mit Ihnen auf die Suche nach einer neuen und für Ihr Anliegen hilfreicheren Ordnung des Systems.</p>



<p>In einem individuellen Prozess arbeiten wir in Ihrem Tempo und entwicklen durch&nbsp;<strong>verschiedene Interventionen</strong>, z.B.:&nbsp;Umstellungen der StellvertreterInnen,&nbsp;Herstellen von Kontakt zwischen ihnen oder&nbsp;Aussprechen von fälligen Beziehungsbotschaften ein LÖSUNGSBILD.&nbsp;</p>



<p>Sie erleben diesen Prozess zunächst von außen als BeobachterIn. So erhalten Sie mit ausreichend emotionalem Abstand einen Überblick, erkennen Muster und Zusammenhänge und erlangen mehr Verständnis für alle Beteiligten und deren Perspektiven im System. &nbsp;</p>



<p>Zum&nbsp;<strong>Abschluss</strong>&nbsp;dürfen Sie für Ihren eigenen Stellvertreter einwechseln und das veränderte Beziehungsgeflecht in seiner Dynamik und Wirkung auf Sie von innen her erfahren. Dies ist oftmals eine intensive Erfahrung und verstärkt das Verinnerlichen der aufgestellten Lösung.</p>



<p>So nehmen Sie ein deutliches und kraftvolles Lösungsbild mit. Dies wirkt auch nach dem Seminar noch ohne Ihr bewusstes Handeln weiter:</p>



<p>Es beeinflusst positiv, wie Sie mit sich, Anderen, Ihrer Familie und dem Leben&nbsp;<strong>in Zukunft</strong>umgehen.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://loesungsbilder.de/ablauf-einer-aufstellung/">Ablauf einer Aufstellung</a> erschien zuerst auf <a href="https://loesungsbilder.de">Lösungsbilder</a>.</p>
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