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	<title>Systemische Aufstellungsarbeit Archive - Lösungsbilder</title>
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	<description>Institut für Systemaufstellung &#38; Coaching in Köln-Bonn</description>
	<lastBuildDate>Thu, 12 Mar 2026 14:38:01 +0000</lastBuildDate>
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	<title>Systemische Aufstellungsarbeit Archive - Lösungsbilder</title>
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		<title>Abgrenzung in Beziehungen lernen &#8211; weibliche Emanzipation von transgenerationalen Beziehungsmustern</title>
		<link>https://loesungsbilder.de/abgrenzung-in-beziehungen-lernen-weibliche-emanzipation-von-transgenerationalen-beziehungsmustern/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jan Prisor]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 11 Mar 2026 13:42:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erfahrungen]]></category>
		<category><![CDATA[Weiterbildungen]]></category>
		<category><![CDATA[Ahnen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Weibliche Emanzipation in Beziehungen – ein transgenerationales Thema Ein Fallbeispiel aus der Aufstellungsarbeit Viele Menschen merken erst spät, dass sie sich in Beziehungen schwer abgrenzen können. Bedürfnisse werden lange zurückgestellt, Grenzen werden erst ausgesprochen, wenn innerlich bereits ein Rückzug oder sogar eine Trennung stattgefunden hat. Abgrenzung in Beziehungen lernen bedeutet deshalb oft nicht nur, neue&#8230;</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h2 class="wp-block-heading">Weibliche Emanzipation in Beziehungen – ein transgenerationales Thema</h2>



<p><strong>Ein Fallbeispiel aus der Aufstellungsarbeit</strong></p>



<p>Viele Menschen merken erst spät, dass sie sich in Beziehungen schwer abgrenzen können. Bedürfnisse werden lange zurückgestellt, Grenzen werden erst ausgesprochen, wenn innerlich bereits ein Rückzug oder sogar eine Trennung stattgefunden hat.</p>



<p><strong>Abgrenzung in Beziehungen lernen</strong> bedeutet deshalb oft nicht nur, neue Kommunikationsstrategien zu entwickeln. Häufig spielen auch tiefere familiäre oder transgenerationale Muster eine Rolle.</p>



<p>Das folgende Fallbeispiel aus der systemischen Aufstellungsarbeit zeigt, wie der Kontakt zum eigenen inneren Kern helfen kann, Abgrenzung in Beziehungen zu lernen, ohne die Verbindung zu den eigenen Wurzeln zu verlieren.</p>



<p><em>(Zum Schutz der Privatsphäre wurden einzelne Details verändert.)</em><br></p>



<h2 class="wp-block-heading">Ausgangssituation: Eine Frau möchte Abgrenzung in Beziehungen lernen</h2>



<p>Im Rahmen eines Weiterbildungsmoduls zur Arbeit mit Paarbeziehungen arbeitete eine etwa 45-jährige Frau mit russischen Wurzeln an einem persönlichen Anliegen.</p>



<p>Einige Zeit zuvor – etwa vier bis sechs Monate – hatte sie sich von ihrem Partner getrennt. Die Trennung war nach einem längeren inneren Prozess erfolgt und letztlich im Guten geschehen. Beide konnten gut damit leben.</p>



<p>Nach der Trennung erlebte sie zunächst ein Gefühl von Freiheit und Erleichterung. Gleichzeitig stellte sie sich eine wichtige Frage.</p>



<p>Rückblickend hatte sie bemerkt, dass sie in der Beziehung ihre Grenzen sehr lange nicht wahrgenommen hatte. Innerlich hatte sie sich bereits deutlich früher von ihrem Partner entfernt, bevor sie schließlich die Trennung ausgesprochen hatte.</p>



<p>Sie formulierte ihr Anliegen so:</p>



<p><strong><em>„Ich habe in der Beziehung meinen Kern nicht gespürt.“</em></strong></p>



<p>Ihr Wunsch war es, <strong>Abgrenzung in Beziehungen zu lernen</strong>, damit zukünftige Beziehungen nicht erst dann enden müssen, wenn sie sich innerlich bereits zurückgezogen hat.</p>



<p>Sie wollte:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>ihre eigenen Bedürfnisse früher spüren</li>



<li>Grenzen rechtzeitig wahrnehmen</li>



<li>diese klar aussprechen können</li>



<li>Beziehungen gestalten, ohne sich selbst zu verlieren</li>
</ul>



<p></p>



<p>Im Gespräch wurde außerdem deutlich, dass sie einen Zusammenhang zu ihrer weiblichen Herkunftslinie vermutete.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Aufstellung: Wie Abgrenzung in Beziehungen sichtbar wird</h2>



<p>Für die Aufstellung wurden folgende Elemente gewählt:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>eine Stellvertreterin für die Klientin</li>



<li>eine Stellvertreterin für die weibliche Ahnenlinie</li>



<li>ein möglicher zukünftiger Partner</li>
</ul>



<p></p>



<p>Der Partner diente zunächst als Testfigur. Am Ende sollte überprüft werden, ob sich die innere Haltung der Klientin verändert hatte und ob sie nun <strong>Abgrenzung in Beziehungen besser verkörpern kann</strong>.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Das innere Dilemma zwischen Verbindung und Abgrenzung</h3>



<p>Schnell zeigte sich eine starke Verbindung zwischen der Klientin und der weiblichen Ahnenlinie.</p>



<p>Gleichzeitig entstand ein deutlich spürbares Dilemma.</p>



<p>Die Stellvertreterin beschrieb zwei gegensätzliche Impulse:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Einerseits wollte sie sich <strong>abgrenzen</strong> und ihren eigenen Weg gehen.</li>



<li>Gleichzeitig wollte sie <strong>die Verbindung zu den Frauen ihrer Familie nicht verlieren</strong>.</li>
</ul>



<p></p>



<p>Auch räumlich zeigte sich eine interessante Dynamik. Die Ahninnen standen sehr präsent im Raum und suchten immer wieder die Nähe zur Klientin.</p>



<div class="wp-block-uagb-image uagb-block-0a8137f7 wp-block-uagb-image--layout-default wp-block-uagb-image--effect-static wp-block-uagb-image--align-none"><figure class="wp-block-uagb-image__figure"><img loading="lazy" decoding="async" srcset="https://loesungsbilder.de/wp-content/uploads/2026/03/1-Ausgangsbild-Dilemma-zwischen-Verbundenheit-und-Abgrenzung-1024x1024.jpg " sizes="auto, (max-width: 480px) 150px" src="https://loesungsbilder.de/wp-content/uploads/2026/03/1-Ausgangsbild-Dilemma-zwischen-Verbundenheit-und-Abgrenzung-1024x1024.jpg" alt="Dilemma zwischen Verbundenheit  mit den weiblichen Ahnen und Abgrenzung" width="1024" height="1024" title="Ausgangsbild - Dilemma zwischen Verbundehnheit und Abrenzung zu den Ahnen" loading="lazy" role="img"/></figure></div>



<p>Dieses Bild macht sichtbar, warum es manchmal so schwierig ist, <strong>Abgrenzung in Beziehungen zu lernen</strong>: <br>Es geht nicht nur um die aktuelle Partnerschaft, sondern auch um Loyalitäten gegenüber der eigenen Herkunft.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Würdigung der Ahnen als erster Lösungsschritt</h3>



<p>Die Stellvertreterin der Klientin wandte sich an die Frauen ihrer Familie und sagte:</p>



<p><em><strong>„Schaut freundlich auf mich, wenn ich es anders mache als ihr.“</strong></em></p>



<p>Und ergänzend ließ ich sie noch die weiblichen Ahnen für ihre Leistung für die Familien würdigen.</p>



<p><strong><em>„Danke für alles, was ihr für unsere Familie getragen habt.“</em></strong></p>



<p>Dabei wurde deutlich, dass sie ein starkes Schuldgefühl spürte. Ein Teil von ihr hatte das Gefühl, die Leistungen der Frauen zu verraten, wenn sie selbst einen anderen Weg gehen würde.</p>



<p>Sie ergänzte:</p>



<p><strong><em>„Durch das, was ihr geleistet habt, kann ich heute freier und selbstbestimmter leben.“</em></strong></p>



<p>Diese Würdigung brachte etwas Entspannung in die Situation, löste die Dynamik jedoch noch nicht vollständig.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Den eigene Kern spüren – eine Voraussetzung für Abgrenzung</h2>



<p>Im Gespräch hatte die Klientin mehrfach gesagt, sie spüre ihren Kern bzw. ihre Genzen nicht.</p>



<p>Deshalb ergänzte ich ein weiteres Element: <strong>den Kern der Klientin</strong>.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://loesungsbilder.de/wp-content/uploads/2026/03/2-Spannung-und-unklare-Ordnung-1-1024x1024.jpg" alt="Ergänzung des eigenen Kerns als erste Intervention" class="wp-image-23356" srcset="https://loesungsbilder.de/wp-content/uploads/2026/03/2-Spannung-und-unklare-Ordnung-1-1024x1024.jpg 1024w, https://loesungsbilder.de/wp-content/uploads/2026/03/2-Spannung-und-unklare-Ordnung-1-300x300.jpg 300w, https://loesungsbilder.de/wp-content/uploads/2026/03/2-Spannung-und-unklare-Ordnung-1-150x150.jpg 150w, https://loesungsbilder.de/wp-content/uploads/2026/03/2-Spannung-und-unklare-Ordnung-1-768x768.jpg 768w, https://loesungsbilder.de/wp-content/uploads/2026/03/2-Spannung-und-unklare-Ordnung-1-370x370.jpg 370w, https://loesungsbilder.de/wp-content/uploads/2026/03/2-Spannung-und-unklare-Ordnung-1-120x120.jpg 120w, https://loesungsbilder.de/wp-content/uploads/2026/03/2-Spannung-und-unklare-Ordnung-1-840x840.jpg 840w, https://loesungsbilder.de/wp-content/uploads/2026/03/2-Spannung-und-unklare-Ordnung-1-410x410.jpg 410w, https://loesungsbilder.de/wp-content/uploads/2026/03/2-Spannung-und-unklare-Ordnung-1-600x600.jpg 600w, https://loesungsbilder.de/wp-content/uploads/2026/03/2-Spannung-und-unklare-Ordnung-1-500x500.jpg 500w, https://loesungsbilder.de/wp-content/uploads/2026/03/2-Spannung-und-unklare-Ordnung-1.jpg 1500w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Ergänzung des eigenen Kernst als erste Intervention</figcaption></figure>



<p>Die Stellvertretung für diesen Kern zeigte eine bemerkenswerte Dynamik. Der Kern stand zunächst nicht klar bei der Klientin, sondern bewegte sich zwischen ihr und der Ahnenlinie. Und die weiblichen Ahnen schienen sehr interessiert, ja sogar angezogen vom Kern der Klientin.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Der fehlende Kern der Ahnen</h3>



<p>An diesem Punkt entstand eine neue Hypothese: Vielleicht hatten auch die weiblichen Ahninnen keinen stabilen Kontakt zu ihrem eigenen Kern.</p>



<p>Deshalb wurde zusätzlich <strong>der Kern der Ahnen</strong> aufgestellt.</p>



<p>Die Wirkung war unmittelbar sichtbar. Der Kern der Ahnen bewegte sich sofort zu ihnen. In diesem Moment wurden die Ahninnen deutlich ruhiger.</p>



<p>Es entstand der Eindruck, dass sie zuvor etwas bei der Klientin gesucht hatten – <strong>Kontakt zum eigenen Kern</strong>.</p>



<div class="wp-block-uagb-image uagb-block-62f49354 wp-block-uagb-image--layout-default wp-block-uagb-image--effect-static wp-block-uagb-image--align-none"><figure class="wp-block-uagb-image__figure"><img loading="lazy" decoding="async" srcset="https://loesungsbilder.de/wp-content/uploads/2026/03/3-Ergaenzung-des-fehlenden-Kerns-der-Ahnen-1024x1024.jpg ,https://loesungsbilder.de/wp-content/uploads/2026/03/3-Ergaenzung-des-fehlenden-Kerns-der-Ahnen.jpg 780w, https://loesungsbilder.de/wp-content/uploads/2026/03/3-Ergaenzung-des-fehlenden-Kerns-der-Ahnen.jpg 360w" sizes="auto, (max-width: 480px) 150px" src="https://loesungsbilder.de/wp-content/uploads/2026/03/3-Ergaenzung-des-fehlenden-Kerns-der-Ahnen-1024x1024.jpg" alt="Die Ergänzung des fehlenden Kerns der Ahnen" class="uag-image-23357" width="1024" height="1024" title="Die Ergänzung des fehlenden Kerns der Ahnen" loading="lazy" role="img"/></figure></div>



<p>Die Klientin wandte sich an die Frauen ihrer Familie und ich ließ sie die folgenden Worte sagen:</p>



<p><em><strong>„Liebe Mütter, ich kann euch euren Kern nicht ersetzen</strong>!<br><strong>Ich habe meinen und ihr habt euren!“</strong></em></p>



<p>Dieser Satz brachte eine neue Ordnung in die Situation.</p>



<p>Der eigene Kern gehört zur Klientin.<br>Der Kern der Ahninnen gehört zu ihnen.</p>



<p>Erst durch diese klare Zuordnung konnte sich die Dynamik entspannen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Der Test: Kann die Klientin nun Abgrenzung in Beziehungen lernen?</h2>



<p>Zum Abschluss wurde der zuvor aufgestellte Stellvertreter für einen möglichen Partner wieder einbezogen.</p>



<div class="wp-block-uagb-image uagb-block-58acb5fb wp-block-uagb-image--layout-default wp-block-uagb-image--effect-static wp-block-uagb-image--align-none"><figure class="wp-block-uagb-image__figure"><img loading="lazy" decoding="async" srcset="https://loesungsbilder.de/wp-content/uploads/2026/03/4-Loesungsbild-In-Selbstverbindung-in-Beziehung-gehen-1024x1024.jpg ,https://loesungsbilder.de/wp-content/uploads/2026/03/4-Loesungsbild-In-Selbstverbindung-in-Beziehung-gehen.jpg 780w, https://loesungsbilder.de/wp-content/uploads/2026/03/4-Loesungsbild-In-Selbstverbindung-in-Beziehung-gehen.jpg 360w" sizes="auto, (max-width: 480px) 150px" src="https://loesungsbilder.de/wp-content/uploads/2026/03/4-Loesungsbild-In-Selbstverbindung-in-Beziehung-gehen-1024x1024.jpg" alt="Lösungsbild - In Selbstverbindung in Beziehung gehen" class="uag-image-23358" width="1024" height="1024" title="Lösungsbild - In Selbstverbindung in Beziehung gehen" loading="lazy" role="img"/></figure></div>



<p>Die Stellvertreterin der Klientin drehte sich zu ihm um: Zum ersten Mal standen sich beide <strong>wirklich gegenüber</strong>.</p>



<p>Die Klientin stand nun sichtbar <strong>in Kontakt mit ihrem eigenen Kern</strong>. Dadurch entstand eine neue Qualität der Begegnung.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Reflexion der Aufstellung</h2>



<h3 class="wp-block-heading">Systemische Loyalität – warum Abgrenzung sich manchmal wie Verrat anfühlt</h3>



<p>Ein zentrales Moment in dieser Aufstellung war das Schuldgefühl der Klientin.</p>



<p>Der Familientherapeut <strong>Ivan Boszormenyi-Nagy</strong> beschrieb solche Dynamiken als <strong>unsichtbare Loyalitäten zwischen Generationen</strong>.</p>



<p>Gerade in Familien, in denen Frauen über Generationen hinweg viel Verantwortung getragen haben, kann es sich innerlich schwierig anfühlen, <strong>Abgrenzung in Beziehungen zu lernen</strong>.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Der eigene Kern und systemische Selbstintegration</h3>



<p>Die Dynamik dieser Aufstellung lässt sich auch mit einem Konzept des systemischen Therapeuten <strong>Ero Langlotz</strong> verstehen.</p>



<p>Langlotz spricht von <strong>systemischer Selbstintegration</strong>. Dabei steht das eigene <strong>Selbst oder der Kern</strong> im Mittelpunkt der persönlichen Orientierung.</p>



<p>Wenn Menschen versuchen, mit ihrem eigenen Selbst etwas auszugleichen, das in ihrem Familiensystem fehlt, nennt Langlotz dies eine <strong>„Verstrickung im System Individuum“</strong>.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Fazit: Abgrenzung in Beziehungen lernen beginnt im Kontakt mit sich selbst</h3>



<p>Dieses Fallbeispiel zeigt eine Dynamik, die viele Menschen kennen: In Beziehungen &#8211; gerade in engen Paarbeziehungen &#8211; kann man sich verlieren. Denn immer wieder stellt sich uns die Herausforderung das Dilemma zwischen Autonomie und Bezogenheit zu lösen: </p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Nehme ich mir heute den Raum und gehe alleine in die Sauna oder verbinde ich den Abend mit meinem Partner?</li>



<li>Verzichte ich auf den Ausflug mit meinen Freunden am Wochenende oder mute ich meinem Partner ein Wochenende allein mit den Kindern zu?</li>



<li>Sage ich, dass ich heute nicht kuschelig bin oder lasse ich mich auf Intimität ein?</li>
</ul>



<p></p>



<p>Abgrenzung in Beziehungen zu lernen bedeutet nicht nur, „Nein“ sagen zu können. Oft braucht es zunächst einen tieferen Schritt: <strong>den Kontakt zum eigenen Kern</strong> sowie den Mut und die Fähigkeit über die eigenen Wünsche und Bedürfnisse zu kommunizieren. </p>



<p>Erst wenn wir spüren,</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>was wir brauchen</li>



<li>wo unsere Grenzen liegen</li>



<li>was sich stimmig anfühlt</li>
</ul>



<p></p>



<p>können wir Beziehungen gestalten, ohne uns selbst zu verlieren.</p>



<p>Die Aufstellung half der Klientin, genau diesen Kontakt wiederzufinden – verbunden mit ihrer Herkunft und gleichzeitig frei, ihren eigenen Weg zu gehen.</p>



<p></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Abgrenzung von der Mutter – und wieder für die eigenen Bedürfnisse sorgen</title>
		<link>https://loesungsbilder.de/abgrenzung-von-der-mutter-und-sorge-fuer-die-eigenen-beduerfnisse/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jan Prisor]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 11 Mar 2026 08:44:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erfahrungen]]></category>
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		<category><![CDATA[Abgrenzung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>&#8211; Ein Fallbeispiel aus unserer Aufstellungsarbeit zu Grenzen zwischen Mutter und Tochter Der folgende Aufstellungsfall aus einem Praxisseminar zur Paar- und Aufstellungsarbeit beschreibt exemplarisch den Weg von der Identifikation zur Abgrenzung von der Mutter – und wie dadurch auch wieder mehr Klarheit in der eigenen Partnerschaft entstehen kann. In der systemischen Aufstellungsarbeit wird immer wieder&#8230;</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h2 class="wp-block-heading">&#8211; Ein Fallbeispiel aus unserer Aufstellungsarbeit zu Grenzen zwischen Mutter und Tochter</h2>



<p>Der folgende Aufstellungsfall aus einem Praxisseminar zur Paar- und Aufstellungsarbeit beschreibt exemplarisch den Weg <strong>von der Identifikation zur Abgrenzung von der Mutter</strong> – und wie dadurch auch wieder mehr Klarheit in der eigenen Partnerschaft entstehen kann.</p>



<p>In der systemischen Aufstellungsarbeit wird immer wieder sichtbar, wie stark aktuelle Beziehungen von früheren Bindungsdynamiken geprägt sein können. Besonders deutlich zeigt sich dies in Beziehungen zwischen Müttern und Töchtern, wenn eine sehr enge emotionale Verbindung entstanden ist, in der eigene Bedürfnisse kaum noch Raum haben.</p>



<p><em>(Zum Schutz der Privatsphäre wurden einzelne Details verändert.)</em></p>



<p class="has-text-align-center"><em>Das folgende Video visualisiert die zentralen Interventionen des Fallbeispiels. </em></p>



<figure class="wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio"><div class="wp-block-embed__wrapper">
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</div></figure>



<h3 class="wp-block-heading">Eine sehr enge Bindung zur Mutter hindert Selbstfürsorge</h3>



<p>Die Klientin berichtete von einer sehr intensiven Beziehung zu ihrer Mutter. Zwischen beiden bestand eine starke emotionale Verbindung, die teilweise etwas Verschmelzendes hatte: viel gegenseitiges Zuhören, viel emotionales Getragensein – aber auch eine große Verantwortung der Tochter für die Bedürfnisse der Mutter.</p>



<p>Über viele Jahre hinweg hatte die Klientin eine Rolle übernommen, in der sie emotional für ihre Mutter da war, ihr zuhörte und ihre Sorgen mittrug.&nbsp;</p>



<p>Die eigenen Bedürfnisse traten dabei zunehmend in den Hintergrund. Diese Dynamik wirkte sich auch auf ihre Partnerschaft aus.&nbsp;</p>



<p>Die Klientin bemerkte, dass sie ihren eigenen Mann oft kaum noch wirklich wahrnehmen konnte, denn innerlich blieb sie stark auf ihre Mutter ausgerichtet.</p>



<p>Ihr Anliegen für die Aufstellung war daher:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>die Beziehung zur Mutter noch einmal genauer anzuschauen</li>



<li>mehr Abstand und Eigenständigkeit zu entwickeln</li>



<li>wieder stärker in Kontakt mit den eigenen Bedürfnissen und Grenzen zu kommen.&nbsp;</li>
</ul>



<p>Wichtig ist zu erwähnen, dass diese Klientin bereits längere Zeit mit mir gearbeitet hatte. Zu Beginn unserer Zusammenarbeit fiel es ihr sehr schwer, zwischen den eigenen Bedürfnissen und denen anderer Menschen zu unterscheiden. Sie war so stark daran gewöhnt, für andere da zu sein, dass sie die Bedürfnisse anderer sensibel wahrnahm, während sie die eigenen nicht ausreichend achtete.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Erste Klärung: Kann sie sich selbst von der Mutter unterscheiden?</h3>



<p>Zu Beginn der Aufstellung arbeitete ich zunächst mit einer verdeckten Stellungsarbeit:<br>Zwei Stellvertreterinnen wurden im Raum positioniert – eine für die Mutter und eine für die Klientin selbst. Die Klientin wusste zunächst nicht, welche Person welche Rolle hatte.</p>



<p>Sie wurde gebeten, sich zu den beiden Personen in Beziehung zu setzen und zu erspüren, wer ihre Mutter und wer sie selbst sein könnte. Die Unterscheidung gelang ihr erstaunlich klar.&nbsp;</p>



<div class="wp-block-uagb-image uagb-block-f1df6754 wp-block-uagb-image--layout-default wp-block-uagb-image--effect-static wp-block-uagb-image--align-none"><figure class="wp-block-uagb-image__figure"><img loading="lazy" decoding="async" srcset="https://loesungsbilder.de/wp-content/uploads/2026/03/1-Ausgangsbild-Starke-Bindung-zwischen-Mutter-und-Tochter-1-1024x1024.jpg ,https://loesungsbilder.de/wp-content/uploads/2026/03/1-Ausgangsbild-Starke-Bindung-zwischen-Mutter-und-Tochter-1.jpg 780w, https://loesungsbilder.de/wp-content/uploads/2026/03/1-Ausgangsbild-Starke-Bindung-zwischen-Mutter-und-Tochter-1.jpg 360w" sizes="auto, (max-width: 480px) 150px" src="https://loesungsbilder.de/wp-content/uploads/2026/03/1-Ausgangsbild-Starke-Bindung-zwischen-Mutter-und-Tochter-1-1024x1024.jpg" alt="Ausgangsbild Starke Bindung zwischen Mutter und Tochter" class="uag-image-23332" width="1024" height="1024" title="Ausgangsbild Starke Bindung zwischen Mutter und Tochter" loading="lazy" role="img"/></figure></div>



<p>Als sie ihrer Mutter gegenüberstand, wurde aber die emotionale Verbindung der beiden sofort spürbar.&nbsp;</p>



<p>Sie nahm die Hand der Stellvertreterin, hatte Tränen in den Augen und äußerte den sagte:<br></p>



<p><strong><em>„Ich bin dir so verbunden. Aber ich will jetzt meinen eigenen Weg gehen!“</em></strong></p>



<p>Dieser Moment machte deutlich, wie stark die Verbundenheit war – und gleichzeitig, wie sehr sich die Klientin nach mehr Eigenständigkeit sehnte.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Wenn Wut im System auftaucht</h3>



<p>Im nächsten Schritt stellten wir weitere Elemente der Situation auf:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>die Klientin</li>



<li>die Mutter</li>



<li>den Partner</li>



<li>die <strong>Wut der Klientin </strong>bzw. die gesunde Aggression, die man für Abgrenzung und eigene Bedürfnisse braucht.</li>
</ul>



<p>Interessanterweise wusste die Stellvertretung der Wut zunächst gar nicht, zu wem sie eigentlich gehörte. Sie bewegte sich zwischen Mutter und Tochter.</p>



<p>Diese Unklarheit spiegelte die Situation der Klientin sehr treffend wider. Lange Zeit hatte sie ihre eigenen Gefühle kaum wahrgenommen oder klar zugeordnet.</p>



<div class="wp-block-uagb-image uagb-block-42515e51 wp-block-uagb-image--layout-default wp-block-uagb-image--effect-static wp-block-uagb-image--align-none"><figure class="wp-block-uagb-image__figure"><img loading="lazy" decoding="async" srcset="https://loesungsbilder.de/wp-content/uploads/2026/03/2-Spannungszustand-mit-unklarer-innerer-Ordnung-1-1024x1024.jpg ,https://loesungsbilder.de/wp-content/uploads/2026/03/2-Spannungszustand-mit-unklarer-innerer-Ordnung-1.jpg 780w, https://loesungsbilder.de/wp-content/uploads/2026/03/2-Spannungszustand-mit-unklarer-innerer-Ordnung-1.jpg 360w" sizes="auto, (max-width: 480px) 150px" src="https://loesungsbilder.de/wp-content/uploads/2026/03/2-Spannungszustand-mit-unklarer-innerer-Ordnung-1-1024x1024.jpg" alt="Spannungszustand mit unklarer innerer Ordnung" class="uag-image-23334" width="1024" height="1024" title="Spannungszustand mit unklarer innerer Ordnung" loading="lazy" role="img"/></figure></div>



<p>Erst als ich als Leitung noch einmal deutlich benannte, dass es sich um <strong>die Wut der Klientin</strong> handelt, bewegte sich die Stellvertreterin der Wut deutlich näher zu ihr.</p>



<p>Der Partner blieb währenddessen eher am Rand des Geschehens und hatte das Gefühl, im Moment noch nicht wirklich beteiligt zu sein.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Angst vor der eigenen Wut</h3>



<p>Im weiteren Verlauf wurde deutlich, dass die Klientin große Angst vor ihrer eigenen Wut hatte.</p>



<p>Sie beschrieb sich selbst als sehr sensibel und spirituell orientiert und hatte den Wunsch, selbst beratend oder begleitend zu arbeiten, und mit ihrer Feinfühligkeit anderen zu helfen. Sie hatte ja auch schon ein lebenslanges Training für die Bedürfnisse anderer hinter sich. Gleichzeitig hatte sie großen Respekt vor der Intensität ihrer inneren Kräfte.</p>



<p>Im Gespräch zeigte sich bald: Hinter dieser Sorge stand vor allem eine <strong>Angst vor der eigenen Wut</strong> bzw. Kraft.</p>



<p>Viele Menschen, die lange gelernt haben, ihre Bedürfnisse zurückzustellen, erleben Wut zunächst als etwas Gefährliches. So befürchtete auch diese Klientin, dass diese Kraft für sie unkontrollierbar sein könnte.<br></p>



<p>Ich griff daher das Bild eines <strong>Dampfkessels</strong> auf. Wenn Druck zu lange im Inneren bleibt, kann er sich irgendwann explosionsartig entladen.&nbsp;</p>



<p>Wut muss jedoch nicht so wirken. Sie kann auch – wie über ein Ventil – dosiert Ausdruck finden.</p>



<p>Als mögliches „Ventil“ schlug ich ihr zunächst den <strong>sprachlichen Ausdruck</strong> vor. Ihre Emotionen zu formulieren, insbesondere ihre Wut, würden ihr erlauben, diese nicht als zerstörerische Energie zu erleben, sondern als Fähigkeit zur Selbstbehauptung und zum Ausdruck eigener Grenzen, Bedürfnisse und Ziele.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Lösungsorientierte Ausnahmen bzw. Ressourcen suchen</h3>



<p>Um diese Erfahrung weiter zu vertiefen, fragte ich die Klientin nach Situationen aus ihrem Leben, in denen sie sich <strong>bereits einmal abgegrenzt hatte</strong>.</p>



<p>Zunächst fiel ihr kein Beispiel ein. Sie war überzeugt davon, dass sie sich grundsätzlich nicht abgrenzen könne.</p>



<p>Wir arbeiteten daher mit einem lösungsorientierten Ansatz und suchten nach <strong>Ausnahmen</strong>: kleine Situationen, in denen ihr doch einmal ein „Nein“ gelungen oder sie sich abgegrenzt hatte.&nbsp;</p>



<p>Nach einigem Nachdenken erinnerte sie sich an einzelne Situationen aus ihrer Kindheit, in denen sie einmal gesagt hatte:<br>Sie erzählte mir von einer Situation, in der sie als kleines Mädchen frech gewesen war und strahlte.&nbsp;</p>



<p>Ich fragte nach einer zweiten Ausnahme. Da ihr nichts mehr einfiel, schlug ich ihr Situationen vor.&nbsp;</p>



<p>Situationen, z.B. in denen du gesagt hast:&nbsp;</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>„Stopp.“</li>



<li>„Nein!“&nbsp;</li>



<li>„Das möchte ich nicht!“</li>
</ul>



<p>Bei der dritten Formulierung wurde sie ganz aufgeregt, denn eine schmerzhafte Erinnerung tauchte in ihr auf:&nbsp;</p>



<p>Als Kind war sie Opfer eines Übergriffs geworden. In dieser Situation hatte sie sich eigentlich abgrenzen wollen, konnte es jedoch nicht. Niemand hatte damals wirklich nachgefragt, und sie war mit dieser Erfahrung weitgehend allein geblieben. Sie musste einige Zeit im Krankenhaus verbringen, bis es ihr wieder gut ging. Die Mutter war zwar für sie körperlich da, aber emotional fühlte sie sich allein gelassen und unverstanden.&nbsp;</p>



<div class="wp-block-uagb-image uagb-block-d482b002 wp-block-uagb-image--layout-default wp-block-uagb-image--effect-static wp-block-uagb-image--align-none"><figure class="wp-block-uagb-image__figure"><img loading="lazy" decoding="async" srcset="https://loesungsbilder.de/wp-content/uploads/2026/03/3-Integration-der-gesunden-Agression-bzw.-Wut-1-1024x1024.jpg ,https://loesungsbilder.de/wp-content/uploads/2026/03/3-Integration-der-gesunden-Agression-bzw.-Wut-1.jpg 780w, https://loesungsbilder.de/wp-content/uploads/2026/03/3-Integration-der-gesunden-Agression-bzw.-Wut-1.jpg 360w" sizes="auto, (max-width: 480px) 150px" src="https://loesungsbilder.de/wp-content/uploads/2026/03/3-Integration-der-gesunden-Agression-bzw.-Wut-1-1024x1024.jpg" alt="Integration der gesunden Agression bzw. Wut" class="uag-image-23335" width="1024" height="1024" title="Integration der gesunden Agression bzw. Wut" loading="lazy" role="img"/></figure></div>



<p>Während sie davon erzählte, zeigte ihr Körper eine starke Aktivierung. Sie begann sich schnell im Raum zu bewegen, fast wie ein innerer Fluchtimpuls.</p>



<p>Diese Bewegung durfte sich zunächst ausdrücken. Die körperliche Aktivierung, wohl eine sympathische Erregung wie sie die Polyvagaltheorie oder Somatic Experience in Situationen beschreibt, wenn man aus einem Freeze-Zustand aufwacht, wirkte wie eine verspätete, aber wichtige Selbstschutzreaktion.</p>



<p>In diesem Moment wurde deutlich: Die Wut, vor der sie so lange Angst gehabt hatte, enthielt auch eine wichtige <strong>Lebenskraft und Schutzfunktion</strong>.</p>



<p>Nach einiger Zeit beruhigte sich die Klientin und sie konnte nun die Stellvertreterin der Wut gut anschauen. Jetzt war auch deutlich, wovor sie unter anderem Angst gehabt hatte. Durch ihre Bewegung hatte sie die im Trauma gespeicherte Energie gelöst.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Rückgabe der übernommenen Verantwortung</h2>



<p>Ein zentraler nächster Schritt der Aufstellung bestand darin, die Verantwortung für die Mutter symbolisch zurückzugeben.</p>



<p>Über viele Jahre hinweg hatte die Klientin eine Rolle übernommen, in der sie emotional für ihre Mutter da war:&nbsp;</p>



<p>Sie hörte zu, nahm Sorgen auf und versuchte, ihre Mutter zu stabilisieren.&nbsp;</p>



<p>Wie sie selbst später sagte, fühlte sie sich häufig wie ein „Mülleimer“ für die Belastungen ihrer Mutter.</p>



<p>Gerade im höheren Alter der Mutter wurde diese Dynamik noch einmal besonders aktiviert.</p>



<div class="wp-block-uagb-image uagb-block-468b251a wp-block-uagb-image--layout-default wp-block-uagb-image--effect-static wp-block-uagb-image--align-none"><figure class="wp-block-uagb-image__figure"><img loading="lazy" decoding="async" srcset="https://loesungsbilder.de/wp-content/uploads/2026/03/4-Abgrenzung-durch-Grenzen-setzen-zur-eigenen-Mutter-1024x1024.jpg ,https://loesungsbilder.de/wp-content/uploads/2026/03/4-Abgrenzung-durch-Grenzen-setzen-zur-eigenen-Mutter.jpg 780w, https://loesungsbilder.de/wp-content/uploads/2026/03/4-Abgrenzung-durch-Grenzen-setzen-zur-eigenen-Mutter.jpg 360w" sizes="auto, (max-width: 480px) 150px" src="https://loesungsbilder.de/wp-content/uploads/2026/03/4-Abgrenzung-durch-Grenzen-setzen-zur-eigenen-Mutter-1024x1024.jpg" alt="Abgrenzung durch Grenzen setzen zur eigenen Mutter" class="uag-image-23329" width="1024" height="1024" title="4 Abgrenzung durch Grenzen setzen zur eigenen Mutter" loading="lazy" role="img"/></figure></div>



<p>In einem ersten Ritual ging es daher darum, genau zu benennen, <strong>was die Klientin für ihre Mutter getragen hatte</strong>.&nbsp;</p>



<p>Schritt für Schritt formulierte sie:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>das ständige Zuhören</li>



<li>das Aufnehmen der Sorgen der Mutter</li>



<li>die Verantwortung für deren emotionales Gleichgewicht</li>



<li>das Zurückstellen der eigenen Bedürfnisse.</li>
</ul>



<p>Diese Aspekte wurden symbolisch in einen Stein gelegt, der für diese <strong>übernommene Last</strong> stand.</p>



<p>Die Klientin übergab diesen Stein schließlich ihrer Mutter mit den Worten sinngemäß:</p>



<p><strong><em>„Das gehört zu deinem Leben.<br>Dafür bin ich nicht verantwortlich.&nbsp;</em></strong></p>



<p><strong><em>Das trage ich nicht mehr für Dich!“</em></strong></p>



<h3 class="wp-block-heading">Der Schicksalsstein: Verantwortung für das eigene Leben</h3>



<p>Nach dieser Rückgabe ließ ich ein zweites Ritual folgen, um der Klientin deutlich zu machen, dass sie jetzt in die Selbstverantwortung gehen müsse. Die Übernahme des eigenen Schicksals durch das Aufnahmen ihres Schicksalssteins. Denn da die Klientin jahrelang für ihre Mutter Verantwortung und Sorge getragen hatte, hatte sie sich bzw. die eigenen Bedürfnisse vernachlässigt oder ausgeblendet hatte.<br></p>



<p>Während im ersten Schritt fremde Verantwortung zurückgegeben wurde, ging es also nun um die spiegelbildliche Bewegung: die Verantwortung für das <strong>eigene Leben</strong> anzunehmen. Der Stein stand nun symbolisch für das eigene Schicksal der Klientin – für ihre Gefühle, ihre Bedürfnisse, ihre Grenzen und ihre Selbstverantwortung.</p>



<p><br>Die Klientin nahm diesen Stein in beide Hände, drückte ihn fest an ihre Brust und begann zu schluchzen.</p>



<p>In diesem Moment wurde spürbar, wie tief diese Bewegung ging. Verantwortung für das eigene Leben anzunehmen bedeutet nicht nur Freiheit – sondern auch die Bereitschaft, das eigene Fühlen wirklich zu tragen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Vom Denken zurück zum Fühlen</h3>



<p>Dabei entstand ein besonders aufschlussreicher Moment, als ich die Klientin einlud, begleitend einen einfachen Satz auszusprechen:</p>



<p><strong><em>„Ich kümmere mich jetzt um meine Gefühle und meine Bedürfnisse.“<br></em></strong></p>



<p>Die Klientin veränderte diesen Satz jedoch sofort und formulierte stattdessen:</p>



<p><strong><em>„Jetzt kümmere ich mich um meine Entwicklung.“</em></strong></p>



<p>Diese kleine Verschiebung war sehr charakteristisch für ihre innere Dynamik. Immer wieder zeigte sich die Tendenz, schwierige Gefühle schnell in ein abstrakteres Konzept zu übersetzen. Sie ging mit ihrer Energie schnell in den Kopf und aus den Emotionen.&nbsp;</p>



<p>In diesem Moment war es mir wichtig, sie wieder zum konkreten Erleben zurückzuführen. Deshalb formulierte ich den Satz <strong>direktiv noch einmal vor</strong> und bat sie, genau diese Worte zu wiederholen:</p>



<p><strong><em>„Jetzt kümmere ich mich um meine Gefühle und meine Bedürfnisse.“</em></strong></p>



<p>Das fiel ihr zunächst schwer. Mehrfach wollte sie den Satz verändern oder erklären.</p>



<p>Ich blieb bewusst bei dieser einfachen Formulierung und ließ sie den Satz mehrfach aussprechen. Erst nach und nach wurde spürbar, dass sie begann, wirklich Kontakt zu ihren eigenen Gefühlen und Bedürfnissen aufzunehmen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Neue Begegnung mit dem Partner</h2>



<p>Erst nach dieser inneren Klärung wandte sich die Klientin wieder ihrem Partner zu.</p>



<p>Auch zu ihm ließ ich sie jetzt sagen:&nbsp;</p>



<p><strong><em>„Ich bin für meine Bedürfnisse zuständig und äußere sie.<br>Du bist für deine Bedürfnisse zuständig.“</em></strong></p>



<div class="wp-block-uagb-image uagb-block-5b3c7a10 wp-block-uagb-image--layout-default wp-block-uagb-image--effect-static wp-block-uagb-image--align-none"><figure class="wp-block-uagb-image__figure"><img loading="lazy" decoding="async" srcset="https://loesungsbilder.de/wp-content/uploads/2026/03/5-Loesungsbild-KlientIn-begegnet-Partner-auf-Augenhoehe-und-in-Selbstverantwortung-1024x1024.jpg ,https://loesungsbilder.de/wp-content/uploads/2026/03/5-Loesungsbild-KlientIn-begegnet-Partner-auf-Augenhoehe-und-in-Selbstverantwortung.jpg 780w, https://loesungsbilder.de/wp-content/uploads/2026/03/5-Loesungsbild-KlientIn-begegnet-Partner-auf-Augenhoehe-und-in-Selbstverantwortung.jpg 360w" sizes="auto, (max-width: 480px) 150px" src="https://loesungsbilder.de/wp-content/uploads/2026/03/5-Loesungsbild-KlientIn-begegnet-Partner-auf-Augenhoehe-und-in-Selbstverantwortung-1024x1024.jpg" alt="Lösungsbild KlientIn begegnet Partner auf Augenhöhe und in Selbstverantwortung" class="uag-image-23330" width="1024" height="1024" title="5 Lösungsbild KlientIn begegnet Partner auf Augenhöhe und in Selbstverantwortung" loading="lazy" role="img"/></figure></div>



<p><br>Damit wurde deutlich: In einer partnerschaftlichen Beziehung trägt jeder dennoch sein eigenes Schicksal oder ist selbstverantwortlich für die eigenen Bedürfnisse und Gefühle. Dafür sie auszudrücken, für sie einzustehen und angemessene Grenzen zu setzen.&nbsp;</p>



<p>Am Ende der Aufstellung war eine spürbare Veränderung wahrnehmbar.</p>



<p>Die Klientin stand deutlich klarer bei sich selbst. Sie hatte begonnen, ihre Wut als Ressource zu erleben und konnte sich gleichzeitig von der emotionalen Verschmelzung mit ihrer Mutter lösen. Dies zeigte sich auch in einer klareren, festeren Stimme.&nbsp;</p>



<p>Der Weg <strong>von der Identifikation zur Abgrenzung von der Mutter</strong> war damit nicht abgeschlossen – aber ein entscheidender Schritt war getan.</p>



<p>Und manchmal beginnt genau dort eine neue Form von Beziehung: eine Beziehung, in der Nähe möglich ist, ohne sich selbst zu verlieren.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Reflexion: Parentifizierung und systemische Selbst-Integration</h2>



<p>Die Dynamik dieser Aufstellung lässt sich mit zwei Ansätzen besonders gut verstehen: mit dem Konzept der <strong>Parentifizierung</strong> sowie mit dem Ansatz der <strong>Systemischen Selbst-Integration</strong>, wie er von dem Münchner Psychiater und Aufsteller Ero Langlotz entwickelt wurde.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Parentifizierung: Wenn Kinder Verantwortung für Eltern übernehmen</h3>



<p>Die Beziehung zwischen Mutter und Tochter zeigte eine Dynamik, die in der systemischen Literatur häufig als <strong>Parentifizierung</strong> beschrieben wird. Kinder übernehmen dabei – meist unbewusst – Aufgaben oder Verantwortungen, die eigentlich zu den Eltern gehören. Sie werden emotional zu Zuhörern, Tröstern oder Stabilitätsfaktoren im Leben der Eltern.</p>



<p>Diese Rolle kann durchaus mit positiven Fähigkeiten verbunden sein: Viele parentifizierte Kinder entwickeln eine ausgeprägte Empathie und Sensibilität für andere Menschen.&nbsp;</p>



<p>Gleichzeitig verlieren sie jedoch häufig den Kontakt zu ihren eigenen Bedürfnissen.</p>



<p>In der beschriebenen Aufstellung wurde diese Dynamik sehr deutlich sichtbar. Die Klientin war stark daran gewöhnt, für ihre Mutter da zu sein, zuzuhören und deren Belastungen aufzunehmen. Die eigenen Gefühle und Bedürfnisse standen dabei lange im Hintergrund.</p>



<p>Gerade im Alter der Mutter wurde dieses Muster erneut aktiviert. Die Tochter fühlte sich wieder stärker verantwortlich für deren Wohlbefinden – und bemerkte gleichzeitig, wie sehr sie sich selbst dabei verlor. Das <strong>Rückgaberitual mit dem Stein</strong> markierte deshalb einen wichtigen Schritt: Die Verantwortung für das emotionale Leben der Mutter konnte symbolisch wieder dorthin zurückkehren, wo sie ursprünglich hingehörte.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Systemische Selbst-Integration nach Ero Langlotz</h3>



<p>Die Interventionen der Aufstellung orientieren sich zugleich an Prinzipien der <strong>systemischen SelbstIntegration</strong>, einem Ansatz der Aufstellungsarbeit, der von Ero Langlotz entwickelt wurde. Dieses Verfahren erweitert die klassische Familienaufstellung um einen Fokus auf <strong>Selbstkontakt, Abgrenzung und Integration abgespaltener Persönlichkeitsanteile</strong>.&nbsp;</p>



<p>Im Zentrum dieses Ansatzes steht die Annahme, dass viele Menschen in einer grundlegenden Spannung leben:<br>zwischen dem Bedürfnis nach <strong>Verbundenheit</strong> und dem Bedürfnis nach <strong>Autonomie</strong>. Wird diese Balance in frühen Beziehungen gestört, entsteht häufig ein <strong>Symbiosemuster</strong>, in dem Menschen ihre eigene Identität teilweise aufgeben, um die Beziehung aufrechtzuerhalten.&nbsp;</p>



<p>Der Lösungsweg besteht darin, den eigenen inneren Raum wieder in Besitz zu nehmen und sich von übernommenen Rollen oder sogenannten <strong>Introjekten</strong> zu lösen – also inneren Anteilen, die ursprünglich aus den Erwartungen oder Belastungen anderer Menschen entstanden sind.&nbsp;</p>



<p>In der vorliegenden Aufstellung lassen sich mehrere typische Schritte dieser Selbst-Integration erkennen:&nbsp;</p>



<p><strong>1. Integration abgespaltener Gefühle</strong></p>



<p>Die Wut der Klientin erschien zunächst als eigenständige Stellvertretung im Raum. Bemerkenswert war, dass zunächst unklar war, zu wem diese Wut eigentlich gehörte – zur Mutter oder zur Tochter.&nbsp;</p>



<p>Erst als klar benannt wurde, dass es sich um <strong>die Wut der Klientin</strong> handelt, konnte sie sich an deren Seite positionieren. Dadurch wurde die Wut nicht länger als bedrohliche Energie erlebt, sondern als eine Ressource, die der Klientin hilft, ihre Grenzen zu schützen und für sich einzustehen.</p>



<p><strong>2. Die eigene Grenze</strong></p>



<p>Ein zentraler Gedanke der systemischen SelbstIntegration ist, dass <strong>gesunde Grenzen</strong> Voraussetzung für Autonomie und Selbstkontakt sind. Erst wenn Menschen unterscheiden können, was zu ihnen selbst gehört und was zum anderen gehört, entsteht ein eigener innerer Raum.&nbsp;</p>



<p>In der Aufstellung wurde diese Grenze sowohl körperlich im Raum als auch sprachlich sichtbar. Die einfachen Sätze wie</p>



<p>„Stopp!“ und, „Das gehört nicht zu mir.“ wirkten dabei wie ein Ventil, über das die zuvor unterdrückte Energie der Wut in eine konstruktive Form von Selbstbehauptung übergehen konnte.</p>



<p><strong>3. Übernahme des eigenen Schicksals</strong></p>



<p>Nach der Rückgabe der fremden Verantwortung folgte ein zweites Ritual: die Annahme des <strong>Schicksalsstein</strong>.</p>



<p>Während im ersten Schritt das zurückgegeben wurde, was nicht zur Klientin gehörte, ging es nun um die spiegelbildliche Bewegung: die bewusste <strong>Übernahme der Verantwortung für das eigene Leben</strong>.</p>



<p>In der systemischen SelbstIntegration wird dieser Schritt als entscheidend angesehen. Erst wenn fremde Belastungen abgegeben werden und gleichzeitig das eigene Schicksal angenommen wird, kann sich ein stabiler Selbstkontakt entwickeln.</p>



<p>Als die Klientin den Stein an ihre Brust drückte und zu weinen begann, wurde dieser Übergang deutlich spürbar: Sie übernahm Verantwortung für ihre eigenen Gefühle, Bedürfnisse und Grenzen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Vom Symbiosemuster zur eigenen Identität</h3>



<p>Die Aufstellung zeigte damit eine typische Bewegung, wie sie in vielen systemischen Prozessen sichtbar wird:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>von der emotionalen Verschmelzung</li>



<li>über die Integration abgespaltener Gefühle</li>



<li>hin zu einer klareren eigenen Grenze</li>



<li>und schließlich zu einer neuen Form von Beziehung.&nbsp;</li>
</ul>



<p>Diese Bewegung lässt sich auch als Weg <strong>vom Symbiosemuster zur eigenen Identität</strong> beschreiben.</p>



<p>In diesem Sinne kann Aufstellungsarbeit – im Sinne der systemischen Selbst-Integration – nicht nur Beziehungen klären, sondern auch helfen, den eigenen inneren Raum wieder zu entdecken.</p>



<p></p>
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]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Fehlende Intimität in der Partnerschaft</title>
		<link>https://loesungsbilder.de/fehlende-intimitaet-in-der-partnerschaft/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jan Prisor]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 09 Mar 2026 22:23:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erfahrungen]]></category>
		<category><![CDATA[Systemische Aufstellungsarbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Beziehung]]></category>
		<category><![CDATA[innere Anteile]]></category>
		<category><![CDATA[Integration]]></category>
		<category><![CDATA[Paarberatung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Let‘s talk about Sex! Ein Fallbeispiel aus der systemischen Aufstellungsarbeit zum Thema Paarbeziehung und Sexualität Das folgende Beispiel einer Paaraufstellung beschreibt den Fall einer Klientin, deren Partnerschaft seit mehreren Jahren von einem zentralen Thema geprägt war: fehlende Intimität. Zur Wahrung der Vertraulichkeit wurden Namen anonymisiert und Details verändert. Ausgangssituation Eine Klientin in den 40ern berichtete,&#8230;</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h2 class="wp-block-heading"><strong>Let‘s talk about Sex!</strong></h2>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Ein Fallbeispiel aus der systemischen Aufstellungsarbeit zum Thema Paarbeziehung und Sexualität</strong></h3>



<p>Das folgende Beispiel einer Paaraufstellung beschreibt den Fall einer Klientin, deren Partnerschaft seit mehreren Jahren von einem zentralen Thema geprägt war: fehlende Intimität.</p>



<p>Zur Wahrung der Vertraulichkeit wurden Namen anonymisiert und Details verändert.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Ausgangssituation</strong></h2>



<p>Eine Klientin in den 40ern berichtete, dass sie seit etwa acht Jahren in einer stabilen Partnerschaft lebt. Seit rund fünf Jahren jedoch gab es zwischen ihr und ihrem Partner keine Sexualität mehr. Besonders irritierend für sie war, dass sie keinen klaren Auslöser benennen konnte: </p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Es gab keine bekannten traumatischen Erfahrungen in ihrer Biografie oder ihrer Partnerschaft &#8211; insbesondere keine Übergriffe, kein Missbrauch.</li>



<li>Es hatte keinen Betrug oder größere Verletzungen in der Beziehung gegeben.</li>



<li>Auch im Alltag funktionierte die Partnerschaft weitgehend gut.</li>
</ul>



<p>Trotzdem war die Sexualität aus der Beziehung verschwunden.</p>



<p>Ein weiteres Problem bestand darin, dass sie über dieses Thema nicht sprachen, auch wenn sie gemeinsam an ihrer Partnerschaft arbeiteten.<br>Gleichzeitig war ihr wichtig zu betonen: Sie und ihr Partner wollten die Beziehung weiterführen und wünschten sich eine Veränderung. Und: In den ersten vier Jahren ihrer Beziehung hatten sie ein gutes Sexualleben miteinander gehabt.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Das Anliegen der Aufstellung</strong></h2>



<p>Gemeinsam klärten wir zunächst das Ziel der Aufstellung. Es ging nicht darum, die Beziehung infrage zu stellen, sondern zu verstehen:</p>



<p><strong>Was steht zwischen der Klientin und der Sexualität in der Beziehung?</strong></p>



<p>Für die Aufstellung wurden folgende Elemente gewählt:</p>



<p><strong>K</strong>&nbsp;– Stellvertreterin für die Klientin</p>



<p><strong>P</strong>&nbsp;– Stellvertreter für den Partner</p>



<p><strong>S</strong>&nbsp;– Stellvertreterin für die Sexualität der KlientIn.</p>



<p><strong>KOM</strong>&nbsp;– Stellvertreterin für die Kommunikation der KlientIn über das Thema Sexualität.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Bild des Ist-Zustandes</strong></h2>



<p>Die Stellvertreterin für die Klientin (<strong>K</strong>) stellte sich etwa in die Mitte des Raumes und wandte sich ihrem Partner (<strong>P</strong>) zu.</p>



<p>Der Stellvertreter für den Partner reagierte unmittelbar:<br>Er legte sich auf den Boden, schloss die Augen und wirkte wie eingeschlafen.</p>



<p>Hinter der Klientin, etwa drei Meter entfernt, stand die Stellvertreterin für&nbsp;<strong>Sexualität (S)</strong>. Sie blickte auf den Rücken von K und war für P wie ausgeblendet, nicht sichtbar.<br>Die&nbsp;<strong>Kommunikation (KOM)</strong>&nbsp;befand sich einige Meter rechts von K und hatte sich auf einen Stuhl gesetzt.</p>



<figure class="gb-block-image gb-block-image-2717802c"><img decoding="async" class="gb-image gb-image-2717802c" src="https://loesungsbilder.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_4089.jpeg" alt="" title="est - 2"/></figure>



<p>Das Bild zeigte damit eine auffällige Dynamik:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Die Sexualität befand sich <strong>hinter der Klientin</strong> und war nicht im Blickfeld.</li>
</ul>



<ul class="wp-block-list">
<li>Die Kommunikation war <strong>distanziert und passiv</strong>.</li>
</ul>



<ul class="wp-block-list">
<li>Der Partner war <strong>wie abgeschaltet</strong>.</li>
</ul>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Erste Hypothese: Eine familiäre Überlagerung</strong></h2>



<p>Das Bild erinnerte zunächst an eine bekannte Dynamik: ein Kind, das zwischen seinen Eltern steht.</p>



<p>Auf Rückfrage dazu bestätigte die Klientin tatsächlich, dass sie in ihrer Herkunftsfamilie häufig eine vermittelnde Rolle zwischen ihren Eltern übernommen hatte. Wenn ihre Eltern Konflikte hatten, wurde sie als eine Art Bote zwischen ihnen hin und her geschickt und versuchte, zu vermitteln.&nbsp;</p>



<p>Diese Konstellation wurde kurz überprüft. Die Rückmeldungen der Stellvertretenden deuteten jedoch darauf hin, dass diese Dynamik zwar existierte, aber&nbsp;<strong>nicht das zentrale Thema der aktuellen Situation</strong>&nbsp;war. Daher ließen wir diese Hypothese wieder los. Und nahmen stattdessen S und KOM als echte Anteile von K ernst.&nbsp;</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Die erste Intervention: Blickkontakt mit der Sexualität</strong></h2>



<p>Der nächste Schritt bestand dann darin,&nbsp;<strong>Kontakt zwischen K und S herzustellen</strong>. Sichtlich S ja wie ausgeblendet, da K nicht zu ihr hinschaute.</p>



<p>Dafür ließ ich die Stellvertreterin der Klientin sich um etwa 180 Grad drehen und Blickkontakt mit ihrer Sexualität herstellen.</p>



<p>Diese kleine Veränderung hatte eine spürbare Wirkung.</p>



<p>In dem Moment, in dem sich Klientin und Sexualität anschauten, reagierte auch die Kommunikation:</p>



<p>Die Stellvertreterin für&nbsp;<strong>KOM</strong>&nbsp;stand auf und ging mehrere Schritte näher heran.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://loesungsbilder.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_4090-1024x1024.jpeg" alt="" class="wp-image-23302" srcset="https://loesungsbilder.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_4090-1024x1024.jpeg 1024w, https://loesungsbilder.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_4090-300x300.jpeg 300w, https://loesungsbilder.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_4090-150x150.jpeg 150w, https://loesungsbilder.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_4090-768x768.jpeg 768w, https://loesungsbilder.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_4090-370x370.jpeg 370w, https://loesungsbilder.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_4090-120x120.jpeg 120w, https://loesungsbilder.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_4090-840x840.jpeg 840w, https://loesungsbilder.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_4090-410x410.jpeg 410w, https://loesungsbilder.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_4090-600x600.jpeg 600w, https://loesungsbilder.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_4090-500x500.jpeg 500w, https://loesungsbilder.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_4090.jpeg 1500w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p><br>Es entstand nun eine neue Formation: Ein&nbsp;<strong>Dreieck zwischen K, S und KOM</strong>.</p>



<p>Der Partner lag weiterhin am Boden – aber auch er zeigte erste Regungen: Er begann, die Augen zu öffnen und wirkte etwas wacher.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Annäherung der inneren Anteile</strong></h2>



<p>Im weiteren Verlauf näherten sich&nbsp;<strong>K</strong>,&nbsp;<strong>S</strong>&nbsp;und&nbsp;<strong>KOM</strong>&nbsp;langsam an und ich ließ ihnen die Zeit und den Raum dafür.</p>



<p>Die drei standen schließlich so nah beieinander, dass sie fast einander berühren konnten.</p>



<p>Die Dynamik wirkte wie ein Zusammenfinden von inneren Anteilen:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>die Person selbst</li>



<li>ihre Sexualität</li>



<li>ihre Fähigkeit zur Kommunikation über das Thema Sexualität.&nbsp;</li>
</ul>



<p>Während sich dieses Dreieck stabilisierte, wurde auch der Partner immer wacher:</p>



<p>Er hob langsam den Kopf und zeigte Interesse an dem Geschehen.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Humor als Wendepunkt</strong></h3>



<p>Als sich die drei schließlich gemeinsam dem Partner zuwandten, setzte sich dieser plötzlich auf und sagte:</p>



<p><strong><em>„Jetzt komme ich langsam hoch!“</em></strong></p>



<p>Alle im Raum mussten lachen – nicht zuletzt wegen der offensichtlichen Doppeldeutigkeit.</p>



<p>Der Moment lockerte die Atmosphäre deutlich.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Körperliche Resonanz und atmosphärische Auswirkung</strong></h3>



<p>Die Stellvertreterin für Sexualität berichtete in diesem Moment:</p>



<p>„Ich bin sehr aufgeregt und eine meiner Hände wird ganz warm und feucht!“.</p>



<p>Auch sie bemerkte die doppelte Bedeutung dieser Wahrnehmung und beschrieb gleichzeitig ein Gefühl von Aufregung und Lebendigkeit und die Spannung entlud sich in einem allgemeinen Lachen über die Comic der Situation. Humor macht das Sprechen über Sexualität leichter und blockiert hat den schönen Nebeneffekt, Anspannungen und Angst aufzulösen.&nbsp;</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Innere Ordnung herstellen</strong></h2>



<p>Im nächsten Schritt wurde geprüft, wo die beiden Anteile&nbsp;<strong>S</strong>&nbsp;und&nbsp;<strong>KOM</strong>&nbsp;im Verhältnis zur Klientin stehen wollten, um das Bild noch zu verbessern.</p>



<p>Es zeigte sich folgende stimmige Ordnung:</p>



<p><strong>Sexualität rechts von K</strong></p>



<p><strong>Kommunikation links von K</strong></p>



<p>Die beiden Anteile standen nun dicht neben ihr und schmiegten sich an die Schultern von K.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://loesungsbilder.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_4091-1024x1024.jpeg" alt="" class="wp-image-23303" srcset="https://loesungsbilder.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_4091-1024x1024.jpeg 1024w, https://loesungsbilder.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_4091-300x300.jpeg 300w, https://loesungsbilder.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_4091-150x150.jpeg 150w, https://loesungsbilder.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_4091-768x768.jpeg 768w, https://loesungsbilder.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_4091-370x370.jpeg 370w, https://loesungsbilder.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_4091-120x120.jpeg 120w, https://loesungsbilder.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_4091-840x840.jpeg 840w, https://loesungsbilder.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_4091-410x410.jpeg 410w, https://loesungsbilder.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_4091-600x600.jpeg 600w, https://loesungsbilder.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_4091-500x500.jpeg 500w, https://loesungsbilder.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_4091.jpeg 1500w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Ein wichtiger Satz der Anerkennung</strong></h3>



<p>Schließlich sagte die Stellvertreterin für K zu ihrem Partner:</p>



<p><strong><em>„Danke, dass du geblieben bist – auch wenn es sechs Jahre keine Sexualität gab.“</em></strong></p>



<p>Der Satz brachte spürbar Ruhe und Anerkennung in die Situation und zeigt die Verbundenheit der Partner.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Das fehlende Element: Selbstbestimmung</strong></h2>



<p>Dennoch blieb ein Gefühl, dass noch etwas fehlte.</p>



<p>Ich schlug vor, möglicherweise&nbsp;<strong>Autonomie oder Selbstbestimmung</strong>&nbsp;als weiteres Element aufzustellen – da Fragen von Sexualität häufig auch mit sexueller Selbstbestimmung zusammenhängen.</p>



<p>Die Stellvertreterin der Klientin reagierte darauf überraschend:</p>



<p>Sie sagte, eine zusätzliche Stellvertretung sei nicht notwendig.</p>



<p>Stattdessen machte sie eine kleine Bewegung, als würde sie sich Raum verschaffen, und sagte:</p>



<p><strong><em>„Aber ich brauche jetzt etwas mehr Raum.“</em></strong></p>



<p>Die beiden Anteile standen sehr nah an ihren Schultern.</p>



<p>Durch eine leichte Bewegung schuf sie etwas Abstand und in diesem Moment wurde deutlich:</p>



<p>Die Autonomie war bereits vorhanden – sie zeigte sich in ihrer eigenen Bewegung.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Der abschließende Lösungssatz</strong></h2>



<p>Zum Abschluss ließ ich die Klientin ihrem Partner noch einen Lösungssatz sagen:&nbsp;</p>



<p><strong><em>„Ich entscheide selbst über mich und meine Sexualität – und darüber, wann, wo und wie ich bereit für Intimität bin.</em></strong></p>



<p><strong><em>Und ich kommuniziere und drücke es aus!“&nbsp;</em></strong></p>



<p>Der Partner nickte zustimmend.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://loesungsbilder.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_4092-1024x1024.jpeg" alt="" class="wp-image-23304" srcset="https://loesungsbilder.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_4092-1024x1024.jpeg 1024w, https://loesungsbilder.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_4092-300x300.jpeg 300w, https://loesungsbilder.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_4092-150x150.jpeg 150w, https://loesungsbilder.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_4092-768x768.jpeg 768w, https://loesungsbilder.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_4092-370x370.jpeg 370w, https://loesungsbilder.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_4092-120x120.jpeg 120w, https://loesungsbilder.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_4092-840x840.jpeg 840w, https://loesungsbilder.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_4092-410x410.jpeg 410w, https://loesungsbilder.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_4092-600x600.jpeg 600w, https://loesungsbilder.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_4092-500x500.jpeg 500w, https://loesungsbilder.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_4092.jpeg 1500w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p>Damit war eine neue Haltung sichtbar geworden:</p>



<p>Nicht Rückzug oder Blockade standen im Vordergrund, sondern Selbstbestimmung und bewusste Entscheidung.</p>



<p>Nach diesem Satz lösten wir die Aufstellung auf.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Reflexion der Paaraufstellung</strong></h3>



<p>Die Aufstellung machte noch einmal sichtbar, dass Intimität dort entstehen kann, wo Menschen sich in Freiheit begegnen: nicht aus Erwartung oder Druck, sondern aus eigener Entscheidung, aus innerem Raum und aus dem Gefühl von Sicherheit.</p>



<p>Die entscheidende Wendung kam am Ende, als die Selbstbestimmung hinzutrat, nicht laut und kraftvoll, sondern zart durch den Raum, den die StellvertreterIn von K sich auch gegenüber ihren eigenen Anteilen nahm. Sie übernahm damit wieder ihre Souveränität als LeiterInn ihres inneren Teams und trat aus einem in Teilen trotzigem kindlichen Verhalten heraus. </p>



<p>Denn erwachsen sein bedeutet auch selbst für seine Grenzen und für seine Bedürfnisse einzustehen, diese auszudrücken und klar zu kommunizieren.<br></p>



<p>Oder, mit einem kleinen Augenzwinkern zusammengefasst:<br><strong>KKKS: Keine Kommunikation &#8211; Kein Sex</strong>!</p>



<p></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Sollte man von einer eigenen Aufstellung erzählen?</title>
		<link>https://loesungsbilder.de/sollte-man-von-einer-eigenen-aufstellung-erzaehlen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jan Prisor]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 01 Mar 2026 11:10:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erfahrungen]]></category>
		<category><![CDATA[Systemische Aufstellungsarbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Beziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Integration]]></category>
		<category><![CDATA[Wahrnehmung]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://loesungsbilder.de/?p=23255</guid>

					<description><![CDATA[<p>Die vier Arten des Zuhörens nach Otto Scharmers Theorie U</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://loesungsbilder.de/sollte-man-von-einer-eigenen-aufstellung-erzaehlen/">Sollte man von einer eigenen Aufstellung erzählen?</a> erschien zuerst auf <a href="https://loesungsbilder.de">Lösungsbilder</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[		<div data-elementor-type="wp-post" data-elementor-id="23255" class="elementor elementor-23255">
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									<p><em>Wie erzählst du von einer systemischen Aufstellung – ohne dich erklären oder rechtfertigen zu müssen? Dieser Beitrag zeigt, warum Aufstellungserfahrungen oft schwer vermittelbar sind und wie bewusstes Rahmensetzen echte Resonanz statt Diskussion ermöglicht. Denn entscheidend ist nicht, ob du erzählst – sondern wie.</em></p>								</div>
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									<h2 class="wp-block-heading"><strong>Erfahrungen von Aufstellungen teilen – ohne sich erklären zu müssen</strong></h2>
<p><!-- /wp:heading --><!-- wp:paragraph --></p>
<p>Menschen, die eine <strong>systemische Aufstellung</strong> erlebt haben, verspüren oft den Wunsch, davon zu erzählen – dem Partner, engen Freunden oder Kolleginnen. Schließlich war die Erfahrung intensiv, bewegend und häufig klärend.</p>
<p><!-- /wp:paragraph --><!-- wp:paragraph --></p>
<p>Doch ist es wirklich hilfreich, von einer eigenen Aufstellung, ob <strong>Familienaufstellung</strong> oder <strong>Paaraufstellung oder Aufstellung von inneren Anteilen</strong> zu berichten? Und wenn ja: Wie gelingt das, ohne in Rechtfertigungen oder Diskussionen zu geraten?</p>
<p><!-- /wp:paragraph --><!-- wp:paragraph --></p>
<p>Dieser Beitrag beleuchtet die Frage aus der Praxis der <strong>systemischen Aufstellungsarbeit</strong>. Ich selbst habe oftmals von eigenen Aufstellungen erzählt und erfahren, wann es funktionieren und wann es unbefriedigend sein kann.</p>
<p><!-- /wp:paragraph --><!-- wp:heading --></p>
<h2 class="wp-block-heading"><strong>Warum der Wunsch zu erzählen so groß ist</strong></h2>
<p><!-- /wp:heading --><!-- wp:paragraph --></p>
<p>Eine Aufstellung ist in der Regel ein stark emotionales und körperlich erfahrbares Geschehen.</p>
<p><!-- /wp:paragraph --><!-- wp:paragraph --></p>
<p>Sie wirkt nicht nur auf der kognitiven Ebene, sondern vor allem durch:</p>
<p><!-- /wp:paragraph --><!-- wp:list --></p>
<ul class="wp-block-list">
<li style="list-style-type: none;">
<ul class="wp-block-list"><!-- wp:list-item --></ul>
</li>
</ul>
<ul class="wp-block-list">
<li style="list-style-type: none;">
<ul class="wp-block-list">
<li>symbolisch-räumliches Erleben</li>
</ul>
</li>
</ul>
<p><!-- /wp:list-item --><!-- wp:list-item --></p>
<ul class="wp-block-list">
<li style="list-style-type: none;">
<ul class="wp-block-list">
<li>nonverbale Kommunikation</li>
</ul>
</li>
</ul>
<p><!-- /wp:list-item --><!-- wp:list-item --></p>
<ul class="wp-block-list">
<li style="list-style-type: none;">
<ul class="wp-block-list">
<li>Beziehungserfahrungen im Raum</li>
</ul>
</li>
</ul>
<p><!-- /wp:list-item --><!-- wp:list-item --></p>
<ul class="wp-block-list">
<li style="list-style-type: none;">
<ul class="wp-block-list">
<li>emotionale Verdichtung</li>
</ul>
</li>
</ul>
<p><!-- /wp:list-item --><!-- wp:list-item --></p>
<ul class="wp-block-list">
<li style="list-style-type: none;">
<ul class="wp-block-list">
<li>innere Bilder und körperliche Resonanz.</li>
</ul>
</li>
</ul>
<p><!-- /wp:list-item --></p>
<p><!-- /wp:list --><!-- wp:paragraph --></p>
<p>Nach solch einer Erfahrung entsteht häufig der Wunsch, das Erlebte zu teilen. Das ist menschlich – und verständlich.</p>
<p><!-- /wp:paragraph --><!-- wp:heading --></p>
<h2 class="wp-block-heading"><strong>Warum es oft schwierig ist, von Aufstellungserfahrungen zu erzählen</strong></h2>
<p><!-- /wp:heading --><!-- wp:paragraph --></p>
<p>Früher wurde von AufstellerInnen häufig pauschal empfohlen, das Erlebte zunächst „wirken zu lassen“ und nicht sofort darüber zu sprechen, um die Wirkung oder Verarbeitung nicht zu „schwächen“.</p>
<p><!-- /wp:paragraph --><!-- wp:paragraph --></p>
<p>Aus heutiger Sicht würde ich differenzierter formulieren:</p>
<p><!-- /wp:paragraph --><!-- wp:paragraph --></p>
<p>Das Problem liegt weniger im Erzählen selbst – sondern in der Art <strong>des Zuhörens</strong> oder der Rahmung des Gesprächs. </p>
<p><!-- /wp:paragraph --><!-- wp:paragraph --></p>
<p>Menschen, die nicht an der Aufstellung teilgenommen haben, können nur schwer nachvollziehen, was im Raum geschehen ist. Der Grund:</p>
<p><strong>Erleben und Erzählen sind zwei unterschiedliche Weltzugänge</strong></p>
<p><!-- /wp:paragraph --><!-- wp:paragraph --></p>
<p>Die emotionale Dichte einer Aufstellung ist sprachlich kaum vermittelbar. Um sie wirklich „transportieren“ zu können, müsste eine Erzählung literarisch verdichtet sein, eine wirkliche Erzählung eben, die beim Zuhörer stellvertretend Erleben erzeugt. Stattdessen berichten wir aber eher von Aufstellungen und unser gegenüber versteht unsere Ausführungen meist auch als Bericht. </p>
<p><!-- /wp:paragraph --><!-- wp:heading --></p>
<h2 class="wp-block-heading"><strong>Die typische Falle: Diskussion statt Resonanz</strong></h2>
<p><!-- /wp:heading --><!-- wp:paragraph --></p>
<p>Wenn wir von einer Aufstellung erzählen, reagieren Zuhörende häufig mit dem Wunsch zu verstehen:</p>
<p><!-- /wp:paragraph --><!-- wp:list --></p>
<ul class="wp-block-list">
<li style="list-style-type: none;">
<ul class="wp-block-list"><!-- wp:list-item --></ul>
</li>
</ul>
<ul class="wp-block-list">
<li style="list-style-type: none;">
<ul class="wp-block-list">
<li>„Wie meinst du das genau?“</li>
</ul>
</li>
</ul>
<p><!-- /wp:list-item --><!-- wp:list-item --></p>
<ul class="wp-block-list">
<li style="list-style-type: none;">
<ul class="wp-block-list">
<li>„Glaubst du wirklich, dass das so war?“</li>
</ul>
</li>
</ul>
<p><!-- /wp:list-item --><!-- wp:list-item --></p>
<ul class="wp-block-list">
<li style="list-style-type: none;">
<ul class="wp-block-list">
<li>„Ist das nicht Projektion?“</li>
</ul>
</li>
</ul>
<p><!-- /wp:list-item --><!-- wp:list-item --></p>
<ul class="wp-block-list">
<li style="list-style-type: none;">
<ul class="wp-block-list">
<li>Vielleicht muss man das anders interpretieren?</li>
</ul>
</li>
</ul>
<p><!-- /wp:list-item --></p>
<p><!-- /wp:list --><!-- wp:paragraph --></p>
<p>Gerade psychologisch interessierte oder kritisch denkende Menschen steigen schnell in eine Analyse ein. Doch hier entsteht ein Missverständnis:</p>
<p><!-- /wp:paragraph --><!-- wp:paragraph --></p>
<p>In der Aufstellungsarbeit geht es nicht primär um rationales Verstehen, sondern um <strong>Bewusstwerden von Beziehungszusammenhängen durch symbolisches (Nach-)Erleben</strong>.</p>
<p><!-- /wp:paragraph --><!-- wp:paragraph --></p>
<p>Das eigene Erleben ist subjektiv – und darin ist der Erlebende die einzige Autorität oder Experte. </p>
<p><!-- /wp:paragraph --><!-- wp:paragraph --></p>
<p>Wenn daraus eine Diskussion über „Wahrheit“ entsteht, endet das Gespräch oft unbefriedigend.</p>
<p><!-- /wp:paragraph --><!-- wp:paragraph --></p>
<p>Typische Reaktionen des Erzählenden sind dann:</p>
<p>„Das kannst du nicht nachvollziehen.“<br />„Das muss man selbst erleben.“<br />„Das war meine Wahrnehmung.“</p>
<p><!-- /wp:paragraph --><!-- wp:paragraph --></p>
<p>Solche Gespräche schaffen eher Distanz als Verbindung.</p>
<p><!-- /wp:paragraph --><!-- wp:paragraph --></p>
<h2><strong>Wann Erzählen von Aufstellungen vertiefend wirken kann</strong></h2>
<p><!-- /wp:paragraph --><!-- wp:paragraph --></p>
<p>Es gibt jedoch eine Form des Zuhörens, die das Teilen einer Aufstellungserfahrung sogar vertiefen kann:</p>
<p><!-- /wp:paragraph --><!-- wp:paragraph --></p>
<p>Eine <strong>bewertungsfreie, phänomenologische Haltung</strong>.</p>
<p><!-- /wp:paragraph --><!-- wp:paragraph --></p>
<p>Das bedeutet:</p>
<p><!-- /wp:paragraph --><!-- wp:list --></p>
<ul class="wp-block-list">
<li style="list-style-type: none;">
<ul class="wp-block-list"><!-- wp:list-item --></ul>
</li>
</ul>
<ul class="wp-block-list">
<li style="list-style-type: none;">
<ul class="wp-block-list">
<li>Zuhören ohne zu analysieren</li>
</ul>
</li>
</ul>
<p><!-- /wp:list-item --><!-- wp:list-item --></p>
<ul class="wp-block-list">
<li style="list-style-type: none;">
<ul class="wp-block-list">
<li>Wahrnehmen ohne zu interpretieren</li>
</ul>
</li>
</ul>
<p><!-- /wp:list-item --><!-- wp:list-item --></p>
<ul class="wp-block-list">
<li style="list-style-type: none;">
<ul class="wp-block-list">
<li>Resonanz geben ohne zu korrigieren</li>
</ul>
</li>
</ul>
<p><!-- /wp:list-item --><!-- wp:list-item --></p>
<ul class="wp-block-list">
<li style="list-style-type: none;">
<ul class="wp-block-list">
<li>Raum lassen für subjektives Erleben.</li>
</ul>
</li>
</ul>
<p><!-- /wp:list-item --></p>
<p><!-- /wp:list --><!-- wp:paragraph --></p>
<p>Diese Haltung wird in der systemischen Aufstellungsarbeit kultiviert. Auch in Ansätzen wie der Theorie-U von Otto Scharmerwird eine ähnliche Form des tiefen Zuhörens ohne Bewerten beschrieben, die dort „emphatisches Zuhören“ genannt wird (vgl. <a href="https://www.google.com/url?sa=t&amp;source=web&amp;rct=j&amp;opi=89978449&amp;url=https://www.youtube.com/watch%3Fv%3DVZ7VTQeJaEo&amp;ved=2ahUKEwiw3ObVuf6SAxUj8LsIHUsZGRsQwqsBegQIDBAB&amp;usg=AOvVaw1xZonVf3fCNCQs4MpHNgiq">Video Otto Scharmer: Zuhören ist nicht gleich zuhören</a>). </p>
<p>Das setzt allerdings voraus, dass der Zuhörende die eigene Meinung und Urteile suspendieren kann und diese innere Spannung gut regulieren kann, was zugegeben, nicht immer einfach ist. </p>
<p><!-- /wp:paragraph --><!-- wp:image --></p>
<p> </p>
<p> </p>
<p><!-- /wp:paragraph --><!-- wp:paragraph --></p>
<p><!-- /wp:paragraph --></p>								</div>
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															<img loading="lazy" decoding="async" loading="lazy" width="640" height="427" src="https://loesungsbilder.de/wp-content/uploads/2026/03/4-Arten-des-Zuhoerens-nach-Otto-Scharmer-und-der-Theorie-U.jpeg" class="attachment-large size-large wp-image-23261" alt="Die vier Arten des Zuhörens nach Otto Scharmers Theorie U" srcset="https://loesungsbilder.de/wp-content/uploads/2026/03/4-Arten-des-Zuhoerens-nach-Otto-Scharmer-und-der-Theorie-U.jpeg 640w, https://loesungsbilder.de/wp-content/uploads/2026/03/4-Arten-des-Zuhoerens-nach-Otto-Scharmer-und-der-Theorie-U-300x200.jpeg 300w, https://loesungsbilder.de/wp-content/uploads/2026/03/4-Arten-des-Zuhoerens-nach-Otto-Scharmer-und-der-Theorie-U-370x247.jpeg 370w, https://loesungsbilder.de/wp-content/uploads/2026/03/4-Arten-des-Zuhoerens-nach-Otto-Scharmer-und-der-Theorie-U-410x274.jpeg 410w, https://loesungsbilder.de/wp-content/uploads/2026/03/4-Arten-des-Zuhoerens-nach-Otto-Scharmer-und-der-Theorie-U-600x400.jpeg 600w" sizes="auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px" />															</div>
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									<p>Wenn eine vertraute Person bereit ist, auf diese Weise zuzuhören, kann das Erzählen:</p>
<ul class="wp-block-list">
<li> <span style="font-size: 15px;">Integration fördern</span></li>
<li><span style="font-size: 15px;">emotionale Verarbeitung unterstützen</span></li>
<li><span style="font-size: 15px;">Nähe vertiefen</span></li>
<li><span style="font-size: 15px;">Selbstklärung stärken</span></li>
<li><span style="font-size: 15px;">Verbundenheit zwischen ErzählerIn und Zuhörendem vertiefen.</span></li>
</ul>
<h2><strong>Der entscheidende Schritt: Den Rahmen setzen</strong></h2>
<p>Da diese Art des Zuhörens nicht selbstverständlich ist, empfehle ich, vor dem Erzählen bewusst einen Rahmen zu setzen.</p>
<p>Zum Beispiel durch eine kurze Bitte:</p>
<p>„Wenn ich dir davon erzähle, wünsche ich mir, dass du einfach zuhörst, wie ich es erlebt habe.<br />Es geht nicht um objektive Wahrheit, sondern um mein persönliches Erleben in der Aufstellung – um meine Wahrnehmungen, Gefühle und Bedürfnisse.</p>
<p>Magst du mir auf diese Weise zuhören?“</p>
<p>Diese kleine Rahmung verändert oft alles. Sie schafft:</p>
<ul class="wp-block-list">
<li> <span style="font-size: 15px;">Klarheit</span></li>
<li><span style="font-size: 15px;">Sicherheit</span></li>
<li><span style="font-size: 15px;">Verbindung</span></li>
<li><span style="font-size: 15px;">gegenseitigen Respekt</span></li>
<li><span style="font-size: 15px;">Resonanz und Begegnung.</span></li>
</ul>
<h2><strong>Fazit: Von Aufstellugen erzählen – ja. Aber bewusst!</strong></h2>
<p>Ob man von einer eigenen <strong>systemischen Aufstellung</strong> erzählen sollte, hängt aus meiner Sicht also weniger vom „Ob“ ab als vom „Wie“.</p>
<p>Wenn das Gespräch in Analyse oder Bewertung kippt, verliert es an Tiefe.<br />Wenn jedoch ein Raum von achtsamem Zuhören entsteht, kann das Teilen die Wirkung der Aufstellung sogar vertiefen.</p>
<p>Manchmal ist es sinnvoll, das Erlebte zunächst für sich wirken zu lassen. Gerade, wenn man selbst noch Zeit und Raum zum Nachspüren und Nacherleben braucht. </p>
<p>Danach kann es aber eben auch stärkend sein, die Aufstellungserfahrung zu teilen.</p>
<p>Entscheidend ist: <strong>Das eigene Erleben darf stehen bleiben – ohne Rechtfertigung.</strong></p>
<h2><strong>Du möchtest eigene Aufstellungserfahrungen machen oder selbst aufstellen lernen?</strong></h2>
<p> </p>
<p>Möchtest du selbst einmal an einer Aufstellung teilnehmen? Wir bieten regelmäßig in Köln und Bonn Aufstellungstage an? </p>
<p><a href="https://loesungsbilder.de/persoenlichkeitsentwicklung/">&gt;&gt; Informiere dich hier zu unseren Aufstellungsangeboten.</a></p>
<p>Und wenn du dich intensiver mit der Haltung, Methodik und Wirkung systemischer Aufstellungen beschäftigen möchten, findest du in unserer Weiterbildung und unseren Fortbildungsmodulen fundierte Grundlagen, praktische Erfahrung und professionelle Begleitung.</p>
<p><a href="https://loesungsbilder.de/weiterbildungen/">&gt;&gt; Informiere dich hier zu unseren Weiterbildungsangeboten.</a></p>
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		<title>Methode und Haltung der systemischen Aufstellungsabeit bei Lösungsbilder</title>
		<link>https://loesungsbilder.de/methode-familienaufstellung-systemaufstellung-koeln/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Jan Prisor]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 29 Oct 2025 09:22:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Methode]]></category>
		<category><![CDATA[Systemische Aufstellungsarbeit]]></category>
		<category><![CDATA[haltung]]></category>
		<category><![CDATA[lexikon]]></category>
		<category><![CDATA[Wahrnehmung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Systemische Aufstellungsarbeit macht sichtbar, was uns im Leben oft unbewusst lenkt – Beziehungen, Muster, Bindungen und innere Anteile. Bei Lösungsbilder verbinden wir die Tiefe des phänomenologischen Erlebens mit der Klarheit des systemisch-konstruktivistischen Denkens. So entsteht ein Raum, in dem persönliche Einsichten ebenso wachsen wie professionelles Verständnis: für Zusammenhänge, die heilen, bewegen und neue Perspektiven eröffnen. Was ist&#8230;</p>
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<p>Systemische Aufstellungsarbeit macht sichtbar, was uns im Leben oft unbewusst lenkt – Beziehungen, Muster, Bindungen und innere Anteile. Bei <em>Lösungsbilder</em> verbinden wir die Tiefe des phänomenologischen Erlebens mit der Klarheit des systemisch-konstruktivistischen Denkens. So entsteht ein Raum, in dem persönliche Einsichten ebenso wachsen wie professionelles Verständnis: für Zusammenhänge, die heilen, bewegen und neue Perspektiven eröffnen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was ist Familienstellen und Systemaufstellungen</h2>



<p>Vorweg&nbsp;ein Wort zum Begriffswirrwar:&nbsp;Familienstellen, Familienaufstellung, Aufstellungsarbeit, Systemaufstellen, systemische Familienaufstellung, systemische Strukturaufstellungen &#8211; all diese Begriffe bezeichnen Varianten der Aufstellungsarbeit.</p>



<p>Ihnen gemeinsam&nbsp;ist, dass sie Elemente von <a href="https://loesungsbilder.de/system/">Systemen</a> – seien es Familienmitglieder, Teammitglieder oder abstrakte Vorstellungen wie Macht, Liebe, das Leben oder ein Ziel, ein Hindernis, eine Ressource – mit Hilfe von <a href="https://loesungsbilder.de/stellvertreter-bzw-repraesentanten/">&#8222;Stellvertretern&#8220; oder &#8222;Repräsentanten&#8220;</a> im Raum aufstellen, um das komplexe Beziehungsgefüge und die gegenseitigen Abhängigkeiten sichtbar und körperlich und emotional erlebbar zu machen.</p>



<p>In den unseren Workshops und Kursen zur systemischen Aufstellungsarbeit entscheiden wir mit dem/der aufstellenden Kunden:in jeweils vor Ort gemeinsam, ob wir eine Familienaufstellung oder eine Systemaufstellung oder eine Mischung machen. Häufig fließen auch in Familienaufstellungen andere Systemelemente ein, z.B. innere Anteile oder Orte, wie das Herkunftsland oder Aspekte wie Geld, Glaube oder existentielle Abstrakta wie der Tod und das Leben, aber auch konkrete coachingrelevanten Aspekte wie Ziele und Hindernisse oder der nächste Schritt.</p>



<p>Es ist übrigens auch dann möglich, eine Aufstellung durchzuführen, wenn einzelne Aspekte im Gespräch vor der Gruppe nicht offen und konkret benannt werden sollen. Dies funktioniert, weil es in den Aufstellungen letztlich um die Verhältnisse und Beziehungen geht. Es reicht also für eine sogenannte <b>&#8222;verdeckte Aufstellung&#8220;</b> aus, z.B. zu erfahren, in welchem Verhältnis zwei Elemente&nbsp;&#8222;A&#8220; und &#8222;B&#8220; stehen. Es ist nicht zwingend notwendig, preiszugeben, um wen oder was es sich bei den aufgestellten Elementen bzw. Personen handelt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Unsere Haltung und Arbeitsweise</h2>



<h3 class="wp-block-heading">&#8222;systemischen-konstruktivistisch&#8220; UND &#8222;phänomenologisch&#8220;</h3>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="480" height="640" src="https://loesungsbilder.de/wp-content/uploads/2025/10/Blick-von-aussen-aufs-System-phaenomenologische-Weite.png" alt="Darstellung des Blicks von Außen auf das System. Dieser phänomenolgische, weite Blick, ermöglicht, das ganze System zu sehen und so die Muster und den Kontext zu erkennen und zu würdigen." class="wp-image-22268" srcset="https://loesungsbilder.de/wp-content/uploads/2025/10/Blick-von-aussen-aufs-System-phaenomenologische-Weite.png 480w, https://loesungsbilder.de/wp-content/uploads/2025/10/Blick-von-aussen-aufs-System-phaenomenologische-Weite-225x300.png 225w, https://loesungsbilder.de/wp-content/uploads/2025/10/Blick-von-aussen-aufs-System-phaenomenologische-Weite-370x493.png 370w, https://loesungsbilder.de/wp-content/uploads/2025/10/Blick-von-aussen-aufs-System-phaenomenologische-Weite-410x547.png 410w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 480px" /><figcaption class="wp-element-caption">Außenperspektive auf ein System in einer systemischen Aufstellung.</figcaption></figure>



<p>Bei unserer Arbeit fühlen wir uns einer Haltung und Denkweise verpflichtet, die es im besonderen Maße ermöglicht, Lösungen zu finden und persönliches Wachstum anzuregen. Dabei verstehen wir den systemische-konstruktivistischen und den phänomenologischen Ansatz nicht als Gegensätze, sondern als sich ergänzende Ansätze. Hier findest du eine kurze Darstellung, was das bei uns bedeutet:&nbsp;</p>



<h3 class="wp-block-heading">Systemisch</h3>



<p>ist unsere Haltung, weil wir nach Wechselwirkungen von Beziehungszusammenhängen in Familien- und anderen Systemen (Arbeit, Organisationen, etc.) schaue, um hier Versöhnung, heilsame neue Sichtweisen und Ausgleich herzustellen.<br><p>Solche Wirkungen können z.B. ein Schuldgefühl, Wut, oder auch eine starke Liebe sein, die getrennte Partner noch bindet und davon abhält, dem Leben wieder offen zu begegnen. Auch den Kontext, in dem ein Problem auftritt oder in dem ein Verhalten als problematisch empfinden wird, nehmen wir in den Blick und schauen auf auf ausgeblendete Zusammenhänge oder Aspekte, um eine neue Balance und Sichtweise zu ermöglichen.</p></p>



<h3 class="wp-block-heading">Konstruktivistisch</h3>



<p>arbeiten wir, weil wir davon ausgehen, dass Menschen ihre der Wirklichkeit selbst erzeugen oder &#8222;konstruieren&#8220;, z.B. indem sie sich und anderen Geschichten darüber erzählen, was sie erlebt haben &#8211; und Geschichten nutzen eigene Bewertungen, Strukturierungen und Begriffe, um Wirklichkeit abzubilden.<br><p>Damit geben Menschen den Zusammenhängen eine Deutung, einen Sinn. Erzählst du z.B. von einer Situation und betonst, wie du aktiv und selbstbestimmt gehandelt hast, bestärkt dich diese Erzählung in deiner Selbstwirksamkeitserwartung. Betonst du aber eher die Momente, in denen du dich passiv und erleidend erlebt hast, so kann die gleich Situation eine ganz andere Wirkung auf dich haben.</p><br><p>Oder hast du z.B. im Kopf, dass du immer schon ein kommunikativer Mensch gewesen bist &#8211; vielleicht, weil es deine Eltern so erzählt haben &#8211; so hat diese Aussage selbst schon eine bestärkende Wirkung auf dein Kommunikationsverhalten. Wenn du dagegen immer gehört hast, du seist eher verschlossen, so wird diese &#8222;Geschichte&#8220; dein Kommunikationsverhalten und die Art, wie du auf Menschen zugehst, ganz anders prägen.)</p></p>



<h3 class="wp-block-heading">Phönomenologisch</h3>



<p>ist unser Ansatz, weil wir darauf achten, was sich im Moment der Begegnung in einer Beratung oder Aufstellung zeigt: Welche Körperhaltung, welch Mimik, welche Worte und Sätze, welche Resonanz zwischen Personen, welche Atmosphäre und was wiederum löst das in mir als Berater:in für Resonanzen aus?<br><p>Oftmals zeigt sich hier &#8211; im mehr körperliche oder unwillkürliche Verhalten und in der non-verbalen Kommunikation bis hin eben zu den räumlichen Konstellationen, die sich in Aufstellungen zeigen, eine Dynamik, unseren Kund:innen vorher nicht bewusst war. <br>Und häufig stehen diese Beobachtungen im Kontrast zu den Erzählungen über sich selbst, welche die Menschen mitbringen und an die sie glauben. </p><br><p>So ergänzt die phänomenologische achtsame Beobachtung dessen, was sich in der Beratungs- und Aufstellungssituation zeigt, ideal das systemisch-konstruktivistische Denken und bringt neue, transformierende und heilende Impulse in die Beratung. </p><br><p>Unsere Erzählungen über uns selbst, unsere Herkunft und unsere Beziehungen werden so durch die Rückmeldungen oder die Resonanz des Körpers und der Aufstellung, irritiert, in Frage gestallt, mal auch bestätigt oder erweitert. </p><br><p>Gerade weil Menschen in Stress oder Problemerleben häufig nicht alle relevanten Personen und Aspekte, geschweige denn ihre Ressourcen und Kompetenzen im Blick haben, sondern im Stress eine verengte Sicht, einen &#8222;Tunnelblick&#8220; entwickeln, hilft der weite, das ganze System in den Blick nehmende phänomenologische Betrachtung, den &#8222;Wald vor lauter Bäumen&#8220; nicht zu übersehen. </p><br><p>Aufstellungen ermöglichen diesen weitenden Blick insbesondere dadurch, dass man als Kund:inn von außen auf sein System schauen kann, also mit ausreichend Abstand und Überblick, um die (Beziehungs-) Muster zu erkennen. </p><br></p>



<h2 class="wp-block-heading">Meine Wurzeln</h2>



<h3 class="wp-block-heading">&gt; Klassische und konstruktivistische Familienaufstellung<br>&gt; systemische Strukturaufstellungen&nbsp;<br>&gt; hypnosystemische Beratung und Therapie</h3>



<p>Das Familienstellen, wie ich es seit über 15 Jahren bei &#8222;Lösungsbilder&#8220; in Köln und Bonn praktiziere und wie es auch meine seit einigen Jahren begleitender Partner Alexander Willsch von mir gelernt hat, hat verschiedene Wurzeln:</p>



<p>Zu Dank verpflichtet bin ich zunächst meinen LehrerInnen, die je auf Ihre eigene Weise meine Arbeit geprägt haben: Dem erfahrenen hypnosystemischen Therapeuten Heinrich Breuer und seinem Aufstellungskollegen Wilfried Nelles, die noch bei Bert Hellinger gelernt haben, dem systemisch-konstruktivstischen, humorvollen André Böhlig mit seinem Fortbildungsinstitut für systemische Therapie und Beratung in Radevormwalde und Mathias Varga von Kibéd und seiner Frau Insa Sparrer mit ihrem Syst-Institut in München und ihrer Entwicklung der systemischen Strukturaufstellungen.</p>



<p>An dieser Stelle möchten ich mich&nbsp;auch zu <b>Bert Hellinger</b> positionieren, der das Familienstellen maßgeblich entwickelt und bekannt gemacht hat und viel Lob aber auch Kritik und Skepsis auf sich gezogen hat. Wir würdigen ausdrücklich, dass er mit seinem Lebenswerk wichtige Erkenntnisse im Familienstellen gewonnen hat, grenzen uns aber von einer dogmatischen und mitunter als diskrimierend erlebten Art des Familienstellens ab.</p>



<p>Wir weisen auch ausdrücklich darauf hin, dass das Familienstellen eine Vielzahl verschiedener Wurzeln hat, auf die auch Hellinger zurückgegriffen hat, ohne sie allerdings explizit zu machen. Erwähnt seien hier stellvertretend Virginia Satirs Familienskulpuren, Jacob Levy Morenos Psychodrama und Boszormenyi-Nagys Mehrgenerationenperspektive.&nbsp;</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ethikrichtlinien der DGSF</h2>



<p>Als Mitglied der DGSF (Deutsche Gesellschaft für Systematische Therapie, Beratung und Familientherapie) schließlich bin ich, Jan Prisor mit dem Institut Lösungsbilder den <a title="Ethikrichtilinien der DGSF" href="http://www.dgsf.org/ueber-uns/ethik-richtlinien.htm" target="_blank" rel="alternate noopener">Ethikrichtilinien der DGSF</a>, in deren Zentrum das Wohl und die Selbstbestimmung meiner KundInnen steht, verpflichtet. So ist es uns ein besonderes Anliegen, die Autonomie und Würde unserer Kund:innen jederzeit zu achten und zu schützen.</p>



<p></p>
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		<item>
		<title>Polyvagaltheorie und Aufstellungsarbeit</title>
		<link>https://loesungsbilder.de/polyvagaltheorie-und-aufstellungsarbeit/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jan Prisor]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 10 Mar 2025 21:19:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Methode]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Was kann die Aufstellungsarbeit von der Polyvagaltheorie lernen? Sicherheit und Verbundenheit sind zentrale gemeinsame Themen. Erfahre hier mehr über die Zusammenhänge!</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h2 class="wp-block-heading"><a id="post-3006-_xy8wiipoo26w"></a>Was können AufstellerInnen von der Polyvagal-Theorie lernen?</h2>



<p>Beide, die Polyvagal-Theorie und die Aufstellungsarbeit, behandeln als zentrale Konzepte Sicherheit und Verbundenheit. Da liegt es nahe, dass die Aufstellungsarbeit, als ein Ansatz, bei dem es um Beziehungsgestaltung, Versöhnung und Verbindung geht, viel von der Polyvagal-Theorie profitieren kann.</p>



<p>Uns hilft es sehr in Aufstellungen neben der “Systemischen Brille” immer wieder auch eine „Polyvagale Brille“ aufzuziehen und so differenzierter den Rahmen gestalten, unsere Klienten in ihrem Prozess begleiten und ein gutes Lösungsbild durch passenden Interventionen erarbeiten zu können. <br><br>Hier erhältst du einen Einblick in zentrale Zusammenhänge zwischen Aufstellungsarbeit und der Polyvagaltheorie und lernst selbst mit der „Polyvagalen Brille“, wie wir es nennen, auf systemische Aufstellungen, aber auch Beratungs- und Entwicklungsprozesse allgemein zu schauen. </p>



<p>Dazu haben wir übrigens auch eine Podcastfolge in unserem <strong>Podcast “Lösungsbilder”</strong> veröffentlicht. Hör gerne rein!</p>



<p></p>




<figure class="wp-block-image size-full is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="675" height="675" src="https://loesungsbilder.de/wp-content/uploads/2025/03/polyvagaltheorie.png" alt="" class="wp-image-20243" style="width:548px;height:auto" srcset="https://loesungsbilder.de/wp-content/uploads/2025/03/polyvagaltheorie.png 675w, https://loesungsbilder.de/wp-content/uploads/2025/03/polyvagaltheorie-300x300.png 300w, https://loesungsbilder.de/wp-content/uploads/2025/03/polyvagaltheorie-150x150.png 150w, https://loesungsbilder.de/wp-content/uploads/2025/03/polyvagaltheorie-370x370.png 370w, https://loesungsbilder.de/wp-content/uploads/2025/03/polyvagaltheorie-120x120.png 120w, https://loesungsbilder.de/wp-content/uploads/2025/03/polyvagaltheorie-410x410.png 410w, https://loesungsbilder.de/wp-content/uploads/2025/03/polyvagaltheorie-500x500.png 500w, https://loesungsbilder.de/wp-content/uploads/2025/03/polyvagaltheorie-600x600.png 600w" sizes="(max-width: 675px) 100vw, 675px" /></figure>




<div style="height:35px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h1 class="wp-block-heading"><a id="post-3006-_4vmqkhjelwir"></a>Die Polyvagal-Theorie: Ein kurzer Überblick</h1>



<p>Die Polyvagal-Theorie von Steven Porges beschreibt die Funktionsweise unseres Autonomen Nervensystems (ANS), das unsere unwillkürlichen Reaktionen auf Umweltreize steuert. Dabei spielt unser subjektives Erleben von Sicherheit oder Gefahr eine zentrale Rolle, weil es zu unwillkürlichen Antworten unseres ANS führt.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><a id="post-3006-_r2tifgty27e9"></a>1. Die drei Zustände des Autonomen Nervensystems: Verbundenheit, Mobilisierung, Starre</h2>



<p>Je nachdem, ob wir uns sicher fühlen oder nicht, wird ein anderer Zweig des Autonomen Nervensystems angeschaltet. Dies aktiviert dann einen jeweils völlig anderen Erlebens- und Funktionszustand des Autonomen Nervensystemen, der evolutionär für die Bewältigung unterschiedlicher Situationen entstanden ist: </p>



<ol class="wp-block-list">
<li><strong>Zustand der sozialen Verbundenheit:<br></strong> Fühlen wir uns <strong>sicher</strong>, wird der <strong>ventrale</strong> <strong>Vagus</strong> und unser <strong>Social Engagement System (SES)</strong> aktiviert: Unser Organismus ist dann optimal darauf eingestellt, in Beziehung und Verbindung zu gehen. <br></li>



<li><strong>Aktivierung für Kampf oder Flucht:<br></strong> Fühlen wir uns <strong>bedroht</strong>, wird der <strong>Sympathikus</strong> aktiviert. Dieser sorgt für die notwendige <strong>Mobilisierung</strong> für Kampf oder Flucht, z.B. durch Erhöhung des Herzschlags und Ausschüttung von Hormonen wie Adrenalin zur schnellen Bereitstellung von Energie.<br></li>



<li><strong>Freeze und Dissoziation:<br></strong> Fühlen wir uns <strong>bedroht</strong> <strong>und</strong> <strong>hilflos</strong>, wird der <strong>dorsale</strong> <strong>Vagus</strong> aktiviert. Dieser schickt unseren Körper in einen Zustand der <strong>Immobilisierung und Dissoziation</strong>. Indem alle Aktivitäten unseres Organismus auf ein Minimum zurückgefahren werden und wir uns von von unseren Gefühlen und unserer Körperwahrnehmung abschneiden, stellen wir uns tot. Evolutionär ermöglichte dieser Zustand Beutetieren, einen lebensbedrohlichen Angriff eventuell doch noch zu überleben.</li>
</ol>



<p></p>



<h2 class="wp-block-heading"><a id="post-3006-_4vmqkhjelwir"></a>2. Das „Social Engagement System“: <br>Ein System für soziale Verbundenheit</h2>



<p>Das Social Engagement System (SES), welches durch den ventralen Vagus aktiviert wird, stellt den Organismus darauf ein, in Beziehung zu sich und andere zu gehen. Beispielsweise ist es mit den Gesichtsnerven für die Mimik verknüpft oder mit dem Gehör: Hohe, freundliche Töne, wie z.B. fröhliche Stimmen, aktiveren es und werden gleichzeitig in diesem Zustand besser wahrgenommen. Tatsächlich stellen sich die Gehörknöchelchen im Zustand des Social Engagements für die Wahrnehmung von hohen Tönen ein, während wir im Zustand der sympathischen Mobilisierung tiefes Brummen, wie von Raubtieren, besser wahrnehmen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><a id="post-3006-_4vmqkhjelwir"></a>3. Die Neurozeption: <br>Autonomes Scannen von Anzeichen für Sicherheit oder Gefahr</h2>



<p>Die Polyvagal-Theorie ist deshalb so relevant für unser Erleben, für Beziehungen, unsere Entwicklung und unser Wohlbefinden, weil unser Autonomenes Nervensystem permanent unsere Umgebung auf Anzeichen von Sicherheit oder Gefahr scannt. <br><br>Und zwar ist scannt die Neurozeption unsere Umgebung: </p>



<ul class="wp-block-list">
<li>in 200 Millisekunden,</li>



<li>ganz ohne unser willentliches Zutun, also „autonom“,</li>



<li>und ganz ohne dass wir die Situation bewusst wahrnehmen.</li>
</ul>



<p>Entscheidend für die Einschätzung von Sicherheit und Gefahr durch unser Autonomes Nervensystem ist dabei unsere subjektive Erfahrung: Signale, die wir aufgrund unserer biografischen Erfahrungen mit Gefahr verbinden, aktivieren unseren Sympathikus oder lassen uns sogar erstarren. Signale, die wir aufgrund unserer persönlichen Lebenserfahrung mit Sicherheit und Geborgenheit verbinden, aktivieren unser System für soziale Interaktion (SES).<br><br>Unser Nervensystem scannt dabei beständig sowohl die äußere Umwelt einschließlich unserer sozialen Beziehungen, als auch unsere inneren körperlichen Signale (z.B. Anspannung, Herzschlag, Verdauung, etc.) auf Hinweise von Sicherheit oder Gefahr.</p>



<p></p>



<h2 class="wp-block-heading"><a id="post-3006-_xoj0wkmflh9z"></a>4. Wechselwirkungen und Co-Regulation: <br>Wir sind immer mit unserer Umwelt verbunden</h2>



<p>Über die Neurozeption sind wir also beständig mit unserer (sozialen) Umwelt in Kontakt. Kein Wunder, dass wir so empfindlich auf soziale Signale reagieren und es genießen, wenn wir in Beziehungen akzeptiert und in Resonanz sind. Dann fühlen wir uns so sicher, dass wir uns öffnen und uns trauen und zugestehen, unsere eigenen Bedürfnisse und Impulse zu artikulieren. In einer guten Beziehung gehen wir so auch mehr mit uns selbst in Kontakt, was in der Folge wiederum zu einem offeneren und authentischen Kontakt mit Anderen führt. </p>



<p>Über die Neurozeption stehen wir mit unserer sozialen Umwelt in enger Wechselwirkung &#8211; im Guten wie im Schlechten &#8211; und reagieren sensibel auf Veränderungen in unserem Beziehungssystemen. Dies ermöglicht aber auch in Aufstellungen und generell Coaching, Beratung und Therapie ein direktes Einwirken über die Beziehungsgestaltung und über die Co-Regulation durch unseren eigenen autonomen Zustand als BeraterIn.</p>



<p>Denn sind wir als BeraterIn in einem Zustand der Anspannung, dann entgeht dies nicht der Neurozeption unseres Gegenübers: Haben wir z.B. Angst oder Erstarren wir innerlich, weil unser Gegenüber von traumatischen Erfahrungen erzählt, signalisiert unser ganzer Organismus über seinen autonomen Zustand auch unserem Gegenüber, dass Gefahr besteht.</p>



<p>Wir sind wie eine Schar Erdmännchen (unsere bevorzugte Metapher bei Lösungsbilder für uns Menschen als soziale Lebewesen) miteinander über unseren autonomen Zustand verbunden oder systemisch gesprochen: Unsere autonomen Nervensysteme sind verkoppelt und in ständiger Wechselwirkung &#8211; ganz ohne unser bewusstes, psychisches Erleben. Wittert einer aus der Gruppe Gefahr, überträgt sich dies auf die anderen im System &#8211; gleich ob die Gefahr nun objektiv real ist oder nicht. Es reicht, wenn sie eine erlebte soziale Wirklichkeit hat. </p>



<p>Beständig regulieren sich unsere autonomen Zustände also gegenseitig und ganz ohne unser willkürliches und bewusstes Zutun. Allerdings können wir uns dieser Zustände und ihrer Veränderungen durch (Selbst-)Wahrnehmungsschulung bewusster werden und über Selbstregulation beeinflussen. Denn auch wenn unser ANS weitestgehend unwillkürlich funktioniert, ist es möglich indirekt Einfluss auf seinen Zustand zu nehmen: <br><br>Beispielsweise beruhigen wir uns über unsere Atmung oder kommen in der Kommunikation in einen gemeinsamen Flow und eine gute Stimmung. Oder wenn wir aktiv an positive Erinnerungen denken oder uns mit Ressourcen verbinden, geht unser Autonomes Nervensystem in den entsprechenden Zustand.</p>



<p>Hier deutet sich schon an, dass die Polyvagal-Theorie für die Aufstellungsarbeit, wie aber auch überhaupt für die Arbeit mit Menschen und Gruppen, eine hohe Relevanz hat, weil es Co-Regulation und ihre Wirkungsweise auf unseren Organismus erklären kann.</p>



<h1 class="wp-block-heading"><a id="post-3006-_2ufi3ixyqjix"></a>Folgen aus der Polyvagal-Theorie für unser Selbstverständnis: Mehr Mitgefühl für uns und andere</h1>



<p>Eine direkte Konsequenz des Wissens um die Funktionsweise unseres Autonomes Nervensystem und seinen Einfluss auf unser Erleben ist, dass wir uns und andere besser verstehen lernen: Denn in den wenigsten Situationen entscheiden wir bewusst, in welchen Zustand unser Autonomes Nervensystem geht, sondern dies entscheidet quasi autonom durch die Neurozeption, ob eine Situation uns erstarren, feindlich oder freundlich reagieren lässt.</p>



<p>Dieses Verständnis unseres eigenen evolutionär gewachsenen autonomen Nervensystems lässt uns Mitgefühl für uns selbst aufbringen, wenn wir in die Vermeidung (Flucht) oder Erstarrung gegangen sind, wo wir uns eigentlich mutiges Handeln von uns gewünscht hätten.</p>



<p>Und auch die feindlichen oder abweisenden Reaktionen anderer können wir so in anderem Licht sehen: Als autonome und auf der Basis ihrer subjektiven Erfahrungen weise Reaktionen ihres Organismus: Der Versuch ihres ANS, Schutz, Wachstum und Entwicklung zu sichern.</p>



<p>In dieser Weise ist die Polyvagal-Theorie so etwas wie die vierte Kränkung der Menschheit nach Freud: Wir sind nicht nur nicht Herr in der eigenen Psyche, sondern auch nicht Herr im eigenen Körper. In der Psyche regiert im Verborgenen das Unbewusste, im Körper regiert, verdeckt unser autonomes Nervensystem mit seinen drei autonomen Zuständen.</p>



<h1 class="wp-block-heading"><a id="post-3006-_4vmqkhjelwir"></a>Anwendung für Therapie und Beratung:<br>Die Polyvagale Ampel und die Polyvagale Leiter</h1>



<p><strong>Deb Dana</strong> hat auf der Basis der Polyvagal-Theorie praktische Tools für die Beratung und Therapie entwickelt, die sich auch in der Aufstellungsarbeit nutzen lassen. <br><br>Das Beitragsbild deutet gleich zwei dieser Tools an: Die autonome Leiter und die Ampel. Beide unterstützen KundInnen darin, sich selbst bzw. ihr Autonomes Nervensystem besser kennenzulernen und in der Folge bewusster mit sich umzugehen und eventuell auch selbst ihren autonomen Zustand regulieren zu lernen. <br><br>Natürlich eignen sich beide Modelle auch als Orientierung für die Leitung von Aufstellungen oder sogar als Schema für Aufstellungen bzw. Arbeit mit Bodenankern in der Einzelarbeit: Wo stehe ich und wo stehen die anderen gerade auf der Ampel oder der Leiter? Was braucht es, um auf Grün zu kommen, in den Zustand der sozialen Verbundenheit?</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Die <strong>Polyvagale</strong> <strong>Ampel</strong> visualisiert die drei Zustände des Autonomen Nervensystems mit den bekannten Ampelfarben. Bei Grün sind wir in einem für Beziehungsgestaltung optimalen Zustand, bei Organge erleben wir die Welt als tendenziell feindlich und bei Rot schalten wir aus und spalten uns von unserem Erleben ab. <br></li>



<li>Die <strong>Polyvagale</strong> <strong>Leiter </strong>veranschaulicht, dass wir aus dem roten Zustand der Immobilisierung nicht sofort in den grünen Zustand springen können, sondern dass der Weg zwischen diesen beiden immer über den orangenen Zustand der Mobilisierung verläuft. Das ist wichtig, wenn man mit Traumatisierungen arbeitet, da hier die Energie (Aktivierung) eingefroren ist. <br><br>Bei einem Auftauen wird diese Energie aber wieder frei in Form von Erregung und mitunter Wut. Dies überfordert das Nervensystem tendenziell und deshalb ist ein dosiertes Auftauen hilfreich. Dazu hat z.B. der traumatherapeutische Ansatz des Somatic Experience eigene Vorgehensweisen, wie das Titrieren, ein dosiertes Auftauen aus der traumatischen Erstarrung, entwickelt.</li>
</ul>



<p></p>



<h1 class="wp-block-heading"><a id="post-3006-_4vmqkhjelwir"></a>Konsequenzen für systemische Aufstellungsarbeit</h1>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p><em>Die „Polyvagale Brille&#8220; aufziehen: <br>Aufstellungsprozesse als Modulationen der autonomen Zustände der Personen und des Systems begreifen lernen<br></em></p>
</blockquote>



<p>Die von der Polyvagal-Theorie beschriebenen Zusammenhänge haben vielfache Konsequenzen für unsere Arbeit als systemische AufstellerInnen. Sie geben uns Orientierung, eröffnen uns Handlungsoptionen und erlauben die Beziehungen und den Rahmen stimmiger zu gestalten. </p>



<p>In der Aufstellungsarbeit geht es oft um das Lösen von Blockaden und das Wiederherstellen von Verbindungen – sowohl zu sich selbst als auch zu anderen. Dafür ist es wesentlich, dass sich alle Beteiligten &#8211; allen voran natürlich KlientIn und Leitung &#8211; in einem Zustand von Sicherheit und damit Verbundenheit befinden bzw. kontinuierlich in ihn eingeladen werden. In diesem Zustand nämlich haben wir, wie im Absatz zum Social Engagement System beschrieben, Zugang zu unseren zentralen Ressourcen für Veränderung, Wachstum und psychophysisches Wohlbefinden. </p>



<p>Damit gibt die Polyvagal-Theorie zunächst eine grundlegende Orientierung vor: Was brauchen unsere Klienten, wir und das System, um das es geht, um in den Zustand der sozialen Verbundenheit (SES) zu gelangen? </p>



<p>Die Antwort liefert die Theorie gleich mit, denn unser ANS aktiviert diesen transformativen Zustand genau dann, wenn es die Situation als sicher eingestuft. Nun ist die Bedeutung von Sicherheit in Traumatherapie wie auch in Beratung, Coaching sowie der Aufstellungsarbeit als zentrale Basis für Heilung und Entwicklung hinlänglich bekannt. </p>



<p>Sicherheit betrifft dabei verschiedene Ebenen:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>Physische Sicherheit</strong> – ein sicherer Ort, keine körperliche Bedrohung,</li>



<li><strong>Emotionale Sicherheit</strong> – eine vertrauensvolle therapeutische Beziehung,</li>



<li><strong>Psychologische Sicherheit</strong> – die Möglichkeit, über Belastungen und insbesondere Trauma zu sprechen, ohne überwältigt zu werden.</li>
</ul>



<p>Noch grundlegender nähert man sich dem Thema Sicherheit über die Bedürfnisse, welche für das Autonome Nervensystem erfüllt sein müssen, damit es eine Situation als sicher einschätzt und in den Zustand der sozialen Verbundenheit (SES) schaltet. <br><br>Diese <strong>„dreifache Sicherheit“</strong> besteht in:</p>



<ol class="wp-block-list">
<li><strong>Wahlfreiheit (Autonomie)<br></strong>&#8211; Wir können mitgestalten, sind nicht gezwungen oder gar gefangen; wir können notfalls fliehen.<br></li>



<li><strong>Orientierung (Wissen)<br></strong> &#8211; Wir verstehen und wissen wo wir in Raum und Zeit sind, was uns erwartet und wie die Situation ist. Wir haben eine hilfreiche „Karte“ von unserer Welt. Wir wissen, wo wir unsere Bedürfnisse stillen können und wo Gefahren lauern.<br></li>



<li><strong>Beziehung (Vertrauen)<br></strong>&#8211; Wir vertrauen den Menschen in unserem System, dass sie uns gut gesinnt sind, zu uns halten und uns unterstützen.</li>
</ol>



<p>Diese drei Sicherheitsbedürfnisse bilden visualisiert als gleichschenkliges Dreieck sozusagen den sicheren Rahmen, innerhalb dem sich Beratungsprozesse wie auch Aufstellungen optimal entfalten können.</p>



<p>Dieses Dreieck der Sicherheitsbedürfnisse eignet sich aber auch als Ordnungsschema für eine Sammlung von Learnings aus der Polyvagal-Theorie für die Aufstellungsarbeit. Die unten stehende Visualisierung gibt einen Überblick über diese &#8211; ohne Anspruch auf Vollständigkeit. In den folgenden Abschnitten werden diese Punkte dann erläutert.</p>



<figure class="wp-block-image"><img decoding="async" src="https://loesungsbilder.de/wp-content/uploads/2024/01/word-image-3006-1-3.png" alt="" class="wp-image-3323"/></figure>



<p>&nbsp;</p>



<h2 class="wp-block-heading"><a id="post-3006-_ld9236xr79u"></a>1. Die “Polyvagale Brille”</h2>



<p>Betrachten wir eine Beratung und insbesondere einen Aufstellungsprozess durch die Brille der Konzepte und Zusammenhäng der Polyvagal-Theorie, durch die “Polyvagale Brille”, dann erkennen wir</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>die autonomen Zustände an ihren Merkmalen</li>



<li>Zustandsänderungen im Prozess, z.B. als Reaktion auf Interventionen.</li>
</ul>



<p>Die polyvagale Brille hilft, feine Anzeichen von Stress, Dissoziation oder sozialer Verbundenheit schneller zu erkennen und gezielt darauf zu reagieren. Die Polyvagale Brille nutzen bedeutet für die Leitung also, dass sie fortlaufend darauf achtet, in welchen Zuständen sich die Klienten, sie selbst als Leitung, die Stellvertreter und die gesamte Gruppe befinden und dass sie Veränderungen in den Zuständen beobachtet oder sogar anregt.</p>



<p>Beispielsweise kann beobachtet werden, ob ein Stellvertreter erstarrt, Blickkontakt meidet oder die Atmung flacher wird – alles Anzeichen dafür, dass das Nervensystem in einen dysregulierten Zustand rutscht. Die Leitung kann dann bewusst regulierende Maßnahmen ergreifen, um das Social Engagement System zu reaktivieren.</p>



<p>Diese Perspektive verändert auch die Art und Weise, wie Interventionen in der Aufstellungsarbeit eingesetzt werden: Die Polyvagale Brille erlaubt Leitungen gezielt das ANS adressierende Interventionen zu wählen. </p>



<p>Das bedeutet beispielsweise:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>mehr Aufmerksamkeit für Mimik, Haltung und Atmung der Teilnehmenden,</li>



<li>bewusstes Einsetzen von Blickkontakt, langsamer Sprache und sanften Bewegungen zur Regulation,</li>



<li>gezieltes Einladen in den Zustand der sozialen Verbundenheit (SES) durch Herstellen von Sicherheit,</li>



<li>Nutzen von Bewegungsimpulsen, um Erstarrung zu lösen.</li>
</ul>



<p>Die folgende tabellarische Übersicht stellt psychische, körperliche und kommunikative Merkmale dar, die helfen, zu erkennen, in welchen autonomen Zustand sich eine Person befindet: </p>



<figure class="wp-block-table is-style-regular"><table class="has-contrast-color has-contrast-3-background-color has-text-color has-background has-link-color has-fixed-layout"><thead><tr><th class="has-text-align-left" data-align="left">
<p><strong>Autonomer Zustand</strong></p>
</th><th class="has-text-align-left" data-align="left">
<p><strong>Psychische Merkmale</strong></p>
</th><th class="has-text-align-left" data-align="left">
<p><strong>Beobachtbare körperliche Zeichen</strong></p>
</th><th class="has-text-align-left" data-align="left">
<p><strong>Merkmale in Kommunikation und Sprache</strong></p>
</th></tr><tr><th class="has-text-align-left" data-align="left">
<p><strong>Social Engagement System (ventraler Vagus)</strong></p>
</th><th class="has-text-align-left" data-align="left"><strong><br><p>Entspannung, soziale Verbundenheit, Offenheit</p></strong><br></th><th class="has-text-align-left" data-align="left">
<p>Lächeln, ruhige Mimik, direkter Blickkontakt, entspannte Körperhaltung, ruhige Atmung, melodische Stimme</p>
</th><th class="has-text-align-left" data-align="left">
<p>Freundlicher Tonfall, melodische Sprache, variierende Stimmlage, angemessenes Sprechtempo, aktive Gesprächsbeteiligung, offene Fragen stellen</p>
</th></tr><tr><th class="has-text-align-left" data-align="left">
<p><strong>Sympathikus-Aktivierung (Kampf-/Fluchtmodus)</strong></p>
</th><th class="has-text-align-left" data-align="left">
<p>Aktivierung, Stress, Kampf- oder Fluchtreaktion</p>
</th><th class="has-text-align-left" data-align="left">
<p>Angespannte Mimik, geweitete oder starre Augen, schnelle Atmung, erhöhte Muskelspannung, schnelle Bewegungen, laute oder harte Stimme</p>
</th><th class="has-text-align-left" data-align="left">
<p>Schnelle oder abgehackte Sprache, lauter oder angespannter Tonfall, direkter oder aggressiver Ausdruck, viele Unterbrechungen, kurze oder unvollständige Sätze</p>
</th></tr><tr><th class="has-text-align-left" data-align="left">
<p><strong>Dorsaler Vagus (Erstarrung/Shutdown)</strong></p>
</th><th class="has-text-align-left" data-align="left">
<p>Dissoziation, Rückzug, Taubheit, Kollaps</p>
</th><th class="has-text-align-left" data-align="left">
<p>Leere Mimik, starrer Blick, verlangsamte oder flache Atmung, schwache Muskelspannung, monotone oder leise Stimme, verlangsamte Bewegungen</p>
</th><th class="has-text-align-left" data-align="left">
<p>Monotone oder sehr leise Sprache, langsames oder verzögertes Sprechen, lange Pausen zwischen den Worten, wenig Ausdruck in der Stimme, Vermeidung von direkter Kommunikation</p>
</th></tr></thead></table></figure>



<h2 class="wp-block-heading"><a id="post-3006-_gv6iyd3fl33z"></a>2. Der Polyvagale Kompass: “Ermögliche Verbundenheit”</h2>



<p>In Weiterbildungen in systemischer Aufstellungsarbeit werden wir immer wieder gefragt, woran man sich als LeiterIn auf der Suche nach einem Lösungsbild orientieren soll &#8211; gerade wenn die Aufstellung stockt oder viel gleichzeitig geschieht.</p>



<p>Eine erste Orientierung ist natürlich immer der Auftrag, den man im Vorgespräch geklärt haben sollte. Eine zweite grundlegende bietet die Polyvagal-Theorie an: Den Klient und sein System soweit möglich wieder in den Zustand der sozialen Verbundenheit (SES) bringen. In diesem Zustand ist der Klient wieder in der Lage, seine Beziehungen und Herausforderungen selbst zu regulieren, d.h. Lösungen zu finden.</p>



<p>In diesem Sinne sind wir als Aufstellungsleiter eher Ermöglicher, Hebamme oder neudeutsch “Facilitator”: Bieten und halten wir den entsprechenden Rahmen, dann bringen wir die Klienten und ihr System wieder in Kontakt zu sich und ihren Ressourcen. Der Rest läuft dann häufig von selbst.</p>



<p>Der Polyvagale Kompass stellt damit dem Metaprinzip der Aufstellungsarbeit: “Annehmen, was ist.” als zweites Prinzip: “Ermögliche Verbundenheit” zur Seite. Dies gilt sowohl in Bezug auf sich selbst (Körper, Emotionen, Erinnerungen und Gedanken, Handlungsimpulse) als auch in Bezug auf die äußeren Beziehungen.</p>



<p>Handelt es sich um (teilweise) traumatisierte Systeme, d.h. um den Zustand der Immobilisierung und Dissoziation, so muss man beachten, dass der Weg zur Sozialen Verbundenheit (SES) der Leiter (siehe Kapitel “Anwendung für Therapie und Beratung) entsprechend nur Sprosse für Sprosse erklommen werden kann, d.h. über die Mobilisierung führt, die behutsam und dosiert begleitet werden muss, um eine Überaktivierung und erneute Kollabierung des ANS zu vermeiden. <br><br>Hier hilft Erfahrung in der Traumatherapie, z.B. Somatic Experience, ein behutsames und Zeit gebendes Vorgehen, das Herstellen von Sicherheit und ausreichendes unterstützendes Ressourcieren.</p>



<p>Interventionen hierzu finden sich auch im unten stehenden Kapitel Interventionen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><a id="post-3006-_5c3olbfrcsqg"></a>3. Rahmen der 3-fachen Sicherheit</h2>



<p>Damit direkt verbunden ist die folgende Konsequenz für BeraterInnen und Aufstellungsleitungen: Eine der ersten und grundlegenden Aufgaben in Aufstellungen ist das Herstellen eines sicheren Rahmens. Dieser lädt die Klienten und alle Beteiligten ein, mit sich in Verbindung zu gehen und sich zu öffnen und zu zeigen. <br><br>Die Polyvagal-Theorie verweist auf die Auswirkungen von Sicherheit bzw. fehlender Sicherheit: Über die Neurozeption (s.o.) scannen wir beständig unsere Körperreaktionen und unsere Umgebung. Signalisieren diese Sicherheit, aktiviert unser ANS den ressourcenvollen und transformativen Zustand des Social Engagement Systems (SES); signalisieren sie gefahr, aktiviert es den Sympathikus oder lässt uns erstarren.</p>



<p><br>Deshalb sollte eine Aufstellung bzw. die ganze Aufstellungsveranstaltung durchgängig innerhalb des Dreiecks der drei Sicherheitsbedürfnisse (s.o.) stattfinden, d.h.</p>



<ol class="wp-block-list">
<li><strong>gute Beziehungen</strong> <strong>gestalten</strong>– Die Klienten und Stellvertreter sollten sich in einer wertschätzenden, vertrauensvollen und unterstützenden Umgebung aufgehoben fühlen. Dies geschieht durch eine präsente, achtsame Leitung, die durch Mimik, Stimme und Körpersprache Sicherheit implizit signalisiert und Vertraulichkeit explizit zusichert und verabredet.<br></li>



<li><strong>klare Orientierung</strong> <strong>bieten</strong>– Menschen benötigen klare Strukturen und vorhersehbare Abläufe, um sich sicher zu fühlen. In der Aufstellungsarbeit bedeutet das, dass die Teilnehmenden genau wissen, wie eine Aufstellung abläuft, wann Pausen sind und welche Optionen sie haben.<br></li>



<li><strong>angemessene</strong> <strong>Wahlfreiheit</strong> <strong>ermöglichen</strong>– Die Möglichkeit, eigene Entscheidungen zu treffen, stärkt das Gefühl von Sicherheit. In Aufstellungen kann dies bedeuten, dass Teilnehmende jederzeit Nein sagen oder eine Pause einlegen dürfen, wenn es ihnen zu viel wird.</li>
</ol>



<p>Wenn Klienten wissen, dass sie jederzeit Einfluss auf den Prozess nehmen können, in vertraulicher und geschützter Beziehung sind und Orientierung über Raum und Zeit haben, sind sie eher bereit, sich zu öffnen und neue Erfahrungen zuzulassen. <br><br>Die Orientierung über Raum und Zeit (wie auch die Wahlfreiheit) umfasst dabei auch das Aufstellungserleben selbst, d.h. die oben erwähnte psychologische Sicherheit: Indem wir unsere Klienten unterstützen, Nähe und Distanz zu belastenden Erlebnissen zu regulieren, ermächtigen wir unsere Klienten, sich aus sicherer, ressourcierter Position und Abstand, schwere Episoden aus ihrer Geschichte anzuschauen und sie neu zu verarbeiten.</p>



<p>Und indem wir immer wieder deutlich machen, was Gegenwart und Vergangenheit ist, lösen wir zeitliche Vermischungen im Erleben auf, so dass die Schmerzen der Vergangenheit aktuelle Beziehungen weniger trüben. </p>



<h2 class="wp-block-heading"><a id="post-3006-_wyao2wii9z3r"></a>4. Polyvagale Empathie</h2>



<p>Den Begriff Polyvagale Empathie nutze ich als Erinnerungsanker an das schon oben beschriebene Mitgefühl mit sich und anderen, welches aus dem Verständnis der Polyvagal-Theorie erwächst:</p>



<p>Nicht wir entscheiden uns bewusst, in welchen autonomen Zustand wir gehen, sondern unser ANS aktiviert die aufgrund seiner Lernerfahrung passenden autonomen Zustände zu unserem Besten (Schutz, Regeneration, Entwicklung, Kooperation).</p>



<p>Damit ist keinesfalls gemeint, dass wir Opfer unseres ANS sind und hilflos erleben müssen, wie unser ANS uns regiert. Vielmehr ist es eine Einladung, sein Autonomes Nervensystem und die entsprechenden Zustände bewusst kennenzulernen und mit seinem ANS in eine optimale zielführende Kooperation, also eine unserer autonomen Plattform entsprechenden Selbststeuerung zu gehen.</p>



<p>Leider lag halt die Gebrauchsanweisung für unser ANS bei unserer Geburt nicht bei und auch in der Schule wird uns dieses Wissen bislang nicht gelehrt.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><a id="post-3006-_dt8lc3lrc2uh"></a>5. Autonome Zustände als Ressourcen sehen: Impathie</h2>



<p>Eng verbunden mit der Polyvagalen Empathie/ Impathie ist, unsere autonomen Zustände als Ressourcen zu sehen und unser ANS als Verbündeten: Jeder autonome Zustand hat evolutionär unsere Bandbreite an Handlungsmöglichkeiten erweitert und ist ursprünglich funktional. Erst wenn aufgrund von biografischen Erfahrungen Umweltreize zu Triggern werden, die uns ohne tatsächliche Gefahr mobilisieren oder erstarren lassen, werden die Reaktionen des ANS für uns situativ dysfunktional. <br><br>Daraus folgt einerseits Wertschätzung und Dankbarkeit für unser ANS und seine Aktivierungen, auch wenn wir manches Mal Schweißausbrüche, Angst oder Erstarren als hinderlich und problematisch erleben und unser Nervensystem verfluchen möchten.</p>



<p>Andererseits ermöglicht es der Leitung das Potential der verschiedenen Zustände aktiv zu nutzen. Zwar ist häufig der Zustand des Social Engagement Systems für unsere Zwecke zieldienliche, aber nicht selten braucht es eben auch Mobilisierung, um klare Grenzen zu setzen, Eigenes zu verteidigen und Fremdes auszugrenzen, also “Impathie” im Sinne von Wertschätzung, Schutz und Abgrenzung des Eigenen gegenüber Fremden.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><a id="post-3006-_9pta63alfyi8"></a>6. Co-Regulation und Haltung</h2>



<pre class="wp-block-verse has-text-align-center"><em><br>“Man kann nicht nicht Co-Regulieren”</em><strong><br></strong></pre>



<p>Im systemischen Ansatz wie auch in der Aufstellungsarbeit räumen wir mit recht systemischen Haltungen besonderen Raum ein. Haltungen sind nach Aristoteles eingeübte Gewohnheiten des Verhaltens, z.B. Haltungen der Wertschätzung, Offenheit, Verbundenheit, Nicht-Wissen. Durch solcherlei Haltungen laden wir unsere Klienten und Gruppen, die wir begleiten, ein, entsprechende Sichtweisen und Verhaltensweisen selbst anzunehmen. <br><br>Co-Regulation funktioniert ähnlich, bezieht sich aber auf die autonomen Zustände, mit denen, wie im Absatz über das Social Engagement System dargestellt, auch bestimmte Erlebnis- und Verhaltensweisen verbunden sind. <br><br>Es bedeutet, dass wir über die Selbst-Regulation unseres eigenen Nervensystems das ANS unseres Gegenüber bzw. unserer Beziehungspartner implizit dazu anregen, selbst in den entsprechenden autonomen Zustand zu gehen.</p>



<p>Somit ist Co-Regulation eine Kommunikation auf der Ebene des ANS. Und sie findet ständig statt, nur meist nicht bewusst. Dementsprechend gilt auch für das ANS Watzlwicks zentrale Erkenntnis über Kommunikation: “Man kann nicht nicht kommunizieren”. Unsere Neurozeption erfasst beständig und blitzschnell die autonomen Zustände der Personen um uns herum und stellt sich durch Aktivierung des passenden autonomen Zustandes darauf ein.</p>



<p>Ein echtes Lächeln, ein entspannter Tonfall, offene Blicke laden unser Nervensystem in den Zustand sozialer Verbundenheit ein, während angespannte Schultern, hektische Bewegungen, scharfer Tonfall, verengte Augen tendenziell unsere Mobilisierung hochfahren und unser ANS alarmieren.</p>



<p>Und je nachdem, von was für Erlebnissen unsere Klienten erzählen, rutschen sie in das entsprechende Erleben hinein und ihr ANS reagiert mit dem entsprechenden Zustand. Dies wiederum wirkt als starke Einladung auf unser eigenes ANS. <br><br>Sich dieser Zusammenhänge bewusst zu werden und darüber hinaus über die Selbstregulation des ANS Optionen in der Hand zu haben, sich selbst im gewünschten Zustand, meist dem der Verbundenheit, zu halten, ist eine zentrale Aufgabe in der Beratung, wie in Aufstellungen.</p>



<p>Wie schließlich können wir andere dabei unterstützen, Lösungen zu finden und wieder in den Zustand der Verbundenheit zu kommen, wenn wir selbst dies nicht sind?</p>



<h2 class="wp-block-heading"><a id="post-3006-_g9nupxgr3l8v"></a>7. Selbstregulation und Resilienz</h2>



<p>Zum Glück vermögen wir mit etwas Übung und zunehmenden Gewahrsein unserer eigenen autonomen Zustände, diese in einigem Umfang selbst zu regulieren. Wir können also lernen situationsangemessen und letztlich stressresistent oder resilient mit herausfordernden Situationen auch auf der Ebene des Autonomen Nervensystems, d.h. unseren unwillkürlichen autonomen Reaktionen umzugehen.</p>



<p>Dann erleben wir Sicherheit auch darin, dass wir unseren eigenen autonomen Zustand (wieder) regulieren können, statt ihm ausgeliefert zu sein. Dann können wir Herausforderungen wieder souverän bewältigen. Dies gilt nicht nur für Konflikte, sondern auch für unseren Alltag, Stress und eben die Beratung oder Leitung von Einzelnen und Gruppen: <br><br>Sind wir übererregt (sympathische Aktivierung), so können wir uns nicht mit einer Aufgabe beschäftigen, sondern switchen nervös zwischen verschiedenen Tätigkeiten und Zielen oder gehen in die Vermeidung (Flucht). Sind wir erstarrt und von unseren Emotionen und unserer Körperwahrnehmung abgeschnitten (Freeze), können wir Herausforderungen gar nicht mehr anpacken. </p>



<p>Wir brauchen also auch für die Herausforderungen der Arbeit, des Alltags und Entwicklungsvorhaben einen ruhigen, fokussierten Zustand, um sie strukturiert und gezielt anzupacken und zum Erfolg zu führen.</p>



<p>Wie aber können wir regulierend auf unser doch angeblich “autonomes” Nervensystem einwirken? Es gibt eine Vielzahl von indirekten Möglichkeiten auf unser autonomes Nervensystem aktivierend oder beruhigend einzuwirken. <br>Viele davon nutzen wir intuitiv oder kulturell-ritualisiert, z.B. gemeinsames Singen, Herstellen von Blickkontakt, tiefe Ausatmung. Sie alle können aber bewusst in Beratungs- und Gruppensituatinen zur Selbst- und dann mittelbar zur Co-Regulation eingesetzt werden &#8211; so auch in Aufstellungen. <br><br>Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über einige gängige Selbstregulationsmechanismen. Sie alle können natürlich durch vorgestellte innere Bilder oder auch äußere Raumgestaltung aktiviert angeregt werden.</p>



<p>Ein besonders anschauliches Beispiel sind Feststellungen der Aufmerksamkeits-Erholungs-Theorie, bei denen herausgefunden wurde, dass sogar das Betrachten von Bildern eines Waldes in einem Fotoband eine ähnlich erholsam-beruhigend Wirkung hat, wie ein echter Waldspaziergang (vgl. <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Aufmerksamkeits-Erholungs-Theorie">https://de.wikipedia.org/wiki/Aufmerksamkeits-Erholungs-Theorie</a>).</p>



<figure class="wp-block-table is-style-regular"><table class="has-contrast-3-background-color has-background has-fixed-layout"><thead><tr><th>
<p><strong>Selbstregulation</strong></p>
</th><th>
<p><strong>Erläuterung</strong></p>
</th><th>
<p><strong>Ziel</strong></p>
</th><th>
<p><strong>Autonomer Zustand</strong></p>
</th></tr><tr><th>
<p>Bewegung und Rhythmus</p>
</th><th>
<p>Rhythmische Bewegungen wie Gehen, Tanzen oder Schaukeln helfen, das Nervensystem zu regulieren.</p>
</th><th>
<p>Herstellung von Regulation durch Bewegung</p>
</th><th>
<p>Sympathikus (Aktivierung mit Regulation)</p>
</th></tr><tr><th>
<p>Laute (Tönen, Schreien)</p>
</th><th>
<p>Durch lautes Tönen oder Schreien kann angestaute Energie abgebaut werden, was das Nervensystem reguliert.</p>
</th><th>
<p>Regulation durch Ausdruck und Energieabbau</p>
</th><th>
<p>Sympathikus (Energieabbau &amp; Regulation)</p>
</th></tr><tr><th>
<p>Beruhigende Selbstberührung</p>
</th><th>
<p>Sanftes Streicheln der Arme oder Halten des eigenen Körpers vermittelt Sicherheit.</p>
</th><th>
<p>Selbstberuhigung durch taktile Reize</p>
</th><th>
<p>Ventraler Vagus (Beruhigung &amp; Sicherheit)</p>
</th></tr><tr><th>
<p>Naturerfahrung</p>
</th><th>
<p>Zeit in der Natur zu verbringen, beruhigt das Nervensystem und reduziert Stress.</p>
</th><th>
<p>Reduktion von Stress durch Umweltreize</p>
</th><th>
<p>Ventraler Vagus (Beruhigung durch Umwelt)</p>
</th></tr><tr><th>
<p>Musik hören oder machen</p>
</th><th>
<p>Musik kann je nach Art beruhigend oder aktivierend wirken und das autonome Nervensystem beeinflussen.</p>
</th><th>
<p>Modulation des autonomen Nervensystems je nach Musikstil</p>
</th><th>
<p>Ventraler Vagus (Beruhigung oder Aktivierung)</p>
</th></tr><tr><th>
<p>Sicherer sozialer Kontakt</p>
</th><th>
<p>Gespräche oder sanfte Berührungen mit vertrauten Personen fördern Co-Regulation.</p>
</th><th>
<p>Soziale Unterstützung nutzen</p>
</th><th>
<p>Ventraler Vagus (Co-Regulation)</p>
</th></tr><tr><th>
<p>Ressourcenorientierung</p>
</th><th>
<p>Sich auf positive Erinnerungen oder unterstützende Personen fokussieren.</p>
</th><th>
<p>Stärkung von positiven emotionalen Zuständen</p>
</th><th>
<p>Ventraler Vagus (Positive Emotionen)</p>
</th></tr><tr><th>
<p>Vokalisierung (Singen, Summen)</p>
</th><th>
<p>Summen oder Singen stimuliert den Vagusnerv und fördert Beruhigung.</p>
</th><th>
<p>Direkte Aktivierung des parasympathischen Systems</p>
</th><th>
<p>Ventraler Vagus (Selbstregulation)</p>
</th></tr><tr><th>
<p>Achtsamkeitsübungen</p>
</th><th>
<p>Achtsames Wahrnehmen des eigenen Körpers und der Umgebung fördert Selbstregulation.</p>
</th><th>
<p>Förderung der Selbstwahrnehmung und Erdung</p>
</th><th>
<p>Ventraler Vagus (Selbstwahrnehmung)</p>
</th></tr><tr><th>
<p>Warme Getränke oder Essen</p>
</th><th>
<p>Warme Getränke oder Speisen können ein Gefühl der Sicherheit und Erdung vermitteln.</p>
</th><th>
<p>Stimulation von Wohlgefühl und Sicherheit</p>
</th><th>
<p>Ventraler Vagus (Sicherheit &amp; Wohlgefühl)</p>
</th></tr><tr><th>
<p>Bewusstes Atmen</p>
</th><th>
<p>Langsame, tiefe Atmung aktiviert den ventralen Vagus und beruhigt das Nervensystem.</p>
</th><th>
<p>Aktivierung des ventralen Vagus zur Beruhigung</p>
</th><th>
<p>Ventraler Vagus (Soziales Engagement)</p>
</th></tr><tr><th>
<p>Blickkontakt mit einer vertrauten Person</p>
</th><th>
<p>Augenkontakt mit einer sicheren Person kann das Social Engagement System aktivieren.</p>
</th><th>
<p>Förderung des sozialen Engagements</p>
</th><th>
<p>Ventraler Vagus (Soziales Engagement)</p>
</th></tr></thead></table></figure>



<h2 class="wp-block-heading"><a id="post-3006-_jdty2jx4jy2x"></a>8. Aufstellungen als Trainingsraum für Selbstregulation und Verbundenheit</h2>



<pre class="wp-block-verse has-text-align-center"><em>Beziehungen und Beziehungbilder regulieren unser Autonomes Nervensystem.</em></pre>



<p>Es braucht viel Übung, um seinen autonomen Zustand selbst zu erkennen und willentlich durch indirekte Maßnahmen zu beeinflussen, sich z.B. selbst vor Auftritten zu beruhigen, Vermeidungstendenzen zu begegnen oder sich aus einer Starre zu lösen.</p>



<p>Aufstellungen &#8211; gerade in der Gruppe &#8211; sind ein wunderbarer Lernort und ein Trainingsfeld für Verbundenheit zu anderen und zu sich selbst bzw. die Regulation unseres ANS in den entsprechenden Zustand (SES).</p>



<p>Denn der einfachere und natürlichere Zugang zur Regulation unseres autonomen Zustandes verläuft über Beziehungen bzw. Beziehungserfahrungen. Dies sind ja gerade die Erfahrungen, für die sich unser Autonomes Nervensystem so entwickelt hat. Wenn wir lernen, unsere Beziehungen und unsere inneren Bilder von unseren Beziehungen sowie unsere Selbstbeziehung (Beziehung zu inneren Anteilen inklusive unserem Selbst) zu gestalten, lernen wir gleichzeitig uns selbst zu regulieren. </p>



<p>Diesen Weg beschreiten Aufstellungen, indem sie mit Beziehungskonstellationen arbeiten und diese bzw. die inneren Bildern von ihnen verändern: Über diese bzw. deren Struktur und unseren Platz und unsere Bezogenheit in einer Konstellation regulieren sie auch immer unser Nervensystem. <br><br>Ein sehr simples <strong>Beispiel ist eine Konfrontation</strong>: Erleben wir jemanden uns frontal gegenüber wie im Duell, ist dies entweder eine sehr intime oder eine konfrontative Situation: In jedem Fall sind wir in direktem Kontakt. <br><br>Erleben wir jemanden <strong>hinter un</strong>s, wirkt dies &#8211; je nachdem, ob wir diese Person als Freund oder Feind ansehen &#8211; als Bedrohung oder Unterstützung. <br><br>Dabei haben solche verinnerlichten Beziehungsbilder auch nach der eigentlichen Begegnung eine Nachwirkung in unserer Psyche &#8211; allein aufgrund ihrer Anordnung.</p>



<p>Eine Form der Regulation ist also eine Umstellung und Neuanordnung dieser Beziehungskonstellationen: Eine typische Intervention in Aufstellungen. <br><br>Schauen wir also mit beispielsweise mit unserem Chef statt Auge in Auge Seite an Seite &#8211; gleichsam als Team &#8211; auf das gemeinsame Ziel, so verändert sich sofort das innere Erleben der Situation: Der tendenzielle Charakter der Konfrontation schwindet und verwandelt sich in ein Gefühl von Unterstützung und Teamgeist.</p>



<p>Hier sind Aufstellungen vom Setting her ideal geeignet &#8211; wenn sie mit einer entsprechenden respektvollen und wertschätzenden Haltung geleitet werden, denn sie bieten einen Schutzraum, in dem vergangenen bedrohliche oder sogar traumatische Erfahrungen, aus einem sicheren Abstand, dem Außenkreis, in einer haltenden Gruppe und durch die strukturierte und achtsame Begleitung einer – hoffentlich erfahrenen – Leitung angeschaut werden können. </p>



<p>Gerade Aufstellungen in der Gruppe ermöglichen die stärkende Erfahrung der Verbundenheit in der Gruppe und bieten damit eine Differenzerfahrung zu einem als leidvoll erfahrenen, vergangenen Erleben von Ausgrenzung oder Konflikt mit bzw. in einem sozialen System.</p>



<p>Deb Dana und Stephen Proges verweisen entsprechend darauf, dass unser Autonomes Nervensystem beständig mit jeder neuen (sozialen) Erfahrung umlernt und resilienter oder „ängstlicher“ wird bzw. stressresistenter oder empfindlicher wird. Dabei ist die Bedingung dafür, sich etwas ehemals oder künftig Bedrohliches oder sogar Bedrohlich-Überwältigendes anzuschauen, das aktuelle Erleben von (Beziehungs-)Sicherheit.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><a id="post-3006-_7w1i7us2h104"></a>9. Polyvagale Interventionen</h2>



<p>Die Polyvagal-Theorie lässt uns nicht nur die typischen Interventionen in der Aufstellungsarbeit durch die Polyvagale Brille betrachten und nach ihrer Wirkung auf das Autonome Nervensystem fragen. <br><br>Sie verweist auch auf weitere Interventionen aus verschiedensten Ansätzen aus Schulen der Therapie und Persönlichkeitsentwicklung, die gezielt genutzt werden können, um bestimmte autonome Zustände zu aktivieren (SES, Mobilisierung) oder aus ihren herauszukommen (Erstarrung). <br><br>Teilweise emergieren die entsprechenden Verhaltensweisen auch in Aufstellungen auf ganz natürliche Weise. Sie können in der richtigen Situation aber auch bewusst als eigene Intervention oder als Verstärkung von Interventionen eingesetzt werden. <br><br>Ein Beispiel ist die schaukelnde, sich wiegende Bewegung im eigenen Rhythmus, die Stellvertreter als Selbstberuhigung und zur Herstellung von Geborgenheit. Hier können aufmerksame AufstellungsleiterInnen tatsächlich von der Selbstorganisation in Aufstellungen viel lernen.</p>



<p>Die folgende Tabelle zeigt eine Reihe von solchen Interventionen mit dem Zielzustand des Autonomen Nervensystems, welcher durch sie angeregt werden soll. Es ist dabei nicht verwunderlich, dass diese “Interventionen” ähnliche oder analoge Mittel wie die der Selbstregulation nutzen.</p>



<p>Dabei verläuft der Weg meist entsprechend der Polyvagalen Leiter (siehe oben) in Schritten aufwärts hin zum System für soziale Verbundenheit (SES).</p>



<p>In bestimmten Fällen von Symbiose oder Parentifizierung, wenn die Klienten sich für Verbundenheit in Teilen “aufgeben” und zu sehr gelernt haben, auf eigene Bedürfnisse und Impulse zu verzichten und insbesondere mit Wut (Mobilisierung) nicht gut in Kontakt sind, hilft aber gerade auch die Mobilisierung zur Abgrenzung und Ausgrenzung von Introjekten, Glaubenssätzen und übernommenen Fremden.</p>



<p><br>Hierzu hat Ero Langlotz, dessen Ansatz der SelbstIntegration wir in einem Modul unserer Weiterbildung in systemischer Aufstellungsleitung, eigene hilfreich Vorgehensweisen entwickelt.</p>



<figure class="wp-block-table"><table class="has-contrast-3-background-color has-background has-fixed-layout"><thead><tr><th>
<p><strong>Zielzustand</strong></p>
</th><th>
<p><strong>Intervention</strong></p>
</th><th>
<p><strong>Erläuterung</strong></p>
</th><th>
<p><strong>Herkunft der Intervention</strong></p>
</th></tr><tr><th colspan="4">
<p><strong>Social Engagement System (Ventraler Vagus)</strong></p>
</th></tr><tr><th>&nbsp;</th><th>
<p>Atemübungen</p>
</th><th>
<p>Tiefes, ruhiges Atmen aktiviert den ventralen Vagus und fördert Entspannung.</p>
</th><th>
<p>Achtsamkeit, Atemtherapie, Yoga</p>
</th></tr><tr><th>&nbsp;</th><th>
<p>Sanfte Berührung</p>
</th><th>
<p>Berührungen wie eine Hand auf die Schulter oder eine Umarmung fördern Verbundenheit.</p>
</th><th>
<p>Bindungstheorie, Körpertherapie</p>
</th></tr><tr><th>&nbsp;</th><th>
<p>Augenkontakt</p>
</th><th>
<p>Sanfter, freundlicher Blickkontakt stärkt die soziale Verbindung.</p>
</th><th>
<p>Polyvagal-Theorie, Bindungsforschung</p>
</th></tr><tr><th>&nbsp;</th><th>
<p>Melodische Stimme</p>
</th><th>
<p>Ein warmer, variabler Tonfall kann das Nervensystem beruhigen.</p>
</th><th>
<p>Polyvagal-Theorie, Stimmtherapie</p>
</th></tr><tr><th>&nbsp;</th><th>
<p>Positive soziale Interaktion</p>
</th><th>
<p>Lachen, gemeinsames Singen oder angenehme Gespräche fördern das soziale Engagement.</p>
</th><th>
<p>Sozialpsychologie, Musiktherapie</p>
</th></tr><tr><th>&nbsp;</th><th>
<p>Sichere Umgebung schaffen</p>
</th><th>
<p>Ein geschützter, ruhiger Raum kann Sicherheit vermitteln.</p>
</th><th>
<p>Traumatherapie, Psychotherapie</p>
</th></tr><tr><th>&nbsp;</th><th>
<p>Bewegung im eigenen Rhythmus</p>
</th><th>
<p>Sanfte Bewegungen wie Tanzen oder Schaukeln regulieren das Nervensystem.</p>
</th><th>
<p>Tanztherapie, Körperpsychotherapie</p>
</th></tr><tr><th>&nbsp;</th><th>
<p>Ressourcierung</p>
</th><th>
<p>Erinnerung an sichere, angenehme Erfahrungen stärkt das Gefühl von Sicherheit.</p>
</th><th>
<p>Traumatherapie, systemische Therapie</p>
</th></tr><tr><th colspan="4">
<p><strong>Mobilisierung (Sympathikus)</strong></p>
</th></tr><tr><th>&nbsp;</th><th>
<p>Schnelle, rhythmische Bewegung</p>
</th><th>
<p>Laufen, Hüpfen oder aktives Tanzen erhöhen die Energie.</p>
</th><th>
<p>Bewegungstherapie, Sportwissenschaft</p>
</th></tr><tr><th>&nbsp;</th><th>
<p>Dynamische Atmung</p>
</th><th>
<p>Schnelles, kraftvolles Atmen (z. B. Feueratem) regt den Körper an.</p>
</th><th>
<p>Pranayama, Atemtechniken</p>
</th></tr><tr><th>&nbsp;</th><th>
<p>Laute Stimme</p>
</th><th>
<p>Laute Rufe oder Töne (z. B. Singen, Schreien in ein Kissen) aktivieren den Sympathikus.</p>
</th><th>
<p>Stimmarbeit, Körpertherapie</p>
</th></tr><tr><th>&nbsp;</th><th>
<p>Kaltwasserreiz</p>
</th><th>
<p>Kaltes Wasser im Gesicht oder eine kalte Dusche aktiviert den Körper.</p>
</th><th>
<p>Wim-Hof-Methode, Physiologie</p>
</th></tr><tr><th>&nbsp;</th><th>
<p>Mentale Fokussierung</p>
</th><th>
<p>Klares Zielsetzen oder Visualisieren von Energie kann aktivieren.</p>
</th><th>
<p>Sportpsychologie, Mentaltraining</p>
</th></tr><tr><th>&nbsp;</th><th>
<p>Starkes Körperfeedback</p>
</th><th>
<p>Springen, Klatschen oder Stampfen helfen, Energie aufzubauen.</p>
</th><th>
<p>Körpertherapie, Tanztherapie</p>
</th></tr><tr><th>&nbsp;</th><th>
<p>Kraftvolle Musik</p>
</th><th>
<p>Schnelle, rhythmische Musik kann den Körper in einen aktivierten Zustand versetzen.</p>
</th><th>
<p>Musiktherapie, Neurowissenschaften</p>
</th></tr><tr><th colspan="4">
<p><strong>Lösung aus Erstarrung/ Shutdown (Dorsaler Vagus)</strong></p>
</th></tr><tr><th>&nbsp;</th><th>
<p>Langsame Aktivierung durch Bewegung</p>
</th><th>
<p>Sanfte, rhythmische Bewegungen wie Schaukeln oder Dehnen helfen, aus der Erstarrung herauszukommen.</p>
</th><th>
<p>Körperpsychotherapie, Feldenkrais</p>
</th></tr><tr><th>&nbsp;</th><th>
<p>Bewusste Atmung</p>
</th><th>
<p>Langsame, tiefere Atemzüge unterstützen die Rückkehr in den Körper und erhöhen die Energie.</p>
</th><th>
<p>Atemtherapie, Meditation</p>
</th></tr><tr><th>&nbsp;</th><th>
<p>Sichere Körperberührung</p>
</th><th>
<p>Leichte Berührung durch sich selbst oder eine vertraute Person kann den Körper sanft reaktivieren.</p>
</th><th>
<p>Traumatherapie, Bindungstheorie</p>
</th></tr><tr><th>&nbsp;</th><th>
<p>Wärmereize</p>
</th><th>
<p>Wärmende Decken, ein warmes Bad oder warme Getränke fördern die Durchblutung und helfen, aus der Erstarrung zu kommen.</p>
</th><th>
<p>Somatische Traumatherapie, Polyvagal-Theorie</p>
</th></tr><tr><th>&nbsp;</th><th>
<p>Fokus auf die Umgebung</p>
</th><th>
<p>Langsames Wahrnehmen der Umgebung (Farben, Geräusche, Texturen) hilft, aus Dissoziation zurückzukehren.</p>
</th><th>
<p>Achtsamkeit, Gestalttherapie</p>
</th></tr><tr><th>&nbsp;</th><th>
<p>Sanfte soziale Interaktion</p>
</th><th>
<p>Ein ruhiges, einfühlsames Gespräch ohne Druck fördert das Wiederauftauchen aus der Erstarrung.</p>
</th><th>
<p>Gesprächspsychotherapie, Traumatherapie</p>
</th></tr><tr><th>&nbsp;</th><th>
<p>Leichte Körperaktivierung</p>
</th><th>
<p>Sachte Berührungen, Klopfen oder das Bewegen der Hände und Füße helfen, den Körper zu aktivieren.</p>
</th><th>
<p>Klopftechniken (EFT), Sensorische Integration</p>
</th></tr><tr><th>&nbsp;</th><th>
<p>Stimmliche Aktivierung</p>
</th><th>
<p>Summen oder leises Singen kann helfen, die vagale Aktivität zu verändern und sanfte Energie aufzubauen.</p>
</th><th>
<p>Polyvagal-Theorie, Musiktherapie</p>
</th></tr></thead></table></figure>



<h2 class="wp-block-heading"><a id="post-3006-_g0o36sisy6r7"></a>10. Das wissenschaftliche Erklärungspotential der Polyvagal-Theorie für die Aufstellungsarbeit</h2>



<p>Nicht zuletzt bietet die Polyvagal-Theorie ein hohes Erklärungspotential für viele noch rätselhafte Phänomene der Aufstellungsarbeit. <br><br>Bislang entzogen sich die Phänomene der Aufstellungsarbeit auch deshalb häufig einer naturwissenschaftlichen Erklärung, weil für sie eine angemessene naturwissenschaftliche Beschreibung fehlte. <br><br>Hier könnte die Polyvagal-Theorie zunächst wichtige sogenannte Brückenprinzipen, d.h. Übersetzungen anbieten, z.B. für den Begriff Feld (Regulation zwischen ANSen) in Aufstellungen oder die Idee der Energie (autonome Aktivierung).</p>



<p>Auch die transgenerationale Weitergabe von Mustern der Aktivierung könnte mit Hilfe der Neurozeption und der Idee der Co-Regulation eventuell in Teilen erklärt werden.</p>



<p>Aufstellungsarbeit zeigt immer wieder beeindruckend, wie wir mit anderen Menschen, aber auch mit Themen, Symptomen, Orten bis hin zu Werten in Wechselwirkungen gehen. Besonders deutlich wird dies daran, dass oft schon kleine Veränderungen in der Ausrichtung sowie Nähe/ Distanz zueinander starke Auswirkungen im System zeigen. Ebenso wirkungsvoll sind Änderungen in der Haltung, z.B. von kritisch-distanziert zu freundlich zugewandt.</p>



<p>Das Konzept der Neurozeption kann hier viel zum Verständnis dieser Wechselwirkungen in sozialen Systemen beitragen: Es bietet eine Erklärung an, wieso wir so schnell und grundlegend auf solcherlei Veränderungen in Beziehungskonstellationen reagieren: </p>



<p>Veränderungen in unseren sozialen Beziehungen können unser Autonomes Nervensystem in einen anderen Zustand gehen lassen und wirken so auf unseren ganzen psychophysischen Organismus: Herz-Kreislauf, Hormonausschüttung, sinnliche Selbst- und Fremdwahrnehmung werden je nach Zustand, wie oben beschrieben, komplett anders eingestellt und ausgerichtet:</p>



<pre class="wp-block-verse has-text-align-center"><br><em> „Die Welt des Glücklichen ist eine andere als die des Unglücklichen.“<br>(Ludwig Wittgenstein)</em></pre>



<p>stellt schon der Philosoph Ludwig Wittgenstein fest, wie Matthias Varga, der Vater der systemischen Strukturaufstellungen gerne in Bezug auf die unterschiedliche Wahrnehmung der Welt im Lösungsfokus und Problemfokus erinnert. </p>



<p>Durch die Polyvagal-Theorie wird allerdings deutlich, dass es sich hier um weit mehr als nur verschiedene psychische Sichtweisen handelt, nämlich um sehr konkrete, neurobiologisch unterschiedliche Zustände, die über die Neurozeption bzw. unser Autonomes Nervensystem reguliert werden. Oder anders gesagt, dass die Frage, ob wir in einen Problemfokus oder einen Lösungsfokus gehen, oft schon auf Ebene des Autonomen Nervensystems unwillkürlich entschieden wird.</p>



<p>Und da eine der relevantesten Umwelten für uns soziale Lebewesen unsere sozialen Beziehungen sind, ist es kein Wunder, wenn soziale Signale von Sicherheit, Geborgenheit, Anerkennung oder aber Ablehnung, Ausgrenzung, Abwertung so massiv auf unseren Organismus bzw. unser Autonomes Nervensystem wirken.</p>



<p>Sicher lohnt es sich, dieses Erklärungspotential der Polyvagal-Theorie für die Aufstellungsarbeit weiter zu sondieren. Damit verbunden ist schließlich die Hoffnung, einer noch differenzierteren Praxis und einer wissenschaftlichen Akzeptanz der Aufstellungsarbeit.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><a id="post-3006-_egbubhmwsxpj"></a>11. Polyvagale Aufstellungsformate</h2>



<p>Abschließend möchte ich Formate vorstellen, welche direkt die Zuständen des autonomen Nervensystems nutzen:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>Walk the Ladder (WL)</strong><br>Das Begehen der Polyvagalen Leiter zum somatischen Erfahren der Unterschiedlichen polyvagalen Zustände und ihrer psychophysischen Auswirkungen.<br></li>



<li><strong>Die Triade der dreifachen Sicherheit</strong><br>a) Ein Format, dass die drei Sicherheitsbedürfnisse als starke Ressourcen nutzt und entweder als sicherer Rahmen für herausfordernde Aufstellungsthemen, u.a. Trauma genutzt werden kann (vgl. der Glaubenspolaritäten von SySt) oder<br><br>b) wie die systemische Triade (von G. von Witzleben) zur Bearbeitung von Anliegen, die als Zettel in die Mitte gelegt werden. Die Ähnlichkeit zu dieser Triade (Bauch, Herz, Kopf) ist sehr groß, so dass diese als ergänzende Polyvagale Sicht auf die systemische Triade gesehen werden kann.<br></li>



<li><strong>Polyvagale 3-Felderaufstellung (P3F)</strong><br>Die Unterteilung des Aufstellungsraums in drei Felder für die drei autonomen Zustände mit der Mobilisierung in der Mitte (vgl. Leiter), ermöglicht den Stellvertretern sich räumlich zu verorten, in welchem autonomen Zustand sie sich befinden. Ergänzt man neben der Stellvertretung nach und nach, Elemente, z.B., auslösende aktuelle Situation oder Person („Trigger“) und dann passende Ressourcen, lässt sich eine Regulation häufig gezielt begleiten.<br></li>



<li><strong>Aufstellen der SES-Ressource</strong><br>Durch das Hinzustellen des Social Engagement Systems des Klienten als starke Ressource, wird nicht nur diese potentiell aktiviert bzw. an diese Möglichkeit erinnert, sondern auch ihr akuteller Zustand im System verkörpert.<br></li>



<li><strong>Aufstellung der drei autonomen Zustände</strong><br>Die offenste Herangehensweise ist das Hizustellen der drei autonomen Zustände. Dies lässt die Interaktion zwischen Ihnen besonders deutlich werden. Alle drei Zustände sind dabei Zustände des Klienten bzw. seiner Stellvertretung. Sie lassen sich gut in Kombination mit reduzierten Aufstellungen (Klient &#8211; Thema, Klient &#8211; Symptom, Klient &#8211; Partner oder relevante Person) aufstellen. Bei Paaren bietet es sich an für jeden der Partner deren drei autonome Zustände aufzustellen.</li>
</ul>



<p>Diese Formate sind bis auf „Walk the Ladder“, die Triade der 3-fachen Sicherheit und das Aufstellen der SES-Ressource vorerst noch experimentelle Formate, der Anwendungsbereich und Passung in Übungsgruppen und Weiterbildungen noch weiter probt werden muss.</p>



<h1 class="wp-block-heading"><a id="post-3006-_czxfngsksy9c"></a>Fazit und Ankündigung Aufbaumodul zur Aufstellungsarbeit und Polyvagal-Theorie</h1>



<p>Ich hoffe, dass die dargestellten Zusammenhänge von Polyvagal-Theorie und Aufstellungsarbeit deine Sicht als Coach, BeraterIn, Therapeutin, insbesondere aber als AufstellerIn angereichert und differenziert hat und dir neue Handlungsoptionen erschließt.</p>



<p>&gt; Auch 2025 planen wir wieder ein ExtraModul zur Aufstellungsarbeit und Polyvagal-Theorie. <br>Anfragen und Vormerkungen dazu gerne per Mail.</p>



<p>&gt; Übrigens haben wir auch eine Podcast-Folge zu diesem Thema veröffentlicht, die du unter „Lösungsbilder“ bei den gängen Podcastanbietern findest.</p>



<p>Für Rückmeldung und eigene Erfahrungen sind wir dankbar und freuen uns auf Austausch!</p>



<p>Jan Prisor</p>



<p>&nbsp;</p>
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]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Paaraufstellungen- Wie systemische Aufstellungsarbeit Paarbeziehungen klären hilft</title>
		<link>https://loesungsbilder.de/paaraufstellungen-wie-systemische-aufstellungsarbeit-paarbeziehungen-klaeren-hilft/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jan Prisor]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 03 Feb 2025 16:27:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Formate]]></category>
		<category><![CDATA[Beziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Dankbarkeit]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://loesungsbilder.de/?p=3241</guid>

					<description><![CDATA[<p>Eine Beziehung besteht nie nur aus zwei Menschen – oft wirken unsichtbare Dynamiken aus der Vergangenheit mit hinein. Alte Muster, unbewusste Erwartungen oder Familienprägungen können in Partnerschaften für wiederkehrende Konflikte sorgen. Die systemische Aufstellungsarbeit bietet hier eine spannende Möglichkeit, diese verborgenen Einflüsse sichtbar zu machen und neue Lösungswege zu finden. Wie Herkunftssysteme in die Paarbeziehung&#8230;</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Eine Beziehung besteht nie nur aus zwei Menschen – oft wirken <strong>unsichtbare Dynamiken</strong> aus der Vergangenheit mit hinein. Alte Muster, unbewusste Erwartungen oder Familienprägungen können in Partnerschaften für wiederkehrende Konflikte sorgen. Die <strong>systemische Aufstellungsarbeit</strong> bietet hier eine spannende Möglichkeit, diese verborgenen Einflüsse sichtbar zu machen und neue Lösungswege zu finden.</p>
<h2><strong>Wie Herkunftssysteme in die Paarbeziehung hineinwirken</strong></h2>
<p>Jeder Mensch bringt Prägungen aus seiner Familie mit – sei es durch das Verhalten der Eltern, emotionale Erlebnisse oder ungelöste Konflikte aus der Kindheit. Viele dieser Muster sind unbewusst und beeinflussen unsere Beziehungen, ohne dass wir es merken.</p>
<p>Häufig zeigen sich in Paaraufstellungen Dynamiken wie:</p>
<ul>
<li><strong>Übernommene Rollen:</strong> Ein Partner übernimmt unbewusst die Verhaltensweisen der Eltern (z. B. autoritäres Verhalten des Vaters oder übermäßige Fürsorglichkeit der Mutter).</li>
<li><strong>Erwartungen aus der Kindheit:</strong> Der Wunsch, dass der Partner einen Mangel aus der Vergangenheit ausgleicht (z. B. fehlende emotionale Wärme oder Schutz).</li>
<li><strong>Ungesunde Beziehungsmuster:</strong> Ein Partner übernimmt immer die dominante oder unterlegene Rolle, ohne dass eine gleichwertige Partnerschaft entsteht.</li>
</ul>
<p>Diese Muster sind oft tief verwurzelt und wiederholen sich unbewusst – sowohl in bestehenden Beziehungen als auch in nachfolgenden Partnerschaften.</p>
<h2><strong>Wenn Muster aufeinandertreffen: Die Dynamik der Kollusion</strong></h2>
<p>In vielen Beziehungen verstärken sich unbewusste Muster gegenseitig – man spricht dann von <strong>Kollusion</strong>. Dabei ziehen sich Paare unbewusst genau wegen ihrer „passenden“ Muster an:</p>
<ul>
<li>Eine Person mit einem starken Bedürfnis nach Sicherheit wählt einen dominanten Partner, der klare Strukturen vorgibt.</li>
<li>Jemand mit einem starken Bedürfnis nach Anerkennung zieht eine Person an, die gerne Bestätigung gibt.</li>
<li>Ein Partner, der als Kind viel Verantwortung übernehmen musste, findet sich in einer Beziehung wieder, in der er sich um alles kümmern „muss“.</li>
</ul>
<p>Am Anfang kann dies stimmig erscheinen, doch mit der Zeit entsteht oft ein Ungleichgewicht. Eine Person gibt immer mehr, während die andere sich in eine passive Rolle zurückzieht – und es kommt zu Frustration oder Konflikten.</p>
<p>Eine <strong>Paaraufstellung kann diese Muster bewusst machen</strong> und helfen, neue Wege für die Beziehung zu finden.</p>
<h2><strong>Wie funktioniert eine Paaraufstellung?</strong></h2>
<p>Eine große Stärke der systemischen Aufstellungsarbeit ist, dass man nicht zwingend mit beiden Partnern arbeiten muss. Auch eine einzelne Person kann eine Aufstellung machen und dabei Stellvertreter für sich selbst und den Partner wählen.</p>
<p><strong>Ablauf einer Paaraufstellung:</strong></p>
<ol>
<li>Die beiden Partner (oder Stellvertreter) werden sich <strong>gegenübergestellt</strong>.</li>
<li>Die Körperhaltung, Blickrichtung und Emotionen werden <strong>beobachtet</strong>.</li>
<li>Die Beraterin oder der Berater stellt gezielte Fragen:
<ul>
<li>„Wie fühlt es sich an, dem Partner gegenüberzustehen?“</li>
<li>„Gibt es körperliche Empfindungen, Spannungen oder Unwohlsein?“</li>
</ul>
</li>
<li>Falls nötig, werden <strong>weitere Stellvertreter aufgestellt</strong> – zum Beispiel für frühere Partner, Eltern oder belastende Erlebnisse.</li>
<li>Durch gezielte Interventionen (z. B. veränderte Positionierung, Symbolobjekte oder Lösungssätze) können neue Perspektiven entstehen.</li>
</ol>
<h2><strong>Kontextüberlagerungen: Wenn alte Beziehungen in die Gegenwart wirken</strong></h2>
<p>Oft zeigen Aufstellungen, dass ein Partner nicht nur auf den anderen reagiert, sondern <strong>auf eine frühere Erfahrung in seinem Leben</strong>.</p>
<p>Ein Beispiel:<br />Eine Frau fühlt sich von ihrem Partner oft „kritisiert und abgewertet“. In der Aufstellung zeigt sich jedoch, dass ihr Gefühl nicht nur von ihrem aktuellen Partner kommt – sondern dass sie bereits als Kind von ihrem Vater stark kritisiert wurde.</p>
<p>Durch diese Erkenntnis kann sie ihre Reaktion differenzieren: <em>„Mein Partner ist nicht mein Vater – ich sehe, dass ich hier alte Gefühle hineinprojiziere.“<br /></em></p>
<p>Das Bewusstwerden solcher „Kontextüberlagerungen“ ist oft ein entscheidender Schritt zur Lösung.</p>
<h2><strong>Die Exklusivität der Paarbeziehung schützen</strong></h2>
<p>Eine Partnerschaft ist ein <strong>exklusives System</strong>, das von äußeren Einflüssen geschützt werden muss. Doch oft wirken Dritte hinein – bewusst oder unbewusst.</p>
<p>Dritte in der Beziehung können sein:</p>
<ul>
<li><strong>Ex-Partner:</strong> Unverarbeitete Liebesbeziehungen oder vergangene Verletzungen.</li>
<li><strong>Schwiegereltern:</strong> Übergriffige oder kontrollierende Eltern, die Einfluss auf die Beziehung nehmen.</li>
<li><strong>Kinder:</strong> Wenn die Elternrolle die Paarbeziehung völlig verdrängt.</li>
<li><strong>Arbeit und Stress:</strong> Wenn berufliche Themen mit ins Privatleben genommen werden.</li>
</ul>
<p>In der Aufstellung kann sichtbar werden, welche Störfaktoren in das Paarsystem hineinwirken und wie diese <strong>bewusst gelöst oder ausgegrenzt</strong> werden können.</p>
<h2><strong>Paarbeziehung vs. Elternrolle: Wie lassen sich beide Systeme in Balance halten?</strong></h2>
<p>Besonders herausfordernd wird es, wenn aus einem Paar <strong>Eltern werden</strong>. Denn dann entsteht neben der Paarbeziehung ein neues System: das <strong>Elternsystem</strong>.</p>
<p>Die <strong>Herausforderung</strong>:</p>
<ul>
<li>Die Elternrolle nimmt oft so viel Raum ein, dass die Paarbeziehung vernachlässigt wird.</li>
<li>Partner reden nur noch über Kinder oder Alltagsorganisation, nicht mehr über sich als Liebespaar.</li>
<li>Intimität und Zeit für Zweisamkeit gehen verloren.</li>
</ul>
<p><strong>Wichtig:</strong> Die Paarbeziehung muss aktiv gepflegt werden, denn sie gibt die Energie für das Elternsein.</p>
<h2><strong>Lösungsansätze: Wie kann man die Beziehung stärken?</strong></h2>
<p>Hier einige zentrale Empfehlungen für Paare:</p>
<ul>
<li><strong>Bewusste Paarzeit einplanen:</strong> Einmal pro Woche ein „Date“ nur als Paar – ohne Kinder, Arbeit oder andere Ablenkungen.</li>
<li><strong>Kommunikation auf Augenhöhe:</strong> Nicht nur über Alltagsthemen sprechen, sondern bewusst Raum für <strong>persönliche Gespräche</strong> schaffen.</li>
<li><strong>Exklusivität bewahren:</strong> Keine Arbeit oder Konflikte mit Dritten mit ins Bett nehmen – die Paarbeziehung verdient ihren geschützten Raum.</li>
<li><strong>Gemeinsame Rituale schaffen:</strong> Z. B. ein gemeinsamer Spaziergang am Abend, ein wöchentlicher Kinoabend oder regelmäßige körperliche Nähe.</li>
</ul>
<h2><strong>Eine Übung zur Stärkung der Paarbeziehung</strong></h2>
<p>Eine einfache, aber kraftvolle Übung aus der Aufstellungsarbeit:</p>
<ol>
<li>Die Partner stellen sich <strong>gegenüber</strong> und halten Blickkontakt.</li>
<li>Jeder spricht laut aus:<br /><em>„Ich danke dir für das Gute in unserer Beziehung.“<br /></em><em>„Ich nehme das Positive mit und lasse Vergangenes los.“<br /></em></li>
<li><span style="font-size: inherit;">Als Symbol überreicht jeder dem anderen ein </span><strong style="font-size: inherit;">kleines Geschenk</strong><span style="font-size: inherit;"><br />– eine Blume, einen Stein oder eine persönliche Geste.</span></li>
</ol>
<p>Diese Übung hilft, Wertschätzung zu stärken und den Fokus auf das <strong>Verbindende</strong> zu legen.</p>
<h2><strong>Fazit: Warum Paaraufstellungen eine wertvolle Methode sind</strong></h2>
<p>Paaraufstellungen machen sichtbar, was <strong>unter der Oberfläche</strong> einer Beziehung wirkt – seien es alte Muster, Überlagerungen oder externe Störungen. Durch die systemische Perspektive können Paare neue Wege finden, ihre Beziehung bewusster zu gestalten, Konflikte zu lösen und Nähe zu vertiefen.</p>
<p>Denn: Eine erfüllte Partnerschaft ist nicht nur Glückssache – sie ist auch eine bewusste Entscheidung für Klarheit, Offenheit und gegenseitiges Wachstum.</p>
<p><em> &gt;&gt; Ausführlicher behandeln wir dieses Thema und Ansätze dazu in unserer Weiterbildung in der <br /><strong>Folge 3 unseres Podcast „Lösungsbilder“</strong> (in allen gängigen Podcast-Plattformen).</em></p>


<p>(Quelle: Bild: Generiert mit DALL·E. am 3.2.2025 für Jan Prisor)</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://loesungsbilder.de/paaraufstellungen-wie-systemische-aufstellungsarbeit-paarbeziehungen-klaeren-hilft/">Paaraufstellungen- Wie systemische Aufstellungsarbeit Paarbeziehungen klären hilft</a> erschien zuerst auf <a href="https://loesungsbilder.de">Lösungsbilder</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Warum eine Weiterbildung in systemischer Aufstellungsarbeit dein Leben verändern kann</title>
		<link>https://loesungsbilder.de/warum-eine-weiterbildung-in-systemischer-aufstellungsarbeit-dein-leben-veraendern-kann/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jan Prisor]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 04 May 2024 13:29:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Methode]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://loesungsbilder.de/?p=3099</guid>

					<description><![CDATA[<p>Die systemische Aufstellungsarbeit ist weit mehr als nur eine Methode. Sie ist eine Reise zu den tiefsten Schichten unseres Seins, die uns ermöglicht, loszulassen, uns mit uns selbst zu verbinden und unser Leben positiv zu gestalten. Lass uns einen genaueren Blick auf diese essenziellen Aspekte werfen.</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p><strong><em>Loslassen lernen,<br>sich mit sich selbst verbinden,<br>das Leben positiv gestalten!<br></em></strong></p>



<h2 class="wp-block-heading"><a id="post-3099-_c3dmofi8a3rk"></a>Der Mehrwert einer Weiterbildung in Aufstellungsarbeit: 3 Kernelemente</h2>



<p>In der Weiterbildung in systemischer Aufstellungsarbeit lernst du weit mehr als nur eine Methode. Sie ist eine Reise zu den tiefsten Schichten deines Seins, die dir ermöglicht, loszulassen, dich mit dir selbst zu verbinden und dein Leben positiv zu gestalten. Seit ca. 8 Jahren gebe ich Weiterbildungen in systemischer Aufstellungsarbeit in Köln und Bonn. Anlässlich des aktuellen Abschlusses des letzten Kurses möchte ich mir dir einen Einblick in zentrale Aspekte der Aufstellungsarbeit geben.<br><br>Dabei lasse ich das methodische Herzstück, die repräsentierende Wahrnehmung oder das Phänomen, dass wir in Aufstellungen körperlich Beziehungsdynamiken wahrnehmen, die dem Verstand noch verborgen sind, an dieser Stelle zur Seite (&gt; <a href="https://loesungsbilder.de/nur-stellvertreter-sein-vom-wert-und-der-bedeutung-der-stellvertreterrolle-in-aufstellungen-2/">Artikel zur repräsentierenden Wahrnehmung</a>) und konzentriere mich auf Aspekte der Persönlichkeitsentwicklung beim Lernen der Aufstellungsarbeit.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><a id="post-3099-_b7lsz1czphgi"></a>1. Loslassen lernen &#8211; Die Kunst des Neubeginns</h2>



<p>In der systemischen Aufstellungsarbeit geht es oft um den Prozess des Loslassens. Dabei geht es nicht nur darum, vergangene Ereignisse zu akzeptieren, sondern sie bewusst zu verarbeiten und Raum für Neues zu schaffen. Dieser Prozess befreit uns von destruktiven Verstrickungen und ermöglicht es uns, unsere Energien und Ressourcen auf die Gegenwart und die Zukunft zu fokussieren.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><a id="post-3099-_k7iy0ri4s23o"></a>Abschluss der Weiterbildung in Aufstellungsarbeit in Köln-Bonn mit dem Thema Loslassen</h3>



<p>So behandelte auch das abschließende Modul unserer Weiterbildung in systemischer Aufstellungsarbeit im April 2024 dies ganz besonderes Thema: Loslassen, Abschied und Neubeginn oder symbolisch Tod und Leben.</p>



<p>Solche Ablösungen und „Versöhnungen“ mit dem, was gewesen ist, sind aber kein Selbstzweck. Gleich worum es sich handelt, z.B.:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Beziehungskonflikte mit den Eltern</li>



<li>Trennung von der PartnerIn</li>



<li>nicht gelebte Träume und verpasste Chancen</li>



<li>Verluste oder Schicksalsschläge</li>



<li>Tod und Krankheit.</li>
</ul>



<h3 class="wp-block-heading">Loslassen bzw. „Versöhnung“ ist kein Selbstzweck</h3>



<p>Vielmehr ist dies ein „konstruktives Ritual der Ablösung aus destruktiven Verstrickungen“ , wie der Begründer der Hypnosystemik Gunther Schmidt es bezeichnet. Zurückblicken und Versöhnen wird so im Kern lösungs- und zukunftsorientiert!</p>



<p>Denn Loslassen setzt Energien, Ressourcen und Kompetenzen frei, die dann für die Gegenwart und anstehende Entwicklungen genutzt werden können.</p>



<p>Oftmals bestehen Lösungen eben genau darin:<br>Loslassen, um für Neues frei zu werden, statt Festhalten an Vergangenem!</p>



<h3 class="wp-block-heading"><a id="post-3099-_scquc4vswhgo"></a>Vergangenes können wir nicht ändern, wohl aber wie wir dazu stehen</h3>



<p>Dahinter steckt die simple Wahrheit, dass wir die Vergangenheit nicht ändern können, wohl aber die Art und Weise, wie wir mit ihr in Beziehung gehen. Und die Erkenntnis, dass wir meist selbst festhalten, nicht die anderen an uns noch ziehen.</p>



<p>Diesen Prozess des Los- und Hinter-sich-lassen kann man mit dem folgendem „Lösungsbild“ visualisieren. Diese Bewegungsfigur oder Choreografie ist auch häufig in Aufstellungen zu sehen:</p>





<figure class="wp-block-image is-style-default"><img decoding="async" src="https://loesungsbilder.de/wp-content/uploads/2024/05/word-image-3099-2.png" alt="" class="wp-image-3101"/></figure>





<h2 class="wp-block-heading"><a id="post-3099-_ch7yiiljsefr"></a><br>2. Sich mit sich selbst verbinden &#8211; Die Weiterbildung in systemischer Aufstellungsarbeit ist eine Reise zur Selbstverantwortung</h2>



<p>Ein weiterer zentraler Aspekt der Aufstellungsarbeit ist die Verbindung zu uns selbst. Wenn wir lernen, Verantwortung für unsere Bedürfnisse und Wünsche zu übernehmen, treten wir in eine neue Phase der Selbstakzeptanz und Selbstfürsorge ein. Diese Verbindung bereichert unsere Persönlichkeit, macht uns authentischer und lebendiger.</p>



<p>Lass uns einmal schauen, wie dieser Prozess im Einzelnen verlaufen kann:</p>



<h3 class="wp-block-heading"><a id="post-3099-_hd0xruk3203t"></a>Loslassen von Vorwürfen und Annehmen der Selbstverantwortung</h3>



<p>Jetzt stehst du dir selbst gegenüber!</p>



<p>Wenn du loslässt und die Schuld nicht mehr bei anderen suchst, sondern in die Selbst-Verantwortung gehst, bist du mit dir konfrontiert.</p>



<div class="wp-block-media-text has-media-on-the-right is-stacked-on-mobile"><div class="wp-block-media-text__content">
<p>Jetzt sind nicht mehr deine Eltern oder Andere für dich &#8211; deine Bedürfnisse, Impulse, Wünsche, Sehnsüchte &#8211; verantwortlich, sondern du allein! Du musst &#8211; und darfst &#8211; dann für dich selbst Mutter und Vater sein. Lernst, dich in den Arm zu nehmen, liebevoll für dich da zu sein. Lernst, dir auch Grenzen zu setzen und „in den Arsch zu treten“, wenn es die Situation erfordert.</p>



<p>Der Erwachsene in dir muss für das Kind in dir da sein und sorgen. Und das Kind leiht dir dafür die Lebendigkeit und Lebenslust, seine Intuition und Emotionalität, seine Kreativität, Spontaneität, Leichtigkeit. So bereichert Aufstellungsarbeit deine Persönlichkeit, weil sie Kontakt und Beziehung zu dir selbst herstellt.</p>
</div><figure class="wp-block-media-text__media"><img decoding="async" src="https://loesungsbilder.de/wp-content/uploads/2024/05/word-image-3099-3.png" alt="" class="wp-image-3102 size-full"/></figure></div>



<h3 class="wp-block-heading"><a id="post-3099-_ujtzbryzjenl"></a>Verbindung zu uns selbst ist Verbindung zu unserer Intuition und Lebendigkeit</h3>



<p>Die Verbindung zu uns selbst herzustellen, zu unserer Intuition, Kreativität, spielerischen Freiheit oder kurz zu unserem Selbst und unserer inneren Fülle ist ein wesentlicher Bestandteil unserer Weiterbildung in systemischer Aufstellungsarbeit bei Lösungsbilder.</p>



<p>Denn diese Verbundenheit und die damit einhergehenden Qualitäten und Präsenz ist wichtiger als alle methodische Kompetenz, als Strukturen, Ordnungen und Wissen um Dynamiken. Sie erlaubt, den passenden Impuls zur rechten Zeit zu finden. Sie ermöglicht einen souveränen und gleichzeitig humorvoll-spielerischen Umgang mit dieser so wunderbar wirkungsvollen Methode &#8211; gerade wenn die aufgestellten Themen schwer sind.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><a id="post-3099-_8jjnfbh71w64"></a>Verbunden mit uns selbst vermitteln wir Sicherheit und Mut</h3>



<p>Wenn wir mit uns verbunden sind, sind wir geborgen, in Ruhe und Sicherheit UND können dies vermitteln. Gleich welcher Sturm, Krieg, welches Drama um uns herum in der Aufstellung tobt.</p>



<p>Aus dieser Verbundenheit mit uns selbst schöpfen wir, wenn wir Aufstellungen oder generell Veränderungs- und Wachstumsprozesse begleiten.</p>



<p>Diese Verbundenheit und dies Selbst-Vertrauen gibt anderen dann die Sicherheit und das Vertrauen, selbst loszulassen: Wenn <strong>wir</strong> gelernt haben, loszulassen; <strong>weil</strong> wir erfahren haben, dass etwas Anderes kommt und uns hält, sobald wir das Vertraute, Überkommene los-lassen.</p>



<p>Und genauso schöpfen wir für uns aus dieser Verbundenheit: Als Quell der Inspiration, des Vertrauens und der Kraft für das Gestalten unseres eigenen Lebensweges. So gestalten wir unser Leben und unsere Beziehungen für uns „stimmig“. In solcher Art Verbundenheit mit uns und unserer Geschichte gelingt Leben leicht. Dann “glückt es“.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><a id="post-3099-_go0b5qnkzo7w"></a>Systemische Aufstellungsarbeit als Lebenskunst</h3>



<p>In diesem Sinne ist Aufstellungsarbeit Lebenskunst: Wir lernen, uns den Herausforderungen zu stellen und uns dafür (innerlich) und sozial gut aufzustellen. Wir lernen positive Beziehungen zu uns und andern zu gestalten und so das Leben zu meistern.</p>



<p>Das ist der Weg und Wert der Aufstellungsarbeit: Wir kommen mit uns selbst in eine tiefere Verbundenheit. Wir lernen, zu uns zu stehen und für uns einzustehen. Wir lernen wahrzunehmen, was für uns stimmig ist und was nicht. Wo wir hinpassen und wo nicht. Wo für uns „Heimat“ ist.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><a id="post-3099-_mjqlhg52girp"></a>Vor Zeugen zu sich stehen</h3>



<p>Und wir lernen dies nicht „im Geheimen“, im Stillen, sondern bekräftigen es in der Gruppe, d.h. vor Zeugen. Wir lernen öffentlich zu uns zu stehen und dies zu bekunden:</p>



<p><em>„Das bin ich! Das passt für mich! Das passt nicht! Das möchte ich! Dafür stehe ich ein! Das ist mir wichtig und wertvoll! Dies will ich und jenes nicht!“ </em></p>



<h3 class="wp-block-heading"><a id="post-3099-_klnre19oi6m3"></a>Innere Fülle erleben</h3>



<p>Gern erinnere ich mich an meine eigene Weiterbildung bei meinen Lehrer Heinrich Breuer. Erinnere mich an mein Gefühl und meine Worte nach meiner letzten Aufstellung in seiner Weiterbildung:</p>



<p>Er stand als Stellvertreter für meinen Vater und schaute mich an:<br>Lange und tief blickte er mir in die Augen, ernst aber wohlwollend. Und zutiefst zustimmend.<br><span style="font-size: inherit;">Danach war ich bei mir angekommen:</span></p>



<p><em>„Jetzt bin ich in der Fülle angelangt!“</em>, dankte ich ihm.<br></p>



<h2 class="wp-block-heading"><a id="post-3099-_fsrkbhypgvwa"></a>3. Das Leben positiv gestalten &#8211; Die Weiterbildung in systemischer Aufstellungsarbeit ist Erkundung der Zukunft</h2>



<p>Schließlich ermöglicht uns die systemische Aufstellungsarbeit, eine visionäre Perspektive auf unser Leben zu entwickeln. Indem wir uns mit unseren zukünftigen Möglichkeiten auseinandersetzen und diese körperlich erleben, können wir bewusstere Entscheidungen treffen und unseren Lebensweg aktiver gestalten!</p>



<p>Wie das zusammenhängt und wie Aufstellungsarbeit dazu beiträgt, skizziere ich in den folgenden Absätzen:</p>



<p>Die Selbstgestaltung baut auf der Ablösung und der Selbstverbindung auf. Denn die Orientierung und Kraft für die Selbstgestaltung erwächst aus der Verbundenheit mit dir und deiner Herkunft &#8211; aus einer „gelösten Verbundenheit“.</p>



<figure class="gb-block-image gb-block-image-a2dab3a9"><img decoding="async" class="gb-image gb-image-a2dab3a9" src="https://loesungsbilder.de/wp-content/uploads/2025/07/systemischer-coach-werden.png" alt="" title="systemischer-coach-werden"/></figure>



<p></p>



<p>Wenn du gelernt hast, nicht nur deinem Verstand, sondern auch deiner Intitution oder deinem Bauchgefühl zur rechten Zeit zu trauen, dann hast du einen verlässlichen Kompass für deine Reise entwickelt.</p>



<p>Und mit der Aufstellungsarbeit findest du einen für dich passenden Weg und stimmige Ziele.</p>



<p>Denn sie erlaubt uns, den Möglichkeitsraum unserer Zukunft in seinen Erlebnisqualitäten körperlich zu begehen, um passende Orte zu finden oder zu gestalten.</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Du kannst mit der Aufstellungsarbeit neue (Beziehungs-) Räume erforschen.</li>



<li>Du kannst aus der Innenperspektive erleben, wie sich mögliche Zukunftsszenarien anfühlen.</li>



<li>Du kannst Entscheidungsoptionen in ihrer Erlebnisqualität ausprobieren.</li>
</ul>



<h3 class="wp-block-heading">Räumliche Modelle deiner Zukunft begehen</h3>



<p>So kannst du dann fundierter wählen und deine Zukunft bewusster gestalten. Mit den Explorationsaufstellungen von Prof. Müller-Christ hält die Aufstellungsarbeit hierzu einen eigenen Ansatz bereit.</p>



<p>Dabei kannst du dir Aufstellungen so wie ein architektonisches Modell eines neuen Gebäudes vorstellen, dass du Begehen und Erleben kannst, bevor es gebaut ist. Nur dass das Gebäude eben kein Haus, sondern eine Gestalt deiner möglichen Zukunft ist. In solch eine Aufstellung kannst du ganzkörperlich wie in ein Modell hineingehen und es begehen, es „explorieren“.</p>



<p>So kannst du verschiedenste Aspekte deiner Zukunftsvision erforschen, z.B. mit wem zusammen du deine Firma weiterentwickeln willst, wo du mit deinem Partner leben möchtest oder welche berufliche Option du ergreifst. Auch kannst du mögliche Hindernisse antizipieren und ausprobieren, was du bräuchtest, um sie gut zu bewältigen:</p>



<p>Stelle einfach jemanden für den Drachen in deinem Weg auf und such dir eine passende Kraft, ihn zu überwinden. Was auch immer dein Drache gerade ist!</p>



<p>Auch dies ist Teil der Weiterbildung und unserer gemeinsamen Reise.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><a id="post-3099-_w0icotuthb1"></a>Die Vielfalt der Aufstellungsarbeit ermöglicht passgenaue Lösungen</h3>



<p>Aufstellungsarbeit bietet dir und deinen KundInnen passgenau Methoden und Lösungsbilder zu den zentralen Lebensthemen:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Loslassen</li>



<li>Selbst-Integration</li>



<li>Exploration der Zukunft.</li>
</ul>



<p>Zu jedem Aspekt lehren wir besondere Ansätze der Aufstellungsmethode, die in unserer Weiterbildung enthalten sind.<br></p>



<h2 class="wp-block-heading"><a id="post-3099-_gze0ld1amour"></a>Dank als verbindende Essenz</h2>



<p>Diese Vielfalt ermöglicht dir einen flexiblen, individuell und situativ passenden Umgang mit den Anliegen deiner KundInnen. Dann beherrschst du, weil du die drei Essenzen kennst, die Kunst, jederzeit den passenden Duft zu kreieren, um Beziehungen zu gestalten. Du kannst souverän aufstellen und mit deinen KundInnen stimmige Lösungsbilder finden.</p>



<p>Doch ohne Dank wäre dieser Einblick in die Weiterbildung zur systemischen Aufstellungsarbeit nicht rund. Denn als geheime vierte Essenz verbindet sie alle und uns mit anderen in Annahme, Zustimmung und Lebensbejahung. Und deshalb möchte ich hier allen danken, die mich inspiriert und bereichert haben.</p>



<p>Sie begleiten mich innerlich bei dieser Arbeit. Und sie haben mir schon häufig zur rechten Zeit bei herausfordernden Aufstellungen heimlich zur Seite gestanden.</p>



<p>Danke an alle, die dazu beigetragen haben, dass ich und mein geschätzter Kollege Alex Willsch mit Lösungsbilder diese Arbeit und Erfahrung weitergeben dürfen!</p>



<p><strong>Heinrich Breuer, Matthias Varga von Kibéd und Insa Sparrer, Gunther Schmidt, Wilfried Nelles, Ero Langlotz, Thomas Siefer, Monika Barth, Walter Maukner, Imre Kerner und viele KollegInnen und KundInnen,</strong><br>die uns durch Lehre, Intervision und Feedback bereichert haben.</p>



<p><strong>Wir freuen uns auf dich!<br></strong>Auf deine Fragen und Interesse,<br><span style="font-size: inherit;">Auf einen weiteren Schritt mit einer Aufstellung<br>oder gar auf eine gemeinsame Reise zum/r sytemischen AufstellerIn:</span></p>




<figure class="wp-block-image is-style-default"><img decoding="async" src="https://loesungsbilder.de/wp-content/uploads/2024/05/word-image-3099-7-e1714829174992-768x1024.jpeg" alt="" class="wp-image-3106"/></figure>




<p></p>



<p>Um systemische Aufstellungsarbeit zu erlernen und weiterzugeben und in die Welt zu bringen.<br>Um das Leben und Beziehungen positiv zu gestalten!<br>Um mehr Verbundenheit zu fördern.</p>



<p>&gt; <a href="/systemaufstellung-ausbildung-koeln-bonn/">OnlineInfo-Abend buchen</a></p>



<p>&gt; <a href="/systemaufstellung-ausbildung-koeln-bonn/">Mehr Infos zur Weiterbildung</a></p>



<p>&gt; <a href="/wp-content/uploads/2024/01/Ausschreibung_Curriculum_Weiterbildung_SystemaufstellerIn_DGfS-anerkannt_JanPrisor.pdf">Infobroschüre downloaden</a></p>
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		<title>Lösungssätze in systemischen Aufstellungen</title>
		<link>https://loesungsbilder.de/die-macht-der-loesungssaetze-in-systemischen-aufstellungen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jan Prisor]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 09 Oct 2023 21:25:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Methode]]></category>
		<category><![CDATA[Methode-Aufstellungsarbeit]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://loesungsbilder.de/?p=2789</guid>

					<description><![CDATA[<p>Systemische Aufstellungen sind eine faszinierende Methode in Beratung, Coaching und Therapie, die dazu dient, verborgene Dynamiken in sozialen Systemen aufzudecken und zu lösen. Eine der zentralen Techniken in der systemischen Aufstellungsarbeit sind die sogenannten "Lösungssätze". </p>
<p>Dies sind Sätze, die die Aufstellungsleitung in Kooperation mit der FallgeberIn bzw. deren StellvertreterIn findet, um bestehende Konflikte zu lösen, Beziehungen zu verbessern und Harmonie in Systemen wiederherzustellen.</p>
<p>In diesem Blogbeitrag werde ich das Konzept der Lösungssätze genauer erläutern und zwei Beispiele für deren Anwendung betrachten. Abschließend findest Du eine Übung zu einem inneren Konflikt, in der du die Wirkung eines Lösungssatzes ausprobieren und erleben kannst. </p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h2 class="wp-block-heading">Lösungssätze als zentrale Technik in Aufstellungen</h2>



<p>Systemische Aufstellungen sind eine faszinierende Methode in Beratung, Coaching und Therapie, die dazu dient, verborgene Dynamiken in sozialen Systemen aufzudecken und zu lösen. Eine der zentralen Techniken in der systemischen Aufstellungsarbeit sind die sogenannten &#8222;Lösungssätze&#8220;. <br><br>Dies sind Sätze, die die Aufstellungsleitung in Kooperation mit der FallgeberIn bzw. deren StellvertreterIn findet, um bestehende Konflikte zu lösen, Beziehungen zu verbessern und Harmonie in Systemen wiederherzustellen.<br><br>In diesem Blogbeitrag werde ich das Konzept der Lösungssätze genauer erläutern und zwei Beispiele für deren Anwendung betrachten. Abschließend findest Du eine Übung zu einem inneren Konflikt, in der du die Wirkung eines Lösungssatzes ausprobieren und erleben kannst.&nbsp;</p>



<h2 class="wp-block-heading"><br>Was sind Lösungssätze?</h2>



<p>Lösungssätze sind klare, prägnante Aussagen, die auf Vorschlag der Leitung in Aufstellungen von den StellvertreterInnen zueinander gesprochen werden. Sie drücken meist eine Beziehungsbotschaft oder auch ein inneres Erleben, z.B. eine Wahrnehmung, eine Emotion oder ein Bedürfnis aus, etwa: <br><br><em>„Ich sehe dich!“ oder „Ich fühle mich bedrängt!“</em>  <br><br>Sie sind oft einfach formuliert und fassen das Wesentliche einer Beziehung oder eines Erlebens. Gerade deshalb kann ihre Wirkung tiefgreifend für das ganze Aufstellungssystem inklusive der KlintIn sein. Lösungssätze zielen darauf ab, das System in einen balancierten Zustand zu bringen und verstrickte Situationen aufzulösen, so dass die Aufmerksamkeit und Energie wieder anstehenden Entwicklungsprozessen und dem Leben im Allgemeinen gewidmet werden kann, statt in Emotionen und Vergangenen &#8211; alten Mustern &#8211;  festzuhängen.</p>



<p>In der Klassischen Aufstellungsarbeit hat Bert Hellinger eine Vielzahl von Lösungssätzen gefunden, die eine tiefe innere Wahrnehmung über das System, die Personen und Beziehungen darin ausdrücken. In ihrer Einfachheit und Kraft waren sie auf das Wesentliche verdichtet und zeigen eine Entwicklungsrichtung an bzw. öffnen einen (inneren) Erlebnisraum. <br><br>Ähnlich wirken <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Affirmation">Affirmationen</a>, wie man sie z.B. in der Prozess-und embodimentfokussierten Psychotherapie von Dr. Bohne (<a href="https://www.dr-michael-bohne.de/fileadmin/user_upload/pdf/Selbstwertgefuehl_-_Das_Orchester.pdf">PEP</a>) findet, wo sie zur Selbstregulation und Stärkung des Selbstwertes eingesetzt werden. </p>



<h2 class="wp-block-heading"><br>Beispiel eines Lösungssatzes in einer Familienaufstellung: &#8222;Danke!&#8220;</h2>



<p>Angenommen, eine KlientIn hat Probleme mit den Eltern und fühlt sich in der Beziehung zu ihnen gefangen. Vielleicht hat er oder sie die Eltern oftmals als einschränkend erlebt und verachtet diese teilweise. In einer <a href="/familienaufstellungen-familienstellen-in-bonn-und-koeln/">Familienaufstellung</a> könnten sie gegenüber positioniert werden und sich anblicken. Die Spannung zwischen KlientIn und Eltern ist spürbar. </p>



<p>Vielleicht schauen sie sich nicht einmal an. In solch einen Prozess kann ein Lösungssatz helfen, anders zu den Eltern in Kontakt zu gehen. Wichtig ist dabei allerdings, dass die KlientIn mitgehen kann und der Satz für sie und ihren Prozess stimmig ist. Vielleicht ist auch eine Verbindung von widerstreitenden Emotionen hilfreich, etwa:</p>



<p><br><em>„Ein Teil von mir ist noch immer sehr verletzt und ein anderer ist Dankbar für das, was ihr mir gegeben habt: </em><br><em>Von euch habe ich das Leben bekommen. </em><br><em>Den Rest mache ich jetzt selbst!“</em><br><br>Dieser Satz drückt die Bereitschaft der KlientIn aus, eine Veränderung in seiner Wahrnehmung und Beziehung zu seinen Eltern zuzulassen und &#8211; in diesem Fall &#8211; mehr in die Selbstverantwortung für das eigene Leben zu gehen. Oftmals führt allein die Aussprache dieses Satzes zu einer spürbaren Veränderung in den Emotionen und der Dynamik des Systems: <br><br>Die StellvertreterInnen entspannen sich, wenden sich mehr zueinander, werden emotional weicher und offener. Die KlientIn kann so eine neue Perspektive auf seine Eltern gewinnen und alte Verstrickungen auflösen und geht gestärkt aus der Aufstellung hervor.&nbsp;</p>



<h2 class="wp-block-heading"><br>Beispiel eines Lösungssatzes in einer Organisationsaufstellung: Kooperation leben!</h2>



<p>In einer Organisationsaufstellung kann ein Unternehmen Probleme mit einer ineffizienten Hierarchie haben, die die Zusammenarbeit behindert. Während der Aufstellung könnten die Mitarbeiter und Führungskräfte repräsentiert werden. Vielleicht geht es um einen Konflikt bezüglich der Ziele und Verbindlichkeit im Team. Ein Lösungssatz könnte lauten:<br><br><em>&#8222;Wir arbeiten zusammen und unterstützen uns gegenseitig &#8211; jeder in seiner&nbsp; jeweiligen Rolle.&#8220;</em><br><br>Dieser Satz betont die Bedeutung der Kooperation, die Rollenklarheit und stärkt die Zusammenarbeit im Team. Durch die Integration dieses Satzes können Konflikte und Blockaden in der Organisation überwunden werden, was zu einer effizienteren Arbeitsweise führt. </p>



<p>Auch muss allerdings behutsam darauf geachtet werden, ob der Satz Resonanz bei den Stellvertretern des Teams entfaltet oder nur so gesagt wird. Daran wiederum kann die Leitung erkennen, welche Bedürfnisse zunächst noch zu würdigen und zu benennen sind. So verwendet ist ein Lösungssatz ein Lösungsversuch und zeigt im Prozess in welche Richtung weitergearbeitet werden sollte. </p>



<p>Wie bei allen Interventionen in Aufstellungen und Beratung führt letztlich das System bzw. die KlientIn und wenn eine Intervention nicht die gewünschte Wirkung zeigt, muss man als Leitung etwas anderes anbieten bzw. das Feedback als Hinweis nutzen, was eigentlich dran wäre.&nbsp;</p>



<h2 class="wp-block-heading"><br>Lösungssätze wirken als Katalysatoren</h2>



<p>In beiden Beispielen zeigt sich die Kraft der Lösungssätze. Sie ermöglichen es den Teilnehmern, neue Perspektiven einzunehmen, alte Muster zu durchbrechen und Konflikte aufzulösen. Die Verwendung von Lösungssätzen in systemischen Aufstellungen erfordert jedoch viel Einfühlungsvermögen und Erfahrung, da sie oft intuitiv gewählt werden und auf den spezifischen Kontext des Systems abgestimmt sein sollten. </p>



<p>Die Kunst besteht darin, möglichst auf das Wesentliche komprimiert ausdrücken zu lassen, was gerade in der Beziehung bzw. im System ist und anliegt.&nbsp; Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Lösungssätze in der systemischen Aufstellungsarbeit ein wirksames Werkzeug sind, um positive Veränderungen in sozialen Systemen herbeizuführen. Sie helfen dabei, festgefahrene Situationen zu lösen, Harmonie wiederherzustellen und die persönliche Entwicklung zu fördern. </p>



<p>Die Anwendung von Lösungssätzen erfordert Übung und Erfahrung, kann aber erstaunliche Ergebnisse in der Arbeit mit Familien, Organisationen und anderen sozialen Systemen erzielen. Findet man einen passenden Lösungssatz katalysierten diese oft den Prozess hin zu einem guten Lösungsbild.<br></p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Kunst, stimmige Lösungssätze zu finden</h2>



<p>Allerdings ist die Wahl eines passenden oder stimmigen Lösungssatzes von entscheidender Bedeutung für den Erfolg einer systemischen Aufstellung. <br><br>So müssen Lösungssätze immer zum besonderen Kontext und zur stellvertretenen Person passen, auch wenn es für bestimmte Situationen typische gibt, z.B. eben „Ich sehe dich!“ als erster Schritt in Richtung Anerkennung und Würdigung oder „Danke!“ als Ausdruck der Wertschätzung und des Annehmens einer Hilfe (oder des Lebens von den Eltern).&nbsp;</p>



<p>Die Stimmigkeit eines Lösungssatzes ist von der individuellen Geschichte, der aktuellen emotionalen Verfassung und der spezifischen Herausforderungen, mit denen die Person konfrontiert ist bzw. war abhängig. <br><br>Eine erfahrene Aufstellungsleitung wird daher einfühlsam und respektvoll mit der KlientIn zusammenarbeiten, um einen Lösungssatz zu finden, der sich für diese authentisch und bedeutungsvoll anfühlt. Er sollte nicht erzwungen wirken, sondern vielmehr eine natürliche Resonanz im Inneren des Klienten hervorrufen, um maximale positive Veränderungen im System zu bewirken. Daher ist die Auswahl und Feinabstimmung von Lösungssätzen ein wichtiger Aspekt der systemischen Aufstellungsarbeit.&nbsp;<br><br>Man erlernt diese Kunst sowohl durch Erfahrung, als auch durch Techniken: Z.B. hilft es verschiedene innere Seiten gleichzeitig zu berücksichtigen und so zu würdigen, etwa in einer Formulierung wie: „Auch wenn die Trennung schwer für mich gewesen ist, danke ich dir für das Gute, was ich mit der erleben durfte!“.&nbsp;<br></p>



<h2 class="wp-block-heading">Beispiel eines Lösungssatz in einer Aufstellungen mit inneren Anteilen</h2>



<p>Ganz ähnlich lassen sich Lösungssätze auch für systmische Aufstellungen von <a href="/ich-kann-mich-nicht-entscheiden-systemaufstellungen-bei-entscheidungsschwierigkeiten/">inneren Konflikten</a> oder die<a href="/jede-aufstellungsarbeit-ist-integrationsarbeit/"> Arbeit mit inneren Persönlichkeitsanteilen</a> oder Seiten nutzen. Hierbei geht es darum, die verschiedenen inneren Anteile miteinander in Einklang zu bringen und so innere Blockaden oder Konflikte zu lösen. Ein Beispiel für einen Lösungssatz in einer solchen Aufstellung könnte lauten:<br><br><em>&#8222;Ich erkenne und respektiere alle meine inneren Anteile und gebe ihnen Raum, sich auszudrücken.&#8220;</em><br><br>Dieser Satz unterstützt dabei, verschiedene inneren Teile anzunehmen, selbst wenn, sie nicht immer in Harmonie miteinander sind. Dadurch kann die KlientIn ein tieferes Verständnis für sich selbst entwickeln und innere Konflikte schließlich auflösen, die Ihr Wohlbefinden und Ihre Handlungsfähigkeit beeinträchtigen. <br></p>



<h2 class="wp-block-heading">Eine <strong>Übung</strong> zur Harmonisierung innerer Anteile mit einem Lösungssatz</h2>



<p>Bei Lösungsbilder ist Erfahrung ein Schlüssel zum Lernen und zur Veränderung. Deshalb möchte ich dir abschließend eine Übung mit einem Lösungssatz zu einem inneren Konflikt anbieten.&nbsp; Und innere Konflikte &#8211; mal kleiner, mal größer &#8211; haben wir eigentlich täglich zu lösen…<br><br>Diese Übung ist darauf ausgerichtet, innere Konflikte zunächst zu erkennen und dann mithilfe eines Lösungssatzes zu bearbeiten. Du kannst diese alleine oder mit einem Partner/In machen:&nbsp;</p>



<h3 class="wp-block-heading">Schritt 2: Visualisierung</h3>



<p>Schließe deine Augen und stelle dir vor, wie diese beiden inneren Anteile vor dir stehen. Gib ihnen ein Gesicht, eine Form oder eine Farbe, die ihre Charaktereigenschaften repräsentieren. Achte auch darauf, wie sie zu dir stehen und in Kontakt zu dir sind: Nähe, Distanz, Ausrichtung zu dir oder Abwendung?</p>



<h3 class="wp-block-heading">Schritt 3: Dialog</h3>



<p>Beginne einen Dialog zwischen diesen beiden inneren Anteilen. Lasse sie miteinander sprechen und ihre Standpunkte ausdrücken. Notiere, was sie sagen, um eine klare Vorstellung von ihren Persönlichkeiten und Argumenten zu bekommen. Was ist ihre Kernbotschaft? Was wären Ihre Lösungssätze?</p>



<h3 class="wp-block-heading">Schritt 4: Lösungssätze formulieren</h3>



<p>Denke über einen Lösungssatz nach, der diese beiden inneren Anteile beide würdigt und vielleicht sogar in einen guten Kontakt zueinander bringt. Zum Beispiel könnte dein Lösungssatz lauten:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>&#8222;Beide seid ihr wertvolle Teile von mir. Und jeder hat eine wichtige Information. Ich danke euch für euren Rat. Doch ich entscheide, was ich letztlich tue!&#8220;</p>
</blockquote>



<h3 class="wp-block-heading">Schritt 5: Visualisierung des Lösungssatzes</h3>



<p>Beobachte innerlich, wie die beiden Teile auf deinen Lösungssatz reagieren. Was zeigt sich an ihren Reaktionen (die sich in deiner inneren Vorstellung zeigen)? Brauchen sie noch etwas? Gibt es noch etwas, was du ihnen sagen willst? Oder etwas, was sie dir oder sich gegenseitig sagen wollen?</p>



<h3 class="wp-block-heading">Schritt 6: Reflektion</h3>



<p>Öffne deine Augen und nimm dir einen Moment Zeit, um nachzuspüren, wie sich der innere Prozess körperlich und emotional für dich angefühlt hat. Und wie hat sich deine Sichtweise auf das Problem oder den anfänglichen Konflikt verändert? </p>



<p>Notiere deine Beobachtungen und Gedanken. Diese Übung kann dir dabei helfen, innere Konflikte zu bewältigen und innere Anteile in Einklang zu bringen. Du kannst solch einen inneren Dialog mit Lösungssätzen regelmäßig wiederholen und ihn als Werkzeug nutzen, um innere Harmonie und Selbstvertrauen zu stärken und im Leben mehr in einen optimalen Flow zu kommen, gerade wenn du innere Konflikte erlebt. Möchtest du Unterstützung beim Finden von Lösungssätzen oder die Kunst grundlegend erlernen?<br></p>



<h2 class="wp-block-heading">Möchtest du Unterstützung beim Finden von Lösungssätzen oder die Kunst grundlegend erlernen?</h2>



<p>Wenn du die Übung gemacht hast, hast du vielleicht gemerkt, dass es hier um viel mehr, als einen bestimmten Konflikt geht: Es geht ganz grundlegend um eine andere Art und Weise, wie wir mit uns und anderen in einem dialogischen, bedürfnisorientierten und wertschätzend-würdigenden Kontakt treten. </p>



<p>So dass wir in Beziehungen zu uns und anderen mehr Flow, Leichtigkeit, Kooperation und Freude erleben. Natürlich kann man das Üben: Ausführlich erlernst du es in unserer <a href="/systemaufstellung-ausbildung-koeln-bonn/">Weiterbildung in systemischer Aufstellungsarbeit</a>. </p>



<p>Diese befähigt dich mit dir selbst in solch einen Kontakt zu gehen, aber auch Andere im Einzelcoaching oder in Gruppen diesbezüglich zu unterstützen und Lösungen und Entwicklung zu erleben. </p>



<p>Vielleicht magst du aber auch erst einmal nur für dich mehr davon in einer <a href="/einzelaufstellungen-coaching-und-beratung-mit-aufstellungen/">Einzelaufstellung</a> oder einem <a href="/systemisches-coaching-in-koeln-bonn/">Coaching</a> erleben &#8211; das geht in Präsenz und auch Online, weil es sich ja letztlich um innere Bilder handelt, mit denen wir arbeiten. </p>



<p>Bei Interesse freue ich mich, von dir zu hören! <br>Gern natürlich auch für ein Feedback zur Übung und deinem Erleben von Lösungssätzen!</p>
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		<title>Die Logik der Gefühle &#8211; Luc Ciompis Affektlogik </title>
		<link>https://loesungsbilder.de/die-logik-der-gefuehle-luc-ciompis-affektlogik/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jan Prisor]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 16 May 2023 09:08:11 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Methode]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://loesungsbilder.de/?p=2653</guid>

					<description><![CDATA[<p>Sprichst du die "Sprache der Affekte?". Diese ist zentral in Beziehungen. Welche Rolle Affekte bzw. Emotionen in Aufstellungen, Coaching, Therapie spielen und wie sie mit unserem Verstand gemeinsam unsere Weltsicht prägen, erfährst du hier. </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://loesungsbilder.de/die-logik-der-gefuehle-luc-ciompis-affektlogik/">Die Logik der Gefühle &#8211; Luc Ciompis Affektlogik </a> erschien zuerst auf <a href="https://loesungsbilder.de">Lösungsbilder</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h2 class="wp-block-heading">Welche Rolle spielen Affekte und Emotionen in Aufstellungen, Coaching und Therapie?</h2>



<p>In den letzten 20 Jahre ist durch Neurobiologie und Psychologie das Zusammenspiel von Verstand und Emotionen neu bewertet worden.</p>



<p>Längst gilt auch in der Wirtschaft und dem Marketing der Mensch nicht mehr als „homo ökonomicus“, der rein rational entscheidet. Und spätestens seit der Hirnforscher Antonio Damasio die zentrale Rolle von Bauchgefühlen („somatischen Marker“) für Entscheidungen erforscht und bekannt gemacht hat, ist klar, dass unser traditionelles durch die Aufklärung geprägtes Bild vom Vernunftmenschen einseitig ist:&nbsp;</p>



<p>Emotionen und Körperfeedback sind für unsere Handlungssteuerung mindestens so zentral wie unser Verstand.</p>



<p>Nichtsdestotrotz sickert diese Erkenntnis und deren Konsequenzen nur ganz langsam in unsere Kultur und deren Institutionen. In der Schule gilt nach wie vor „kogntive Aktivierung“ statt ein emotionales Mitnehmen, als Königsweg zum Lernen.&nbsp;</p>



<p>Die Affektlogik lässt auch unsere westliche, noch immer einseitig rational geprägte Kultur in einem ganz anderen Licht erscheinen. Sie reiht sich damit ein in eine Reihe von Forschungen, die den Körper und seine (affektiven) Reaktionen endlich angemessen berücksichtigen.&nbsp;<br><br>Dazu eine kleine Geschichte aus meiner Biografie: </p>



<h2 class="wp-block-heading">Woher weiß ich, was ich will &#8211; wer ich bin?</h2>



<p>Im Studium habe ich einmal die psychologische Beratungsstelle meiner Uni aufgesucht, weil ich Zweifel an meiner Studiumswahl hatte. Ich landete bei einem Psychoanalytiker, der mich reden und reden ließ. Nach drei Sitzungen hatte ich die Schnautze voll. Nur Reden reichte mir nicht. So konnte ich ihm alles &#8211; aber eben auch „alles“ &#8211; erzählen.</p>



<p>Was aber davon hatte Bestand? Hier fehlte mir Substanz, eine Rückmeldung, was für mich wirklich stimmte und bedeutsam war. Der Psychoanalytiker wollte sie mir nicht geben und in meinem Kopf drehten sich die Gedanken auch ohne einen Halt zu finden.</p>



<p>Später dann fand ich diese Rückmeldung, diesen „Kompass“, im eigenen Körper und Gefühl. Mehr und mehr lernte ich wieder, diesen und seine Reaktionen wahr- und ernst zu nehmen. Und mit je mehr ich diesen körperlichen Rückmeldungen vertraute, desto mehr fand ich zu mir Selbst und … zur Aufstellungsarbeit, um auch anderen diesen Zugang zu erschließen.&nbsp;</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Affektlogik als Schlüssel für den Umgang mit Menschen</h2>



<p>Das, was mich damals umtrieb, habe ich diese Tage auf sehr bestechend einfache und klare Weise in Luc Ciompis Affektlogik formuliert gefunden: Die Vermutung, dass Affekte und Körperreaktionen einerseits und Kognitionen andererseits engstens zusammenhängen. Gern möchte ich die Grundgedanken mit dir teilen:&nbsp;</p>



<p>Schon lange glaubte ich, dass Affekte und unser Körper in Lern- und Entwicklungskontexten &#8211; so auch Coaching, Beratung und Therapie &#8211; eine viel zentralere Rolle spielen sollten &#8211; gleichbereichtigt mit Verstand.&nbsp;</p>



<p>Compis Affektlogigk hat mich nun noch einmal darin bestätigt: Seine Sicht auf Affekte und Emotionen hilft insbesondere, Aufstellungsarbeit und überhaupt die zentrale Rolle von Affekten und Emotionen in Beratungs- sowie Lern- und Entwicklungsprozessen nicht nur zu begreifen, sondern auch gezielt zu nutzen.&nbsp;</p>



<h2 class="wp-block-heading">Affekte als körperliche Zustände motivieren uns zum Handeln</h2>



<p>Affekt definiert Ciompi dabei als Überbegriff für alle Art von Gestimmtheit und Emotionalität. Auch Gelassenheit z.B. zählt so als Affekt.&nbsp;</p>



<p>Und nach Ciompi haben Affekte die biologische Funktion, uns &#8211; konkret unseren Körper &#8211; zum Handeln zu energetisieren (oder zu hemmen). Dies geschieht durch die Aktivierung von physiologischen Prozessen &#8211; Herzschlag, Atmung, Regulation des Blutdrucks und überhaupt des Nervensystems. Affekte und damit auch Emotionen sind also letztlich zunächst körperliche Zustände, die mit Erfahrungen und Bewertungen verbunden sind.</p>



<p>Dies führt dann körprliche auch zu einem Bewegungsimuls in Bezug auf das auslösende Objekt: Grundlegend entweder ein Hin-zu bei positiver Affektivität oder Weg-von bei negativer affektiver Gestimmtheit. Und wenn sich Affekte mischen, kommt es auch mal zu wiedersprüchlichen Impulsen &#8211; das kennen wir alle!</p>



<p>So löst eine Schlange, die vor uns auf dem Weg liegt, bei den meisten von uns Schreck und ein Zurückweichen aus; ein Stück Kuchen auf dem Tisch vor uns eher Freude und Essenslust. Wenn allerdings eine Schlange und ein leckeres Stück Kuchen gleichzeitig vor uns auf dem Tisch liegen, haben die meisten von uns einen Problem und sind Hin- und Hergerissen.&nbsp;</p>



<p>Ebenso geht es uns &#8211; in abgeschwächtem Maße &#8211; mit Vorstellungsbildern. Auch die können uns körperlich positiv anziehen oder abschrecken.&nbsp;</p>



<h2 class="wp-block-heading">Welche Rolle spielen Affekte in der Aufstellungsarbeit</h2>



<p>Affekte vermitteln sich dabei hauptsächlich nonverbal über Körpersprache, Intonation, Blick, Haltung, Nähe und Abstand, etc. Gerade diese nonverbale Kommunikation speilt ja auch in der Aufstellungsarbeit zwischen den StellvertreterInnen eine wichtige Rolle. In Aufstellungen erleben und nutzen wir eben diese „Sprache der Affekte“ &#8211; die ja wesentlich für die Beziehungsgestaltung ist.&nbsp;</p>



<p>Die Verbindungen zur Aufstellungsarbeit sind&nbsp; also augenfällig:</p>



<p>Die Körperreaktionen und Bewegungsimpulse lassen sich nach Ciompis Affektlogik als Affekte und somit psychophysische größtenteils unbewusste, automatische Reaktionen verstehen. Das Körperfeedback der StellvertreterInnen wie auch des/ der FallgeberIn selbst beruhen demnach auf Affekten, die anzeigen, wie sie Situation, eine Beziehung oder ein aufgestelltes Vorstellungsbild automatisch affektiv wirkt.</p>



<p>Dieses Feedback gibt uns dann wichtige Hinweise, ob unsere bewussten Absichten, z.B. Ziele oder die Aufgabe mit einer Person zusammenzuarbeiten oder zusammenzuleben mit unseren Affekten in Balance oder in Konflikt steht. Welche Affekte ein bestimmtes Bild in uns auslösen, hängt natürlich einerseits mit unserer menschlichen Biologie als auch mit unseren individuellen Lernerfahrungen zusammen.</p>



<p>Um ein Lösungsbild zu erarbeiten, leiten uns dann Fragen, wie:&nbsp;<br>Was braucht es an innerer und äußerer Klärung, dass wir uns ganz auf etwas, eine Person oder ein System einlassen können. Wo ist ein guter, stimmiger Platz für mich im System? Die Antworten gibt dabei stehts die körperliche Rückmeldung der / des KlientIn bzw. die Körper der StellvertreterInnen in Aufstellungen &#8211; kurz die sogenannte repräsentierende Wahrnehmung.&nbsp;</p>



<h2 class="wp-block-heading">Affekte verändern unsere Kognitionen</h2>



<p>Ein weiterer zentraler Aspekt der Affektlogig ist, dass Affekte ein Schalt- und Filterfunktion auf unsere Kognitionen, sprich Wahrnehmung, Erinnerung, Urteilen, Folgern, Planen, Entscheiden, etc. haben. So ist die Welt(sicht) des Glücklichen, wie Wittgenstein sagte, eine völlig andere als die des Unglücklichen.</p>



<p>Auch deshalb ist die Arbeit mit Affekten in Beratung und Entwicklungsprozessen so zentral: Wenn wir unsere Klienten in einen anderen affektiven Zustand bringen, verändert sich automatisch auch ihre Sichtweise des Problems. Umgekehrt erzeugt das Problem natürlich auch einen bestimmten Affekt. Das gleiche Problem in einem anderen affektiven Zustand betrachtet ist somit nicht mehr das gleiche Problem.&nbsp;</p>



<h2 class="wp-block-heading">Willst du mehr über die Affektlogik erfahren?</h2>



<p>Wer mehr zur Affektlogig wissen möchte, dem empfehle ich als leichten Einstieg <a href="http://www.ciompi.com/de/aktuell.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Interviews von 2022 mit Luc Ciompi zu seiner Affektlogik</a>. </p>



<p>Wer die „Sprache der Affekte“ und ihre beziehungsregulierende Wirkung bewusst erleben will, dem empfehle ich als TeilnehmerIn oder FallgeberIn an einer <a href="http://www.lösungsbilder.de">Aufstellung bei mir teilzunehmen</a>. </p>



<p>Dies ist aus meiner Sicht auch der beste Weg, mit seinem Körper und seinen Affekten bewusst in Kontakt zu kommen&nbsp; und sich selbst besser zu begreifen und regulieren zu lernen.</p>



<p></p>
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