Ablauf einer systemischen Aufstellung: 6 Schritte & 1 Beispiel

Wie läuft eine systemische Aufstellung ab?
Wir zeigen dir die 6 Phasen:
vom Anliegen bis zum Lösungsbild.
Mit Systembrett, Figuren und Beispiel.

▷ Impulse abonnieren

Ablauf einer systemischen Aufstellung: 6 Schritte & 1 Beispiel

Wie läuft eine systemische Aufstellung ab?
Wir zeigen dir die 6 Phasen:
vom Anliegen bis zum Lösungsbild.
Mit Systembrett, Figuren und Beispiel.

▷ Impulse abonnieren

Der Ablauf einer systemischen Aufstellung in sechs Phasen

Die Ablaufstruktur einer Aufstellung ist ähnlich, unabhängig davon, ob eine Aufstellung in einer Gruppe mit Stellvertreter:innen, im Einzelcoaching mit Figuren auf dem Systembrett, mit Bodenankern oder teilweise auch in der Vorstellung durchgeführt wird.

In diesem Artikel zeigen wir dir den Ablauf Schritt für Schritt. So bekommst du eine konkrete Vorstellung davon, was während einer systemischen Aufstellung geschieht – und wie beispielsweise eine Aufstellung mit Figuren aussehen kann.

Wenn du zunächst grundsätzlich wissen möchtest, was systemische Aufstellungen sind, welche Themen sich aufstellen lassen und welche unterschiedlichen Formen es gibt, findest du dazu unseren Überblick zur Methode der systemischen Aufstellungsarbeit.

Inhaltsverzeichnis


Die Phasen einer systemischen Aufstellung

Eine Aufstellung ist kein starres Verfahren, das immer exakt gleich abläuft. Je nach Anliegen, Person und Setting können einzelne Phasen kürzer oder ausführlicher sein. Die sechs Phasen geben dir aber eine gute Orientierung.

Phase 1 und 6 bilden dabei den Rahmen um die eigentliche Aufstellung. Diese Phasen öffnen und schließen den symbolischen Raum der Aufstellung und unterstützen den Transfer des Aufstellungsbildes und der in der Aufstellung gemachten Erfahrungen in deine Alltagswirklichkeit.

PhaseWas geschieht?Zentrale Frage
1. AnkommenBeziehung, Orientierung und ein sicherer Rahmen entstehenFühle ich mich bereit, mein Anliegen anzuschauen?
2. Anliegen klärenThema, Ziel und relevante Elemente werden bestimmtWas möchte ich verstehen oder verändern?
3. Ausgangsbild aufstellenPersonen oder Aspekte werden räumlich dargestelltWie erlebe ich die Situation momentan?
4. Aufstellung untersuchenWahrnehmungen werden gesammelt und Hypothesen geprüftWas fällt auf und was erscheint stimmig?
5. Lösungsbild entwickelnVeränderungen werden schrittweise ausprobiertWas macht einen hilfreichen Unterschied?
6. Abschluss und TransferErfahrungen werden integriert und auf den Alltag bezogenWas nehme ich aus der Aufstellung mit?

1. Ankommen und einen sicheren Rahmen schaffen

Eine Aufstellung beginnt nicht damit, Figuren oder Stellvertreter:innen aufzustellen.

Am Anfang steht die Beziehung und Sicherheit. Du solltest zunächst in Ruhe ankommen können: im Raum, im Kontakt mit der Aufstellungsleitung und – bei einer Gruppenaufstellung – auch mit der Gruppe.

Dazu gehört beispielsweise, den Ablauf und die „Spielregeln“ zu erläutern, offene Fragen zu klären und einen vertraulichen Rahmen zu vereinbaren. Für uns ist Sicherheit eine wesentliche Voraussetzung für eine gelingende Aufstellung. Wenn du ein Thema mit einer Aufstellung erforscht, solltest du jederzeit ausreichend Orientierung, Wahlfreiheit und Beziehungssicherheit haben. Dafür zu sorgen ist die kontinuierliche Aufgabe der Leitung.

Eine gute Aufstellung lebt deshalb nicht davon, dich möglichst schnell in eine intensive Erfahrung hineinzuführen. Sie braucht vielmehr einen sicheren Rahmen, in dem Wahrnehmung, Wahlfreiheit und neue transformierende und heilende Beziehungserfahrungen nicht nur möglich, sondern auch verarbeitet werden können.

2. Dein Anliegen und Ziel klären

Im nächsten Schritt wird geklärt, worum es in deiner Aufstellung gehen soll. Dafür musst du meist nicht deine gesamte Lebensgeschichte erzählen. Entscheidend ist vielmehr, dein Thema so weit zu fokussieren, dass deutlich wird, was betrachtet werden soll und wofür die Aufstellung hilfreich sein soll. Tatsächlich muss die Leitung inhaltlich gar nicht so viel wissen: Um welches System (Familie, Partnerschaft, Beruf, etc.) geht es und welche Personen und Aspekte gehören im Kern dazu? Wenn das geklärt ist, kann das Aufstellen der Elemente beginnen.

Typische Fragen zur Klärung sind zum Beispiel:

  • Was führt dich heute hierher?
  • Worum geht es dir im Kern?
  • Welche Personen oder Aspekte spielen dabei eine wichtige Rolle?
  • Was möchtest du besser verstehen oder verändern?
  • Woran würdest du später merken, dass die Aufstellung für dich hilfreich war?

Bei einem familiären Anliegen können etwa Eltern, Geschwister oder Partner:innen relevant sein. Bei anderen Aufstellungen können genauso ein Team, unterschiedliche Entscheidungsmöglichkeiten, ein Ziel, eine Ressource oder innere Anteile aufgestellt werden.

Wichtig ist eine gewisse Reduktion. Nicht alles, was irgendwie zu deinem Thema gehört, muss sofort mit in die Aufstellung. Gegebenenfalls ergänzt man fehlende Elemente später.

Eine gute Anliegenklärung schafft Orientierung für den ganzen weiteren Prozess: Woran erkennen wir im weiteren Verlauf, dass wir in der richtigen Richtung unterwegs sind?

3. Das Ausgangsbild aufstellen

Nun beginnt der eigentliche räumliche Teil der Aufstellung. Die für dein Anliegen relevanten Personen oder Elemente werden im Raum zueinander positioniert. Bei einer Gruppenaufstellung wählst du dafür andere Teilnehmer:innen als Repräsentant:innen aus. Im Einzelcoaching können stattdessen beispielsweise Figuren auf einem Systembrett oder Bodenanker verwendet werden. Du positionierst die Elemente so, wie es sich aus deinem gegenwärtigen Erleben heraus passend anfühlt. Dabei können unter anderem folgende Aspekte von Beziehungen sichtbar werden:

  • Nähe und Abstand
  • Blickrichtungen
  • Zugewandtheit und Abwendung
  • Positionen innerhalb oder außerhalb des Systems
  • Gruppierungen
  • freie oder eingeengte Räume

Auf diese Weise wird etwas, das du vorher vor allem innerlich erlebt hast, nach außen im Raum visualisiert. In der systemischen Beratung sprechen wir hier von Externalisierung. Ein komplexes Beziehungsbild steht nun gewissermaßen vor dir. Statt ausschließlich über ein Problem zu sprechen, kannst du gemeinsam mit der Aufstellungsleitung auf das räumliche Bild schauen. Diese Außenperspektive ist ein wesentliches Merkmal der Arbeit mit Figuren auf dem Systembrett. Sie ermöglicht auch mehr emotionalen Abstand zu dem so betrachteten Thema, ermöglicht also nicht nur optisch, sondern auch emotional mehr Überblick und Klarheit.

4. Das aufgestellte Bild wahrnehmen und untersuchen

Das so entstandene Aufstellungsbild wird nicht sofort verändert. Zunächst geht es darum, genau hinzuschauen und seine Wirkung zu erfassen.

  • Wie stehen die einzelnen Elemente zueinander?
  • Wer blickt wohin?
  • Wo gibt es große Nähe oder auffällige Distanz?
  • Welche Position wirkt eng, welche offen?
  • Wo sind Gruppen zu erkennen?
  • Wo sind Grenzen von Systemen und wo sind solche unklar?

Ganz besonders wichtig ist auch die Wirkung dieser Konstellation:

Und was verändert sich in deinem eigenen Erleben, wenn du das gesamte Bild betrachtest? Welchen Unterschied im Erleben macht es?

Bei einer Gruppenaufstellung können zusätzlich die Repräsentant:innen nach ihren Wahrnehmungen aus den Rollen und in ihren Positionen gefragt werden.

Wichtig ist uns dabei eine klare Unterscheidung:

Eine Aufstellung zeigt nicht einfach die objektive Wahrheit über eine Familie oder ein anderes System. Sie ist KEINE Kristallkugel!

Sie eröffnet vielmehr einen Erfahrungsraum, in dem Wahrnehmungen, Beziehungsmuster und Hypothesen untersucht werden können.

Eine Beobachtung wie „Die beiden stehen sehr weit voneinander entfernt“ ist zunächst eine Beschreibung. Daraus könnte beispielsweise die Hypothese entstehen: „Vielleicht spielt Distanz in dieser Beziehung eine besondere Rolle.“

Ob diese Hypothese für dich sinnvoll und stimmig ist, wird anschließend gemeinsam geprüft. Wenn sie in dir keine Resonanz erzeugt, muss sie (vorerst) verworfen werden, weil sie entweder schlicht nicht passt oder in dieser Form oder noch nicht für dich passt.

Diese Haltung schützt davor, aus einer Aufstellung vorschnell vermeintliche Wahrheiten über andere Menschen abzuleiten und stärkt dich als Kunde in deiner kundigen Rolle als Experte für dein System, dein Tempo und deine Bedürfnisse.

Mehr zu möglichen Wirkmechanismen und auch zu den Grenzen solcher Aussagen findest du in unserem Artikel Wie wirken systemische Aufstellungen?

5. Schrittweise ein Lösungsbild entwickeln

Nun beginnt der eigentlich verändernde Teil der Aufstellung. Dabei geht es aus unserer Sicht nicht darum, eine vermeintlich einzig richtige Ordnung herzustellen, auch wenn bestimmte Ordnungen häufig hilfreich sind. Stattdessen können kleine Veränderungen probeweise durchgeführt und anschließend auf ihre Wirkung überprüft werden. Ordnungsideen wie die „Ordnungen der Liebe“ sind dabei hilfreiche Orientierungen, keine Wahrheiten. Sie müssen jeweils neu überprüft werden.

Beispielsweise kann:

  • der Abstand zwischen zwei Elementen verändert werden,
  • eine Person eine andere Blickrichtung einnehmen,
  • ein bislang fehlendes Element ergänzt werden,
  • eine Ressource einen Platz erhalten,
  • eine Grenze deutlicher sichtbar gemacht werden,
  • eine neue Perspektive eingenommen werden,
  • Kontakt hergestellt oder bewusst Abstand geschaffen werden.

Manchmal werden dabei auch kurze Sätze ausgesprochen, die etwas bislang Ungesagtes ausdrücken oder eine Beziehung neu markieren, z.B.: „Du bist meine Mutter und ich nur deine Tochter!“. Entscheidend ist nicht, ob eine Intervention theoretisch gut klingt.

Entscheidend ist die Frage:

Macht diese Veränderung für dich einen hilfreichen Unterschied: Besser, schlechter, gleich oder anders?“

So entsteht nach und nach ein Lösungsbild in kleinen tastenden Lösungsschritten. Der Prozess verläuft iterativ: verändern – wahrnehmen – überprüfen – erneut verändern.

6. Abschluss, Integration und Transfer

Am Ende einer Aufstellung wird das entstandene Bild noch einmal in Ruhe betrachtet und erlebt. Manchmal nimmst du zum Abschluss selbst deine Position in der Aufstellung ein, um aus der Innenperspektive mit mehr Nähe das Lösungsbild zu erleben und zu integrieren.

Auch in der Einzelarbeit kann noch einmal bewusst eine bestimmte Perspektive eingenommen werden. Danach wird die Aufstellung beendet. Bei Gruppenaufstellungen gehört dazu auch, die Stellvertreter:innen wieder aus ihren Rollen zu entlassen.

Anschließend kann gemeinsam betrachtet werden:

  • Was war für dich besonders wichtig?
  • Was hat sich verändert?
  • Was nimmst du aus der Aufstellung mit?
  • Gibt es daraus einen konkreten nächsten Schritt für deinen Alltag?

Nicht jede Erkenntnis muss sofort in eine Handlung übersetzt werden. Manches braucht zunächst Zeit. Viele Menschen berichten, dass ihnen ein entstandenes Bild auch später noch als innere Orientierung zur Verfügung steht. Wie intensiv und wie nachhaltig eine Aufstellung erlebt wird, kann jedoch sehr unterschiedlich sein.

Wie funktioniert eine Aufstellung mit Figuren auf dem Systembrett?

Gerade in der Einzelarbeit ist das Systembrett eine praktische Möglichkeit, Beziehungen und Strukturen sichtbar zu machen. Dabei steht meist ein begrenztes Brett oder eine klar definierte Fläche zur Verfügung. Unterschiedliche Figuren repräsentieren die Personen oder Elemente deines Systems. Der grundsätzliche Ablauf aber bleibt derselbe.

1. Figuren auswählen

Zunächst wählst du für die relevanten Personen oder Aspekte Figuren aus. Eine Figur kann beispielsweise für dich selbst stehen, weitere für deinen Partner, deine Mutter, ein Teammitglied oder auch für ein abstrakteres Element wie ein Ziel.

2. Figuren positionieren

Anschließend stellst du die Figuren so auf, wie du die Beziehungen im Moment erlebst. Auch hier spielen Abstand, Ausrichtung und Position eine Rolle. Schon dadurch kann eine neue Perspektive auf die Situation entstehen.

3. Das Bild gemeinsam betrachten

Du und dein Coach schauen nun gemeinsam von außen auf das entstandene Systembild. Dabei können verschiedene Perspektiven ausprobiert werden. Manchmal nimmst du eine Figur in die Hand oder berührst sie und achtest darauf, welche Gedanken, Gefühle oder Körperempfindungen entstehen. Auf diese Weise lässt sich trotz der zunächst „stummen“ Figuren mit unterschiedlichen Perspektiven arbeiten und sich in sie hineinversetzen.

4. Veränderungen ausprobieren

Anschließend können Figuren probeweise umgestellt oder weitere Elemente ergänzt werden. Nach jeder Veränderung wird geprüft, welche Unterschiede sie erzeugt:

  • Was verändert sich dadurch im gesamten Bild?
  • Wie erlebst du diese neue Konstellation?

Gerade darin liegt eine Stärke des Systembretts: Ein komplexes Thema wird sichtbar und kann gemeinsam Schritt für Schritt untersucht werden.

Dabei bleibt wichtig:

Das Systembrett bildet nicht die objektive Wirklichkeit ab. Es stellt zunächst dar, wie du dein System in diesem Moment innerlich repräsentierst: dein inneres Bild der Beziehungen.

Systembrett, Bodenanker oder Gruppenaufstellung – wo liegt der Unterschied?

Die Grundstruktur der Aufstellung bleibt bei all diesen Formen der Aufstellungsarbeit ähnlich. Das Erleben kann sich jedoch unterscheiden.

Beim Systembrett bleibt zunächst eine größere Außenperspektive erhalten, eine Art Vogelperspektive ist hier möglich. Du schaust gemeinsam mit dem Coach auf das gesamte System.

Bei Bodenankern werden die einzelnen Positionen körperlich betreten. Dadurch kann deine Körperwahrnehmung stärker in den Vordergrund treten.

In einer Gruppenaufstellung übernehmen andere Menschen die verschiedenen Positionen und können zusätzlich ihre Wahrnehmungen beschreiben. Du kannst das zunächst von außen aus verschiedenen Perspektiven und schließlich aus der Innenperspektive betrachten und erleben.

Welche Form passend ist, hängt also nicht nur von deinem Thema ab, sondern auch davon, wie du gerne arbeitest und welchen Rahmen du bevorzugst.

Wenn du dein Anliegen lieber in einem vertraulichen 1:1-Rahmen bearbeiten möchtest, findest du weitere Informationen in unserem Einzelcoaching mit Aufstellungsarbeit.

Ein Beispiel: Beziehung und eigene Grenzen auf dem Systembrett betrachten

Eine Klientin merkt, dass sie im Kontakt mit ihrer Mutter schnell ihre eigenen Bedürfnisse aus dem Blick verliert. Gleichzeitig möchte sie die Beziehung nicht abbrechen oder sich vollständig zurückziehen. Ihr Anliegen lautet:

„Wie kann ich mit meiner Mutter verbunden bleiben und gleichzeitig besser bei mir bleiben?“

Auf dem Systembrett wählt sie Figuren für:

  • sich selbst,
  • ihre Mutter,
  • ihren Partner
  • und eine Ressource, die für ihren „eigenen Raum“ steht.

Im ersten Bild steht ihre eigene Figur sehr nah bei der Mutter und ist vollständig auf sie ausgerichtet. Der Partner befindet sich eher seitlich. Die Ressource steht weit entfernt.

Das bedeutet nicht automatisch, dass die reale Beziehung genauso „ist“. Aber das Bild löst bei der Klientin eine deutliche Reaktion aus:

„Wenn ich das so sehe, merke ich erst, wie sehr meine Aufmerksamkeit bei meiner Mutter ist.“

Nun werden kleine Veränderungen ausprobiert: Die eigene Figur bekommt etwas mehr Abstand. Die Ressource wird näher an ihre Position gestellt. Außerdem wird ein Seil als Zeichen einer Grenze zwischen Mutter und Tochter gelegt.

Nach jedem Schritt prüft die Klientin, wie sie die neue Konstellation erlebt. Bei einer Position beschreibt sie: „Jetzt kann ich meine Mutter noch sehen, aber ich stehe mehr bei mir.“

Damit ist keine endgültige Lösung für die Beziehung gefunden. Aber es ist ein neues Bild entstanden, das eine bislang schwer vorstellbare Möglichkeit erfahrbar macht: Verbundenheit und Abgrenzung müssen sich nicht zwangsläufig ausschließen.

Genau darin kann der Wert einer Aufstellung liegen: Möglichkeiten nicht nur gedanklich zu besprechen, sondern sichtbar und körperlich und emotional erfahrbar zu machen.

Häufige Fragen zum Ablauf einer systemischen Aufstellung

Muss eine Aufstellung immer zu einem Lösungsbild führen?

Nein.

Manchmal besteht dein Anliegen zunächst lediglich darin, eine Situation besser zu verstehen.

Dann kann bereits das Ausgangsbild ausreichend sein. Auch während einer Aufstellung kann sich zeigen, dass ein Thema mehr Zeit braucht oder dass an einer bestimmten Stelle nicht weitergearbeitet werden sollte.

Eine professionelle Aufstellungsleitung orientiert sich deshalb nicht daran, um jeden Preis ein eindrucksvolles Abschlussbild zu erzeugen. Wichtiger sind aus unserer Sicht Orientierung, Wahlfreiheit und ein angemessenes Tempo.

Kannst du eine Familienaufstellung mit Figuren selbst durchführen?

Mit Figuren kannst du Beziehungen auch allein visualisieren. Schon das Platzieren verschiedener Personen oder Themen kann helfen, Gedanken zu sortieren oder einen anderen Blick auf eine Situation zu bekommen.

Davon unterscheiden würden wir jedoch die professionelle Begleitung komplexer persönlicher oder familiärer Themen. Sobald starke Gefühle, belastende biografische Erfahrungen oder schwierige Beziehungsmuster eine Rolle spielen, ist eine erfahrene Begleitung sinnvoll.

Denn Aufstellungsarbeit besteht nicht nur darin, Figuren an unterschiedliche Positionen zu stellen. Wesentlich sind auch Prozessführung, Hypothesenbildung, die Steuerung von Nähe und Distanz sowie die Frage, wann eine Intervention hilfreich ist – und wann gerade nicht.

Wie lange dauert eine systemische Aufstellung?

Das lässt sich nicht pauschal festlegen.

Je nach Anliegen, Setting und Verlauf kann eine Aufstellung unterschiedlich viel Zeit benötigen. Auch die sechs beschriebenen Phasen müssen nicht alle gleich ausführlich sein.

Entscheidend ist weniger eine feste Dauer als die Frage, was für dein Anliegen gerade sinnvoll ist und welches Tempo für dich passt.

Praktisch arbeiten wir im Einzelsetting mit 60 Minuten und in Gruppen dauert eine Aufstellung in der Regel zwischen 30 und 90 Minuten.

Ich möchte eine Aufstellung im Einzelsetting selbst erleben

Nicht jedes Anliegen möchtest du in einer Gruppe bearbeiten. Im Einzelcoaching arbeiten wir deshalb unter anderem mit Systembrett, Figuren und Bodenankern. So kannst du persönliche, berufliche oder familiäre Themen in einem vertraulichen Rahmen betrachten.

Mehr dazu erfährst du unter Einzelcoaching mit Aufstellungsarbeit.

Ich möchte mit dem Systembrett professionell arbeiten lernen

Für Coaches, Berater:innen und Therapeut:innen ist die Arbeit im Einzelsetting besonders relevant, weil sich Aufstellungselemente unmittelbar in Beratungsprozesse integrieren lassen und eine Gruppe nicht immer zur Verfügung steht.

In unserer Weiterbildung zur systemischen Aufstellungsarbeit, insbesondere im ersten Jahr in dem ersten Weiterbildungsteil “Systemic Embodiment Coaching” legen wir deshalb im ersten Jahr einen Schwerpunkt auf die Arbeit im Einzelsetting: Systembrett, Bodenanker, eingewoben ins Beratungsgespräch und in der Imagination.

Außerdem bieten wir auf Anfrage immer wieder Workshops zur Arbeit mit dem Systembrett an: Wie lässt sich ein Anliegen sinnvoll fokussieren? Wie wird ein Ausgangsbild entwickelt und ausgewertet? Wie kannst du mit Figuren Perspektiven wechseln, Hypothesen prüfen und Veränderungen Schritt für Schritt begleiten?

Aufstellungsarbeit selbst erleben oder professionell lernen

Aufstellungen erschließen sich nicht nur über Theorie. Wenn du die Arbeitsweise selbst erleben möchtest, findest du bei Lösungsbilder Aufstellungstage in unterschiedlichen Settings.

▷ Aufstellung buchen

Wenn du Aufstellungsarbeit professionell in Coaching, Beratung oder Therapie einsetzen möchtest, kannst du sie in unserer Weiterbildung fundiert erlernen.

▷ Weiterbildung ansehen

Lösungsimpulse für stimmige Entwicklungen

Impulse zu Aufstellungsarbeit, embodied Coaching und stimmigen Beziehungen – zu sich selbst, anderen und dem Leben.

Newsletter